2. Kor 5,10
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Das Preisgericht
Das Preisgericht
Einleitung
Einleitung
Könnt Ihr Euch an meine letzte Predigt im April erinnern?
Ist einen Monat her, also nicht so schlimm, falls Ihr es nicht mehr wisst, bin Euch deswegen nicht böse....
Aber da ging es um eine Sache, nach der ich Euch fragte, wisst Ihr noch? Sehnsucht....
In unserem heutigen Text kommt diese Sehnsucht nochmals vor … was für ein Zufall (oder vielleicht auch nicht).
Wir wollen miteinander den Text lesen: 2Kor 5,1-10
“Denn wir wissen: wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel. 2 Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet werden, 3 weil wir dann bekleidet und nicht nackt befunden werden. 4 Denn solange wir in dieser Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert, weil wir lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden wollen, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben. 5 Der uns aber dazu bereitet hat, das ist Gott, der uns als Unterpfand den Geist gegeben hat.
6 So sind wir denn allezeit getrost und wissen: solange wir im Leibe wohnen, weilen wir fern von dem Herrn; 7 denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. 8 Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn. 9 Darum setzen wir auch unsre Ehre darein, ob wir daheim sind oder in der Fremde, dass wir ihm wohlgefallen. 10 Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.”
Ich bekam den Auftrag, heute über diesen letzten Vers, den Vers 10, zu predigen. Um das tun zu können, Ihr kennt mich, brauche ich den Kontext, also den ganzen Abschnitt. Wir sind ja in der Predigtreihe über die Gerichte Gottes.
Daher will ich auch die ersten 5 Verse mit einem kleinen Kommentar auch gleich überspringen.
Sehnsucht nach der himmlischen Heimat, Verse 1-9
Sehnsucht nach der himmlischen Heimat, Verse 1-9
Auch in diesen Versen schwingt diese Sehnsucht Paulus’ mit, die wir vor einem Monat im Römerbrief gesehen haben. Doch was meint er mit “Hütte”, bzw “Behausung/Haus/Zelt”, je nach Übersetzung? Auch Petrus nutzt diesen Ausdruck in 2. Petr 1,14 “denn ich weiß, dass ich meine Hütte bald verlassen muss, wie es mir auch unser Herr Jesus Christus eröffnet hat.”
Mit diesem Petrusvers und durch aufmerksames Lesen dieser Paulusverse - das Sterbliche soll vom Leben verschlungen werden, in dieser Hütte sind wir beschwert, Gott baut uns einen ewigen Bau im Himmel, und spez. Vers 6 wohnen im Leib - merken wir, es geht nicht um ein Haus im üblichen Sinne.
Es ist eine Metapher für unseren Körper. Diese Sehnsucht gilt also, solange wir in dieser Welt, in diesem Körper leben. Dieser Körper als Bild für unser Leben hier in dieser Welt. Solange sehnen wir uns nach dem neuen Leib, dem Aufertsehungsleib, mit dem wir in der Nähe Gottes sein können, in dem wir nicht mehr sündigen, in dem wir nicht mehr leiden, nicht mehr sterben müssen.
Wann bekommen wir diesen neuen Leib? Bei der Entrückung, bzw. der Auferstehung der Gläubigen, wenn der Herr das erste Mal wiederkommt. Das, was im Vers 10 folgt, das Preisgericht, findet danach statt.
In Vers 5 kommt nun der ganz grosse Trost und Ermutigung in dieser ganzen Gerichtssache: Gott hat uns seinen Geist gegeben. Das bedeutet, dass wir erstens seinen Beistand haben, und dass wir zweitens errettet sind!
Zuvor aber noch Folgendes: In den Versen 6 bis 8 liegt der Grund, warum ein Gott wohlgefälliges Leben zum Glauben dazu gehört und wichtig ist. Durch den Glauben haben wir die Hoffnung, d.h. die Gewissheit, einen neuen Leib zu bekommen und nach Hause zu kommen. Gerade weil das gewiss ist, haben wir das Verlangen, oder sollten es haben, Gott zu gefallen durch ein ihm gefälliges Leben im und aus dem Geist, denn alle unsere Werke werden am Tag des Gerichts offenbar werden.
Ihr fragt jetzt, welches Gericht denn? Sind wir denn nicht schon erlöst durch den Glauben? Ja, es gibt verschiedene Gerichte - daher auch diese Predigtreihe. Was jetzt kommt, ist nicht das Gericht vom weissen Thron aus (das Nationengericht nach dem Millenium, Offb 20,7ff ). Dieses Gericht ist für die Ungläubigen. Hier im Vers 10 geht es um das Preisgericht, auch genannt als “Tag unseres Herrn Jesus Christus” (1. Kor 1,8).
