Sermon Tone Analysis

Overall tone of the sermon

This automated analysis scores the text on the likely presence of emotional, language, and social tones. There are no right or wrong scores; this is just an indication of tones readers or listeners may pick up from the text.
A score of 0.5 or higher indicates the tone is likely present.
Emotion Tone
Anger
0.11UNLIKELY
Disgust
0.08UNLIKELY
Fear
0.08UNLIKELY
Joy
0.15UNLIKELY
Sadness
0.53LIKELY
Language Tone
Analytical
0UNLIKELY
Confident
0UNLIKELY
Tentative
0UNLIKELY
Social Tone
Openness
0.19UNLIKELY
Conscientiousness
0.13UNLIKELY
Extraversion
0.44UNLIKELY
Agreeableness
0.6LIKELY
Emotional Range
0.14UNLIKELY

Tone of specific sentences

Tones
Emotion
Anger
Disgust
Fear
Joy
Sadness
Language
Analytical
Confident
Tentative
Social Tendencies
Openness
Conscientiousness
Extraversion
Agreeableness
Emotional Range
Anger
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Warum werden meine Gebete nicht erhört?
In diesem Jahr sind in Fraureuth zwei Gemeindeglieder an Krebs gestorben, die waren noch keine 60 und standen fest im Glauben.
Viele in der Gemeinde und darüber hinaus haben für sie gebetet, dass sie wieder gesund werden.
Doch die Gebete wurden nicht erhört.
Wir mussten miterleben, wie sie beide nach einer schweren Leidenszeit gestorben sind.
Sicher hat ihnen der Glaube die Kraft gegeben, diesen Weg zu gehen.
Aber dabei kommt man dann schon ins grübeln.
Nicht erhörte Gebete, und keiner von uns versteht, warum das so kommen musste, wie es gekommen ist.
Nicht erhörte Gebete – das ist keine Kleinigkeit – denn hier wird ein Herzstück des Glaubens berührt.
Denn:
Beten zu lernen - das ist die Grundübung des Glaubens.
Der Theologe und Märtyrer Dietrich Bonhoeffer schrieb für seine Mitgefangenen folgendes Morgengebet:
Gott, zu Dir rufe ich in der Frühe des Tages.
Hilf mir beten und meine Gedanken sammeln zu Dir;
ich kann es nicht allein.
In mir ist es finster, aber bei Dir ist das Licht; ich bin einsam, aber Du verlässt mich nicht;
ich bin kleinmütig, aber bei Dir ist die Hilfe; ich bin unruhig, aber bei Dir ist der Friede;
in mir ist Bitterkeit, aber bei Dir ist die Geduld; ich verstehe Deine Wege nicht, aber
Du weißt den Weg für mich.
Mit der Frage nach dem Beten, betreten wir ein Gebiet, in welchem wir nie Profis und Könner sind, sondern wir bleiben bis zum letzten Atemzug unseres irdischen Lebens immer lernende.
Wir haben eine Zeitepoche hinter uns - die Moderne - in der das Gebet verachtet wurde.
Der Theologe Gerhard Ebeling sprach sogar vom „Gebetskollaps der Moderne“.
Jetzt entdecken viele Menschen zwar wieder das Gebet – aber eben nicht das christliche Gebet als das Gespräch mit dem himmlischen Vater, sondern mehr als Selbstreflektion in Meditation und Yoga.
Aber schauen wir einmal genau hin, dann sehen wir, dass das Gebet für die Christenheit zu allen Zeiten ein umkämpftes Gebiet war und ist.
Nun sehen wir uns einmal die Jünger Jesu an.
Genauso wie wir es sind, waren auch sie im Gebet Lernende: „Eines Tages, als Jesus gebetet hatte, bat ihn einer seiner Jünger: "Herr, sag uns doch, wie wir richtig beten sollen.“
So heißt es in Lukas 11,1.
Aber auch der Apostel Paulus zeigt uns nur all zu gut, dass wir nicht wissen, wie wir bitten sollen: „Dabei hilft uns der Geist Gottes in all unseren Schwächen und Nöten.
