Sermon Tone Analysis
Overall tone of the sermon
This automated analysis scores the text on the likely presence of emotional, language, and social tones. There are no right or wrong scores; this is just an indication of tones readers or listeners may pick up from the text.
A score of 0.5 or higher indicates the tone is likely present.
Emotion Tone
Anger
0.06UNLIKELY
Disgust
0.05UNLIKELY
Fear
0.06UNLIKELY
Joy
0.12UNLIKELY
Sadness
0.51LIKELY
Language Tone
Analytical
0UNLIKELY
Confident
0.04UNLIKELY
Tentative
0UNLIKELY
Social Tone
Openness
0.19UNLIKELY
Conscientiousness
0.13UNLIKELY
Extraversion
0.44UNLIKELY
Agreeableness
0.6LIKELY
Emotional Range
0.12UNLIKELY
Tone of specific sentences
Tones
Emotion
Language
Social Tendencies
Anger
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Das seltsame Schweigen Gottes
Psalm 44
2 Gott, wir haben mit unsern Ohren gehört, / unsre Väter haben's uns erzählt, was du getan hast zu ihren Zeiten, in alten Tagen.
3 Du hast mit deiner Hand die Heiden vertrieben, sie aber hast du eingesetzt; du hast die Völker zerschlagen, sie aber hast du ausgebreitet.
4 Denn sie haben das Land nicht eingenommen durch ihr Schwert, und ihr Arm half ihnen nicht, sondern deine Rechte, dein Arm und das Licht deines Angesichts; denn du hattest Wohlgefallen an ihnen.
5 Du bist es, mein König und mein Gott, der du Jakob Hilfe verheißest.
6 Durch dich wollen wir unsre Feinde zu Boden stoßen, in deinem Namen niedertreten, die sich gegen uns erheben.
7 Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht helfen;
8 sondern du hilfst uns von unsern Feinden und machst zuschanden, die uns hassen.
9 Täglich rühmen wir uns Gottes und preisen deinen Namen ewiglich.
"SELA".
10 Warum verstößest du uns denn nun / und lässest uns zuschanden werden und ziehst nicht aus mit unserm Heer?
11 Du lässest uns fliehen vor unserm Feind, dass uns berauben, die uns hassen.
12 Du gibst uns dahin wie Schlachtschafe und zerstreust uns unter die Heiden.
13 Du verkaufst dein Volk um ein Nichts und hast mit ihrem Kaufgeld nichts gewonnen.
14 Du machst uns zur Schmach bei unsern Nachbarn, zu Spott und Hohn bei denen, die um uns her sind.
15 Du machst uns zum Sprichwort unter den Heiden, lässt die Völker das Haupt über uns schütteln.
16 Täglich ist meine Schmach mir vor Augen, und mein Antlitz ist voller Scham,
17 weil ich sie höhnen und lästern höre und muss die Feinde und Rachgierigen sehen.
18 Dies alles ist über uns gekommen; und wir haben doch dich nicht vergessen, an deinem Bund nicht untreu gehandelt.
19 Unser Herz ist nicht abgefallen noch unser Schritt gewichen von deinem Weg,
20 dass du uns so zerschlägst am Ort der Schakale und bedeckst uns mit Finsternis.
21 Wenn wir den Namen unsres Gottes vergessen hätten und unsre Hände aufgehoben zum fremden Gott:
22 würde das Gott nicht erforschen?
Er kennt ja unsres Herzens Grund.
23 Doch um deinetwillen werden wir täglich getötet und sind geachtet wie Schlachtschafe.
24 Wache auf, Herr! Warum schläfst du? Werde wach und verstoß uns nicht für immer!
25 Warum verbirgst du dein Antlitz, vergissest unser Elend und unsre Drangsal?
26 Denn unsre Seele ist gebeugt zum Staube, unser Leib liegt am Boden.
27 Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!
Und zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani?
Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Markus 15,34
Ihr Lieben,
Stille, Enttäuschung, Zweifel und Leid sind Dinge, die uns Christen nicht fremd sind - sie sind uns allen gemein.
Wenn wir auf unserer Seite sind, verzweifelt, allein, umgeben von Dunkelheit, und es scheint, wie Gott nicht da ist, dass er versteckt sein Gesicht, das Gefühl der Verlassenheit können verheerend sein.
Es kann sich schlechter fühlen als die Mühe, sich allein in unseren Schmerz zu fühlen.
Wenn wir unsere Hoffnung auf etwas setzen, unser Vertrauen, unsere Herzen, und sie sprengt zu unseren Füßen, kann dies mehr schaden als niemals gehofft haben, auf allen.
Sie sagen, es ist besser, geliebt und verloren als niemals geliebt haben, aber der Schmerz und Verlust sind sehr konkret.
Schweigen tut weh.
Spätestens seit Auschwitz ist es die große Frage vieler Menschen: „Gott warum schweigst Du?“
Aber auch in der Bibel finden wir dazu Stellen.
Neben den Psalmen und den Worten Jesu bei seinem Sterben finden wir sie zum Beispiel bei Hiob.
Aber auch im Neuen Testament können wir es entdecken.
