We'll never walk alone
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Transcript
On Fire
On Fire
Ihr wurdet ganz schön in die Erzählung hineingeworfen, die vorhin vorgelesen wurde. Was ist da passiert? Vielleicht kennt ihr den Text schon, vielleicht auch nicht. Aber ihr habt die Worte gehört „War unser Herz nicht Feuer und Flamme, als er unterwegs mit uns redete und uns die Heiligen Schriften erklärte?“. Schonmal ganz egal, was passiert ist, ich will das auch. Von etwas so begeistert sein, dass ich sagen kann: Mein Herz war on fire. Ich war tief berührt von etwas und es gibt mir Energie. Mir sagt man oft, man sieht mir nicht direkt an, was ich von verschiedenen Dingen halte. Ich bin ein bisschen undurchsichtig. Aber ich glaube, wenn ich für etwas richtig Feuer und Flamme bin, dann sieht man das auch eher mal. Ich glaube: On fire sind wir da, wo wir mit Jesus unterwegs sind.
Zusammenfassung von Lukas 24,13-27: Diese zwei Jünger waren ziemlich down. Sie waren auf dem Weg von Jerusalem nach Hause, vielleicht war es ein Ehepaar, das zusammenwohnte. Sie waren wohl ziemlich aufgebracht durch die Erlebnisse der letzten Tage. Das war ihr Gesprächsthema auf dem 11 Kilometer langen Weg. Genau der, um den es in ihren Gesprächen ging, kam zu ihnen und lief mit ihnen. Jesus Christus. Sie kannten ihn so gut und haben viel mit ihm erlebt und doch erkannten sie ihn nicht. Dieser Jesus fragt sie, was denn ihr Gesprächsthema ist und traurig erzählen sie ihm den Grund für ihre Traurigkeit, auch ein bisschen verwundert darüber, dass dieser scheinbar fremde Mann noch nicht davon gehört hat. Sie erzählen ihm von Jesus, den sie für einen großen Propheten gehalten haben, der Wunder getan hat und gesprochen hat wie kein zweiter. Sie sprachen von seiner Verurteilung durch die jüdischen Machthaber und seinen Tod am Kreuz, der sie ganz schön getroffen hat, weil sie hofften, dass dieser Jesus Israel befreien würde. Auch teilten sie mit ihm, was sie von den Frauen gehört hatten, die sein Grab besuchten: Der tote Körper von Jesus war nicht mehr da und angeblich kamen Engel zu ihnen, die sagten, dass Jesus lebt. Auch andere Jünger fanden das Grab leer auf, so wie von den Frauen bezeugt. Aber so ganz überzeugt schienen diese beiden Jünger nicht zu sein.
Jesus weist sie zurecht, dafür dass sie nicht zu verstanden haben scheinen, wovon schon das Alte Testament sprach. Dass ein Erlöser kommen würde, der aber all diese Schmerzen erleiden muss, um dann in Herrlichkeit sein Königreich aufzubauen. Weil diese zwei Jünger das eben nicht ganz gecheckt haben, ging Jesus mit ihnen den Rest des Weges und erklärte ihnen, was in den Schriften des Alten Testaments über ihn gesagt wurde.
Es wurde jetzt schon ein paarmal erwähnt: On fire. Die zwei Jünger sagten, ihr Herz war Feuer und Flamme dort, wo sie mit Jesus unterwegs waren. Dort, wo sie zusammen durch die Gegend liefen, Jesus zuhörten und Gemeinschaft teilten. Aber wofür brannte ihr Herz? Was war es, dass sie so berührte und beeindruckte?