Wissen wir doch nicht einmal, wie wir beten sollen, damit es Gott gefällt!
Deshalb tritt der Geist Gottes für uns ein, er bittet für uns mit einem Seufzen, wie es sich nicht in Worte fassen lässt.“
Römer 8,26
Wir sind als Christen darauf angewiesen, dass uns Gottes Heiliger Geist in aller unserer Schwachheit, in unserem Nicht beten können und manchmal auch nicht beten wollen aufhilft.
Nun ist es gut, dass wir nicht die einzigen Beter sind, sondern verbunden sind mit einer großen Gemeinschaft von Betern, denen, die vor uns waren, denen, die heute sind, denen, die morgen sein werden.
Wir sind in die Kirche hineingestellt, in die Erfahrungen derer, die vor uns um das Beten gerungen und im Gebet gerungen haben.
Durch das Gebet wird ein Wunder erkennbar.
Das Wunder ist, dass der große und ewige Gott sich für das einzelne Schicksal seiner Menschenkinder interessiert.
Wir können das nicht begreifen, und wenn wir darüber nachdenken, da kommen eher zweifelnde Nachfragen auf, wie das denn sein kann.
Gott will, dass wir beten, und er beschließt uns zu hören.
Wir wissen, dass einer, der größten evangelischen Beter Martin Luther war, dass er vor Gott im Gebet immer wieder mit seinen Anfechtungen im Leben gerungen hat.
In der Auslegung des Vaterunsers im Großen Katechismus legte er großen Wert darauf, dass das Gebet nicht nur eine Kür für uns Christen ist, sondern, dass es Pflicht und Auftrag, ja Gebot ist.
In diesem Gebot wird das Wunder des Gebetes deutlich, von dem ich hier spreche.
Beten heißt, dem Zweiten der 10 Gebote zu gehorchen.
Dieses lehrt uns, den Namen Gottes nicht unnütz im Munde zu führen.
In seiner Erklärung zum Vaterunser schreibt er: „Das sei das erste und nötigste Stück, dass alle unser Gebet sich gründen und stehen soll auf Gottes Gehorsam, nicht angesehen unsere Person, wir seien Sünder oder Fromme, würdig oder unwürdig.
Und sollen wissen, dass Gott in keinem Scherz will geschlagen haben, sondern zürnen und strafen, wo wir nicht bitten, sowohl als er allen andern Ungehorsam straft; darnach dass er unser Gebet nicht will lassen umsonst und verloren sein; denn wo er dich nicht erhören wollte, würde er dich nicht heißen beten und so strenges Gebot darauf schlagen.“
Dann schreibt Martin Luther weiter, dass das Gebet einerseits von Gott geboten ist und sogleich auch der Verheißung Gottes untersteht.
Er ermutigt die, die im Beten müde werden und die die sich nicht trauen dem großen Gott im Gebet zu begegnen mit den Worten der biblischen Verheißung:
„Wenn du keinen Ausweg mehr siehst, dann rufe mich zu Hilfe!
Ich will dich retten, und du sollst mich preisen.“
Psalm 50,15
Besonders werden wir an die Worte Jesu in der Bergpredigt erinnert: „Bittet Gott, und er wird euch geben!
Sucht, und ihr werdet finden!
Klopft an, und euch wird die Tür geöffnet!
Denn wer bittet, der bekommt.
Wer sucht, der findet.
Und wer anklopft, dem wird geöffnet.“
Matthäus 7,7.
Dann schreibt Luther weiter:
„Solches sollte je unser Herz erwecken und anzünden, mit Lust und Liebe zu beten, weil er mit seinem Wort bezeugt, dass ihm unser Gebet herzlich wohlgefalle, dazu gewißlich erhört und gewährt sein soll, auf dass wirs nicht verachten noch in den Wind schlagen und aufs (667) ungewisse beten.
