Hybris

Ein gottgefälliges Leben bitteschön  •  Sermon  •  Submitted
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Einleitung

John MacArthur in einem Interview (mit Justin Peters), zum Thema “Gottes Wort enthält alles, was du brauchst für ein gottgefälliges Leben”, sinngemäss: Die Bibel enthält nicht unzählige Prinzipien für ein gottgefälliges Leben. Nein, sie wiederholt immer wieder auf unterschiedliche Arten immer die gleichen.
Ufff … das sollte eine Erleichterung sein für viele, die denken, von wegen sei das Joch Christi leicht. Es ist leicht, es gibt nicht viel, aber das wenige ist entscheidend.
Es ist also nicht nötig, alle 66 Bücher auswendig zu können, um all die angeblich unzähligen Gebote/Prinzipien/Anleitungen Gottes zu kennen. Wichtig ist aber, dass die, die man selbst erkannt hat, umsetzt und lebt. Es heisst ja nicht “gottgefälliges Wissen”, sondern “gottgefälliges Leben”.
Das macht es aber auf der anderen Seite auch viel einfacher für den Prediger: Er darf auch mal über das gleiche Thema predigen.
Und so auch für mich: Denn in diesem Kapitel 5 aus Daniel geht es nicht um etwas ganz Neues, sondern darum, was passiert, wenn der Mensch sein Leben trotz Gottes Offenbarung nicht ändert. Denn hier kommt der erste Teil des Buches zum Höhepunkt. Das Thema aus Kp 4 schwappt dierekt in dieses Kp 5 über: Die Hybris der neubabylonischen Könige

Das Problem

Hybris - was ist das?
Wikipedia: Die Hybris (altgriechisch ὕβρις hýbris ‚Übermut‘, ‚Anmaßung‘) bezeichnet eine extreme Form der Selbstüberschätzung oder auch des Hochmuts.
Genau das haben wir in 4,26f bei Nebukadnezar gesehen. In Kp 5 wird dies von einem seiner Nachkommen, Belsazar, sogar noch übertroffen
Kurze Wiederholung vom letzten Sonntag, für diejenigen, die nicht hier waren
Gott sendet dem König Nebukadnezar eine Botschaft, die wie gewohnt nur von Daniel entschlüsselt werden konnte
Dabei geht es darum: Wenn der König seinen Hochmut nicht aufgibt und sich Gott unterordnet, wird das Königtum eine Zeit lang von ihm genommen, bis er Gottes Autorität anerkannte und sich ihm unterordnete
Ein Jahr später rühmte sich der König selbst ob seiner Macht, Würde und Grösse (eben Dan 4,26.27). Und sogleich bewarheitete sich die Prophezeiung. Nach 7 Jahren aber erkannte Nebukadnezar die Grösse und Oberherrschaft Gottes an und gewann so seine Königswürde zurück.
Jetzt wollen wir mal sehen, wie es weiterging. Da war also dieser Belsazar, ein Enkel und Nachkomme Nebukadnezars und zweiter im Reich. Ihm war von seinem Vater Nabonid die Verwaltung Babels und seiner Bezirke übergeben worden, solange dieser auf Feldzügen gegen die Perser und Meder war.
Belsazar feierte nun während der Belagerung Babels ein berauschendes Fest, bei dessen Verlauf er die heiligen Geräte aus dem Tempel Jerusalems bringen liess, damit alle Anwesenden (hohe Beamte, Frauen, Nebenfrauen) daraus tranken. Dabei priesen sie ihre Götzen, die sie so aus der Hand der Perser retten sollten. Und dann passierte etwas ....
Bild - Rembrandt, 1635, “Das Gastmahl Belsazars”; Mene mene tekel upharsin - von oben nach unten und rechts nach links
Eine Hand schrieb diese Worte an die Wand. Menschenhände verunreinigten das Geheiligte, die Hand Gottes hat nun eine götttliche Botschaft für die Menschen. Keiner konnte dem Statthalter die Bedeutung sagen, aber die alte Königin erinnerte sich an Daniel und empfahl, ihn kommen zu lassen.
Belsazar nun versprach ihm viele Ehren, wenn er den Spruch deuten könne. Daniels Antwort wollen wir jetzt durchgehen, Vers für Vers. Wir lesen Dan 5,17-30

