Gal 5,16-26 Lebe den Unterschied! Die Frucht des Geistes

Frucht des Geistes  •  Sermon  •  Submitted
0 ratings
· 282 views

Erkenne den Unterschied - Wähle den Unterschied - Lebe den Unterschied!

Files
Notes
Transcript
Mahatma Gandhi erzählte, wie er nahe dran war, sich zu Christus zu bekehren. Durch das Lesen der Bibel, vor allem der Evangelien, sah er hier die Lösung des ungerechten Kastensystems in Indien. Am Sonntag betrat er eine Kirche, um anschließend mit dem Pastor über verschiedene Fragen mit ihm zu sprechen. Der Platzanweiser jedoch hinderte ihn Platz zu nehmen und schickte ihn zu seinen Leuten. Gandhi kam nie wieder. „Wenn auch die Christen solche Unterschiede machen, kann ich auch Hindu bleiben.“
“Lebe den Unterschied!” - das ist das Thema der heutigen Predigt mit der wir eine neue thematische Reihe über die Frucht des Geistes aus Gal 5,22 starten.
FOLIE
Wir nähern uns dem Thema in drei konzentrischen Kreisen:
1. Im Galaterbrief hören wir von vielen Kontrasten. Paulus zeigt uns auf: Erkenne den Unterschied!
2. Im 5. Kapitel hören wir von dem Gegensatz aus Gefangenschaft zur Freiheit. Paulus fordert uns auf: Wähle den Unterschied: Gefangenschaft oder Freiheit!
3. Im Abschnitt 5,16-26 wird Paulus konkreter, unterscheidet zwischen Fleisch und Geist, Werken und Frucht und motiviert uns konsequent: Lebe den Unterschied!
4. Gal 5,22 (Die Frucht des Geistes) im Einzelnen folgen dann in den nächsten neun Predigten

1. Erkenne den Unterschied - der Galaterbrief

Ich habe mal eine komplette Predigt-Reihe über das Buch Maleachi gehalten. Die Überschrift lautete “Das Buch der frechen Fragen”, weil Maleachi wie ein ständiger Dialog zwischen dem Volk - mit seinen frechen Fragen - und Gott gestaltet ist.
Als ich den Galaterbrief in meiner Vorbereitung gelesen hatte, fiel mir ebenfalls ein solch roter Faden auf. Der Galaterbrief könnte die Überschrift tragen “Das Buch der krassen Kontraste”.
Paulus stellt in seinem Brief an die Galater viele Gegensätze heraus, um den Briefempfängern klar zu machen, auf was sie eigentlich verzichten, wenn sie sich vom Evangelium weg wieder der Gesetzlichkeit zuwenden.

Die Kontraste im Galaterbrief

Dieser Gedanke ist Paulus - und deshalb auch mir heute Morgen - so wichtig, dass ich ein paar Beispiele nennen möchte.
FOLIE
Diese fassen den roten Faden der ersten vier Kapitel des Galaterbriefes zusammen:
Wie werde ich gerettet? Paulus stellt der Gnade ein anderes Evangelium gegenüber, allerdings nur um dann festzustellen, dass es neben der Gnade gar keine andere frohe Botschaft, kein anderes rettendes Konzept, geben kann. Erstaunt fragt er, wie die Galater bereit sein können, sich von dieser Gnade abzuwenden. Gal 1,6-7
Wie werde ich gerecht? Etwas konkreter wird er in Gal 2,16, wo er aufzeigt, dass Glaube und Gerechtigkeit aus Werken sich gegenseitig ausschließen. Vor Gott können wir nur im Glauben an Christi Stellvertretung am Kreuz gerecht werden, niemals durch das, was wir selber tun.
Wie komme ich in den Himmel? Frommer ausgedrückt: Wie erwerbe ich das himmlische Erbe? Niemals durch das Gesetz. Ich würde damit einen Anspruch gegen Gott durchsetzen, das Erbe gibt es aber nur geschenkt. Verheißung und Gesetz sind die beiden Pole, die Paulus hier beschreibt. Gal 3,18
Was bin ich? Unverdienterweise Kind Gottes, d.h. durch Zeugung eines anderen zum Erbe geworden, oder Knecht, was von Freiheit soweit entfernt ist wie Luther vom Papst. Gal 4,1-4
Wem diene ich? In Gal 4,9 fragt Paulus die Galater und uns, ob sie statt dem mächtigen Gott ernsthaft diesen dürftigen Mächten dienen wollen.
Paulus waren die Antworten für die Galater bei weitem nicht egal. Die Galater vermischen ihr altes Denken mit dem Evangelium. Das klappt aber nicht.
Er fordert sie deshalb im ganzen Brief auf: Erkennt doch endlich den Unterschied!
Nächsten Kreis zeigen.
Er ringt um die Galater, weil er in Kapitel 5 wieder einen Gegensatz aufbaut, der dein Leben ganz konkret betrifft:

