Mt 9,18-26 Jairus - unser Herr hat Zeit
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· 40 views1. Zu spät: Gottes Gnade stellt die Werte der Welt auf den Kopf 2. sehr spät: Gottes Verzögerungen lehren uns unschätzbare Lektionen 3. spätestens rechtzeitig: Gottes Hand richtet uns auf
Notes
Transcript
Einleitung
Einleitung
Wer von uns wartet gerne? Warten erhöht den Stresslevel.
38 h p.a. im Stau (Sarahs und Danielas Rekord: 6 h auf der A6 )
6 h p.a. Supermarktschlange
156 h p.a. Warten auf den Computer. Hochfahren, runterfahren, hochladen, runterladen.
7,5 h p.a. im Wartezimmer eines Arztes
Als ich Daniela vor über 30 Jahren einen eindeutigen Brief schrieb, bat ich sie darin, mich nicht so lange warten zu lassen wie der damalige Freizeitleiter auf seine Angebetete. Daniela rief dann sofort an…
Umgekehrt: Wenn die Bahn schon mal pünktlich ist, dann wartet sie nicht: eine Minute zu spät und der Zug ist abgefahren. Was kann nicht alles von solch einem verpassten Zuge abhängen! Schon eine Minute wird verhängnisvoll, wenn ein „Zu spät“ darauf folgt.
Unser heutige Text spricht davon, wie Jesus zu spät kommt.
Text lesen: Mt 9,18-26.
Kontext
Kontext
Wie Jesus mit Zeit und Verzögerungen umgeht, wird uns in der heutigen Predigt begleiten:
1. Zu spät: Gottes Gnade stellt die Werte der Welt auf den Kopf
2. sehr spät: Gottes Verzögerungen lehren uns unschätzbare Lektionen
3. spätestens rechtzeitig: Gottes Hand richtet uns auf
Jesus wurde gerade von den Jüngern des Johannes zu einer „wichtigen” theologischen Frage angesprochen: Warum fasten deine Jünger nicht?
Jesus erläutert, dass bei einer Hochzeit die Gäste nicht Trauer tragen, sondern gemeinsam mit dem Brautpaar feiern. Jesus ist da. Als Mensch auf der Erde. Da kann das Sacktuch in der Ecke bleiben. Jetzt ist die falsche Zeit zum Trauern.
und da sind wir schon in unserem Text
1. Zu spät: Gottes Gnade stellt die Werte der Welt auf den Kopf
1. Zu spät: Gottes Gnade stellt die Werte der Welt auf den Kopf
Mitten in diese Diskussion platzt ein “Oberer” rein, fällt vor ihm nieder und klagt Jesus den Tod seiner 12-jährigen Tochter.
Lukas und Markus berichten deutlich ausführlicher und stellen ihn als Jairus, den Synagogenvorsteher vor: Der angesehenste Mann von Kapernaum wirft sich vor Jesus in den Dreck! Er macht seine Not öffentlich und bekennt sich zu Jesus.
Und Jesus ist nahbar
Und Jesus ist nahbar
Mitten in einer hitzigen Diskussion mit den Johannesjüngern ist er erreichbar für die Not von Jairus, die nicht warten kann.
Ein paar Kapitel später berichtet Matthäus über die Speisung der 4000. Jesus verbringt 3 volle Tage mit dem Volk.
Welche ein Gemeinschaft hatten die Menschen mit dem Menschensohn! Was hättest du, wenn du dabei gewesen wärst, Christus alles gefragt? Was mit ihm erlebt? Wie hätte er dich erlebt? Unser Herr ist nahbar!
Er ist nur ein Gebet weit entfernt. Auch für dich und für mich.
Jesus ist verfügbar
Jesus ist verfügbar
Jesus lässt alles stehen und liegen und folgt Jairus mit seinen Jüngern. Unser Herr ist verfügbar. Er möchte auch in dein Leben hinein kommen.
