Die Krise nach dem Erfolg

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Die Krise nach dem Erfolg

Liebe Gemeinde
manchmal gibt es Tage, da weiß man schon beim Aufwachen, ehe man überhaupt aus dem Bett gegrochen ist, dass der Tag nicht ubedingt zu den besten Tagen des Lebens gehören wird. Da ist irgendwie die eigene Stimmung schon nicht besonders positiv. Da hat man schon kurz nach dem Aufstehen das Gefühl alles, was ich heute anfasse. Das geht irgendwie schief. Es ist heute kein Tag, an dem ich einen Weltrekord laufen werden. Da möchte man am liebsten die Bettdecke wieder über den Kopf ziehen und weiter im Bett bleiben.
Ich denke so eine oder eine ähnliche Situation hat schon jeder von uns erlebt.
Oder man hat einen erfolgreichen Tag hinter sich gebracht, und da kommt eine schlechte Nachricht, die einen umhaut. Nun eigentlich erwartet man ja, dass nach einem erfolgreichen Tag einen nicht s sol leicht umhaut, aber manchmal liegt eben das Tief eben auch ganz dicht neben dem Hoch im Leben.
Und das ist auch bei unserem Glauben so, da hat man eben große Dinge im Glauben erlebt, vielleicht eine wunder schüne Evangelisation, wie die Tage der Hoffnung mit Waldemar Grab, oder eine schöne Freizeit, wie wir voriges Wochenende mit unserer Konfirmanden und dann kommen auch gleich wieder Momente der Zweifel und der Fragen, Anfechtungen.
Auf jeden Fall stehen wir da mit so etwas nicht allein. Einer der ein ähnliches Erlebnis hatte, war der Prohet Elia. Eben noch ein kraftvolles Gotteserlebnis auf dem Karmelberg, wo die Macht Gottes in wundebarer Weise dokumentiert wurde, und dann die Todesdrohung durch ein Frau, die in in tiefste Abrgründe der Resignation warf.
Wir lesen aus 1. Könige 19:
Textlesung: 1.Könige 19,1-8
1 Kings 19:1–8 BB
1 Ahab erzählte Isebel alles, was Elija getan hatte – auch dass Elija alle Propheten des Baal getötet hatte. 2 Daraufhin schickte Isebel einen Boten zu Elija und drohte ihm: »Die Götter sollen mir antun, was immer sie wollen, wenn ich deinem Leben nicht ein Ende setze! Morgen um diese Zeit soll es dir ergehen wie den Propheten, die du getötet hast!« 3 Da geriet Elija in große Angst. Er sprang auf und lief um sein Leben. So kam er nach Beerscheba an die Grenze von Juda. Dort ließ er seinen Diener zurück. 4 Er selbst ging noch einen Tag lang weiter – tiefer in die Wüste hinein. Dann setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. »Es ist genug!«, sagte er. »Herr, nimm mir doch das Leben! Denn ich bin nicht besser als meine Vorfahren.« 5 Schließlich legte er sich hin und schlief unter dem Ginsterstrauch ein. Plötzlich berührte ihn ein Engel und forderte ihn auf: »Steh auf und iss!« 6 Als Elija um sich blickte, fand er etwas neben seinem Kopf: frisches Fladenbrot und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank, dann legte er sich wieder schlafen. 7 Doch der Engel des Herrn erschien ein zweites Mal. Wieder berührte er ihn und sprach: »Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir!« 8 Da stand Elija auf, aß und trank und ging los. Durch das Essen war er wieder zu Kräften gekommen. 40 Tage und 40 Nächte war er unterwegs, bis er den Horeb, den Berg Gottes, erreichte.
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Elia muss fliehen
1Ahab berichtete Isebel alles, was Elia getan hatte, vor allem, wie er die Propheten Baals mit dem Schwert getötet hatte.
2Da schickte Isebel einen Boten zu Elia, der ihm ausrichten sollte: «Die Götter sollen mich schwer bestrafen, wenn ich dir nicht heimzahle, was du diesen Propheten angetan hast! Morgen um diese Zeit bist auch du ein toter Mann, das schwöre ich!»
3Da packte Elia die Angst. Er rannte um sein Leben und floh bis nach Beerscheba ganz im Süden Judas. Dort ließ er seinen Diener, der ihn bis dahin begleitet hatte, zurück.
4Allein wanderte er einen Tag lang weiter bis tief in die Wüste hinein. Zuletzt ließ er sich unter einen Ginsterstrauch fallen und wünschte, tot zu sein. «Herr, ich kann nicht mehr!» stöhnte er. «Lass mich sterben! Irgendwann wird es mich sowieso treffen, wie meine Vorfahren. Warum nicht jetzt?»