2. Wähle den Unterschied: Aus der Gefangenschaft zur Freiheit befreit (Kap. 5)

(a) Ich schaffe es alleine nicht)

Paulus bemüht sich nach Kräften darum, den Galatern vor Augen zu führen, dass wir mit eigenem Bemühen niemals zum himmlischen Ziel kommen. Der sündige Mensch ist dazu nicht in der Lage.
Diese Erkenntnis sollte eigentlich am Anfang jeder Bekehrung stehen: Ich schaffe es alleine nicht! Ich bin gefangen in meiner Sünde, kann mich abstrampeln, aber packe es aus eigener Kraft nicht.
Du kannst dich nicht bekehren, wenn du das nicht begriffen hast. Wozu solltest du es auch? Bekehren heißt ja auch umkehren, Buße tun, erkannt haben, dass da was gravierend falsch gelaufen ist.
Eigentlich waren die Galater schon mal weiter. Und jetzt gehen sie wieder zurück.

b) ihr Verhalten macht Paulus traurig

FOLIE
Er will ihnen klar machen:
Ich bin traurig, über eure geistliche Entwicklung: “Ihr lieft so gut” Gal 5,7.
Mit dem gleichen Worten überschrieb ein Autor ein Heftlein über die Geschichte der Brüderbewegung. Wie Paulus freute er sich über den Aufbruch - “ihr lieft so gut” -, um dann eine gewisse Erstarrung zu festzustellen. Das Leben ging vor lauter Formen verloren.
Ihr habt euch einmal bekehrt, habt euer Leben auf den Kopf gestellt, um Jesus zu folgen, und wendet euch jetzt ein zweites Mal um.
Fällt euch etwas auf? Ihr lauft jetzt wieder in die gleiche - falsche !- Richtung wie vorher.
Galater 4,9 (LU17)
… wie wendet ihr euch dann wieder den schwachen und dürftigen Mächten zu, denen ihr von Neuem dienen wollt?
Geht nicht wieder dahin zurück, wo ihr her gekommen seid! Gal 5,1
Galater 5,1 (LU17)
… lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
Er appelliert mit aller Ernsthaftigkeit: Verliert nicht die Gnade! Gal 5,4
Galater 5,4 LU17
Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, aus der Gnade seid ihr herausgefallen.
Wenn ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, dann nicht aus der Gnade. Entweder oder.
Das Problem ist nur: Aus eigener Kraft schaffe ich das eben nicht.
Ich brauche seine Vergebung!
Ich brauche seine Gnade, weil das Gesetz mich immer verurteilt!
Ich brauche Jesus, weil ich so sündig bin!
C.S. Lewis fasst das sehr plakativ zusammen:
Das Nasenloch des wahren Christen muss ständig auf die innere Jauchegrube aufmerksam sein. C.S.Lewis
Paulus und C.S. Lewis malen die Herrlichkeit des Evangeliums auf die schwarze Leinwand der menschlichen, sündigen Natur.
Genau dieser Gedanke mündet dann in Kapitel 5. Das Kapitel startet mit einem klaren Weckruf:
Folie

c) Wählt doch den Unterschied!

