Jesus begegnen

Jesus, Ich bin  •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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Eine gottgewollte Anbetung geschieht, wenn man eine Begegnung mit Jesus hat, ihn so kennen lernt und dann im Geist und in der Wahrheit anbeten kann.

Notes
Transcript
Oftmals verbinden wir Anbetung nur mit Musik und Lobsingen. Wir denken ans Händeheben, die Augen schließen usw.
Welches ist die warhaftige und echte Anbetung? Gibt es eine richtige Form?
In diesem Text ist Jesus auf dem Weg nach Galilea. Er kam von Jerusalem, wo er zum Fest gewesen war. Jetzt reiste er durch Samarien. Die Juden mieden normalerweise diese Gegend, weil die Samariter als unrein angesehen wurden.
Das geht daraus hervor, dass die Samariter, damals das Nordreich Israel, von den Assyrern zerstört wurde, weil sie Gott immer und immer wieder verunehrt hatten. Sie waren Götzendiener und lebten in vielen verschiedenen Sünden.
Nach der Zerstörung wurde es aber noch schlimmer: Sie vermischten sich mit den Heiden, was heißt, dass sie ihre heidnischen Bräuche annahmen und sie zu ihre eigenen machten.
Von da an wollten die Juden, die ihrer Meinung nach rein waren, keinen Kontakt mit diesen unreinen Menschen pflegen. Die Samariter waren schlimmer als die Heiden.
Deshalb ist dieser Text so besonders. Jesus spricht mit einer samaritischen Person, die obendrauf eine Frau und zudem ein moralisch schlechtes Leben führte, da sie offenbar mehrere Partner gehabt hatte (s. V. 18f.).
Jesus und die Frau hatten ein sonderbares Gespräch: Sie sprachen über das lebendige Wasser, die Ehepartner der Frau und jetzt über die wahre Anbetung.
Es scheint, als wolle sie wohl aus der beschämenden Situation ausweichen, wo sie als Ehebrecherin entlarvt wurde (sie hatte ja mehrere Männer gehabt und zudem lebte sie mit einen anderen unverheiratet zusammen). Oder sie wollte es nutzen, dass sie mit einen Prophet sprach, und deshalb sprach die ein wichtiges Thema für sie an: den Ort der Anbetung.
In den folgenden Versen folgt ein Gespräch, das uns einige wichtige Dinge über die Anbetung sagt, nämlich über den Ort, die Art und den Autor der wahren Anbetung.

Kennen, um anzubeten

20 Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet, und ihr sagt, dass in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse. 21 Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.

Jesus lässt sich nicht auf eine Diskussion ein. Anstatt, dass er nun Argumente aufzeigen würde, um die Frau dazu zu überzeugen, dass Jerusalem der Ort der wahren Anbetung sei, legt er ihr etwas viel bedeutsameres dar.
Hier ist es wichtig festzustellen, dass das hier verwendete Wort für “anbeten” die totale Unterwerfung Gottes bedeutet. Dieses Wort (proskuneo) wurde als der Terminus technicus für den generellen Gottesdienst gebraucht. Es bezieht sich auf den Gottesdienst der Juden, der Griechen, der Samariter, usw.
Der Gottesdienst der Samariter basierte sich auf die fünf Bücher Mose, aber in modifizierter Form. Da sie ja die religiösen Rivalen der Juden waren, brachten sie ihre eigene Form hervor, weil sie ja von den Juden abgestoßen wurden. Daher war nicht mehr Jerusalem ihr Anbetungsort, sondern Garizim, weshalb sie in den Büchern von Mose jedes Mal das Wort Jerusalem mit Garizim vertauschten. Zudem nahmen sie alle anderen Bücher des AT nicht an, d.h., alle Propheten, Geschichtsbücher, Psalmen usw. Weil sie Gottes Offenbarung, das AT, ablehnten, kannten sie Gott nicht und wussten sie nicht, wen sie anbeteten.
Die Juden hingegen basierten auch auf die Bücher Mose, hatten diese aber nicht verändert und nahmen auch alle Propheten und die übrigen Schriften des AT als Autorität an. Sie studierten die Schriften und erfüllten sie gehorsam bis zum kleinsten i-Punkt Zudem waren ihr Anbetungsort Jerusalem. Sie kannten Gott aus der Schrift, auch wenn sie legalistisch und damit übertrieben. Trotzdem kannten sie den, den sie anbeteten.
Das ist wie ein unaufmerksamer Ehemann. Bei einer Eheberatung, die seine Frau wegen ihren Frust in der Ehe organisiert hatte, erschrak der Mann, weil seine Frau vieles sagte, dass er noch nie gehört hatte. Er dachte bei sich: “Was?? Sie mag nicht zum Fußball fahren und mir da zusehen? Sie möchte lieber einen romantischen Abend haben? Das hat sie ja nie gesagt.” Hatte sie es nie gesagt oder hatte er nie zugehört?
So war es bei den Samaritern: Sie wollten nicht hören, was Gott sagte, deshalb war es unmöglich, dass sie ihn kennen würden. Das führt dann dazu, dass sie Gott nicht anbeten konnten.
Die falsche Anbetung lehnt Gottes Gebote und Reden ab, um sich selber welche zu schaffen.
Gott nicht kennen ist in den menschlichen Wünschen zu verfallen, die zur Sünde und zur ewigen Verdammnis führen. Das sagt Paulus zu den Christen in Thessalonich (1. Thess 4,5; 2. Thess 1,8). Daher müssen wir uns daran machen, Gottes Wort zu täglich lesen und gehorchen, um ihn kennenzulernen. Dann werden wir ihn anbeten können.
Jesus weist hier schon darauf hin, dass nicht der Ort das Wichtige ist, sondern die Beziehung und das Kennen. Gott aus seinem Wort kennen. Also: Lese die Bibel, hör dir bibelgetreue Predigten an - hier in der Kirche und im Youtube -, geh zum Hauskreis, um gemeinsam über Gottes Wort zu reden und über Gott zu lernen.