Da hören wir die Frage der Martha an Jesus: „Herr wärst Du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben?“
(Johannes 11)
Aber auch die Geschichte der Sturmstillung aus Markus 6 beinhaltet etwas von dem Schweigen Gottes:
„Und am Abend war das Boot mitten auf dem See und er auf dem Land allein.
48 Und er sah, dass sie sich abplagten beim Rudern, denn der Wind stand ihnen entgegen.
Um die vierte Nachtwache kam er zu ihnen und ging auf dem See und wollte an ihnen vorübergehen.
49 Und als sie ihn sahen auf dem See gehen, meinten sie, es wäre ein Gespenst, und schrien; 50 denn sie sahen ihn alle und erschraken.
Aber sogleich redete er mit ihnen und sprach zu ihnen: Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht!.
Jesus wollte vorübergehen.
Gerade zur Passionszeit gehört die Frage nach der Gottverlassenheit in besonderer Weise dazu.
Darum habe ich diese Stunde einmal überschrieben: „Das seltsame Schweigen Gottes“ und genau das nimmt auch die Kreuzigung Jesu auf, besonders wenn er im Markusevangelium am Kreuz ausruft: Eli, Eli, lama asabtani?
oder auf deutsch: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Markus 15,34
Sicher ist es der Gebetsruf aus dem Psalm 22, den wir hier hören, aber es ist bestimmt nicht ein nur so daher gesagtes Gebet, sondern diese wenigen Worte drücken das ganze Erleben Jesu aus.
Er ist am Kreuz – Gott hat ihn verlassen – und schweigt.
Ist das nicht eine schlimme Situation?
Natürlich sind wir schnell dabei weiter zu denken – wir denken daran, warum Jesus am Kreuz gestorben ist, dass er am dritten Tage auferstanden ist, dass er dann gen Himmel gefahren ist, dass er uns und allen Menschen, die an ihn glauben Heil und Rettung gebracht ist.
All das ist richtig und wichtig.
Doch denken wir vielleicht nicht viel zu schnell weiter?
Wer von uns würde denn so eine Situation, denn aushalten?
Wer würde es aushalten, wenn Gott schweigt?
Vielleicht haben wir es auch schön in Situationen unseres Lebens erlebt, dass wir auf die Hilfe Gottes gehofft haben und Gott schweigt.
Mir ist da eine Geschichte begegnet, die uns ein paar nachdenkenswerte Impulse gibt:
Eine alte Norwegische Legende erzählt von einem Mann namens Haakon, der immerzu über eine Abbildung des gekreuzigten Christus nachdachte.
Dieses Kreuz war sehr alt, die Menschen kamen zu ihm und beteten mit großem Glauben.
Viele beteten zu Christus um ein Wunder.
Eines Tages wollte Haakon, der Eremit, Ihn um einen Gefallen bitten.
Von einem Gefühl der Großzügigkeit, Güte und Liebe getrieben, kniete er vor dem Kreuz und sagte:
„Herr, ich will für Dich leiden und sterben.
Lass mich Deinen Platz einnehmen.
Ich will... Du sein am Kreuz“.
Und er blieb dort, die Augen auf Ihn gerichtet, als erwarte er eine Antwort.
Der Herr öffnete die Lippen und sprach.
Seine Worte fielen vom Himmel, flüsternd und ermahnend:
„Mein treuer Diener, Ich werde dir deinen Wunsch erfüllen, aber nur unter einer Bedingung“.
„Welche, Herr?
Ist es eine schwierige Bedingung?
Ich bin bereit sie mit Deiner Hilfe zu erfüllen, Herr“ antwortete der alte Eremit.
„Hör zu: Was auch geschehen mag und egal was du sehen magst, du musst immer im Schweigen verharren.“
Haakon versprach: „Das verspreche ich Dir, Herr!“ Und sie machten den Tausch.
Niemand hatte den Handel bemerkt.
Niemand erkannte den Eremit, der ans Kreuz genagelt war.
Lange Zeit hielt er sein Versprechen und sprach nie mit jemandem.
Aber eines Tages, DA KAM EIN REICHER MANN.
Nachdem er gebetet hatte, ließ er seinen Geldbeutel dort liegen.
Haakon hat ihn gesehen und schwieg.
Er hat auch nicht gesprochen als der Arme, der zwei Stunden später vorbeikam, den Geldbeutel des Reichen an sich nahm und ihn behielt.
Und er blieb auch still, als kurze Zeit später ein junger Mann kam, sich vor ihm hinkniete, und um seine Gnade für eine lange Reise bat.
Dann kam der Reiche zurück und suchte nach seinem Geldbeutel.
Und weil er ihn nicht fand, dachte er der junge Mann hätte ihn genommen.
Wütend schrie der Reiche den jungen Mann an: „Gib mir den Geldbeutel, den du mir gestohlen hast!“
Der junge Mann antwortete: „Ich habe keinen Geldbeutel gestohlen“!
Der Reiche sagte: „Lüge nicht, gib ihn mir sofort zurück!“
Der junge Mann bekräftigte: „ Ich sage Ihnen, ich habe niemandem einen Geldbeutel genommen.“
Der Reiche fing an, wütend auf ihn einzuschlagen.
Dann wurde die Luft von einer kraftvollen Stimme erfüllt: „Halt!“
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