... bitte vergesste nie...

1. Thessalonicher Brief  •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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am Ende zählt ...

(Visacard, Schlüssel, Handy, Personalausweis, Ladekabel hinlegen und fragen, was diese Dinge gemeinsam haben, was das für eine Sammlung ist)
Bevor ich auf eine Reise gehe, vergewissere ich mich immer nochmal, ob ich auch die wichtigsten Sachen dabei hab. Visacard, Handy mit Bahnfahrkarte, Ladekabel, Schlüssel z. B.. Selbst wenn ich eine Zahnbürste vergessen haben sollte, mit der Geldkarte lässt sich die besorgen. Selbst wenn ich die Adresse am Zielort vergessen habe, mit dem Handy lässt sich das wieder finden usw.. Sicher, bei so einer Reisevorbereitung liegt ein Schlüssel zum Erfolg im rechtzeitigen Beginn, im Erstellen von Packlisten und so, aber es ist auch gut, sich ganz am Ende der Vorbereitung, ganz zum Schluss nochmal auf die allerwichtigsten Dinge zu konzentrieren.
Jetzt im Sommersemester habe ich diverse Projektarbeiten für Studierende organisiert. Eine solche Projektwtoche zur Prozessoptimierung liegt gerade hinter mir und einer Gruppe aus dem 6. Semester Forst-Bachelor. Davor schreibe ich immer in einer Projektbeschreibung alles mögliche auf, Programm, Lernziel, Anforderungen an die Projektarbeitsumfang und -qualität, Abgabefristen und -form und so. Das sind natürlich einige Seiten und nicht immer sehr kurz. Deshalb schreibe ich oft nochmal am Schluss ganz wichtige Dinge, wie bis wann wo abgeben.
Allem Anfang wohnt ein Zauber inne, so sagt man und das stimmt auch. Aber, wenn man dabei ist etwas abzuschließen, eine Reisevorbereitung, eine E-Mail, einen Brief, dann ist das oft auch nochmal ein sehr zentraler Moment.

... und zum Schluss, bitte vergesst nie...

Paulus schreibt hier einen Brief an die Gemeinde in Thessaloniki, deren Anfang ihm noch sehr gut in Erinnerung ist. Den Anfang hat er miterlebt, ja, mitgestalten dürfen. In diesem Brief aber ging es um viel, was danach kam. Die Gemeinde hatte glückliche und unvergessliche Erlebnisse, aber sie hat auch sehr, sehr viel Schweres erlebt. Die Menschen litten unter Verfolgung. Sie würden geächtet, mussten viel erleiden, weil sie Christen geworden waren.
Paulus, der aus der Stadt hatte fliehen müssen, wollte aus der Ferne mit seinem Brief helfen, das was das passierte einzuordnen, damit umzugehen. Er wollte unterstützen bei den Fragen: wie kann man als Christ in schweren Zeiten bestehen, wie aushalten, wie sogar in solchen Zeiten ein Vorbild für andere sein, wie sogar andere unterstützen und aufbauen. Das haben wir an vielen Stellen dieses Briefes im Laufe der letzten Monate schon betrachtet.
Jetzt kommt Paulus zum Ende, zum Ende seines Briefes und es ist ein wenig, wie wenn er sich hier nochmal konzentriert auf ein paar allerwichtigste Dinge. Es verdichtet sich. Ein paar Themensprünge sind an einer solchen Stelle nur allzu verständlich.
Was gibt Paulus den Christen in Thessaloniki nochmal zum Ende, zum Ende dieses Briefes, mit auf den Weg?

12 Geschwister, wir bitten euch, die anzuerkennen, denen der Herr die Verantwortung für eure Gemeinde übertragen hat und die mit unermüdlichem Einsatz unter euch tätig sind und euch mit seelsorgerlichem Rat zur Seite stehen. 13 Ihr könnt ihnen für das, was sie tun, nicht genug Achtung und Liebe entgegenbringen. Haltet Frieden untereinander!

14 Weiter bitten wir euch, Geschwister: Weist die zurecht, die ein ungeordnetes Leben führen! Ermutigt die, denen es an Selbstvertrauen fehlt! Helft den Schwachen! Habt mit allen Geduld! 15 Achtet darauf, dass keiner Böses mit Bösem vergilt. Bemüht euch vielmehr mit allen Kräften und bei jeder Gelegenheit, einander und auch allen anderen Menschen Gutes zu tun.