Ich persönlich bin oft nicht verfügbar. Und will es ehrlich gesagt auch nicht immer sein. Ton bei WhatsApp abgestellt. Meine Frau kann ein Lied davon singen, wie ungenießbar ich sein kann, wenn ich (immer wieder) gestört werde, z.B. bei der Predigtvorbereitung.
Jesus ist … zu spät
Jesus ist … zu spät
Matthäus verkürzt die Geschichte gnadenlos auf das Wesentlichste: Jairus’ Tochter ist schon tot. Bei den beiden anderen Evangelisten kommt die Nachricht von ihrem Tod erst während Jairus mit Jesus im Gespräch ist.
Aus menschlicher Sicht ist Jesus zu spät!
Was macht Jairus damit?
Jairus zeigt einen großen Glauben
Jairus zeigt einen großen Glauben
In Matthäus Steno-Variante unserer Geschichte klingt das so:
Matthäus 9,18 (LU17)
...Meine Tochter ist eben gestorben, aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig.
Der Hauptmann (nicht Jairu!) zeigt einen großen Glauben, weil er auf Jesu Anwesenheit verzichtet: “Sprich nur ein Wort.”
Jairus zeigt einen noch größeren Glauben. Er traut Jesus eine Totenauferweckung zu! Was ein Bekenntnis! Er hat ein akutes Problem. Er braucht jetzt Hilfe. … Und Jesus kommt mit.
Jairus muss geduldig sein
Jairus muss geduldig sein
Jesus ist schon zu spät und wird weiter aufgehalten. Eine Frau drängelt sich dazwischen. Sie hat kein akutes, sondern ein chronisches Problem. Seit 12 Jahren schon.
Und jetzt ergreift sie die Gelegenheit beim Schopfe oder vielmehr Jesus am Zipfel, um endlich gesund zu werden.
Ihr Glaube ist nahezu magischer Natur. Sein Mantel soll sie wieder heilen. So murmelt sie immer wieder vor sich hin, während sie sich durch die Menge drängelt, um Jesus heimlich von hinten zu berühren.
In göttlicher Gnade spürt sie, dass sie - nach der Berührung - wirklich sofort geheilt ist.
Jesu Gnade dreht die menschlichen Werte auf den Kopf
Jesu Gnade dreht die menschlichen Werte auf den Kopf
Warum?
Da ist ein Jairus
reich
religiös angesehen
mit einem akuten Problem
bekennt sich öffentlich zu Jesus, in dem er sich vor ihm in den Dreck wirft.
sein Glaube reicht sogar zu einer Totenauferweckung
Ergebnis: Er muss warten
Da ist eine Frau
namenlos
(mittlerweile) ob der vielen Arztrechnungen arm
schleicht sich von hinten an Jesus
ihr Problem ist chronisch - seit 12 Jahren
ihr Glaube scheint eher magischer Natur
Ergebnis: Sie wird sofort geheilt
Die Frau ist wie die Rentnerin, die sich im Supermarkt vorpfuscht, wenn ich noch schnell etwas kaufen muss, bevor mein Bus zur Arbeit wegfährt.
Ist das nicht ungerecht?
Nun ja, wir wissen ja, dass Jairus auch noch an die Reihe kommt. Sehen wir es fürs Erste also positiv: Jesus interessiert sich in einer drängenden Menge genau für eine einzelne Frau, die nicht gerade die Eigenschaften hat, die wir im Rampenlicht sehen wollen.
Jesus interessiert sich in gleicher Weise auch für dich:
Jesus sucht nicht die Helden, sondern die, die einen Helden benötigen.
Seht doch, Brüder und Schwestern, auf eure Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme sind berufen.
Gottes Gnade stellt die Werte der Welt auf den Kopf. Er sucht die Menschen, die ihm nichts bringen können.
2. sehr spät: Gottes Verzögerungen lehren uns unschätzbare Lektionen
2. sehr spät: Gottes Verzögerungen lehren uns unschätzbare Lektionen
Gott KANN warten
Gott KANN warten
Wenn wir die Evangelien lesen, sehen wir in Jesus einen Menschen, der nie in Eile ist:
Jesus lebte geduldig im Rhythmus des Heiligen Geistes und nach dem Zeitplan seines Vaters.
