Jesus: Ihr seid von unten - ich bin von oben

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Jesus: Ihr seid von unten - ich bin von oben

Einleitung
Unterschied Gemälde - Kohlezeichnung:
Gemälde sind vielfarbiger, oft weicher, nuancenreich
Kohlezeichnung ist härter, nur schwarz-weiß, kann kaum so weich sein, aber bringt Dinge eher auf den Punkt.
In der Bibel haben wir es auch gerne lieber bunt und schön, Geschichten, die das Herz erwärmen. Aber manchmal sind die Worte von Jesus wie Kohlezeichnungen:
Textlesung: Johannes 8,21-30
John 8:21–30 BB
21 Noch einmal sprach Jesus zu den Leuten: »Ich gehe fort, und dann werdet ihr mich suchen. Aber ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen.« 22 Die jüdischen Zuhörer fragten sich: »Meint er, dass er sich selbst töten will, wenn er sagt: ›Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen‹?« 23 Jesus sagte zu ihnen: »Ihr seid von hier unten, ich bin von oben. Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 24 Ich habe euch ja schon gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben. Wenn ihr nicht glauben wollt, dass ich es bin, werdet ihr eben in euren Sünden sterben.« 25 Da fragten sie ihn: »Wer bist du denn?« Jesus antwortete: »Ich habe euch gesagt, wer ich bin und von Anfang an war. 26 Ich könnte noch viel über euch sagen und in vieler Hinsicht über euch urteilen. Aber der, der mich beauftragt hat, ist die Wahrheit selbst. Und ich sage der Welt das weiter, was ich von ihm gehört habe.« 27 Sie verstanden aber nicht, dass er zu ihnen vom Vater sprach. 28 Deshalb sagte Jesus zu ihnen: »Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr begreifen, dass ich es bin. Ihr werdet auch erkennen, dass ich nichts von mir aus tue. Vielmehr sage ich das, was der Vater mich gelehrt hat. 29 Und der, der mich beauftragt hat, steht mir zur Seite. Er lässt mich nicht allein, denn ich tue stets, was ihm gefällt.« 30 Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.
Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Ich gehe hin-weg, und ihr werdet mich suchen und in eurer Sünde sterben. Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen. Da sprachen die Juden: Will er sich denn selbst töten, dass er sagt: Wohin ich gehe, da könnt ihr nicht hinkommen? Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben her; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von die-ser Welt. Darum habe ich euch gesagt, dass ihr sterben werdet in euren Sünden; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr sterben in euren Sünden. Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Und Jesus sprach zu ihnen: Zuerst das, was ich euch auch sage. Ich habe viel von euch zu reden und zu richten. Aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt. Sie verstanden aber nicht, dass er zu ihnen vom Vater sprach. Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin und nichts von mir selber tue, sondern, wie mich der Vater gelehrt hat, so rede ich. Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Er lässt mich nicht allein; denn ich tue allezeit, was ihm gefällt. Als er das sagte, glaubten viele an ihn.
Jesus zeigt zwei Bereiche: Ihr seid von unten, ich bin von oben
Was sagt er damit? »Ihr seid von unten«
Das ist zunächst nicht schlecht oder böse, sondern eine einfache Feststellung Jesu:
»Ihr seid von unten.« Das heißt: Ihr lebt hier, stark verwurzelt in dieser Welt.
Ihr seid verflochten in die Welt, verstrickt, hineingewoben in diese Zusammenhänge, etliches beschäftigt euch richtig stark.
Hier einige Beispiele
•Wir wollen gerne unsere eigenen vier Wände – darum wird fleißig gebaut.
•Wir brauchen sinnvolle Arbeit - das hat großen Wert.
•Wir haben gerne Geld, finanzielle Unabhängigkeit, - es hat sich zwar herumgesprochen, dass das nicht glücklich macht, aber wer wünscht sich das nicht heimlich, dass immer genug Geld da ist?
Testen Sie sich selbst: Sie sehen ein Plakat: Lotto-Jackpot 10 Millionen Euro. Gehen Sie rein und spielen?
•Gesundheit, wie wichtig ist sie uns, wie sehr beobachten wir uns, dass sie auch ja nicht nachlässt?
• Spaß haben (Konfirmanden/Jugendliche)
Ihr seid von unten, ihr seid von dieser Welt, und ihr steckt da drin mit Haut und Haaren.
»Ich bin von oben«
Wir stecken alle in der Welt - Jesus nicht. Vieles von dem, was uns so wichtig ist, war für ihn völlig zweitrangig. Von ihm redet das Johannesevangelium in atemberaubender Weise.
Er ist das Wort, das Gott sagt, wenn er sagt: »Es werde Licht!«
Ein atemberaubender Anspruch! Im Anfang war das Wort. Gott sprach mit der Stimme seines Sohnes. Jesus war im Anfang bei Gott. Er kommt also »von oben« her.
Ich bin der Einzige, der Licht in die dunkle Welt bringt. Ich der einzige Weg, die Wahrheit und das Leben.