Ich glaube, sie haben gemerkt, irgendetwas war anders so mit Jesus unterwegs, den sie da ja noch nicht erkannt hatten. Er hatte irgendetwas an sich, das sie begeisterte und sie ansteckte. Ich stelle mir immer vor, dass Jesus so eine Präsenz ausstrahlte, die einen einfach begeisterte. Da ist jemand, der kümmert sich um mich und liebt mich. Also so wirklich. Ich hoffe, du kannst das so erleben, wenn du Christen um dich rum hast. Aber ich weiß, dass das oft nicht so ist. Es tut mir leid, wenn wir Christen nicht so gut darin sind und du enttäuscht von der Kirche oder den Christen bist, weil sie dich so gar nicht liebevoll behandelt haben. Aber bei Jesus selbst ist das anders. Und ich glaube, wirklich mit Jesus unterwegs zu sein, verändert auch das eigene Denken und steckt einen an, so mit anderen umzugehen, wie Jesus mit anderen umgegangen ist.
Ich glaube aber auch, es ist das, was er gesagt hat, was sie so beeindruckte. Jesus erklärte den Jüngern, was es mit dem Alten Testament auf sich hat. Wie dort ein Retter angekündigt wird, der aber von einer ganz anderen Art ist, als die beiden Jünger es dachten. Jesus ist jemand, der leidet für uns Menschen. Der Tod von Jesus, den die beiden miterlebt hatten, der war nicht einfach eine Folge von dem ganzen Aufstand, den Jesus mit seinen Worten und Taten erzeugte. Nein, er war die Bestrafung für alles was schief läuft in meinem und deinem Leben. Es ist meine und deine Schuld, die er stellvertretend auf sich nahm. Er ist an meiner Stelle gestorben. Aber er ist eben auch nicht tot geblieben, sondern nach drei Tagen von den Toten auferstanden. Das alles hat er gemacht, damit wir leben dürfen, auch über unsere Lebenszeit hier auf der Erde hinaus.
Wenn das Herz der zwei Jünger also Feuer und Flamme ist, dann ist das so, weil sie mit Jesus unterwegs sind und mehr verstehen, was er getan hat. Jesus hat sich klein gemacht und ist Mensch geworden, um Gott und Mensch wieder zusammenzubringen und Beziehung zu schaffen. Das ist nicht nur irgendeine Botschaft, sondern die beste Nachricht, die es gibt.
Out of fire?
Out of fire?
Seien wir mal ehrlich. Oft ist es doch so, dass ich etwas erstmal richtig cool finde. Ich habe mir vielleicht irgendwas Neues angeschafft und merke dann ziemlich schnell: Irgendwie ist es wieder langweilig geworden. Vielleicht hast du auch schon gesagt: Ich will mit Gott unterwegs sein, er soll im Mittelpunkt sein. Das war für dich ein wichtiger Schritt. Aber irgendwie passiert jetzt nichts mehr. Du bist wieder im Alltag und alles ist wie vorher. Du fragst dich, wo dein Feuer hin ist oder sogar, wo Jesus sich in deinem Leben mal zeigt und du coole Sachen mit ihm erlebst. Vielleicht enttäuscht dich das sogar ein wenig, so wie die zwei Jünger enttäuscht waren von den Erlebnissen der letzten Tage. Sie hatten doch so viele gute Dinge mit Jesus erlebt. Und jetzt wurden sie auf den Boden der Realität gebracht. Sie müssen wieder zurück in ihren Alltag finden. Und das ist gar nicht mal so einfach.
Das erinnert mich ein bisschen an mich. Ich kenne das sehr gut, von Highlight zu Highlight zu leben. Sich von Freizeit von Freizeit zu hangeln und dort immer wieder ganz coole Impulse zu haben, aber im Alltag kommt nicht viel davon an. Mein Glaubensleben war lange wie ein Intervalllauf und es passiert auch heute noch. Ein Lauf, bei dem ich immer wieder intensive Sprints habe und dann vor mich her trabe. Sprint, Chillen, Sprint, puh erstmal chillen.