Als Junge blieb er im Tempel, im Haus seines Vaters (Lukas 2,41-49), weil es noch nicht Zeit war zu gehen.
Der Bericht von Lazarus zeigt, dass Jesu Handeln in unserer Geschichte kein Zufall ist.
Immer wieder betrachtete Jesus Unterbrechungen nicht als Störung seiner (oder anderer Leute) Pläne, sondern als Teil des väterlichen Plans.
C. S. Lewis bringt dies auf den Punkt:
Das Beste ist, wenn man aufhören kann, all die unangenehmen Dinge als Unterbrechung des „eigenen", des „wirklichen" Lebens zu betrachten.
Die Wahrheit ist natürlich, dass das, was man Unterbrechungen nennt, genau das wirkliche Leben ist - das Leben, das Gott einem Tag für Tag schickt.
Ob es nun die kleinen, täglichen Unterbrechungen sind oder eine lange Zeitstrecke: Wie lebst Du in den Zeiten des Wartens, die Gott bestimmt?
Wenn Du noch in Gottes Geduld-Schule bist, hast Du jemals daran gedacht, dass Jesus
Menschen heilen,
die Botschaft von Umkehr und Gnade verkünden,
am Kreuz sterben
und damit die Welt retten musste
30 Jahre lang im Handwerk seines Stiefvaters arbeitete, den Umgang mit Hammer und Säge lernte, galiläische Möbel baute, von Sägemehl bedeckt war und Rechnungen schrieb?
Der Teufel hat Eile. Ihm läuft die Zeit davon. Für eine begrenzte Zeit ist er der Herr dieser Welt.
Jesus kann warten. Er hat Zeit. Er hat Autorität. Er hat Macht. Er wird am Ende siegen.
Müssen wir nicht auch lernen, langsamer zu werden und auf das Tempo des Heiligen Geistes in unserem Leben und in unserer Gemeinde zu achten?
Ist all meine Ungeduld in Wirklichkeit nicht nur der Stolz, mein Timing für besser zu halten als Gottes Timing?
Mein Irr-Glaube, dass mein Plan besser als seiner ist?
Gott möchte mein Vertrauen nicht meine vermeintliche Klugheit.
Gottes Gnade richtet sich nicht nach unseren Plänen, unserem Timing, unserem Tun! Gnade ist und bleibt immer unverdient.
Jesus nimmt sich Zeit für die Frau
Jesus nimmt sich Zeit für die Frau
Sie erzählt ihm alles! Wie lange war es wohl schon her, seit jemand sich ihre Geschichte angehört hatte? Jesus nimmt sich die Zeit und läßt sie reden.
Er hätte allen Grund gehabt, es nicht zu tun:
Die Menge wartet,
die Leute drängen,
die Jünger stellten Fragen,
die Ältesten der Stadt stehen da,
ein Mädchen liegt im Sterben.
Und Jesus? Er hört zu. Er hält inne und hörte zu. Er muss es nicht tun. Dass er sie geheilt hatte, ist schon genug gewesen.
Für sie war es genug, für die Menge auch, aber nicht für Jesus.
Er will mehr tun, als nur ihren Körper zu heilen. Er will ihre Geschichte hören.
Wann nehmen wir uns die Zeit, jemand anderen so zuzuhören? Unser Handy abzustellen? Den Fernseher auszumachen? Die drängenden Aufgaben liegen zu lassen?
Gottes Warten legt unsere Hilflosigkeit bloß.
Gottes Warten legt unsere Hilflosigkeit bloß.
Solange die Tochter des Jairus lebte, gab es noch Hoffnung; als sie starb, war alle Hoffnung dahin.
Auch in unserem Leben wartet Gott oft bis die Lage vollkommen hoffnungslos ist.
Wir müssen fest davon überzeugt sein, dass allein Gottes Macht uns noch helfen kann.