5Er streckte sich unter dem Ginsterstrauch aus und schlief ein. Plötzlich wurde er wachgerüttelt. Ein Engel stand bei ihm und forderte ihn auf: «Elia, steh auf und iss!»
6Als Elia sich umblickte, entdeckte er neben seinem Kopf einen Brotfladen, der auf heißen Steinen gebacken war, und einen Krug Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder schlafen.
7Doch der Engel des Herrn kam wieder und rüttelte ihn zum zweiten Mal wach. «Steh auf, Elia, und iss!» befahl er ihm noch einmal. «Sonst schaffst du den langen Weg nicht, der vor dir liegt.»
8Da stand Elia auf, aß und trank. Die Speise gab ihm so viel Kraft, dass er vierzig Tage und Nächte hindurch wandern konnte, bis er zum Berg Gottes, dem Horeb, kam.
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Elia nahm also den Racheschwür von Iselbel sehr ernst. Er floh um sein Leben zu retten. Die Erfahrungen, die er gerade erst mit Gott in so eindrucksvoller Weise gemacht hatte, spielten jetzt überhaupt keinen Rolle mehr. Sie waren, wie ausgeblendet aus seinem Denken. Er sah nicht mehr Gott, sondern starte wie das hynotisierte Kninchen auf die todbringende Schlange.
So sehr wir, wie ehrlich die Bibel ist. Da werden von den Glaubenshelden nicht nur die Glaubenssiege uns aufgezeichnet, sondern auch ihre Niederlagen, ihre Schwächen, Ängste und Anfechtungen, Elia vor dem gerade ganz Israel gezittert hat, der eben einsam und furchtlos im Namen Gottes vor den König getreten ist, um ihn dessen Schuld und Versagen vorzuhalten, lief nun um sein Leben. Er lief getrieben von der nackten Angst vor Isebel, der Frau des Königs.
Und er lief nicht nur einfach ins Nachbarland, ins Südreich, was ja schon auserhalb des Machtbereiches des Ahab war. Nein er versteckte sich in der Einsamkeit der Wüste. Zu erst sagt er zu Gott „Ich kann nicht mehr“ und jetzt wurd daraus ein „Ich will nicht mehr“.
Die Einsamkeit der Wüste sollte ihn behalten. Sterben war jetzt seinen Sehnsucht und darin Friedenfinden. Seterben verhieß ihm die ersehnte Ruhe. Endlich nicht mehr kämpfen müssen. Endlich nicht mehr gejagt werden. Endlich nicht mehr getrieben werden, diesen Weg gehen zu müssen. Elia war an dem Punkt, wo er mit seinem Glauben und mit seinem Leben am Ende war. Hier sind die Anfechtungen stärker als der Glaube.
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Liebe Gemeinde,
Elia mit seinem Beispiel zeigt uns, dass auch glaubende Menschen nicht von vornherein immun und geschützt sind gegen solche Depressionen und Anfechtungen. Ja manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass es bei ihnen besonders deutlich wird.
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»Ich bin nicht besser als meine Väter!« Hatte Elia gemeint, er müsse besser sein als seine Väter? Vielleicht war Elia erschrocken über seinen zerbrochenen Glauben und darüber, dass er so kopflos handelte und geflohen war? Die Wüste ist ein gefährlicher Ort, vor allem, wenn man sie allein aufsucht wie Elia. Braucht man nicht in der Wüste erst recht Menschen , die mitgehen? Warum wollte er so einsam sein an diesem Ort?
Als sich Jesus auf den Tod vorbereitete, suchte er die Nähe und den Beistand seiner Freunde. Wie wichtig der Beistand von Freunden in solchen Anfechtungszeiten! Leider meinen wir alle viel zu oft, wir müssten allein durch etwas hindurch und müssten auf den Beistand von andern verzichten? Und wenn wir dann den Beistand suchen, kann es auch manchmal aus unserer menschlichen Sicht bald zu spät sein? Warum machen wir es nur zu oft wie Elia?
2. Elia war am Ende – Gott nicht
So einsam Elia auch war im Schatten des Wacholderbusches, und vielleicht auch menschlich gesehen fast zu spät, dennoch gottverlassen war Elia nicht. Gott ließ den Todesschlaf nicht zu. Zunächst einmal aber durfte Elia schlafen, sich in seiner Müdigkeit fallen lassen. Es war aber kein Schlaf zum Tode, sondern es war ein Schlaf zum Leben. Er stärkte ihn. Es waren dann Kleinigkeiten, die dann Gott dem Elia zukommen ließ, aber Kleinigkeiten, die den Körper und das Leben stärkten: Brot und Wasser und die Zuwendung Gottes.