Das ist ein Eventchristentum. Eine Jagd von einem Kick hin zum nächsten Kick. Wenn das unser Glaube ist, macht es ihn irgendwie unauthentisch. Jesus hat seine Jünger dazu aufgerufen, ihnen nachzufolgen. Mit ihnen unterwegs zu sein. Das ist etwas Aktives, das nicht nur an einem Tag in der Woche stattfand, sondern das ganze Leben der Jünger bestimmt hat. Wie können wir da sagen: Sonntags findet mein Glaube an Jesus statt und an den anderen Tagen, da kann ich wieder meinem ganz normalen Alltag nachgehen. Nein, Jesus will auch im Alltag mit uns gehen und unser Herz am Brennen für ihn halten.
Als ich vor etwas über 2 Jahren hier war, habe ich zum ersten Mal von “Knossi” gehört, der sich selbst “König des Internets” betitelt. Die Jugendlichen waren ein bisschen ungläubig darüber und ich hab mich alt gefühlt. Dieser Knossi ist jetzt in der Youtube Serie “7 vs Wild” zu sehen, in der verschiedene Größen der deutschen Youtube-Szene auf einer tropischen Insel mit 7 gegenständen ausgesetzt werden, um dort für 7 Tage zu überleben. Seht selbst, wie es Knossi dort ergang. (Video-Einspieler folgt)
Ein Feuer brennt am besten, wenn wir es gut vorbereiten und zur richtigen Zeit füttern und Anfachen, anstatt einen Haufen Spiritus draufzugießen und es immer wieder richtig abgehen zu lassen. Sonst hat es nämlich keinen langfristigen Effekt. Genauso laufen wir am besten eine weite Strecke im stetigen, aber nicht zu hohen Tempo, anstatt immer wieder Sprints hinzulegen.
Das heißt für unser Leben: Wir müssen unsere Begeisterung für Jesus am Brennen halten, unserem Glauben Futter geben.
Never walk alone
Never walk alone
Manche haben sich vielleicht schon gewundert, warum wir in dieser Jahreszeit einen Text hören, der doch eher an Ostern gelesen wird. Denn es geht dort um den auferstandenen Jesus. Aber genau das gilt doch nicht nur für Ostern! An Ostern haben wir gefeiert, dass Jesus lebt, und jetzt findet das Leben mit ihm statt. Warum also hören wir diesen Text nur an Ostern? Ich glaube: On fire sind wir da, wo wir mit Jesus unterwegs sind.
Wisst ihr, Gott hat sich von Anfang an gewünscht, dass wir mit ihm in Gemeinschaft leben. Er brauchte das nicht, weil er einsam gewesen wäre. Er wollte es ganz einfach. Er wollte es, dass du geboren wirst, damit er Gemeinschaft mit dir haben kann.
Wenn wir von unserem Leben sprechen, dann wird das ganz oft mit dem Bild des Laufens getan. Ich glaube, das fällt uns gar nicht immer so auf. Wir sprechen von unserem Lebenslauf, dem Berufsweg und unserer Schullaufbahn. Wenn es darum geht, jemanden zu fragen, ob er oder sie auf ein Date mit dir gehen möchte, heißt es manchmal unter jüngeren Personen: Willst du mit mir gehen? Das zeigt: Unser Leben ist in Bewegung und steht nicht still .
Eine Art, wie Gemeinschaft geleben werden kann, ist das gemeinsame Laufen. Meine besten Gespräche habe ich beim Laufen. Ich merke, dass es meiner Beziehung mit meiner Frau gut geht, wenn wir gemeinsam spazieren gehen. Wir haben Zeit, miteinander auf dem Weg zu sein und uns auzutauschen. Beim Laufen fällt es mir oft leichter, gute Gemeinschaft zu leben.
Unser Leben mit Gott gleicht auch so einem Lauf. In der Bibel wird das Wort “Laufen” oft benutzt, um einen Lebensstil zu beschreiben. Es wird dort auch “Wandeln” genannt. Wir können in guten oder in schlechten Dingen wandeln. Das können wir gut verstehen: Wir laufen mit Leuten mit, die uns gut tun oder eben mit Leuten, die uns runterziehen und einen schlechten Einfluss auf uns haben. Wir isnd in unserem Leben auf jeden Fall unterwegs, aber mit wem wir unterwegs sind, hat Einfluss auf uns.