Kennzeichen eines Lebens mit Gott

16 Freut euch, was auch immer geschieht! 17 Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen! 18 Dankt Gott in jeder Lage! Das ist es, was er von euch will und was er euch durch Jesus Christus möglich gemacht hat.

Richtlinien zur Prüfung prophetischer Aussagen

19 Legt dem Wirken des Heiligen Geistes nichts in den Weg! 20 Geht nicht geringschätzig über prophetische Aussagen hinweg, 21 sondern prüft alles. Was gut ist, das nehmt an. 22 Aber was böse ist, darauf lasst euch nicht ein, in welcher Gestalt auch immer es an euch herantritt.

Abschließendes Gebet. Bitten und Grüße

23 Gott selbst, der Gott des Friedens, helfe euch, ein durch und durch geheiligtes Leben zu führen. Er bewahre euer ganzes ´Wesen` – Geist, Seele und Leib –, damit, wenn Jesus Christus, unser Herr, wiederkommt, nichts an euch ist, was Tadel verdient. 24 Der, der euch beruft, ist treu; er wird euch ans Ziel bringen.

25 Betet auch für uns, Geschwister! 26 Grüßt alle Geschwister mit einem Kuss als Ausdruck dafür, dass ihr alle zu Gottes heiligem Volk gehört. 27 Ich mache es euch vor dem Herrn zur Pflicht, diesen Brief allen Geschwistern vorzulesen.

28 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch!

Umgang miteinander

12 Geschwister, wir bitten euch, die anzuerkennen, denen der Herr die Verantwortung für eure Gemeinde übertragen hat und die mit unermüdlichem Einsatz unter euch tätig sind und euch mit seelsorgerlichem Rat zur Seite stehen. 13 Ihr könnt ihnen für das, was sie tun, nicht genug Achtung und Liebe entgegenbringen. Haltet Frieden untereinander!

14 Weiter bitten wir euch, Geschwister: Weist die zurecht, die ein ungeordnetes Leben führen! Ermutigt die, denen es an Selbstvertrauen fehlt! Helft den Schwachen! Habt mit allen Geduld! 15 Achtet darauf, dass keiner Böses mit Bösem vergilt. Bemüht euch vielmehr mit allen Kräften und bei jeder Gelegenheit, einander und auch allen anderen Menschen Gutes zu tun.