Galater 5,1 LU17
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
Mit diesem Aufruf läutet Paulus einen Wendepunkt in seinem Brief ein.
Mit wieviel Mühe hat Paulus ihnen Jesus vor Augen gemalt (Gal 3,1)?
Jesus hat sich für dein Versagen ans Kreuz nageln lassen.
Für Deine Schuld.
Für Deine Sünde.
Jetzt bist du befreit davon.
Ein neues Leben kann beginnen.
Lebe es!
Lebe die Freiheit durch Jesus und für Jesus!
Während Paulus in den ersten vier Kapiteln so deutlich aufzeigt, dass unser Werkeln nicht rettet, wendet er sich im fünften Kapitel der Frage zu, wie wir denn jetzt eigentlich im Glauben leben sollen.
Hanns-Peter Royer schrieb mal ein Buch “Nach dem Amen bete weiter”. Das stimmt. Aber Paulus sagt hier: “Nach der Rettung diene weiter!”
Lebe dein Leben in der Freiheit: Das heißt nicht Bahamas, Hängematte, Campari, sondern ein Leben, in dem wir einander dienen (Gal 5,13).
Und das nicht, um gerettet zu werden, sondern weil wir gerettet und damit erst in der Lage dazu sind.
Das macht den Unterschied. Wähle diesen Unterschied!
Diesen Gedanken führt Paulus jetzt im dritten Kreis aus:

3. Lebe den Unterschied! Gal 5,16-26

Dann kommt unser Textabschnitt Gal 5,16-26 in dessen Zentrum unser Vers 22 mit der Frucht des Geistes steht.
Text lesen: Gal 5,16-26
Der Galaterbrief fordert dich heraus. Er hinterfragt dich: Entspricht dein geistliches Leben noch der Idee Gottes für dich?
Diese Idee beschäftigt Paulus nicht so allgemein, sondern eher bezogen auf die Frage: Wie gefalle ich als Christ meinem Gott?

a) Nur ein Imperativ: Wandelt im Geist!

Ich bemühe mich in jeder Predigt, den Text sauber auszulegen, aber euch auch immer eine konkrete Anwendung für unser Leben mitzugeben. Idealerweise nutze ich dafür die Aufforderungen (Imperative), die in diesem Text stehen. In Gal 5,16-26 steht nur ein einziger Imperativ:
Galater 5,16 (LU17)
… Wandelt im Geist! ...
Wie machen wir das? Wie mache ich Früchte des Geistes? Unser Text zeigt, dass das der völlig falsche Ansatz ist, der die Galater und uns wieder in das Muster der ersten vier Kapitel zurückfallen lässt.
Wir werden in den nächsten neun Predigten immer wieder in der Gefahr stehen, aufzufordern:
Liebe deinen nächsten mit göttlicher Liebe!
Zeige Freude!
Lebe im Frieden!
Bleib sauber!
In aller Deutlichkeit: Das steht hier nicht!
Wenn das einem von uns Predigern rausrutschen sollte, dann denkt daran: Paulus fordert uns in diesem Abschnitt nur an einer einzigen Stelle zu etwas auf. Er verwendet nur einen Imperativ und der steht ganz am Anfang in
Galater 5,16 LU17
Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen.
Eine englische Übersetzung (The Message) drückt das sinngemäß wie folgt aus:
Mein Ratschlag ist folgender: Lebe frei, angetrieben und motiviert von Gottes Geist.
Gott ermutigt uns durch Paulus, unsere sündige, alte Natur unter die Leitung des Heiligen Geistes zu stellen, damit er sie umgestalten kann.
“Lebe den Unterschied!”, aber nicht wieder durch eigenes Tun, sondern in der Kraft des heiligen Geistes.