Mehr war nicht nötig. Und Elia verschmähte die Gaben seines Gottes nicht.
Für mich wichtig, dabei ist, dass Gott sich Zeit nimmt. Er nimmt sich Zeit für Elia. Er hat Zeit, auch mit seinen Mitarbeitern.
So musste auch Elia nicht auf dem direkten Weg zurück in den Kampf. Gott schenkte ihm die Zeit für eine Gottesbegegnung.
Aus der planlosen Flucht wurde jetzt ein zielgerichteter Weg zum Berg Gottes.
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Elia konnte am Gottesberg zunächst nur klagen und fragen. Vor Gott darf man so klagen und fragen, wenn man am Ende ist. Aber wir sollen auch wissen: Selbst dann, wenn Menschen längst nicht mehr an ihrem Gott festhalten können, hält Gott sie noch fest und hält er an ihnen fest.
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Hier am Horeb kam für Elia noch eine ganz besondere Begegnung mit seinem Gott hinzu. Elia erlebte damit sicher etwas
durch und durch Außerordentliches. Aber Gott möchte auch uns immer wieder so begegnen, dass wir daraus Kraft schöpfen können für den jeweils nächsten Schritt.
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Manchmal, so haben wir alle es wohl schon erlebt, war es eine scheinbar zufällige Begegnung mit einem anderen Menschen, in der Gott zu uns sprach, die ganz unbeabsichtigt zu einer seelsorgerlichen Begegnung wurde. Ein andermal ist es ein Bibelwort oder eine kleine Besinnung, die uns anspricht, die uns aus der Tiefe herausholt und uns eine neue Sicht und neue Hoffnung eröffnet. Auch unsere Gottesdienste geben uns die Chance, so von Gott angesprochen zu werden.
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Manche unter uns können von ganz außerordentlichen Erfahrungen mit Gott berichten, von sehr eindrücklichen Fingerzeigen Gottes auf ihrem Weg.
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3. Gott hält an seinen schwachen Boten fest
Bei Elia war es der Horeb, wo sich Gott finden ließ, wo er Antwort bekam auf seine Klage.
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Für uns als Christen ist Golgatha der Gottesberg, der Ort wo Gott sich in einer einzigartigenWeise von uns erkennen und finden lässt.
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Der Christus am Kreuz ist zwar keine erschöpfende Antwort auf alle unsere Lebensfragen, aber eindeutig darin, dass wir auch im Leiden nicht einsam und allein sind.
Denn Jesus, unser Bruder, ist uns auch da ganz nahe, so wie Gott einem ratlosen und verzweifelten Elia nahe war.
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Und die Nähe unseres Herrn wird genügen, um auch viele unbeantwortete Fragen auszuhalten.
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Elia bekam von Gott einen neuen Auftrag. Auch in dieser neuen Beauftragung finden wir etwas von dem gnädigen Festhalten Gottes an uns verzagenden und versagenden Menschen. Wenn wir meinen, alles sei aus, dann erweist Gott seine Kraft gerade in den Schwachen, dann nimmt er schwache Menschen neu in seinen Dienst.
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Elia erlebte dann aber auch, dass er entlastet wurde. Gott hatte bereits einen Nachfolger für ihn ausgewählt. Gott packt also nicht einfach immer nur drauf, bis einer unter der Last nicht mehr kann.
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Gott entlastet auch. Er gibt nicht mehr zu tragen auf, als was wir dann auch tragen können.
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Elia hatte lange Zeit geglaubt, er sei der Letzte, der Gott die Treue gehalten habe. Wenn er tot wäre, dann gäbe es niemanden mehr. Wahr daran war, dass es nicht viele waren. Aber Gott wusste immerhin um 7000, die treu geblieben waren.
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So einsam, wie Elia immer geglaubt hatte, war er gar nicht. 7000 waren ebenfalls standhaft geblieben und hatten dem Gott Baal nicht gedient. Auch heute sind wir Christen eine Minderheit. Und wir kennen Beispiele, wo Christen deshalb in großer Einsamkeit ihren Weg gehen müssen: in der Schulklasse, im Betrieb, in der eigenen Familie oder in Ländern, in denen sie keine Glaubensfreiheit
haben.
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Doch auch heute gilt: Es sind mehr, als wir oft denken, die sich an
Jesus Christus festhalten und die von ihm gehalten werden. Wir sind in eine große, weltweite Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern gestellt, unterwegs zum gleichen Ziel.
Amen
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