Charakter zeigen in der Verbindlichkeit Mt. 5,27-37
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· 41 viewsCharakter zu zeigen in Verbindlichkeit, weil wir im Angesicht unseres Gottes leben. Denn: Gott kennt unsere Gedanken Gott sieht unsere Ehen Gott hört unsere Worte
Notes
Transcript
Einleitung
Einleitung
Plakat zum 50. Geburtstag. Sprüche, die wir als Eltern gegenüber unseren Kindern gebracht haben. Nur ein Bibelvers enthalten. Und der kommt aus unserem heutigen Text.
Wir lesen Mt 5,27-37.
Wir sprachen vor kurzem über den “großen Charaktertest” als wir die Seligpreisungen miteinander betrachtet haben. Eine Kernaussage war:
Es geht nicht darum, die Bergpredigt zu praktizieren, um ein Jünger Jesu zu werden,
sondern umgekehrt: Weil wir Jünger Jesu sind, handeln wir auch so.
In den folgenden Abschnitten der Bergpredigt zeigt Jesus auf, dass Christen sich anders verhalten (sollten) als die Welt.
Seid anders als
Die Schriftgelehrten, Matthäus 5,20
Die Alten Matthäus 5,21
Die Zöllner, Matthäus 5,46
Die Heiden, Matthäus 5,47
Die Heuchler, Matthäus 6,2
Wieso sollten Christen anders sein?
Weil Christen das Gesetz nicht wie ein Rechtsanwalt nur rein wörtlich auslegen, sondern “dem Geist nach”.
Heute geht es darum, Charakter zu zeigen in Verbindlichkeit, weil wir im Angesicht unseres Gottes leben.
Wir betrachten drei Punkte:
Gott kennt unsere Gedanken
Gott sieht unsere Ehen
Gott hört unsere Worte
1. Gott kennt unsere Gedanken -
1. Gott kennt unsere Gedanken -
a) Das kleine “r” macht den Unterschied
a) Das kleine “r” macht den Unterschied
Matthäus 5,28 (LU17)
Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.
Jesus schiebt nur ein kleines “r” ein. Nämlich das zwischen Ehebruch begehen und Ehebruch begehren.
Er zeigt auf, wie allumfassend unsere Sünde ist und wie sie schon in unseren Gedanken anfängt. Für ihn sind die Gedanken genauso sündig wie das Tun. Jesus differenziert da nicht.
Johannes berichtet wie die Schriftgelehrten eine Frau auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt haben. Sie zerren sie vor Jesus und fordern ihn faktisch auf, das Todesurteil durch Steinigung auszusprechen. Jesus fängt an etwas auf den Boden zu schreiben. Die Kommentatoren spekulieren wild darüber, was das gewesen sein mag - es steht aber eben nicht da.
Auf ihr Drängen sagt Jesus dann:
Johannes 8,7 (LU17)
...Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.
Alle (!) gehen langsam weg. Irgendwie muss Jesus sie am Wickel gepackt haben. Sie werden nicht alle die Ehe gebrochen haben. Vielleicht hat Gott die Sünde ihrer Gedankenwelt aufgedeckt?
Den Unterschied zwischen Begehen und Begehren. Das kleine “r” eben.
Gott sieht unsere Gedanken! Aus der Heilung des Gelähmten, den die Freunde durchs Dach runterließen:
Matthäus 9,4 (LU17)
Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr so Böses in euren Herzen?
Ehebruch beginnt im Gedanken, im Herzen - nicht im Bett. Und Gott kennt unsere Gedanken.
Bin ich froh, eine sexuelle Sünde nicht begangen zu haben?
Warum denke ich darüber nach und male sie mir aus?
Merke ich nicht, dass sich damit genauso Sünde in meinem Herzen breit macht und mich gefangen nimmt?
Max Lucado verwendete dafür folgendes Bild:
Du musst zugeben, dass manche Herzen voller Lumpen-Pack sind. Egal welches Gesindel angeklopft, wir reißen die Türe weit auf.