Wenn es in deinem Leben auch so aussieht, als würde Gott etwas falsch machen, dann liegt das daran, dass du einen entscheidenden Faktor nicht kennst:
Für Jesus ist es kein Unterschied, ob er
Fieber heilt oder
von den Toten auferweckt,
Ob er dir eine Arbeitsstelle verschafft oder
deine Ehe renoviert.
Aber vielleicht lässt Gott in deinem Leben so viel Zeit verstreichen, damit du merkst, dass Du es eben nicht machen kannst.
Gottes Warten legt unsere Hilflosigkeit bloß.
Gottes Warten vertieft unseren Glauben.
Gottes Warten vertieft unseren Glauben.
Jairus glaubt, dass Jesus Krankheiten heilen kann. Aber Jesus will, dass er ihm noch mehr zutraut: eine Totenauferweckung.
Jesus fordert Jairus zum Glauben auf, wo es keinen menschlichen Grund zum Glauben mehr gibt.
Echter Glaube geschieht dort, wo wir uns nur noch an IHN klammern können.
Solch ein Vertrauen auf den Herrn ist uns nicht in die Wiege gelegt.
Deshalb benutzt Gott Verzögerungen, um Situationen zu schaffen, in denen unser Glaube wachsen kann.
Die Rentenversicherung zahlt mir nach der Reha ein Training. In der “Mucki-Bude” meines Physiotherapeuten. Sowas habe ich in 54 Jahren noch nie gemacht.
So wie körperliche Bewegung unsere Muskeln stärkt, so stärkt Glauben unsere seelischen Muskeln.
Ohne Gottes Glaubensfitnessprogramm mit seinen Warteübungen würden wir nie stärker werden.
Deshalb benutzt Gott manchmal die verstreichende Zeit, um unser Glauben und Vertrauen zu stärken:
Warum antwortet das Mädchen/der Junge einfach nicht auf meine Versuche, der Kontaktaufnahme?
Warum finde ich nicht den Traumarbeitsplatz?
Warum zieht sich meine Krankheit so hin?
Warum rettet Gott meinen Sohn oder Tochter einfach nicht?
Vielleicht will Gott in deiner Muckibude des Glaubens, dass Du noch mehr geben musst:
Beintraining (das sich in Bauch und Rücken auswirkt), wo man immer so eine Fußplatte runterdrücken muss. Physiotherapeut sagt: Eigenes Körpergewicht einstellen, beim Treppensteigen stemmst du das ja auch! Puhh. 90 Kilo? Da bin ich noch weit weg von!
Gib mehr! Gib alles!
Gib Gott mehr! Gib Gott alles! Denn:
Gott um etwas zu bitten, kann bedeuten, dass wir ihm mehr GEBEN müssen, um noch mehr zu BEKOMMEN.
wiederholen!
Ich möchte das näher erklären.
Jairus wollte (zunächst) eine Fieberheilung - er bekam eine Totenauferstehung.
Der Preis: Jesus erwartete größtes Vertrauen
Jesus aber hörte nicht auf das, was da gesagt wurde, und sprach zu dem Vorsteher: Fürchte dich nicht, glaube nur!
Die namenlose Frau wollte Heilung, sie bekam ewiges Leben
Der Preis: sie musste aus ihrer Anonymität heraus und ein öffentliches Bekenntnis abgeben.
Jesus wusste
um ihre Berührung
um eine heilende Kraft, die von ihm ausgegangen ist
um die Person - wer hat mich berührt? - (eine Frau!)
Aber er bohrt so lange nach, bis diese Frau aus der Anonymität der Menge heraus tritt, um ein Zeugnis abzulegen.
Sie wurde nicht nur (dauerhaft) gesund von ihrer Plage, sondern gerettet. Das Wort steht hier im Originaltext, wo Luther “gesund” übersetzt.
Gott um etwas zu bitten, kann bedeuten, dass wir ihm mehr GEBEN müssen, um noch mehr zu BEKOMMEN.
An welcher Stelle fordert Gott Dich in deiner Glaubens-Mucki-Bude auf, mehr oder alles zu geben? Wo hältst du etwas zurück, was du Gott geben musst, um mehr zu bekommen?