Sehr zentral für unser Leben als Christen ist die Gemeinschaft und unser Umgang miteinander, innerhalb der Gemeinde und genauso mit allen Menschen um uns herum.
Christsein lässt sich nicht auf christliches Verhalten zu Mitmenschen beschränken, aber ist ist damit dennoch zugleich fest verbunden, Christsein ohne ein christliches Verhalten anderen Menschen gegenüber ist nämlich auch nicht denkbar.
Hier wird zum einen sehr konkret gebeten, dass man doch diejenigen, die Verantwortung in der Gemeinde und für die Gemeinde übernehmen achtet und ihnen Liebe entgegenbringt. Es geht hier um alle, die sich in der Gemeinde einsetzen, die Dienste übernehmen, die in der Gemeinde Arbeit übernehmen.
Es war offensichtlich auch damals nicht anders, wer Verantwortung übernimmt, hier Verantwortung in der Gemeinde, ist auch nicht selten der Kritik ausgesetzt.
Bei uns in Deutschlands Ehrenämtern ist es doch oft so, zuerst will es keiner machen. Keiner will Verantwortung übernehmen, “Nein, ich kann das nicht”, “Nein, ich hab keine Zeit”, “Nein, ich muss doch noch dieses oder jenes”. Aber wenn es dann jemand mach, wenn sich jemand bereiterklärt, wenn jemand Verantwortung übernimmt, dann, ja, dann weiß natürlich jeder, wie man das besser machen könnte und lässt es auch permanent alle wissen. Ja nicht nur wie man könnte, sondern sogar müsste! Manchmal fragt man sich da doch, wenn es doch so viele gibt, die genau wissen, wie es besser gemacht werden könnte, warum machen die es dann nicht? Wo waren die alle, als es um die Frage ging, wer es macht?
Im Berufsleben geht es Führungskräften oft auch nicht viel anders. Wer vorn steht, wird genau beobachtet und wehe, derjenige macht mal einen Fehler! Dann wird aber über den hergezogen, das wird noch jahrelang aufs Butterbrot geschmiert. Jeder andere darf natürlich Fehler machen, ist ganz normal, aber wehe die Führungskraft!
Auch in der Politik ist das so. Wie oft mussten Leute ihren Hut nehmen, das Amt abgeben, weil sie einen Fehler gemacht haben. Manchmal empfinde ich das als berechtigt, weil es zeigt, dass jemand den Job vielleicht tatsächlich nicht so gut beherrscht. Aber in den allermeisten Fällen denke ich nur an Splitter und Balken in den Augen, als ob jemand anderes keinen Fehler machen würde! Als ob wir nicht auch alle aus Fehlern lernen könnten! Eine solche Fehlerkultur führt nicht dazu, dass weniger Fehler passieren - wir Menschen sind nun mal fehlerhaft. Eine solche Fehlerkultur führt nur dazu, dass man mehr Energie investiert, dass Fehler vertuscht werden, anstatt in einer offenene Diskussion aus ihnen zu lernen.
Es gibt auch scheinbar 80 Mio. Deutsche, die viel bessere Bundestrainer der Fußballnationalmannschaft wären, oder? Und genaus die besseren Gesundheits-, Wirtschafts- und Finanzminister.
Und Paulus ermahnt auch uns. So soll es bei uns in der Gemeinde nicht sein! Wir wollen dankbar sein! Dankbar sein für unsere Ältesten, dankbar sein aber auch für alle die mitarbeiten in der Gemeinde. Wir wollen wertschätzen, dass sie Zeit, Kraft, Herzblut und oft auch Geld für unsere Gemeinschaft einsetzen, auch wenn nicht jedem immer alles gefällt. Machen Älteste manchmal Fehler? Ja, das kann passieren. Aber wir alle anderen genauso! Wir Prediger können Fehler machen, jemand in der Kinderarbeit, jemand in der Technik, beim Putzen der Gemeinde können Fehler vorkommen!
Wir wollen aneinander nicht nach Fehlern suchen, die findet man bei Bedarf. Wer viel tut kann auch viele Fehler machen. Scheinbar macht nur der, der nichts tut keine Fehler, dabei ist das Nichtstun allein schon ein Fehler. Wir wollen füreinander lieber dankbar sein in dem Wissen, dass wir alle Fehler machen und auch machen dürfen. Wir wollen einander Achtung und Liebe entgegenbringen - dazu ermahnt uns Paulus, für jede und jeden an ihrem und seinem Platz.