Zorn meldet sich, und wir lassen ihn herein.
Rache braucht eine Unterkunft, und wir bieten eine Sitzgelegenheit an.
Selbstmitleid will eine Party feiern, also führen wir es in die Küche.
Sinnliche Begierde klingelt, und wir beziehen das Bett frisch.
Können wir nicht Nein sagen?
Sünde beginnt in unseren Gedanken - und Gott sieht unsere Gedanken.
Wie ernst nehmen wir Gottes Heiligkeit? Wie ernst unsere Sünde?
b) Gott nimmt unsere Schuld höllisch ernst
b) Gott nimmt unsere Schuld höllisch ernst
Jesus - unser König - ist in dieser Hinsicht erschreckend deutlich:
Matthäus 5,29 (LU17)
Wenn dich aber dein rechtes Auge verführt, so reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.
Mit anderen Worten: Dein Leib und deine Seele sind so wertvoll, dass es sich dafür lohnt, alles andere dahin zu geben.
Natürlich meint Jesus hier nicht , dass wir wortwörtlich unser rechtes Auge rausreißen sollten.
Was sollte das auch bringen? Das linke ist ja auch noch da und der Kopf mit seinen Gedankenwelten thront auch noch auf der Bandscheibe.
Jesus sagt: Wenn das kostbarste, was du hast, dich zur Sünde treibt, dann trenne dich davon.
Jesus spricht hier nicht zum ersten Mal und letzten Mal von der Hölle
16 Stellen habe ich gefunden, in denen Jesus die Hölle anspricht.
16 Gründe mehr, das Thema ernst zu nehmen.
Es fehlt die Zeit, das Thema weiter auszuführen: Aber die böse Kette aus Sehen und Begehren führt leider oft genug zum Begehen.
Jesus stellt die Ernsthaftigkeit der Sünde heraus.
Römer 6,23 (LU)
Denn der Sünde Sold ist der Tod.
Wir wollen unsere Gedanken unter den Gehorsam Christi gefangen nehmen (2Kor 10,5).
2. Gott sieht unsere Ehe
2. Gott sieht unsere Ehe
Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Unzucht, der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.
Gott nimmt die Ehe sehr ernst. Sie ist ein ewiger Bund. Deshalb ist die Ehe von Gott auf Lebenszeit angelegt (Rö 7,2; Mt 19,6; Eph 5,25; Mk 10,1-12).
In der Schöpfung von Mann und Frau stellte Gott klar, dass eine Ehe Mann und Frau aneinander “klebt” (1Mo 2,24). Jedes Lösen dieser Verbindung sorgt auf beiden Seiten für Zerstörung.
Gott hasst Scheidung (Mal 2,16).
Weil die Menschen aber so harte Herzen haben, lässt Gott Scheidungen zu.
Die Scheidungsurkunde schützte die Frau vor der Willkür des Mannes, “vom Hof gejagt zu werden” und dann als Ehebrecherin gesteinigt zu werden, wenn sie mit einem anderen Mann schlief.
Dem schließt Jesus an: Scheidung, ja, wenn es denn sein muss, aber dann eben auch keine Wiederheirat (Lk 16,18; 1Kor 7,11).
Jesus nennt eine Ausnahme: Unzucht, also Fremdgehen eines Partners Mt 19,9; Mt 5,32. Wenn der Ehepartner fremd geht, ist eine Wiederheirat möglich.
Nach Paulus ist eine Wiederheirat auch möglich, wenn ein ungläubiger Partner sich scheiden lassen will. Im Umkehrschluss: Der Gläubige soll sich nicht vom Ungläubigen trennen. 1Kor 7,15.
Jesus nimmt die Ehe absolut ernst! Das sollte sich jeder vor Augen führen, der die Eheschließung noch vor sich hat!
Wer Sex mit einem Partner hat, der nicht sein Ehepartner ist, begeht Unzucht oder Ehebruch. Sex vor der Ehe gehört dazu.