Mehr Vertrauen
Mehr Geld
Mehr Zeit
Mehr Bekennen
Glaubst du wirklich, dass du deinem Herrn etwas schenken kannst, ohne viel mehr von ihm zurück zu bekommen?
Schauen wir auf das Finale unseres Berichtes:
3. spätestens rechtzeitig: Gottes Hand richtet uns auf
3. spätestens rechtzeitig: Gottes Hand richtet uns auf
Jesu Warten demonstriert seine Autorität über Menschen
Jesu Warten demonstriert seine Autorität über Menschen
Wurdest Du schon einmal für deinen Glauben ausgelacht? Jesus erlebt es. Jairus rief ihn, um seine kranke Tochter zu heilen, doch als Jesus das Haus betrat, sagten ihm die Trauernden, das Kind sei tot. Jesus antwortet
Matthäus 9,24 (LU17)
...das Mädchen ist nicht tot, sondern es schläft.
Die Reaktion der Menschen in dem Haus?
Matthäus 9,24 (LU17)
...Und sie verlachten ihn.
Jesus musste Demütigungen ertragen. Aber hier weigert er sich, sie zu schlucken. Achten wir auf seine entschlossene Antwort:
Matthäus 9,24 (LU17)
… sprach er: Geht hinaus!
Markus beschreibt es noch drastistischer: Er warf die Menschen hinaus. Das gleiche Wort steht bei der Tempelreinigung. Für Spötter war weder Raum im Haus des Mädchens noch in den Gedanken Christi.
Jesus bewachte sein Herz. Er zeigte seine Autorität über Menschen.
Jesus zeigt seine Autorität über Leben und Tod
Jesus zeigt seine Autorität über Leben und Tod
Die Totenauferweckung als größte Verherrlichung
Was verherrlicht Gott wohl mehr - eine Krankenheilung oder eine Totenauferweckung?
Das ist ein weiterer Grund (neben der Muckibude), warum Gott deine Nacht oft noch schwärzer werden lässt: Damit seine Herrlichkeit um so heller leuchtet. Jeder soll sehen, dass ER die Rettung gebracht hat.
Welche Nacht kann schwärzer sein als der Tod?
Deine und meine Sterbewahrscheinlichkeit liegt bei 100% - es sei denn der Herr kommt vorher wieder. Keiner von uns ist diesen Weg schon mal gegangen.
Ich denke, keiner von uns freut sich auf den Tod. Hoffentlich aber auf die eine Ewigkeit beim Herrn. Aber das Sterben möchte jeder von uns am liebsten ausklammern.
Der Tod als Übergang zu einem besseren Leben
Hören wir noch einmal wie Jesus mit dem Tod hier umgeht:
Matthäus 9,24 (LU17)
Jesus sprach: … das Mädchen ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn.
Was meint Jesus damit?
Das Bild vom Tod als Schlaf spricht von der Verzögerung, die etwas viel Besseres wieder herstellt.
Für gewöhnlich wacht der Mensch vom Schlaf wieder auf - und ein neuer Tag mit hoffentlich frischen Kräften beginnt.
Wenn die Bibel immer wieder den Tod mit dem Schlaf vergleicht (z.B. Lazarus Joh 11,11; 1Kor 15,6), nimmt sie dieses Bild auf:
Der Mensch ist eine Zeit ohne Körper (aber mit Bewusstsein – vergleiche Lazarus), wacht dann aber auf, um gestärkt in das neue, dieses Mal ewige Leben in der Anwesenheit Gottes zu gehen.
Deshalb ist der Tod eine Verzögerung. Ein Verzögerung, um Besseres zu bringen - zumindest für die Christen.
Jesus besiegt den Tod
Jesus besiegt den Tod
Markus und Lukas berichten deutlich detaillierter:
Markus 5,41 (LU17)
und (Jesus) ergriff das Kind bei der Hand und sprach zu ihm: Talita kum! – das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf!
Elia und Elisa weckten auch Tote auf, in dem sie durch ihr Gebet Gottes Arm bewegten.