Wenn Jesus sagt: “Folge mir nach!”, dann beinhaltet das auch ein Laufen oder Wandeln. Wenn man jemandem gefolgt, also hinter jemandem hergelaufen ist, meinte das zu Zeiten der Bibel, dass man ein Schüler dieser Person sein will. Man will mit ihr unterwegs sein und von ihr lernen. Auch diese Jünger haben sich entschieden, mit Jesus unterwegs zu sein.
Ihr Unterwegs-Sein mit ihm war unterbrochen, als Jesus tot gewesen war. Sie fühlten sich disconnected, getrennt von ihrem Leben mit ihm. Das steellt das Emoji-Herz ganz gut klar. Doch dort, wo Jesus wieder mit ihnen ging, war ihr Herz am Brennen.
Für uns gilt das auch. Unterwegs zu sein mit Jesus hält unsere Begeisterung für ihn am Leben und gibt unserem Feuer Futter. Vielleicht fühlst du dich disconnected, getrennt. Dadurch, dass du denkst, du wärst nicht gut genug. Oder dass du in deinem Alltag ganz anders lebst als am Sonntag oder unter anderen Christen. Vielleicht kennst du diesen Jesus noch überhaupt nicht, aber bist bereit, dich von ihm begeistern zu lassen. Lass dein Herz neu oder vielleicht zum ersten Mal in Flammen stecken. Aber nimm das doch auch mit in deinen Alltag.
Die Bibel gibt uns das Versprechen:
8 Sucht Gottes Nähe,
dann kommt er euch nahe.
Manchmal ist unser Alltag vielleicht kein Abenteuer. Aber ich glaube, das muss es gar nicht sein. Gott will auch an den stinknormalen Tagen mit uns unterwegs sein. Der Glaube an Gott ist kein Intervalllauf, bei dem man immer wieder sprintet und dann ausruht. Nein, er ist eher ein gemächlicher Langstreckenlauf, bei dem Jesus mit dabei ist. Und er geht mit uns, so oder so. “We’ll never walk alone” ist eine Zusage und keine Option. So oder so ist Jesus unterwegs mit uns, aber die Frage ist, ob wir uns das bewusst machen und aktiv mit ihm gehen. Wir können das tun, indem wir seine Nähe suchen.
Wir können seine Nähe suchen, indem wir mit ihm reden. Oder in der Bibel lesen, das ist wie ein Wegweiser für unser Leben. Aber auch die Gemeinschaft mit anderen Christen kann uns helfen, gemeinsam auf dem Weg mit Jesus zu bleiben. Das alles kann uns helfen, nicht auszubrennen. Manchmal wird es sich vielleicht trotzdem so anfühlen, als passiert nicht viel. Und als ob wir ganz allein unterwegs wären. Aber ich bin überzeugt, dass Gott auch in diesen Phasen da ist und in mir oder durch mich wirkt. Aber auch wenn das Feuer mal nicht da ist, ist es für Gott kein Ding der Unmöglichkeit, uns wieder ganz neu anzufachen. Heute kann ein Moment sein, in dem Gott neu oder vielleicht zum ersten Mal ein Feuer in dir entfacht. Dann nimm diesen Schwung mit, aber mach dich nicht von ihm abhängig.
Eine der größten Ablenkungen, ist für uns heute wohl unser Handy. Es mag vielleicht erst ein bisschen komisch klingen, aber ich habe eine Challenge für dich. Das Herz und das Feuer Emoji sind zeimlich häufig genutzte Emojis. Ich hab mir gedacht: Was, wenn ich jedes Mal, wenn ich ein Herz oder Feuer Emoji schicke, mir überlege, wie es gerade um mein Herz steht? Ist mein Herz noch in Flammen? Oder sollte ich vielleicht meinen Glauben wieder nähren? Das kann eine kleine aber hoffentlich praktsiche Hilfe im Alltag sein.
