Experiencing joy in Fellowship - 1st Mennonite
Experiencing Joy in Fellowship
First Mennonite Church
January 22, 2006
Ferdinand Funk
Psalm 133;
1 How good and pleasant it is
when brothers live together in unity!
2 It is like precious oil poured on the head,
running down on the beard,
running down on Aaron's beard,
down upon the collar of his robes.
3 It is as if the dew of Hermon
were falling on Mount Zion.
For there the LORD bestows his blessing,
even life forevermore.
Matthew 18:19-20
19"Again, I tell you that if two of you on earth agree about anything you ask for, it will be done for you by my Father in heaven. 20For where two or three come together in my name, there am I with them."
Joh 13:34-35;
34"A new command I give you: Love one another. As I have loved you, so you must love one another. 35By this all men will know that you are my disciples, if you love one another."
Phil 2,1-5
1If you have any encouragement from being united with Christ, if any comfort from his love, if any fellowship with the Spirit, if any tenderness and compassion, 2then make my joy complete by being like-minded, having the same love, being one in spirit and purpose. 3Do nothing out of selfish ambition or vain conceit, but in humility consider others better than yourselves. 4Each of you should look not only to your own interests, but also to the interests of others.
Ich möchte mich herzlich bedanken
Für diese Gelegenheit,
in Gemeinschaft mit euch zusammen
unserem Gott zu ehren.
Ich bringe auch einen Gruß von der Springfield Heights MG:
„Seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geistes
Durch das Band des Friedens.“ Eph. 4:3
Mein Predigtthema für heute heißt:
Gemeinschaft – Wie das Miteinander zur Freude wird
Wir leben in einer individualistischen Gesellschaft...
Täglich kommen unzählige Menschen
in ihrer Verzweiflung um,
weil es anscheinend keinen Platz für sie
in der Gesellschaft mehr gibt.
Menschen grenzen sich immer mehr von anderen ab.
Sie isolieren sich und versuchen,
ihr Leben alleine zu schaffen.
Beziehungen zwischen Menschen
sind ein grosses Problem in unserer Zeit.
Und auch wir müssen intensiv und zielbewußt
an unsere Beziehungen arbeiten.
Oskar Föller[1], vom Lebenszentrum Adelshofen,
einer evangelischen Kommune in Deutschland, sagt,
„Eine grundsätzliche Not unserer Zeit,
die sich stark verschlimmert, ist die Einsamkeit.
Umfragen zeigen, dass die meisten Menschen
sich nicht so sehr vor einer schlimmen Krankheit fürchten,
als davor, im Alter allein zu sein.
Immer mehr Menschen nehmen schmerzhaft wahr,
daß das eigentliche oder realle Leben
für sie nicht erreichbar ist und an ihnen vorbei treibt.
Man erkennt die Einsamkeit und Absonderung
als einen tiefen Grund
für die Verzweiflung unzähliger Menschen.
Die vielen Veränderungen in unserer Gesellschaft,
haben eine immer größere
Aufspaltung der Lebensverhältnisse
und auch den Zusammenbruch von Gemeinschaft
unter Menschen mit sich gebracht.
Wir kommen immer weniger in Gemeinschaft mit anderen aus,
und wir suchen die gemeinschaftlich verhungerte Seele
mit Vergnügen und Spaß,
mit oberflächlicher Abwechslung,
und mit Ablenkungen in allen Lebensbereichen zu stillen.
Ein grundlegendes Gefühl,
das unsere Gesellschaft kennzeichnet
ist ein Gefühl des Alleinseins in den Massen.
Diese unbefriedliche Einsammkeit des Menschen
hat in der Trennung des Menschen von Gott
Seinen Ursprung (1. Mose 3).
Seit dem Sündenfall ist der Mensch ein rastloses Wesen.
Er leidet an "Heimweh"
und sehnt sich nach einem Angenommensein,
und nach Geborgenheit.
Heute redet Gottes Wort zu uns über die Gemeinschaft,
die wir in Christus zu einander haben.
Es geht hier um die innige geistliche Gemeinschaft
und unsere Beziehungen mit einander im Leib Christi.
Liebe Brüder und Schwestern,
wir brauchen die Gemeinschaft miteinander.
Wir brauchen einer dem andern.
Das wissen wir alle...