b) Lebe den Unterschied zwischen Werken und Frucht, Fleisch und Geist

Diesen Gedanken belegt Paulus wieder mit einem Gegensatz: Werke des Fleisches und Frucht des Geistes. Ich möchte den Gedankengang kurz skizzieren, um dann etwas mehr ins Detail zu gehen.
Folie
Lebt im Geist – der einzige Imperativ!
Werke des Fleisches sind Folge unserer sündigen Natur. Diese Natur offenbart die entsprechenden böse Werke. Als solche können wir nicht ins Reich Gottes kommen.
Dem gegenüber steht die Frucht des Geistes. Sie wächst aus der Verbindung mit Christus, ist damit - in der Natur der Sache - nicht gegen das Gesetz.
Deshalb schlussfolgert Paulus noch einmal: Du hast dich einmal entschieden, im Geist zu leben. Das ist die Basis deiner Errettung, jetzt wandel/handel auch in diesem Geist - jeden Tag neu. Lebe im Geist, lebe den Unterschied!
Gehen wir das noch mal im Einzelnen durch:

c) Werke des Fleisches

Die Werke des Fleisches zeigen sich in vier Blöcken - nicht nur sexuelle Sünden

Paulus nennt 15 Werke des Fleisches und benennt sie in vier Blöcken:
sexuelle Sünden
religiöse Sünden
persönliche Sünden
gesellschaftliche Sünden
Wir können hier nicht auf alle 15 Werke des Fleisches eingehen, aber auffällig ist, dass wir bei diesem Begriff “Werke des Fleisches” zuerst an die sexuellen Sünden denken, Paulus aber noch einen ganzen Satz anderer Sünden in petto hat. Er nennt zwar die sexuellen Sünden zuerst, die religiösen oder zwischenmenschlichen Sünden stehen in der Wirkung aber in nichts nach:
Galater 5,21 (LU17)
...Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben.

(Die Werke des Fleisches offenbaren die sündige Natur)

Warum nicht? Weil sie das sündige Wesen des Menschen offenbaren. Und als Sünder bin ich kein Erbe des Reiches Gottes.
Alle diese Sünden sind “offenkundig” Werke des Fleisches, d.h. ihr Ursprung ist offensichtlich - nicht zwingend die Taten.
Beispiel: Das Wort Unzucht ist die Übersetzung für Porneia, da kommt unser Wort Porno her. Und diese Sünde ist mitnichten immer so offenkundig.
Wenn die Werke des Fleisches offenkundig sind, bedeutet das, dass unser Handeln unser Wesen sichtbar macht.
Grundsätzlich kann der Mensch gute und schlechte Werke tun (z.B. Tit 3,8; Kol 1,10; 1Thess 1,3). Paulus nennt hier nur die schlechten, weil er in den ersten vier Kapiteln schon hinreichend deutlich gemacht hat, dass der Mensch von Grund auf böse ist. Da mag mal ein gutes Werk “drinnen” sein, aber dem Wesen nach ist der Mensch schlecht und bedarf deshalb der Erlösung von außen.
Im Buch der krassen Kontraste stellt Paulus jetzt den Werken des Fleisches die

d) Frucht des Geistes

gegenüber. Alleine das ist ja schon mal erstaunlich. Wir hätten jetzt erwarten können, dass Paulus den Werken des Fleisches die Werke des Geistes gegenüber stellt. Macht er aber nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Frucht und Werken?