Das zweite sehr konkrete ist, dass Christen aufeinander achtgeben sollen und, wo sinnvoll zurechtweisen, ermutigen und helfen sollen. Das gilt übrigens nicht speziell nur für Älteste oder so. Das ist an die Gemeinde als solches gerichtet. Zurechtweisen, ermutigen und helfen. Das klingt doch sehr unterschiedlich, oder? Und es ist situatuativ beschrieben, das, was in der jeweiligen Situation eben dran ist. Jetzt könnte jemand meinen, das ist ja praktisch. Ich kann zwar nicht so gut ermutigen und helfen, das ist mir zu anstrengend, aber zureichtweisen, das kann ich, das ist meine Kernkomptenz, also werde ich eben zurechtweisen. Das Ermutigen und das Helfen, das überlasse ich anderen, denen, die das besser können.
Ich fürchte, so würde es nicht funktionieren. Jedenfalls nicht in Deutschland, denn wir Deutschen sind sowieso gut im Nörgeln und Meckern, im “Haar-in-der-Suppe-finden”. Jemand sagte einmal: wenn man lange genug über einer Suppe den Kopf schüttelt, dann findet man auch ein Haar darin.
Zurechtweisen, ermutigen und helfen, das ist je nach Situation unterschiedlich. Ja, das sagt auch Paulus hier. Aber es geht nicht um mich und Dich, der sich aussucht, ob wir jetzt zurechtweisen, ermutigen oder helfen wollen. Es geht um den anderen. Es kommt auf mein Gegenüber an und ich muss mir die Frage stellen, was ist für den wichtig, was braucht der oder die, womit helfe ich in eine gute Richtung?
Ja, Kritik darf sein und muss nicht hinterm Berg gehalten werden, aber es nicht die Frage voraus, was stört mich gerade, sondern was hilft dem anderen.
Zu-Recht weisen klingt wie ein alter Ausdruck für konstruktive Kritik. Kritik, die die Absicht hat, dass jemand vom weniger guten zum besseren, zum rechten/richtigen kommt. Das ist äußerst konstruktiv und solche konstruktive Kritik hat ihren berechtigten Raum. Ohne sich selbst aufzuspielen, ohne sich selbst besser zu stellen, ohne, dass wenn der andere nicht auf Dich hört, Du jetzt beleidigt wärst.
Es geht nicht um Dich, es geht um den anderen.
Aber genauso ermutigen und genauso helfen. Und dazu passen auch noch die ganz allgemeinen Apelle, die Paulus hier loslässt. Nicht in eine bestimmte Situation gesprochen, sondern ganz allgemein gültig. Also etwas was ganz grundsätzlich immer und für jeden von uns gilt:
Haltet Frieden untereinander. V. 12.
Oder V. 24: Habt mit denen Geduld, die schnell genug sind. Ah ne, stimmt gar nicht. Mit wem sollen wir dann Geduld haben? V. 24 heißt in Wirklichkeit: Habt mit allen Geduld. O.K., gleich mit allen.
Und das Ende von Vers 14 fasst, finde ich, unser ganzes Miteinander, das für bestimmte Situationen, auch die Kritik und auch das ermutigen und helfen und auch alles andere zusammen:
Bemüht euch vielmehr mit allen Kräften und bei jeder Gelegenheit, einander und auch allen anderen Menschen Gutes zu tun.
Wenn wir das tun, mit allen Kräften, bei jeder Gelegenheit allen Menschen Gutes tun, dann fallen wir definitiv auf!
Sehr deutlich betont hier Paulus zwar, dass er eine Pflicht aller Christen, aller in der Gemeinde benennt, aber die Nutznießer sind eben nicht nur in der Gemeinde. Wir haben den Auftrag den Menschen von Horb Gutes zu tun, den Menschen in Deiner und meiner Nachbarschaft und Umgebung. Sogar dann, wenn wir mit Undank, sogar mit böser Erwiderung rechnen müssen oder diese sogar erhalten. Genau das war ja in Thessalonich der Fall, trotzdem ist unser Auftrag Gutes zu tun nicht auf die Gemeinde beschränkt oder gerade deshalb nicht - tut allen Gutes und nicht nur manchmal, immer.
Paulus erinnert damit an Jesu Worte (Mt. 5,44-48)