Wer Sex haben will, ohne den Partner heiraten zu wollen, sagt eigentlich:
Den Sex mit dir will ich, aber eine lebenslange Bindung? Nein, danke.
Wenn unter uns ein Paar ist, das Sex außerhalb und vor der Ehe hatte, dann geht heim und kniet nieder und sucht Jesus und ihr findet Vergebung und es wird ein Segen für eure Ehe.
Wenn jemand so lebt, dass es Gott nicht ehrt,
mit einem dunklen, einsamen Geheimnis,
mit einer heimlichen Beziehung,
mit dem Einbruch in eine andere Ehe
mit dem Begehren einer anderen Person
– dann sucht Jesus, macht ein Ende, macht heute den entscheidenden Anruf, fangt neu an.
Ich sage das nur deshalb so deutlich, weil ich schon mehrfach erlebt habe, dass diese Fragen auch vor einer christlichen Gemeinde nicht halt machen.
Überleitung
Überleitung
Was haben wir bisher gesehen?
Die Not beginnt mit den Gedanken. Das kleine R zwischen Begehen und Begehren macht den Unterschied.
Die Ehe ist ein verbindliches Versprechen an den Partner
Was ist die Verbindung zwischen der Ehe und dem Schwören im nächsten Abschnitt?
Eben: Stehe zu deinem Wort - auch im Eheversprechen!
3. Gott hört unsere Worte
3. Gott hört unsere Worte
a) Schwören
Ihr habt weiter gehört, dass zu den Alten gesagt ist : »Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollst dem Herrn deine Eide halten.«
Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron;
In einem Satz zusammengefasst: Gott will in unserem Leben eine Wahrhaftigkeit, die einen Schwur unnötig macht.
Jesus argumentiert, dass ein Schwur beim Himmel, seinem Thron, Jerusalem usw. ebenfalls nicht legitim sind.
Der Gedanke der Juden war: Ich schwöre nicht bei Gott. Deshalb entfaltet dieser “Schwur light” keine so große Bindekraft.
b) Aussage unter Eid
Wenn Jesus sagt:
Matthäus 5,34 (LU17)
Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron;
dann meint er damit nicht, dass ein Eid verboten ist - etwa vor Gericht.
Ich glaube, grundsätzlich dürfen Christen schwören. Und zwar dann, wenn sie dazu aufgefordert werden. Jesus selbst stand in seiner Verhandlung unter Eid.
Aber Jesus schwieg still. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes.
Paulus, ja Gott selber haben geschworen.
Es geht eher um das heute in den entsprechenden Kreisen immer wieder so leicht dahin Gesagte “ich schwöre”.
c) Wahrhaftigkeit als Teil unseres Charakters
Wenn wir Christen anders sind, dann heißt das: Man kann sich auf unser Wort verlassen.
Der Charakter eines Gotteskindes lässt keine Lüge zu!
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Bösen.
In der Informatik gibt es einen Variablen-Typ Integer. Er beschreibt eine ganze nicht “gebrochene” Zahl, also eine Zahl ohne Nachkommastelle.
Genau das sollen wir auch sein: Integer. Ungebrochen. Sagen und Tun fallen nicht auseinander.
Wie wahrhaftig sind unsere Worte?
Keiner zwingt uns immer alles zu sagen. Aber das, was wir sagen, sollte wahrhaftig sein.
Wissen die Menschen um dich herum, dass sie sich auf dein Wort verlassen können?
Unsere Worte sollten nicht nur wahr sein, sondern auch den richtigen Eindruck erwecken.
Wir können mit vielen blumigen Worten Nebelkerzen werfen, einen gewünschten Eindruck erwecken, der doch nicht der Wahrheit entspricht.
Wissen die Menschen um dich herum,
dass deine Zusage eine Zusage
deine Absage eine Absage ist?
Wir sagen manchmal ungerne die Wahrheit, weil wir uns dann nackig machen.