Das Preisgericht Vers 10
Das Preisgericht Vers 10
2.Kor 5,10 “Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.”
Hätten wir in Korinth gelebt und zusammen mit unseren Geschwistern den ersten Brief gelesen, den Paulus uns geschickt hatte, dann würden wir sofort wissen, um was es geht. Paulus hat diesen Tag in 1.Kor 3,8-15 schon mal beschrieben. Wir lesen diesen Text später noch.
Uns heute quälen folgende Fragen:
Wieso müssen alle vor das Gericht?
Ist Gnade also doch kein Thema? Ist meine Erlösung in Gefahr?
Was ist der Lohn für meine Werke? Und um welche Werke geht es da?
Ich will zuerst auf das eingehen, was das Schrecklichste am Ganzen ist - zumindest mir ergeht es so. Der Glaubende wird »vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden müssen« (eigentlich genauer: »Öffentlich in seiner wahren Gestalt dargestellt werden«).
Wie es Paulus eben im 1. Kor oder anderswo (Röm 2,6.16; 14,10.12; Eph 6,8) bezeugt, Jesus es selbst verkündet hat (Joh 5,29; Mt 19,27-30; 25,1-30): Da gibt es nichts mehr zu verbergen. Bis in die tiefste Motivschicht wird unser Sein und Dienst ausgeleuchtet werden (vgl. 1.Kor 4,4). Und es ist ein MUSS. Gott hat das so verfügt - da geht kein Weg daran vorbei.
Das macht mir Angst. Da bleibt nichts verborgen! Ich kann nicht fliehen, ein Schlupfloch finden um nicht zu müssen. Handkehrum macht es mir aber auch Hoffnung. Danach bin ich dann endlich befreit von unreinen Motiven, ich werde dann einen grossen Schritt Christus ähnlicher sein. Eine ganz seltsame Ambivalenz.
Und dieser Schritt bleibt keinem Gläubigen erspart. Alle müssen vor den Thron und seinem Richter treten - und sie werden gerichtet - wonach?
Jetzt kommt die grosse Frage. Und die will ich kurz beantworten: Nein, es geht hier NICHT um gerettet sein oder nicht, Himmel oder Feuerpfuhl. Es geht hier um den Lohn für das im Dienst, bzw geistgewirkten Leben, Gewirkte. Daher “PREISgericht”. Wie die Medaillenvergabe bei Wettkämpfen.
Auch wenn Paulus hier “gut und böse” verwendet, es geht hier nicht um Sünde, denn dieses Thema hat sich am Kreuz erledigt (Eph 1,7). Auch nicht im moralischen Sinne.
Paulus meint damit alles, was ein Gläubiger während seines Lebens tut. Das bestimmt seinen ewigen Lohn und sein Lob von Gott. Was Christen in ihren vergänglichen Körpern tun, wird sich in Gottes Augen auf die Ewigkeit auswirken (vgl. Röm 12,1.2; Offb 22,12). Paulus vergleicht vielmehr lohnende Taten von ewigem Wert mit nutzlosen Taten. Ihm ging es nicht darum, dass Gläubige sich etwa nicht an bestimmten nützlichen irdischen Dingen erfreuen sollten, sondern dass sie Gott damit verherrlichen und ihre Zeit und Kraft in erster Linie für das einsetzen sollten, was Ewigkeitswert hat. Ob er sich dem Geist weit öffnete und »Gutes« wirkte, oder den Geist dämpfte (1. Thess 5,19) und dadurch »Böses« wurde. “Böse” meint hier keine moralische Kategorie oder gar Wirkungen des »Bösen«, des Satan, sondern »untauglich, unbrauchbar« für die Gemeinde, für den Bau des Reiches Gottes (vgl. 1.Kor 3,12 ff.).
Hier wollen wir schnell in den 1.Kor schauen, denn da hat es Paulus treffend beschrieben: 1. Kor 3,11-15 “11 Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.” Nochmals: Der Gläubige hat Christus als Fundament. Dieses Fundament zu haben, bedeutet gerettet zu sein aus Glaube und Gnade. “12 Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, 13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird’s klarmachen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen.” Es geht also darum, was wir aus unserer Zeit machen. Das Fundament ist da, wie bauen wir weiter? Dieser Oberbau wird von Jesus gerichtet werden (da kommen mir die drei Schweinchen in den Sinn). Bleibt er im Feuer bestehn, oder verbrennt er?“14 Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. 15 Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.” Da ist er wieder, so ein Angstgedanke. Was bedeutet “Schaden erleiden”? Nein, es geht hier nicht um den Verlust der Ewigkeit. Paulus stellt hier “Lohn empfangen” und “Schaden erleiden” gegenüber. Es geht darum, dass der Lohn verloren geht (2. Joh 8).