44 Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und betet für die, die euch beleidigen und verfolgen,

45 damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist; denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.

46 Denn wenn ihr liebet, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe?

47 Und wenn ihr eure Brüder allein grüßet, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die von den Nationen dasselbe?

48 Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.

Leicht auszusprechen, aber eine permanente Lebensaufgabe es umzusetzen. Das ist eine große Lebensaufgabe, an der können wir uns ein Leben lang abarbeiten, bei jeder Gelegenheit. Deshalb, das erste, an das Paulus hier am Schluss erinnert, was er am Ende seines Briefes nochmal besonders betont, hat mit unserem Miteinander unserem Verhalten zueinander zu tun.

… bitte vergesst nie: haltet Frieden untereinander und tut allen Menschen Gutes...

Verbindung zu Gott

Das zweite, an das Paulus hier erinnert ist die Verbindung zu Gott.

16 Freut euch, was auch immer geschieht! 17 Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen! 18 Dankt Gott in jeder Lage! Das ist es, was er von euch will und was er euch durch Jesus Christus möglich gemacht hat.

In dieser Verbindung sollen die Christen bleiben. Dazu gehört Gebet. Aber auch nicht irgendwelches, sondern Beten in Dankbarkeit Gott gegenüber.
Ist es Euch aufgefallen? Auch beim Umgang untereinander hat Paulus als erstes zur Dankbarkeit appelliert und hier schon wieder. Fallen wir, fällst Du und falle ich als ganz besonders dankbarer Mensch auf? Führen wir doch neben der To-Do-Liste eine Have-Got-Liste - die Liste nicht nur dafür, was ich schon erreichte, sondern vor allem dafür, was ich bekommen habe, womit ich beschenkt wurde, womit ich gesegnet wurde.
Hier geht es um Beten in Dankbarkeit Gott gegenüber. Und zwar dankbar in jeder Situation und dazu passt auch Freude in jeder Situation. Gemeint ist ja nicht Freude über alles und auch nicht Dankbarkeit für alles, sondern Freude, egal, was geschieht, also unabhängig davon, was geschieht, und Dankbarkeit in jeder Lage, nicht für jede Lage.
Paulus erinnert uns daran, wie wichtig es ist permanent in der Verbindung zu Gott zu bleiben und daran, dass wir dabei nicht abhängig davon sind, was sich um uns ereignet.
Dankbar in jeder Lage, dass das kein menschlicher Trick ist im Sinne von “denk positiv”, das macht Paulus auch deutlich. Jesus selbst hat das für uns möglich gemacht. Wir sind nicht dankbar für alles und tun so, als wäre alles positiv. Nein, der Aufruf dazu wäre damals sarkastisch gewesen und wäre es in manchen Situationen heute auch, wenn wir auf das Geschehen in der Welt stehen, auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine, aber auch in vielen persönlichen Situationen.
Wir können unabhängig von der Situation uns auf dass besinnen, was Jesus für uns möglich gemacht hat.
Und genau diese Verbindung zu Gott, hat Jesus möglich gemacht und dafür können wir ihm in jedem Gebet danken. Das geht tatsächlich unabhängig von äußeren Umständen.
Christsein ist fröhlich. Und zwar nicht, weil es allen Christen immer gut geht. Nein, das war ja gerade in Thessalonich nicht der Fall. Ihnen ging es sehr schlecht, sie litten unter Verfolgung aufgrund ihres Glaubens. Christsein ist fröhlich, weil Christen sich in jeder Situation auf Gott besinnen können. Weil sie alles in und aus der Verbindung mit ihm erleben können, weil sie bei Gott immer ein offenes Ohr finden, weil sie zu Gottes Familie gehören.
Hans-Joachim Eckstein schrieb einmal:
Der Glaube macht Erfahrungen,
aber er gründet nicht auf Erfahrungen.
Der Glaube bezieht auch unsere Gefühlswelt mit ein,
aber er basiert nicht auf unseren Gefühlen.
Unser Glaube will gelebt werden,
aber er lebt nicht vom Erleben -
er hat nicht, was er sieht, im Blick.
Grundlage unseres Glaubens
ist der Zuspruch Gottes.
Verlassen können wir uns
ausschließlich auf sein Wort -
dass er unbedingt zu uns steht
und dass er das vollenden will,
was er in uns begonnen hat.
So gilt es, an Gottes Zusage festzuhalten,
auch da, wo sie gegen unsere Erfahrung steht,
und sich an seine Verheißungen zu klammern,
auch wenn unsere Gefühle
das Gegenteil behaupten.
Es ist unsere Unerfahrenheit,
die uns dazu verleitet,
die eigene Erfahrung überzubewerten.
Ein erfahrener Glaube weiß,
dass er sich von Erfahrungen
nicht abhängig machen darf.
Gebet, Dankbarkeit und Freude gehören zusammen. Und genau wie vorhin, als Paulus an unseren Umgang untereinander erinnerte, an “immer allen Gutes tun”, so gilt auch hier “immer”. Deshalb kann man auch diese beiden Aspekte nicht gegeneinander ausspielen, beides ist immer und beides gehört zusammen, beides gehört untrennbar zum Christsein dazu.

… bitte vergesst nie: haltet Frieden untereinander und tut allen Menschen Gutes und bleibt in dankbarer Verbindung zu Gott...

Seelenfutter

19 Legt dem Wirken des Heiligen Geistes nichts in den Weg! 20 Geht nicht geringschätzig über prophetische Aussagen hinweg, 21 sondern prüft alles. Was gut ist, das nehmt an. 22 Aber was böse ist, darauf lasst euch nicht ein, in welcher Gestalt auch immer es an euch herantritt.

