Bibelstunde Offenbarung 1
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Offenbarung 1,1-3 mit allgemeiner Einleitung
1 Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soll; und er hat sie gedeutet und gesandt durch seinen Engel zu seinem Knecht Johannes, 2 der bezeugt hat das Wort Gottes und das Zeugnis von Jesus Christus, alles, was er gesehen hat. 3 Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.
Martin Luther, Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017 mit Lemmatisierung, ed. Evangelischen Kirche in Deutschland, revidierten Fassung. (Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft, 2017), Offb 1.
Die Offenbarung, für viele von uns ein Buch mit sieben Siegeln, oft gruselig geschrieben, wir haben oft einen großen Bogen um sie herum gemacht. Die Offenbarung wurde etwa im Jahre 95 nach Christus von dem Apostel Johannes verfasst, in seiner Gefangenschaft, auf der Insel Patmos. “Offenbarung” bedeutet Enthüllung oder auf Griechisch “apokalypsis”. Der heutige Leser fühlt sich oft irritiert und gestört durch die vielen endzeitlichen Prophezeiungen. In der frühen Christenheit, bis in 3. Jahrhundert nach Christus, war hingegen die Offenbarung das meistgelesene Buch der Bibel! Für die ersten Christen damals war hingegen die Verfolgung und die Trübsalszeit leider die tägliche Normalität, bis in das Jahr 300 nach Christus erlebten die damaligen Christen eine der größten Christenverfolgungen. Für sie war die Offenbarung das biblische Trostbuch schlechthin, ihr Blick war dabei auf Jesus gerichtet, auf das Opferlamm auf seinem himmlischen Thron, auf ihren Tröster, Heiland, Erlöser und Erretter!
Diese Offenbarung hat sich der Apostel Johannes nicht aus den Fingern gesogen. Es ist die Offenbarung von Jesus Christus, die ihm sein himmlischer Vater gegeben hat, um Seinen Jüngern zu zeigen, was in Kürze geschehen soll beziehungsweise geschehen muss und eben nicht vielleicht geschehen könnte... (Vers 1), darüber hinaus ist die Zeit nahe (Vers 3). Die Geschwindigkeit, mit der die satanischen Machenschaften eintreffen, nimmt immer mehr zu, wir erleben es seit dem Jahr 2015 ganz besonders durch die Flüchtlingswellen (Öffnung der deutschen Grenzen), durch die Coronawellen und durch die vielen neuen kleineren und größeren Kriege, die es seitdem immer mehr gibt. Darüber hinaus lässt unser HERR Jesus auch viele Naturkatastrophen, Hitzewellen aber auch Überschwemmungen immer mehr zu!
Die Einzigartigkeit des letzten Buches der Bibel zeigt sich schon im ersten Wort – »Offenbarung«, oder auf Griechisch apokalypsis. Dieses Wort, das so viel wie »Enthüllung« bedeutet, ist der Ursprung unseres eingedeutschten Wortes apokalyptisch. Sie bezieht sich auf prophetische Visionen der Zukunft, die viele Symbole und Bilder sowie andere literarische Mittel benutzen.
Die Offenbarung schaut nicht nur nach vorn auf die zukünftige Vollendung aller Dinge sowie auf den endgültigen Triumph Gottes und des Lammes, sondern sie klärt auch die noch offenen Fragen und Probleme, nachdem man die anderen 65 Bücher der Bibel gelesen hat. Deshalb kann dieses Buch auch am besten verstanden werden, wenn man die ganze Bibel kennt! Die Charaktere, Symbole, Ereignisse, Zahlen, Farben usw. finden sich fast alle schon einmal zuvor im Wort Gottes. Einige Ausleger haben dieses Buch den »großen Zielbahnhof« der Bibel genannt, weil hier alle »Züge« ihr Ziel erreichen. Was kommt hier zum Ziel? Es sind die Gedankengänge, die in 1. Mose und den folgenden Büchern beginnen, wie z. B. der rote Faden des Heilsplans, die Bestimmung des Volkes Israel, die Rolle der Heiden, die Stellung der Gemeinde, die Bestimmung Satans als Gegenspieler des Volkes Gottes, die Rolle sowie das Ende des Antichrists und viele andere Themen.
Ein einfacher Schlüssel zum Verständnis der Offenbarung ist die Erkenntnis, dass wir sie in drei Hauptteile einteilen können Kapitel 1 beschreibt eine Vision, in der Johannes den erhöhten Christus als Richter gekleidet inmitten der sieben Gemeinden gesehen hat. Die Kapitel 2 und 3 befassen sich mit dem Zeitalter der Gemeinde, in dem wir heute leben. es Christus als Richter der Gemeinden. Die Geschehnisse danach: Eine Darstellung zukünftiger Ereignisse von der Entrückung der Heiligen bis zur Ewigkeit (Kap. 4–22).
Wenn wir die Offenbarung lesen, müssen wir wie bei jedem Bibelstudium den Unterschied zwischen der Gemeinde und Israel im Blick behalten. Die Gemeinde ist ein himmlisches Volk, das geistliche Segnungen genießt und berufen ist, die Herrlichkeit Christi als seine Braut zu teilen. Israel ist von alters her Gottes irdisches Volk, dem Gott das Land Israel und ein irdisches Reich unter der Herrschaft des Messias verheißen hat. Die wahre Gemeinde wird in den ersten drei Kapiteln erwähnt, ist dann allerdings erst wieder beim Hochzeitsmahl des Lammes in Kapitel 19,6–10 zugegen. Die Große Trübsal hat im Wesentlichen jüdischen Charakter.
Kommentar:
1 Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soll; und er hat sie gedeutet und gesandt durch seinen Engel zu seinem Knecht Johannes, 2 der bezeugt hat das Wort Gottes und das Zeugnis von Jesus Christus, alles, was er gesehen hat.
1,1.2 Der erste Vers kündigt das Thema des Buches an, nämlich dasjenige, »was bald geschehen muss«. Das Buch der Offenbarung ist in erster Linie eine Enthüllung der Zukunft. Diese »Offenbarung« zukünftiger Ereignisse wurde »Jesus Christus« von Gott gegeben. Der Herr Jesus wiederum hat sie seinem »Engel« anvertraut, und dieser Engel verkündigte »sie seinem Knecht Johannes«. Das Ziel des Johannes beim Schreiben dieses Buches bestand darin, diese Informationen den »Knechten« des Herrn, d. h. allen wahren Gläubigen, mitzuteilen. Indem Johannes dies tat, hat er das prophetische »Wort … bezeugt«, dass »Gott« zu ihm gesprochen hat. Das Gleiche traf auf »das Zeugnis« zu, wofür »Jesus Christus« der Zeuge war. Kurz gesagt, Johannes bezeugte »alles, was er« in seinen himmlischen Visionen »sah«.
3 Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.
1,3 Es war offensichtlich Gottes Absicht, dass dieses Buch in den Gemeinden vorgelesen wurde, weil er denen besonderen Segen verheißen hat, die es laut »lesen«, und denen, die es in der Versammlung »hören« und sich zu Herzen nehmen. »Die Zeit« der Erfüllung der Prophezeiungen war »nahe«, wie anfangs schon erwähnt und rückt immer näher...!