Christus sprach selber ein unmittelbares Befehlswort: Stehe auf!
Er und die Bibel insgesamt benutzen das gleiche Wort
für Totenauferstehung (z.B. seine eigene Mt 27,63)
wie Aufstehen nach dem Schlaf (Sturmstillung Mt 8,26). Also im Sinne von Aufwachen.
Jesus ist Herr über Tote und Lebende! Röm 14,9.
Seine Autorität, seine Kraft, von den Toten aufzuerwecken gilt auch für uns! 2Kor 13,4.
Denn wie der Vater die Toten auferweckt und macht sie lebendig, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will.
und drei Verse weiter:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.
Das könnte jetzt hier eine Osterpredigt werden, dafür fehlt aber die Zeit.
Ist Dir bewusst, was Jesus Auferstehungskraft für Dein Leben bedeutet?
Seine Auferstehungskraft ist sprichwörtlich die Kraft, die Tote auferwecken kann. Zunächst mal geistlich Tote!
Menschen, die von Buße und Umkehr meilenweit weg sind
Paulus selbst zieht diesen Vergleich in Eph 1, 19-20: Gottes Auferstehungskraft an Christus ist die gleiche Kraft, die geistlich Tote zum Leben erweckt.
Habt ihr schon mal erlebt, dass Menschen in mehr oder weniger offensichtlicher Sünde leben, aber keinerlei Anstalten machen, dies als Problem, als Sünde anzuerkennen und Gott und den Menschen zu bekennen?
Nur Gottes Auferstehungskraft kann das bewirken! Der Mensch in seinem Fleisch, wie es die Bibel ausdrückt, ist dazu nicht in der Lage (Rö 8,7).
Unser Leben mit Gott beginnt also schon mit der Auferstehungskraft Jesu. Mit seinem “Stehe auf!”
Jesu Auferstehungskraft wird die, die “Christus angehören” 1Kor 15,23, nach dem Tod wieder lebendig machen.
Und das nicht mit einem “armseligen, vergänglichen” Körper (Phil 3,21 NEÜ)
sondern verherrlicht - genau so wie Jesus auch einen Auferstehungsleib bekommen hat. Ein Körper, der isst, der trinkt, der sich berühren lässt (Lk 24,39).
Welch ein machtvolles Zeugnis seiner Autorität! Glauben wir das? Wirklich? Beeinflußt diese Lebenswirklichkeit in der Ewigkeit unser Verhalten im Hier und Jetzt?
Jesus handelte hier “Spätestens rechtzeitig” - und erweckt das Mädchen wieder zu neuem Leben.
Zusammenfassung
Zusammenfassung
Gott hat das Zeitmanagement in seiner Hand. Er hat nie Eile.
Er kam scheinbar zu spät, aber stellte mit seiner Gnade die Werte der Welt auf den Kopf.
Er handelte sehr spät, weil seine Verzögerungen uns die Mucki-Bude des Glaubens aufschließen, um ihm mehr zu vertrauen, wenn wir mehr - alles! - geben.
Er handelte spätestens rechtzeitig, als er dem Mädchen neues Leben schenkte. Jesus hat Macht über Leben und Tod - bis heute.
Aber für uns gibt ein “zu spät”.
Wir haben das kürzlich im Hauskreis behandelt: Als für Achan in Jos 9 die Lose fielen und ihn als den Schuldigen für die Niederlage gegen Ai brandmarkten, erst da bekannte er seine Schuld. Aber es war es zu spät.
Wenn du vor deinem Schöpfer stehst, wirst du deine Kniee vor Jesus und seiner Autorität beugen (Phil 2,10). Aber für eine ewige Errettung ist es dann - zu spät.
Komme nicht zu spät. Jesus handelt. Immer. Und spätestens rechtzeitig.
Amen.
Fragen
Hast du schon einmal Gottes Auferstehungstraft erlebt? Bei einer geistlichen Wiedergeburt? Dem Frieden, den ein Mensch im nahenden Tod hattet?
