Johannes der Täufer -Wegweise auf Jesus Christus

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Johannes der Täufer -Wegweise auf Jesus Christus

Liebe Gemeinde,
wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, brauche ich manchmal ein Navi um von einem Ort zum anderen zu kommen. Das war mir zum Beispiel die erste Zeit besonders hilfreich um immer durch Zeitz zu kommen wenn ich von Kriebitzsch hier in den Pfarrbereich gefahren bin und auch umgekehrt. Mittlerweile kenne ich die die Strecke und auch manchen Schleichweg auswendig. Doch am Anfang war mein Google-Navi auf meinem Handy sehr hilfreich und wichtig. In welche Richtung muss ich auf der Kreuzung fahren? Muss ich rechts oder muss ich links abbiegen? Oder geht es gerade aus weiter?
Auch in unserem Leben stehen wir immer wieder vor Kreuzungen und müssen uns die Frage stellen, wie und wo geht es weiter? Dabei sind die Antworten manchmal gar nicht so leicht zu finden. Manchmal liegen sie vor unseren Füßen ein anderes Mal müssen wir suchen und fragen.
Wenn wir heute Johannistag feiern, ist das eigentlich auch immer so ein Schlüsseltag im Jahr. Sicher ist das hier im Gemeindebereich nicht so bekannt. Aber da er ja heute auch auf den Sonntag fällt ist es auch ein guter Anlass ihn einmal zu begehen.
Die Hälfte des Jahres ist vorbei, da ist es auch gut einmal schon Rückschau zu halten auf die vergangene Hälfte des Jahres. Und natürlich steht auch die Person des Johannes, des Täufers im Mittelpunkt, der ja Wegweiser sein will auf den kommenden Messias, Wegweiser auf Jesus Christus.
Er will Wegweiser sein auf den, der die Hoffnung ist, dass das Leben nicht mit dem Tod zu Ende ist, sondern dass es eine Hoffnung gibt, die über den Tod hinaus geht.
Und manches Kreuz, manches Symbol und mancher Bibelspruch auf dem Friedhof neben unserer Kirche dokumentieren das uns.
Durch Jesus Christus ist uns die Hoffnung auf ein Ziel in unserem Glauben gegeben. Davon will einerseits Johannes der Täufer Zeugnis geben. Andererseits spricht es der Apostel Petrus in seinem 1. Petrusbrief Kapitel 1 aus. Er schreibt, warum wir Wegweiser des Glaubens brauchen:
1.Petrus 1,8-12
8 Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude,
9 wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.
10 Nach dieser Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der Gnade geweissagt haben, die für euch bestimmt ist,
11 und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach.
12 Ihnen ist offenbart worden, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienen sollten mit dem, was euch nun verkündigt ist durch die, die euch das Evangelium verkündigt haben durch den Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, - was auch die Engel begehren zu schauen.
Ist das nicht eine schöne positive Aussage – uns ist gegeben. Während noch die Anderen noch auf der Suche nach dem Heil sind – ist es uns als Christen gegeben.
Überhaupt wird deutlich, dass es beim Handeln Gottes ein heilsgeschichtliches Nacheinander gibt.
Wir sehen hier, dass es eine Geschichte Gottes mit den Menschen durch die Generationen gibt. Und wir entdecken in ihr Schwellen: Johannes, der Täufer ist so eine Figur auf der Schwelle, wie auch der alte Simeon. Auf der Schwelle der Geburt Jesu. Die nächste Schwelle ist dann Ostern – Kreuzestod und Auferstehung Jesu.
In unserem Predigttext werden die Propheten des Alten Testamentes noch als die Wartenden, Forschenden und Fragenden dargestellt. Dem gegenüber leben die hier angesprochenen Christen in der Zeit der Erfüllung. - Auch wir heute.
So sind das Leiden Jesu Christi und seine Verherrlichung die Tatsachen, auf denen die Gemeinde ihren Glauben und ihre Hoffnung bauen. Und doch steht noch etwas aus.
Wir müssen feststellen: So wahr es ist, dass nichts mehr die Gläubigen von Gott scheidet, so besteht doch ihr Christsein in der „lebendigen Hoffnung“ auf das Kommende; ihr Gerettetsein wird dann zu der letzten Zeit „offenbar werden“.
Johannes der Täufer hat selber als Geopferter sein Leben lassen müssen. Auch er macht uns schon in seiner Aussage uns deutlich. Wenn nur Jesus Christus wächst, kann man selber wieder abnehmen. Das gilt auch für uns und unserem Glauben. Für uns gilt das zu erlangen, zu gewinnen davonzutragen worauf der Glaube zielt: - die Rettung und damit das Heil unseres Lebens.
Nun stellt der Text an uns die Frage:
Wie erfahren wir denn Jesus Christus heute und in Ewigkeit?
Oft hört man ja solch Aussagen, wie:
Ich glaube nur, was ich sehe? Oder wir werden aufgefordert zu nicht sehen und doch glauben? Aber glauben wir an den richtigen Gott? Ist es überhaupt der richtige Glaube? Der Markt der religiösen Möglichkeiten bietet uns doch vielmehr?
Unser Predigttext will uns darauf eine Antwort geben und er schaut dazu erst einmal zurück zu den Propheten des Alten Testamentes. Er beschreibt uns, wie diese nach der Gnadenerfahrung durch Gott gesucht und geforscht haben, wie darauf gewartet haben bis der rechte Kairos im Griechischen oder Zeitpunkt im Deutschen kommt.