Und doch fühlen wir
als ob wir in unserm Miteinander
oft nur auf Halb-Gas fahren...
und daß wir die Ströme des göttlichen Segens
nicht voll empfangen können,
weil da Misstrauen, Undankbarkeit,
Gleichgültigkeit und Achtungslosigkeit,
Kritiksucht, Empfindlichkeit, Hinten herum reden,
und andere Gemeinschafts-störende Viren
in unseren Gemeinden sind.
Und so fragen wir uns,
Was ist eigentlich Gemeinschaft?
Besteht Christliche Gemeinschaft daraus,
daß ich nur mit den Leuten, die mir sympatisch sind,
und die so denken wie ich,
eng zusammen bin,
und daß wir eine Schutzmauer
um diesen inneren vertrauten Kreis herum bauen,
die niemand durchdringen kann?
Nein, Gottes Reich besteht aus heilen,
gesunden Beziehungen mit anderen.
Christsein kann man nicht allein!
Zum Leben als Christ gehört
das Leben gemeinsam mit anderen Christen.
So sehr sich Jesus auch um den Einzelen kümmert,
und für dich und mich „ganz persönlich“ gestorben ist,
will er letztendlich vor allem,
daß wir in einer erfüllten Beziehung mit Gott
und miteinander leben.
Das bedeutet auch,
daß wir echt miteinander sind.
Keiner von uns wird errettet werden,
weil er besonders heilig gelebt hat,
oder jeden Tag eine gute Tat vollbracht hat,
sondern nur weil Jesus für ihn gestorben ist.
Gemeinschaft fängt da an,
wo wir zusammen mit unseren Sünden
vor dem Kreuz stehen.
Jesus will nicht, daß wir eine heilige Maske aufsetzen,
und so tun, als wenn wir keine Schwierigkeiten hätten,
sondern daß wir zu einer Familie werden,
in der sich keiner ausgestoßen fühlt,
weil er noch nicht alle Bereiche seines Lebens
in Ordnung gebracht hat.
Fehler zuzugeben fällt keinem von uns leicht...
denn wir leben in einer Gesellschaft,
in der unsere Fehler über unsere Zukunft entscheiden.
Durch diesen Druck versuchen wir
unseren Mist auf andere zu werfen.
Zu diesem spricht Jakobus (5:16),
Darum bekennet einander eure Sünden,
und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet.
Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten.
Das Leben in christlicher Gemeinschaft ist ein Vorrecht.
Unsere Gemeinschaft miteinander ist
eine Gemeinschaft mit unseren Brüdern und Schwestern,
die mit uns auf dem Weg sind.
Da "wo zwei oder drei in seinem Namen zusammen sind",
da ist Gott selbst anwesend unter uns (Mt 18,20).
Es ist ein großes Geschenk und eine tiefe Ermutigung,
daß da noch andere sind, die glauben,
die im Heiligen Geist mit uns verbunden sind,
und die Gott lieben, so wie wir ihn lieben.
Dietrich Bonhoeffer schreibt in seinem Buch,
Gemeinsames Leben, (München 1970, 11,)
"Die leibliche Gegenwart anderer Christen
ist dem Gläubigen eine Quell unvergleichlicher Freude
und Stärkung..."
"...ein leibliches Gnadenzeichen
der Gegenwart des dreieinigen Gottes".
Regelmäßige Gemeinschaft mit anderen Christen
ist nicht selbstverständlich,
wie Dietrich Bonhoeffer das auch im Gefängnis erlebt hatte. Viele, die sich nach Gemeinschaft sehnen,
haben diese Möglichkeit nicht:
wie zB Kranke, verfolgte Christen,
alte und einsame Menschen.
So ist es eine Gnade und ein Vorrecht,
Gemeinschaft mit anderen Gläubigen haben zu dürfen.
Wo ich mir selbst nicht Mut zusprechen kann,
tut es der andere, durch sein Wort,
aber auch schon allein durch seine Gegenwart.
Aus diesem Grund ermahnt uns der Schreiber des Hebräerbriefes
(Heb. 10:23-25):
Laßt uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung
und nicht wanken;
denn er ist treu, der sie verheißen hat;
24 und laßt uns aufeinander achthaben
und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken
25 und nicht verlassen unsre Versammlungen,
wie einige zu tun pflegen,
sondern einander ermahnen,
und das um so mehr, als ihr seht, daß sich der Tag naht.