Ihr fragt, was das für ein Lohn sei? Gute Frage.
Gemäss Mt 6,20 (Schätze im Himmel) muss es also eine Art “Konto” geben im Himmel. Wie das aussehen könnte, weiss ich auch nicht.
Gemäss Mt 25,21 werden einige über vieles gesetzt werden.
Gemäss Offb 3,21 werden einige mit auf dem Thron sitzen dürfen
Gem Dan 12,3 wird die Belohnung sichtbar sein
Gemäss Offb 5,10 werden einige im Millenium mitregieren. Vrgl auch 2. Ti 2:12; Off 1:6; 2:26-27; 3:21; Off 5:10; 20:4-6; vrgl 1Th 3:13; Off 19:14; 1Ko 6:2-3; Lk 19:15-19.
Genau weiss ich es aber nicht. Weiss es jemand von Euch? Wichtig ist nur, dass die Belohnung auf unseren Werken beruht.
Den Lauf vollenden - aber wie?
Den Lauf vollenden - aber wie?
In wie weit? Dazu möchte ich eine Geschichte heranziehen
“Wir sollen unsere Arbeit für den Herrn nicht lustlos, sondern mit dem ganzen Herzen tun. Harry Ironside lernte diese Lektion sehr früh im Leben, als er für einen gläubigen Schuster arbeitete. Harrys Aufgabe war es, das Leder für die Schuhe vorzubereiten. Er musste ein Stück Leder zur richtigen Größe schneiden, dann im Wasser durchnässen und schließlich mit einem flachen Hammer hämmern, bis es hart und trocken war. Der Prozess war ermüdend, und er hat sich oft gewünscht, dass er umgangen werden könnte. Harry ging ab und zu zu einem andern Schuster, um zu beobachten, wie er seine Arbeit machte. Dieser Mann hat das Leder nicht gehämmert, nachdem es aus dem Wasser kam, sondern es gleich an den Schuh, den er vorbereitet hatte, genagelt. Eines Tages ging Harry zu dem Schuster und fragte: „Ich habe gesehen, dass Sie das Leder an den Schuh nageln während es noch nass ist. Sind die Schuhe genau so gut, als wenn man das Leder vorher hämmert, bis es trocken ist?“ Mit einem Zwinkern und einem zynischem Lächeln sagte der Schuster: „Nein, aber die Schuhe kommen viel schneller zurück mein Junge!“ Harry ging zurück zu seinem Chef und schlug vor, dass sie vielleicht zu viel Zeit vergeuden, indem sie das Leder aushämmerten; worauf hin der Chef seine Bibel in die Hand nahm und Kol 3,23 las: „Was ihr auch tut, arbeitet von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen...“ Er antwortete Harry dann: „Harry, ich mache die Schuhe nicht nur für das Geld, ich tue es, um den Herrn Jesus zu verherrlichen. Wenn ich eines Tages vor dem Richterstuhl Christi alle Schuhe anschauen muss, die ich je gemacht habe, möchte ich nicht vom Herrn hören: „Dan, das war eine schlechte Arbeit, du hast dein Bestes nicht getan! Ich möchte sein Lächeln sehen und von ihm hören: Recht so, du guter und treuer Knecht!“ Harry vergass diese Lektion niemals.”
Diese kleine Geschichte spricht für sich selbst. Den Rest habe ich schon gesagt - für den Geist öffnen, Ewigkeitswert bedenken, Treue, Liebe, Gehorsam, Früchte des Geistes.
Amen
Anmerkungen
Anmerkungen
»Richterstuhl« bezieht sich bildhaft auf den Platz, wo der Herr sitzen und das Leben der Gläubigen beurteilen wird, um ihnen dann ewigen Lohn zuzuteilen. Es ist eine Übersetzung des gr. Wortes bema (βεμα). Das war eine erhöhte Plattform, wo die Sieger von Sportwettkämpfen (z.B. bei den Olympischen Spielen) ihre Krone erhielten. Im NT bezeichnet dieser Begriff auch den Richterplatz, wo Jesus vor Pontius Pilatus stand (Mt 27,19; Joh 19,13). Hier ist jedoch sicher der Vergleich aus dem Sport gemeint. In Korinth gab es einen solchen Preisrichterplatz, wo sowohl Siegerehrungen von Sportlern als auch zivile Urteile vorgenommen wurden (Apg 18,12-16). Somit verstanden die Korinther, was Paulus damit meinte.