Ich las von einem Ehemann, der einen Seitensprung mit nach Hause brachte. Leider verdarb ihm seine Ehefrau ungewollt das Schäferstündchen: Sie hatte überall Hochzeitsfotos und andere gemeinsame Bilder aufgestellt, die er erst einmal alle umdrehen musste.
Als Christ stehst du immer unter dem Eid der Gegenwart Gottes.
Eure Rede sei Ja, ja, nein, nein. Das ist das Aus für
politische Lügen: ich würde gerne kommen, aber leider muss ich zum Geburtstag der Schwiegermutter.
Übertreibungen: du hörst mir nie zu.
Wortinflation: Es war wunderbar! Es war unglaublich! Es war ein solcher Segen! Der Herr war so präsent! Glaube mir: bald glaubt dir keiner mehr!
Schönfärberei: Netter Vortrag, kann ich mal die Folien haben? weil du den anderen nicht verletzen willst. Du hilfst ihm aber auch nicht.
4. Gott selbst gibt uns ein Vorbild
4. Gott selbst gibt uns ein Vorbild
a) Gott steht zu seinem Wort
a) Gott steht zu seinem Wort
2. Korinther 1,18–20 (ELB 2006)
Gott aber ist treu ⟨und bürgt dafür⟩, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein ⟨zugleich⟩ ist. Denn der Sohn Gottes … war nicht Ja und Nein, sondern in ihm ist ein Ja geschehen. Denn so viele Verheißungen Gottes es gibt, in ihm ist das Ja, deshalb auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre durch uns.
Gott steht zu seinem Wort!
b) Gott hält uns die Treue! (Ehe)
b) Gott hält uns die Treue! (Ehe)
Gott selbst gibt uns ein Vorbild seiner Treue. Und diesem Vorbild wollen wir nachgehen!
Der arme Hosea musste eine Hure heiraten, um zu versinnbildlichen, wie untreu sich Israel gegenüber Gott verhalten hat - und wie treu Gott zu seiner Braut Israel steht.
Hosea 2,21–22 (LU17)
Ich will dich mir verloben auf ewig, ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Barmherzigkeit.
Ich will dich mir verloben in Treue, und du wirst den Herrn erkennen.
Wenn Gott so redet, verspricht er unauflösliche Treue.
Und er steht zu dieser Treue, auch als Israel sich als untreue Braut erwies.
Er verspricht Fürsorge.
Er verspricht Erbarmen mit der Schwäche.
Er verspricht Dauer.
In diesem Bund werden Gott und seine geliebten Menschen einander erkennen.
So hält er auch zu dir und mir.
Trotz unseres Versagens.
Trotz unserer Sünde.
In Christus haben wir das Ja Gottes zu uns! Unabdingbar! 100% verlässlich.
Zusammenfassung
Zusammenfassung
Christen sind anders. Ihr Charakter ist geprägt von Christus. Deshalb heißen sie so. Und das sollten unsere Mitmenschen auch merken.
In unserem Umgang mit dem anderen Geschlecht. In unserer Ehe. Gott sieht unsere Ehen.
Jesus meint es so ernst, das er nicht nur vom Ehebruch begehen, sondern auch Begehren spricht.
Denn Charakter beginnt im unseren Gedanken. Gott kennt sie!
Charakter bindet aber auch unsere Worte. Gott hört sie!
Unser rum-ge-eier. Unsere Schwammigkeit, wenn ein klares ja oder nein gefragt ist. Mit oder ohne Schwur.
Gott hat uns gezeigt, dass auf ihn Verlass ist: er schwört seinem Volk die Treue, sein Ja ist ein Ja. Sein Nein, ist aber auch ein Nein. Stichwort Hölle.
Gott schenkt uns nicht nur sein Vorbild in seiner Verbindlichkeit, dem wir nacheifern wollen, sondern auch seine Vergebung, wenn uns das wieder einmal nicht gelingt.
Amen.