Wenn wir bekennen,
daß wir die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen brauchen,
dann müssen wir auch schnell hinzufügen,
daß es die ideale oder vollkommene Gemeinschaft
auf Erden nicht gibt.
Martin Luther spricht davon,
dass die christliche Kirche ein "Sanatorium"
und ein „Haus für Suchende“ und Verletzte ist.
Dort geschieht zwar schon Heilung und Veränderung...
aber vollkommene und ungetrübte Gemeinschaft mit Gott
und mit anderen Christen gibt es erst in der Ewigkeit.
Als Sünder werden wir andere enttäuschen...
und wir werden von andere entäuscht werden.
Darum müssen wir einsehen,
dass letztlich nur Gott allein,
unser tiefstes Sein erfüllen,
und unsere Sehnsucht nach Gemeinschaft
und Angenommensein stillen kann.
Unser Herz bleibt, wie Augustinus sagt,
unruhig und ungestillt, bis es Ruhe findet in Gott.
Wenn wir einmal an die Konflikte
miteinander in Gemeinschaft denken,
dann sehen wir, dass viele Menschen sich selbst
und was aus ihnen geworden ist
nicht wirklich erst von Gott angenommen
und total akzeptiert haben.
Viele Menschen haben das nie getan.
Wer sich selbst nicht angenommen hat,
wird schwer auch den andere lieben und annehmen können.
Er liegt dauernd im Streit mit sich selbst
und mit seinen Mitmenschen.
Solche Menschen können sich selbst nicht ausstehen,
sind unzufrieden mit sich selbst,
mit Gott und mit der Welt.
Weil Gott ja zu mir sagt,
mich als einmaliges Original geschaffen und gewollt hat,
darf auch ich ja zu mir sagen.
Sich selbst grundlegend anzunehmen
ist ein wichtiges Element für ein gutes Miteinander.
Deshalb wollen wir uns mal ganz persönlich fragen:
Hast du dich selbst ganz angenommen?
Dein Elternhaus?
Was aus dir geworden ist?
Dein Aussehen?
Dein Können und Nichtkönnen?
Deine Schulbildung?
Deine Seelenlage?
Sage Gott einmal deinen Dank dafür,
dass es dich gibt und dass du einzigartig bist.
Wenn es dir schwer fällt,
bitte Gott um seine Hilfe,
um dein negatives Denken zu verändern.
Das müssen wir immer wieder tun.
Viel Not kommt vom Vergleichen mit anderen.
Wobei man meist bei sich nur die Unvollkommenheiten sieht, und beim anderen nur die schönen Seiten.
Oder auch umgekehrt...
Das ist unrealistisch.
Überall gibt es zwei Seiten einer Sache.
Der Herr hat jedem von uns
als ein einmaliges Original gewollt und geschaffen.
Jeder Mensch hat seine einzigartige Gaben
und Begrenzungen.
Jeder Mensch ist wertvoll in Gottes Augen.
Paulus macht uns das deutlich,
daß gerade in der Gemeinde auch die "geringeren"...
die „schwächeren" Glieder
eine ganz wichtige Rolle und Funktion für die anderen,
für das Ganze haben (1 Kor 12).
Jeder ist nötig!
Wir brauchen uns gegenseitig!
Auch du und ich sind wertvoll und gehören mit dazu.
Wer sich selbst von Gott angenommen weiß,
und deshalb „Ja“ zu sich sagen kann,
dem fällt es leichter den anderen in seiner Andersartigkeit
und Verschiedenheit anzunehmen,
wie es in Gottes Wort geboten wird
Darum nehmt einander an,
wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.
(Röm 15,7).
Mit Gottes Hilfe,
durch die Kraft des Heiligen Geistes
wird es uns möglich zu lieben,
wie Jesus auch uns geliebt hat (Joh 13,34f).
Das ist nicht etwas,
was wir aus menschlicher Kraft vermögen.
Wenn Jesus uns sogar auffordert,
unsere Feinde zu lieben (Mt 5,43ff),
wieviel mehr dann unsere Brüder und Schwestern,
die mit uns auf dem Wege sind,
die mit uns hoffen, und mit uns glauben.