Solches kannst du ihm aufrücken und sprechen: Hier komme ich, lieber Vater, und bitte nicht aus meinem Vornehmen noch auf eigene Würdigkeit, sondern auf dein Gebot und Verheißung, so mir nicht fehlen noch lügen kann.“
Und am Schluss der letzten Bitte zum Vaterunser schreibt Martin Luther: „Aber da liegt die Macht an, dass wir auch lernen AMEN dazu sagen, das ist nicht zweifeln, dass es gewisslich erhört sei und geschehen werde; denn es ist nicht anders denn eines ungezweifelten Glaubens Wort, der da nicht auf Abenteuer betet, sondern weiß, dass Gott nicht lügt, weil ers verheißen hat zu geben.“
Darum soll auch alles im Gebet laut werden, was in uns ist.
Gott will genau das, und er will uns hören.
Er verspricht uns sein offenes Ohr.
Dabei müssen wir nicht mit wohlklingenden Worten vor ihn treten.
Schauen wir uns die Psalmen an.
Wie oft beginnen sie erst einmal mit Klagen und Vorwürfen Gott gegenüber.
Sie bringen Äußeres und Inneres zum Ausdruck.
Sie sprechen von Leid und Not, Schmerz Verfolgung, Krankheit und Tod.
Aber auch von dem Schönen, was die Menschen erleben, von Freude, von Liebe, von Geborgenheit und vom Geführt werden, von Zuversicht und Hoffnung.
Die Bibel verheißt es uns immer wieder: Gott will unser Gebet, er verspricht es uns, dass er es hört – dass er es erhört!
Aber wie kann es dann sein, dass wir es dann erleben, dass Menschen für, die wir im Gebet ringen, die noch nicht alt und lebenssatt sind, an schwerer Krankheit leiden und sterben.
Dass wir das unmittelbar selbst erleben!
Wie es Jesus selbst erging (Matthäus 26,36-46)
36 Dann ging Jesus mit seinen Jüngern in einen Garten, der Gethsemane heißt.
Dort bat er sie: "Setzt euch hier hin, und wartet auf mich!
Ich will ein Stück weiter gehen und beten."
37 Petrus, Jakobus und Johannes nahm er mit.
Tiefe Traurigkeit und Angst überfielen Jesus,
38 und er sagte zu ihnen: "Ich zerbreche beinahe unter der Last, die ich zu tragen habe.
Bleibt bei mir, und wacht mit mir!"
39 Jesus ging ein paar Schritte weiter, warf sich nieder und betete: "Mein Vater, wenn es möglich ist, so bewahre mich vor diesem Leiden!
Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen."
40 Dann kam er zu den drei Jüngern zurück und sah, dass sie eingeschlafen waren.
Er weckte Petrus und rief: "Könnt ihr denn nicht eine einzige Stunde mit mir wachen?
41 Bleibt wach und betet, damit ihr der Versuchung widerstehen könnt.
Ich weiß, ihr wollt das Beste, aber aus eigener Kraft könnt ihr es nicht erreichen."
42 Noch einmal ging er ein Stück weg, um zu beten: "Mein Vater, wenn mir dieses Leiden nicht erspart bleiben kann, bin ich bereit, deinen Willen zu erfüllen!"
43 Als er zurückkam, schliefen die Jünger schon wieder; die Augen waren ihnen zugefallen.
44 Er kehrte um und betete zum dritten Mal mit den gleichen Worten.
45 Dann kam er zu seinen Jüngern zurück und sagte: "Ihr schlaft immer noch und ruht euch aus?
Aber jetzt ist die Stunde gekommen: Der Menschensohn wird den gottlosen Menschen ausgeliefert.
46 Steht auf, lasst uns gehen!
Der Verräter ist schon da."
Unerhört!
Ist das nicht unerhört?
Unerhört in jeder Hinsicht.
Der, der uns das Beten beibringt, betet und wird nicht erhört!
Die Bitte Jesu an die Jünger um etwas Beistand wird ebenso nicht erhört wie seine Bitte an Gott, den Vater: „Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!“
Das ist doch unerhört!
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