Wir haben eben schon gesehen: Werke zeigen und offenbaren durch das äußerliche Wirken eines Menschen sein Wesen.
Beachtet, das Werke im Plural stehen. Eine Vielzahl von Handlungen zeigt unser Wesen.
Frucht ist nicht dasselbe wie gute Werke tun, denn es gibt große Unterschiede zwischen Frucht und Werken. Hier sind einige der Gegensätze:
Frucht steht in der Einzahl. Es gibt sie nur als Einheit, wie bei einer Traube an der verschiedene Träubchen hängen. Wir suchen uns nicht aus einem Potpourri der Früchte ein paar aus - wie bei den Gaben -, sondern haben Frucht oder eben nicht.
Werke repräsentieren das Verhalten. Frucht zeigt unseren Charakter, was uns prägt, und ist ein Kennzeichen unserer Wurzeln und Herkunft.
Jesus selber sagt: An der Frucht (auch Einzahl!) erkennt ihr den Baum Mt 12,33. Werke sprechen von dem, was wir tun; Frucht spricht von dem, was wir sind.
Frucht beginnt klein und unscheinbar und wächst. Die neun Ausprägungen dieser Frucht sind nicht unmittelbar nach unserer Bekehrung da, aber im stetigen Wachstum sollten sie mit der Zeit in jedem Christenleben immer sichtbarer werden.
Aber: Ein Obstbaum oder ein Weinstock kämpft nicht und verrenkt sich nicht, um Früchte zu tragen. Er steht still und ruhig da.
Er streckt seine Zweige und Blätter der Sonne entgegen,
nimmt Luft und Regen auf,
gräbt seine Wurzeln in den Boden, um Nahrung und Wasser zu bekommen,
und wenn es ein guter Baum ist, trägt er gute Früchte.
So ist es auch mit uns Christen: Wenn wir Frucht tragen sollen, müssen wir unsere Wurzeln tief in die Liebe Gottes graben (vgl. Eph 3,17), das erfrischende Wasser seines Geistes trinken und die Luft seines Wortes atmen.
Jesus selbst verwendet an dieser Stelle das Bild des Weinstocks Joh 15,5. Durch die Verbindung zu Christus bringen wir Frucht. Ohne nicht.

Im Geist sind wir nicht unter dem Gesetz

Wenn wir im Geist leben und wandeln, bringen wir nicht “nur” Frucht, sondern wir stehen auch nicht mehr unter dem Gesetz, sagt Paulus in Vers 18 und Vers 23
Galater 5,18 LU17
Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.
Die meisten Eltern stellen bestimmte Hausregeln auf, wenn sie ihre Kinder erziehen. Diese "Gesetze" regeln z. B., wer das Haus betreten darf, wenn Mama und Papa nicht da sind, wohin die Kinder ohne besondere Erlaubnis gehen können und wohin nicht.
Aber wenn die Eltern da sind, haben die "Gesetze" eine untergeordnete Funktion. Mama und Papa haben immer noch die Regeln, aber sie beaufsichtigen sie persönlich.
Die Anwesenheit des Heiligen Geistes bedeutet, dass wir uns keine Sorgen mehr machen müssen, ob wir dem Gesetz entsprechen. Jetzt haben wir die Freiheit, sogar weit über das Gesetz hinauszugehen, weil wir eine direkte Verbindung mit dem Heiligen Geist selbst haben.
Wir sehen: Die Frucht des Geistes resultiert unmittelbar aus der Verbindung mit Gott. So einfach ist es aber nicht:

e) Geist und Fleisch streiten miteinander

Galater 5,17 LU17
Denn das Fleisch begehrt auf gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; die sind gegeneinander, sodass ihr nicht tut, was ihr wollt.
Paulus beschreibt hier unser Dilemma: Als Christen wollen wir, aber können oft nicht.