Diese göttliche Liebe,
die nicht nur die Sympathischen liebt,
ist ausgegossen in unsere Herzen (Röm 5,5).
Wir müssen dieser Liebe Raum geben
und dem Beispiel unseres Meisters folgen.
Solch eine Liebe kann und muß man lernen.
Im spannungsvollen Miteinander,
in Gemeinschaft mit anderen fehlhaften Menschen,
ist das unter Umständen aber eine große Herausforderung.
Wir müssen es „lernen“ und „wollen“
Den Bruder so zu lieben
Und anzunehmen wie er ist,
ohne dauernd ihn zum eingenen Bilde
verwandeln zu wollen.
Wir sind uns in unserer Verschiedenheit gegeben worden,
damit wir uns gegenseitig ergänzen und korrigieren
und damit wir im Glaubenswandel wachsen.
Der andere ist in seinem Anderssein eine Gabe Gottes an mich,
eine Bereicherung zur Erweiterung meiner Grenzen.
Jemand hat das einmal so ausgedrückt:
„Nicht zum Wundreiben,
sondern zum Blankreiben sind wir uns gegeben".
"Edelsteine werden durch Edelsteine geschliffen".
"Eine Gemeinschaft ist nicht die Summe ihrer Interessen,
sondern die Summe ihrer Hingabe zueinander"
(A. St. Exupery).
Wie sehr investieren wir uns selbst
geistlich und emotionell im Leben anderer?
Haben wir uns von andere abgeschlossen,
weil wir schon mal zu lieben gewagt haben,
und dabei verletzt worden sind?
In allen Missverständnissen und Konflikten,
in enger Gemeinschaft miteinander gilt es,
den anderen höher zu achten als sich selbst
und nicht nur auf den eigenen Vorteil zu sehen.
Dies ist uns nach Phil 2,1-4 geboten.
Wir sollen einander ganz praktisch lieben,
wie Jesus, bis zur Hingabe des Lebens (1. Joh 3,14-18).
Dazu brauchen wir Gottes Eingreifen.
Christliche Gemeinschaft ist nicht ein konfliktfreies,
heiles Miteinander...
nicht ein „immer fröhlich, immer fröhlich,
alle Tage Sonnenschein.“
Wir sind, und bleiben, trotz allem guten Wollen Sünder. Gemeinschaft ist immer eine von Sünde und Schuld
bedrohte und angefochtene Gemeinschaft.
Wir brauchen da eine feste biblische Grundlage,
damit wir die Gemeinschaft als "Gabe"
und auch als "Aufgabe" verstehen.
In unseren Beziehungen werden wir wiederholt schuldig vor Gott
und aneinander und wir bedürfen immer neu
der Vergebung und Reinigung.
Wenn wir selbst Vergebung erfahren,
dann sollen (ja, müssen!) wir auch anderen vergeben...
immer wieder, und zwar "von Herzen" (Mt 18,35).
So oft bleibt man in der Gemeinschaft miteinander stecken,
weil man nicht aufeinander zugeht,
sich nicht von Herzen vergibt und sich versöhnt.
Es gibt viele "kleine Füchsen im Weinberg",
die im alltäglichen Umgang zum Ausdruck kommen
und die Gemeinschaft miteinander kaputt machen können.
Darum wollen wir uns auch einüben
in die kleinen und bedeutungsvollen Liebestaten,
die das Miteinander in Gemeinschaft fördern.
Wir wollen es wagen
zusammen mit unseren Sünden und Fehlern
vor dem Kreuz Christi zu stehen
und füreinander das Heil in Christus erflehen.
Möge unser Verlangen nach Gemeinschaft
sich so äussern, wie Kurt Marti es
in diesem Gebet sagt:
"Ach, dass ich, wenn's drauf ankommt,
im Gegner den Bruder,
im Störer den Beleber,
im Unangenehmen den Bedürftigen,
im Süchtigen, den Sehnsüchtigen,
im Prahlhans den einst Gedemütigten,
im Schwarzseher den Licht- und Farbenhungrigen
erkennen könnte!
Leicht ist das nicht.
Es bräuchte, o Gott,
die Gegenwart Deines Geistes!"
Möge dieser Geist sich in uns bewegen
Und wahre Gemeinschaft formen.
Wir beten
Amen
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