Und genauso gehört zu unserem Christsein, dass wir immer wieder neues Seelenfutter brauchen, dass wir im Glauben reifen und dafür immer wieder Impulse brauchen, dass wir Input für unseren Glauben brauchen, der uns weiterbringt.
An anderen Stellen geht Paulus sehr viel genauer auf verschiedene Arten der Inputs ein, er ermahnt auch zu Besonnenheit im Umgang mit den Geistesgaben, die hier auch angesprochen sind. Aber auch hier werden in Kürze zwei Dinge deutlich:
Wir sollen offen bleiben für das Wirken Gottes durch Impulse von Außen, die wir bekommen, denn wir brauchen guten Input um im Glauben zu reifen und uns zum Guten hin weiterzuentwickeln. Wir brauchen guten Input und sollten diesen auch an uns ranlassen. Wir sollten nicht nur in unserer Gedankenblase bleiben und uns nur mit dem beschäftigen und auch nur den Input an uns ranlassen, der ohnehin bestätigt, was wir sowieso schon so sahen und wonach wir uns ohnehin richteten. Lassen wir unseren Glauben wachsen, lassen wir uns dafür auch herausfordern durch Botschaften, die uns begegnen, setzen wir uns damit auseinander. Aber
Wir müssen prüfen, was gut für uns ist und nur das annehmen. Das spricht nicht dagegen sich mit allem auseinanderzusetzen, aber für mich und mein Leben annehmen sollte ich nichts ungeprüft. Dieses Thema kann ich hier nicht vertiefen, auch darüber spricht Paulus auch an anderen Stellen. Aber es wird deutlich, wir Christen sind keine Gemeinschaft bei der irgendeiner, z. B. auf einer Kanzel, irgendetwas sagt und die Herde blökt es nach. Wir alle, auch hier nicht nur die Ältesten, sondern wir alle sind aufgefordert Input zuzulassen, um im Glauben zu wachsen, aber diesen auch kritisch zu prüfen. Dabei gilt es sowohl aufzupassen, dass wir uns dem Richtigen nicht in den Weg stellen - legt dem Wirken des heiligen Geistes nichts in den Weg - als auch uns nicht auf das falsche einzulassen, auch wenn es vielleicht auf eine Art daherkommt, der wir gern zustimmen würden, weil es gut klingt und uns irgendwie bestätigt.
Zu unserem Leben als Christen gehört beides und so erinnert uns Paulus:

… bitte vergesst nie: haltet Frieden untereinander und tut allen Menschen Gutes, bleibt in dankbarer Verbindung zu Gott und achtet auf guten Input...

Gottes Handeln

Aber nach all den Erinnerungen für die Gemeinde damals und für uns heute an das Miteinander, an unsere Verbindung zu Gott und an für uns wichtigen Umgang mit Inputs
ganz am Ende, ganz konzentriert auf das Wesentlichste
da spricht Paulus nicht mehr nur über uns Menschen, da spricht er über Gott:

23 Gott selbst, der Gott des Friedens, helfe euch, ein durch und durch geheiligtes Leben zu führen. Er bewahre euer ganzes ´Wesen` – Geist, Seele und Leib –, damit, wenn Jesus Christus, unser Herr, wiederkommt, nichts an euch ist, was Tadel verdient. 24 Der, der euch beruft, ist treu; er wird euch ans Ziel bringen.

Denn am Ende würden die Appelle an uns mit tue immer allen Menschen Gutes, bleib immer in dankbarer Verbindung zu Gott und in der Freude an ihm, achte auf kritische Würdigung jeden Inputs
all diese Appelle würden fromme Wünsche bleiben, denn wir können das nicht und schon gar nicht oft, geschweige denn immer, wenn wir auf unsere Möglichkeiten angewiesen wären und nicht andocken könnten an Gottes Möglichkeiten.
Gott selbst, so heißt es hier und dann schauen wir uns nur mal die Verben, die Tuwörter an, was Gott selbst tut: Gott hilft, Gott bewahrt, Gott beruft und Gott bringt ans Ziel.
Sein Handeln ist umfassend: da ist die Rede von Geist, Seele und Leib - damit ist der ganze Mensch gemeint, nichts lässt er in Deinem und meinem Leben aus, er verändert uns umfassend zu dem hin, dass wir diesen guten Umgang miteinander und mit allen Menschen pflegen können, dass wir die Verbindung zu ihm halten können und Freude und Dankbarkeit leben können, dass wir offen und zugleich kritisch prüfend reifen können.
Es ist letztlich ER SELBST. So wie es in Phil 2,13 heißt, Gott selbst schafft das Wollen und das Erreichen in uns.
Gott macht es nicht nur möglich, er macht es in uns.
Auf ihn können, sollen und dürfen wir uns verlassen auf unserem Weg.

… bitte vergesst nie: haltet Frieden untereinander und tut allen Menschen Gutes, bleibt in dankbarer Verbindung zu Gott, achtet auf guten Input und, vor allem, verlasst Euch auf Gott, der all das in Euch bewirkt und Euch ans Ziel bringen wird.

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