Die alten Propheten waren Wegweiser auf der Suche des Heils und der Gnade bei Gott, sogleich waren sie auch selbst Suchende nach dem Heil und der Gnade bei Gott Sie waren Wartende. Sie dienen mit ihrer prophetischen Botschaft uns heute und wollen uns Wegweiser im Glauben sein.
Sie haben in ihrem Suchen und Forschen schon den Weg Christi auf Erden erkannt, sie und besonders zum Beispiel der Propheten Jesaja sprechen von dem Leiden des Gottesknechtes, seinem Sterben und es wird auch schon eine Hoffnung auf eine Auferstehung deutlich.
Wir können hier schon von einer vorchristlichen Christuserfahrung sprechen.
Im Gegensatz zu den Propheten haben wir die Christuserfahrung des Gekreuzigten und des Auferstanden.
Die Propheten haben auf das Kommen des Messias, des Christus gewartet. Auch wir stehen im Warten. Wir warten auf das Wiederkommen unseres Herrn Jesus Christus.
Dabei spielt Johannes der Täufer eine Art Mittlerrolle. Denn er ist der Prophet, der nicht nur auf das Kommen des Christus wartet, sondern ihn erlebte und ihn sozusagen durch die Taufe in sein christologisches Handeln einsetzt. Er war der letzte große Prophet vor dem Messias. Er war Wegweiser auf Jesus, den Christus, auf den, der das Heil bringt. Er wurde dem Christus der Wegbereiter. Johannes wird der Bote, der dem kommenden Gott vorhergeht.
Die Menschen in der Zeit des AT waren auch durch den Glauben gerettet, aber der Inhalt des Glaubens heute ist anders.
Das Evangelium wurde durch die Propheten angekündigt: „Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König!“ (Jesaja 52,7)
Jesus Christus sollte nicht auf die Erde kommen, ohne dass zuvor auf ihn hingewiesen wurde.
Wissen Sie welche Frage auch hier in unserem Text gestellt wird?
Was wird die Zukunft bringen, was wird die zweite Hälfte dieses Jahres bringen? Fragen, die wir uns sicher alle schon einmal gestellt haben oder uns auch immer wieder einmal stellen.
Meistens zum Jahreswechsel - aber auch in der Mitte des Jahres.
Nun viele Menschen versuchen herauszufinden, was morgen kommt. Die Wissenschaft nennt ihre Analysen dazu Prognostik, und will mit wissenschaftlichen Methoden analysieren, was morgen kommen wird. Damit wollen wir manchmal auch verantwortlich auf die Fragen der Zukunft unserer Welt zugehen.
Doch auch mit anderen Methoden versuchen Menschen die Zukunft zu erforschen. Da fragt man das Pendel, den Kaffeesatz, die Handlinien, die Sterne und noch vieles mehr.
Also um die Zukunft zu erfahren gehen die Menschen ganz seltsame Wege und fallen auf viel dummes und manchmal richtig gefährliches Zeug rein.
Doch ganz anders die Propheten. Sie fragen auch nach der Zukunft. Aber es ist eine ganz andere Zukunft. Es ist die Frage nach Seligkeit und Gnade.
Das sind aber ganz andere Voraussetzungen gegeben und erforderlich.
Die Frage nach dem Heil ist die Frage nach der Existenz und sogleich nach dem Gewissen.
Wer so wie die Propheten nach der Zukunft fragt, ist ein Beunruhigter. Er ist beunruhigt, dass wir Menschen in einer gestörten, in einer pervertierten und durch den Menschen abgebrochenen Beziehung zu Gott leben. Das kann auf die Dauer nicht gut gehen.
Und genau diese Widersinnigkeit ist es, die die Propheten in Bewegung hielten und zu ihrer Verkündigung trieb.
Noch der letzte der Propheten Johannes der Täufer mahnte und rief: „Kehrt um, werdet andere Menschen – der die Tenne fegt ist unterwegs!“
Darum bezeugt auch unser Text heute, dass schon in den Propheten der Geist Christi war.
Johannes der Täufer ist in „der Ausübung seines Dienstes“ gestorben,. Er war ein unerschrockener Prediger der Umkehr.
Aber er hat unter dem Noch-nicht gelitten. Denn auch er musste auf den Christus noch warten.
Das Kommen Jesu Christi in diese Welt hat ihre Lage total verändert. Weil durch Jesus Christus etwas unausdenkbar großes geschehen ist.
Die Propheten werden in unserem Text als die Vorboten des Kommenden bezeichnet und sie freuen sich dies für uns zu sein. Er kann über das künftige froh sein, ohne dass er in den Genuss der Frohen Botschaft kommt. Er selbst verzichtet, damit andere es hören.
Der sündige, abgefallene und seiner Bestimmung untreu gewordene Mensch wurde zu neuer Würde erhoben – zur Würde des Gotteskindes. Petrus will uns das in seinem Brief hier richtig deutlich machen. Man könnte das in scherzhafter Weise so ausdrücken:
„Was Gott durch Jesus Christus aus dem Menschen macht, das ist ein so sensationelles Wunder, dass selbst die Engel im Himmel die Hälse lang machen, um ja recht genau mitzubekommen, was sich hier ereignet.“
Wenn die schon so an dem allen und besonders an unserer Erhebung interessiert sind, sollte das uns dann kalt lassen?
Besonders wenn uns da eine lebendige Hoffnung durch Jesus Christus geschenkt wird.
Die Gräber auf unserem Friedhof sind Zeichen unseres eigenen „Abnehmen“. Aber dieses Abnehmen ist eben nicht das Letzte, sondern das Letzte ist die Hoffnung, die sich in der Auferstehung Jesu Christi begründet. Mit dieser Hoffnung dürfen wir heute leben.
Amen.
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