Ich bin es - Jesus benutzt ganz bewusst die Worte, mit denen Gott sich beim brennenden Dornbusch dem Mose vorstellte.
Ich bin von oben, ich komme von Gott, das ist eine andere Welt, diese Dinge sind für viele Menschen, die in unserer Welt drinstecken, schlicht unvorstellbar.
Jesus, der von Gottes Welt kommt, fängt jetzt an zu reden zu uns, er redet über unsere Welt, über uns, die wir von unten sind. Was sagt er?
Er sagt:
»Ihr werdet sterben«
Kurz und hart. Ihr werdet sterben in euren Sünden. Ihr werdet sterben in eurer Welt, die von unten ist. Ihr werdet sterben, denn diese Welt hat euch gefangen genommen, und sie erdrückt euch buchstäblich.
Wie erdrückt uns diese Welt?
•Haus: Wie viele Menschen schaffen sich kaputt für ihre eigenen vier Wände und lassen sich davon gefangen nehmen!
•Arbeit: Die Angst, keine Arbeit mehr zu haben, wird immer größer.
•Geld reicht doch nicht so weit und ist schnell wieder ausgegeben.
•Und was passiert, wenn die Gesundheit weg ist? (Wir sind an einem Punkt, wo wir eine so hoch ausgebaute Medizin haben, dass jetzt schon entschieden werden muss: Für wen lohnt sich eine teure Behandlung und wer muss sterben?)
•Spaß haben ist schön und gut, aber auf wie vielen Schulhöfen spielt sich der Spaß auf Kosten anderer ab, die darunter leiden müssen?
Wir haben uns sehr an unsere Welt gewöhnt, denken oft schulterzuckend: So ist sie eben. Aber Jesus öffnet uns die Augen: Ihr werdet sterben in euren Sünden. Dieses Leben in der Welt von unten ist nicht einfach das Normale und das Übliche, sondern: wenn du nichts tust und so weiterlebst wie bisher, gehst du verloren, du stirbst, du bist jetzt schon todgeweiht. Ich bin Licht und Leben - ihr tragt Dunkelheit in euch.
Jesus spricht dieses harte Wort aus: »Ihr seid von unten, ihr werdet sterben.«
Gibt es dann keine Chance für uns? Kommen wir nicht heraus aus unserer Welt?
Doch, eine gibt es - Jesus nennt sie uns:
»Aber ihr sollt leben«
Jesus sagt es so: »Wenn ihr mich erhöht habt, werdet ihr mich erkennen.« Was meint er damit, was heißt: »Wenn ihr mich erhöht habt, werdet ihr mich erkennen.« »Erhöht« heißt hier nicht, dass er auf den Schultern hinausgetragen wird, wie ein siegreicher Sportler. Er denkt an eine alte Geschichte:
4. Mose 21
Schlangengefahr im Lager, Mose erhöht auf Befehl Gottes die Schlange auf einen Pfahl, der Blick auf die Schlange am Pfahl ist die einzige Blickrichtung, die Leben bringt, überall sonst lauert der Tod.
Jesus sagt also: Ihr werdet mich ans Kreuz erhöhen - und wenn ihr mich am Kreuz anschaut, dann werft ihr aus eurer Welt von unten endlich einen Blick in Gottes Welt. Dann werdet ihr mich erkennen, das ist ein Wunder- so hebt Jesus die Grenze zwischen Licht und Dunkel auf. Ihr Todgeweihten werdet das Leben sehen.
Die Schwarz-Weiß-Zeichnung bekommt hier sozusagen von Jesus ein großes blutrotes Kreuz mitten hinein. Er will, dass wir nicht sterben müssen in unseren Sünden. Er will, dass Menschen seine Welt sehen. Beispiel: Der Hauptmann am Kreuz, der in einer brutalen Welt lebt, sieht Jesus am Kreuz und erkennt.
Jesus sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Ich bin (der Herr) - Gottes Attribut!
Glaubt an mich, geht nicht in eurer Welt zugrunde!
Glauben Sie an ihn? Wenn Sie jetzt denken: Ich weiß nicht, ich bin so unsicher und erbärmlich auf der Suche nach ihm, dann lassen Sie sich sagen: Das ist ein gutes Zeichen. Wenn Sie ihn suchen, dann sind Sie auf dem richtigen Weg. Bitten Sie ihn, dass Sie ihn ganz finden, ihm ganz vertrauen können als Grund Ihres Lebens.
Er ist der Einzige, der unser todgeweihtes Leben aus diesem vorgezeichneten Weg herausholen kann.
»Ihr seid von unten - ich bin von oben, Ihr werdet sterben - aber ihr sollt leben.«
Schluss
Wie endete das Gespräch? Im Gespräch haben viele Jesus nicht verstanden - der Unterschied zwischen den Welten war zu groß für sie. Aber nach dem Gespräch zeigt sich, dass seine Worte nicht ohne Frucht blieben. »Viele glaubten an ihn« (V 30).
Das wünsche ich mir für mich, für Sie und für die Menschen hier in unseren Orten. Amen.
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