Die Lösung Gottes

Dan 5,17 “Da fing Daniel an und sprach vor dem König: Behalte deine Gaben und gib dein Geschenk einem andern; ich will dennoch die Schrift dem König lesen und kundtun, was sie bedeutet.”
Daniel will die Belohnung nicht. Erstens zeigt er, dass die Botschaft Gottes nicht kaufbar ist, sie erging ja schon an Belsazar, somit gehörte die Deutung dazu - ein Hinweis darauf, dass Gottes Wort nicht gegen Gold weitergegeben werden kann oder soll, sondern frei, vrgl Mt 10,8-9; 1. Kor 9,14;
Zweitens ein Hinweis darauf, dass Daniel jeden Anschein von Bestechung im Keim ersticken wollte und er so frei war, Gottes Wort in Wahrheit weiterzugeben.
Drittens wusste er vielleicht, dass diese Belohnung eh schon wertlos war, da Babel von den Persern belagert wurde und seine Tage gezählt waren
Dan 5,18-24 “Mein König, Gott der Höchste hat deinem Vater Nebukadnezar Königreich, Macht, Ehre und Herrlichkeit gegeben. Und um solcher Macht willen, die ihm gegeben war, fürchteten und scheuten sich vor ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen. Er tötete, wen er wollte; er ließ leben, wen er wollte; er erhöhte, wen er wollte; er demütigte, wen er wollte. Als sich aber sein Herz überhob und er stolz und hochmütig wurde, da wurde er vom königlichen Thron gestoßen und verlor seine Ehre und wurde verstoßen aus der Gemeinschaft der Menschen, und sein Herz wurde gleich dem der Tiere und er musste bei dem Wild hausen und fraß Gras wie die Rinder und sein Leib lag unter dem Tau des Himmels und wurde nass, bis er lernte, dass Gott der Höchste Gewalt hat über die Königreiche der Menschen und sie gibt, wem er will. Aber du, Belsazar, sein Sohn, hast dein Herz nicht gedemütigt, obwohl du das alles wusstest, sondern hast dich gegen den Herrn des Himmels erhoben, und die Gefäße seines Hauses hat man vor dich bringen müssen, und du, deine Mächtigen, deine Frauen und deine Nebenfrauen, ihr habt daraus getrunken; dazu hast du die silbernen, goldenen, ehernen, eisernen, hölzernen, steinernen Götter gelobt, die weder sehen noch hören noch fühlen können. Den Gott aber, der deinen Odem und alle deine Wege in seiner Hand hat, hast du nicht verehrt. Darum wurde von ihm diese Hand gesandt und diese Schrift geschrieben.”
Daniel erinnert an die Geschichte Nebukadnezars und teilt Belsazar nun klar den Vorwurf Gottes mit. V22 ist der zentrale Vers. Belsazar wusste von allem, und hat sich trotzdem Gott widerstezt. Ja sogar gelästert: er lässt alle Menschen aus den Gefässen trinken, die Gott geheiligt waren! Er übertrifft seinen Grossvater um Längen!
War Belsazar einfach nur arrogant und hochmütig?
Ich weiss nicht, wrum der Gott Israels so viel Arbeit in diese neubabylonischn Könige steckte. Vielleicht um indirekt sein Volk zu schützen? Wer weiss. Aber er gab diesen Menschen jede Chance. Die übrigens wir auch brauchen. Wer kennt das nicht, dass wir über gewisse Dinge ständig stolpern, bzw. uns selbst darin übertreffen und Busse tun müssen?
Doch zuletzt folgt unweigerlich das, was alle treffen wird: Gottes Gericht - umgsprl. “Menetekel” - ab da ist es zu spät, eine Umkehr ist nicht mehr möglich. Vergl. dazu Vers 30, wir kommen gleich dazu
Dan 5,25-30 “So aber lautet die Schrift, die dort geschrieben steht: Mene mene tekel u-parsin. Und sie bedeutet dies: Mene, das ist, Gott hat dein Königtum gezählt und beendet. Tekel, das ist, man hat dich auf der Waage gewogen und zu leicht befunden. Peres, das ist, dein Reich ist zerteilt und den Medern und Persern gegeben. Da befahl Belsazar, dass man Daniel mit Purpur kleiden sollte und ihm eine goldene Kette um den Hals geben; und er ließ von ihm verkünden, dass er der Dritte im Königreich sei. Aber in derselben Nacht wurde Belsazar, der König der Chaldäer, getötet.”
Tja, Daniel hatte recht, die Belohnung war wertlos. Ob nun Belsazar von den Mardukpriestern umgebracht wurde oder von den Persern, die durch einen Trick Zugang zur Stadt fanden, ist nicht wichtig. Wichtig ist: Das Urteil wurde gesprochen und sogleich umgesetzt. Welch schreckliches Ende für die neubabylonische Dynastie!
Die Botschaft war glasklar, der Herrschersohn hatte dies sicher verstanden. Daniel aber überlebte die Überbringung dieser schlechten Nachricht, und auch den Ton, den er gegen Belsazar anschlug (V22f). Was für ein Wunder. Und er überlebte die Eroberung und bekleidete auch unter den persischen Herrschern ein hohes Amt.

Lehren

Was sind nun die Lehren für uns aus dieser Geschichte? Was soll ich dazu sagen? Es ist ja offensichtlich. Wir erkennen aber Folgendes:
Gott zeigt Geduld mit den Menschen. Es liegt ihm etwas an uns, er will uns gerettet sehen, daher ist er unglaublich geduldig und barmherzig. Wenn wir nun stolpern, sollte uns das nicht gerade in Panik ausbrechen lassen. Stattdessen sind wir aufgerufen, unser Handeln und Denken stetig zu verbessern - mit Gottes Hilfe!
Wenn wir wie Daniel treu zu Seinem Wort stehen, wird Er auch für uns sorgen. Ich kann nicht sagen, dass uns gar nichts geschehen kann, aber Gott wird da sein und uns hinübertragen.
Irgendwann hat auch seine Geduld ein Ende. Die Zeit der Gnade wird enden, danach gibt es nur noch Gericht für alle, die sich immer noch nicht an seine Gebote halten wollen. Das erkennen wir glasklar an dieser Geschichte. Ohne Busse und Umkehr gibt es keine Rettung - das was Belsazar unterliess.
Denn der Lohn der Sünde ist der Tod - Rom 6,23 “Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.” Gottes Wille ist, dass der Mensch sich an Christus hält. Durch ihn werden wir gerecht und wird uns das Leben geschenkt. Das ist die Gute Botschaft, kein Menetekel für die Kinder Gottes, aber ein Evangelium! Amen
Als Aufgabe zuhause oder im Hauskreis: Welches sind denn nun diese “paar wenigen” Prinzipien, die für ein gottgefälliges Leben gelten?
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