f) Wie schaffe ich das aber nun, dass

mich der Geist regiert?
ich im Geist lebe?
ich den Begehrlichkeiten des Fleisches nicht nachgebe?
ich den Sieg erringe?
ich Frucht bringe?
Bitte erwartet jetzt keine 5-Punkte-Liste. Wenn ich diese präsentieren - und umsetzen - könnte, würde ich Paulus Lügen strafen:
Galater 5,17 (LU17)
ihr tut nicht, was ihr wollt.
Ich möchte das mit einem Bild verdeutlichen
Kennt ihr das FOS? Nein? Nie gehört? FOS steht für Flesh Operating System. Zu deutsch: Fleischliches Betriebssystem.
Das fleischliche Betriebssystem sagt: "Wenn du wirklich gut bist, wenn du die Sünde ablegst, wenn du all diese richtigen Dinge tust, wenn du dich wirklich hingibst, wenn du wirklich heilig bist, wenn du wirklich moralisch bist, dann gehörst du zu Christus Jesus", aber das ist nicht das, was das Evangelium sagt.
Das göttliche Betriebssystem dagegen sagt: "Diejenigen, die bereits zu ihm gehören, sind die einzigen, die die sündige Natur kreuzigen können." Dieses Wort "gehören" ist eine Bundessprache. Gott hat dich berufen, zu ihm zu gehören. Teil seiner Familie zu sein.
Nur wenn Du weißt, dass Du zu Jesus Christus gehörst und dass Du absolut und vollkommen bedingungslos geliebt bist, kannst du das fleischliche Betriebssystem und seine Handlungen zerstören.
Denn das fleischliche Betriebssystem basiert auf Unsicherheit.
Es basiert auf dem Glauben, dass Gott Dich nicht so lieben kann, wie Du bist.
Es basiert auf der Vorstellung, dass du selbst dafür sorgen musst, dass er dich liebt.
Sieg hast du nur, wenn du das Betriebssystem auswechselst. Auf Jesus statt auf deine Kraft schaust. Deshalb:
Mache dir klar, dass deine alte Natur zu keiner guten Tat fähig ist.
Ich denke, das war der Kardinalfehler der Galater: Ihr Selbstvertrauen war zu groß. Unbiblisch groß. Deshalb:
Erkenne den Unterschied!
Wähle den Unterschied!
Lebe den Unterschied und wechsle das Betriebssystem!
Liefere deine sündige, alte Natur an Gott aus! Paulus nennt das in Gal 5,24 “kreuzigen”. Jesus nennt das in Lk 9,23 Selbstverleugnung.
Widerstehe dem Streben nach “selber machenmit der Kraft des Heiligen Geistes!
Es hilft mir nicht, einen starken Verbündeten zu haben, wenn ich dauernd selber kämpfe.
Stelle dich bewusst unter das Regiment des HG Gal 5,18.
Aus einem Dorf traf ein Prediger einen ihm von früher her bekannten Bauern. Er fragte ihn nach seinem Vater, der Adam hieß: “Lebt denn der alte Adam noch?” “Ja”, war die Antwort, “leben tut er noch, aber die Wirtschaft hat er abgegeben.” Nachher hielt der Prediger dann eine Predigt über den alten Adam in uns: Leben tut er noch; aber die Wirtschaft hat er abgegeben.
Auch nach unserer Bekehrung haben wir noch eine sündige, alte Natur. Aber Paulus ermutigt uns, diese unter die Leitung des HG zu stellen, damit er uns in sein Bild umgestalten kann.

Zusammenfassung

Ich habe euch heute einiges zugemutet.
Wir haben uns einen ersten Überblick über den Galaterbrief verschafft. Das Buch der krassen Kontraste. Die Überschrift hieß: Erkenne den Unterschied!
Das Evangelium hat nichts, aber wirklich gar nichts mit einer Werkegerechtigkeit zu tun.
Dann haben wir auf das Kapitel 5 geschaut. Die Überschrift: Wähle den Unterschied!
Wer als Christ nach seiner Bekehrung wieder in das Muster verfällt “ich mache”, “ich bringe Gott...”, der hat nicht wirklich verstanden, wie sündig er ist.
Das Nasenloch des wahren Christen muss ständig auf die innere Jauchegrube aufmerksam sein.
Christus hat uns aus der Gefangenschaft zur Freiheit befreit!
Nicht für die Hängematte, sondern für den Dienst am Nächsten.
nicht, um gerettet zu werden, sondern weil wir gerettet und damit erst in der Lage dazu sind.
Nicht um tun zu müssen, sondern um aus Dankbarkeit tun dürfen.
Schlußendlich in Gal 5,16-26: Lebe den Unterschied!
Den Unterschied zwischen den Werken des Fleisches, die unser sündiges Wesen offenbaren und der einen Frucht des Geistes als Folge unser neuen Verbindung mit Christus.
Lebe den Unterschied!
Amen.
Frage:
Wie stellst du dich konkret unter das Regiment des Heiligen Geistes?
Related Media
See more
Related Sermons
See more
Earn an accredited degree from Redemption Seminary with Logos.