Art der Anbetung

23 Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. 24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.

“Es kommt die Stunde”. Jesus wiederholt diesen Satz, um zu unterstreichen, dass es jetzt schon bald so sein würde. Es würde sehr bald schon nicht mehr notwendig sein, nach Jerusalem zu reisen, um Gott anzubeten. Das hat sich schon erfüllt. Seitdem Jesus am Kreuz für unsere Sünden gestorben und für unser neues Leben auferstanden ist, ist die große Mauer, die Trennung zwischen Gott und den Menschen zunichte gemacht und nun können Mensch und Gott wieder in Beziehung treten.
Daher ist es jetzt auch eine andere, eine neue und vollkommenere Art der Anbetung. Sie geschieht in “Geist und Wahrheit”. Aber es ist nicht einfach ein mögiches “Levelup” in der Anbetung, das Gott anbietet, sondern es ist ein Befehl. Warum denn eigentlich? Weil Gott Geist ist. Er ist ein zeitloser, grenzenloser, allgegenwärtiger und unbegreiflicher Gott. Er ist nicht so wie wir und die Welt, die wir kennen. Er ist nicht materiell, er verfällt nicht und ändert sich nicht. Da ist es nur allzu logisch, dass die wahren Anbeter Gott nicht in menschlicher und vergänglicher Form, wie z.B., mit Opfer und Zeremonien, anbeten, sondern sie müssen Gott in einer höheren Form anbeten.
Aber, was heißt denn in “Geist und Wahrheit” anbeten? Im Geist anbeten heißt, dass der Mensch, der Gott wahrhaftig anbetet, von seinen Geist erfüllt sein muss. Wir lesen, dass der Heilige Geist in uns wohnt (1. Kor 6,18-19). Daher beten wir Gott durch allem an, was in uns geschieht. Unsere Gedanken, Stoßgebete, Handlungen, Worte und sogar flüchtige Gedanken sind Anbetung Gottes in unserem Herzen. Ja, auch wenn wir zusammen singen, beten wir Gott an, aber es hängt nicht davon ab, sondern es fließt aus unserem Inneren und zeigt sich an dem Äußeren.
In der Wahrheit anbeten heißt, dass wir Gott richtig also wirklich anbeten. Wenn die Anbetung nur materielle (also äußerlich) ist, ist sie nicht wirklich. Wenn die Anbetung sich auf bruchhafte Gotteskenntnis basiert, ist sie nicht wirklich. Wir müssen Gott vollkommen kennen und das hat Jesus uns ermöglicht: Er kam auf die Welt um uns Gott zu offenbaren. Er ist voll Gnade und Wahrheit (Joh 1,14), ja, er ist die Wahrheit selbst (Joh 14,6)! Durch ihn können wir Gott kennen und anbeten.
Dass Gott in Jesus Mensch geworden ist zeigt uns, dass Gott die Initiative hat und er die Beziehung mit den Menschen sucht. Gerhard Maier sagt: “Deshalb „sucht der Vater“ nicht einen Ort, sondern „solche“ Menschen, „die ihn so anheten“.” Nicht ein geographischer Ort, sondern die Menschen sind der “Ort” der Anbetung.
Anhand der Geschichte von Maria und Martha in Lukas 10,38-42, lässt sich dieses gut illustrieren. Marta sorgte sich ständig um Jesu Wohlergehen. Ich stelle mir vor, dass sie Essen zubereitet hat und es Jesus gebracht hat, zudem das Zimmer aufgeräumt, einige Kissen geholt und noch einen Nachtisch bereitet hat. Aber Maria hörte einfach Jesus zu. Sie genoss die Zeit mit ihm und wusste, dass Jesus, der Messias, alles wusste und dass man von ihm lernen sollte. Als Marta sich dann wegen ihrer untätigen Schwester beklagte, sagte Jesus: Maria aber hat das gute Teil erwählt, das nicht von ihr genommen werden wird (Lk 10,42).
Wahre Anbetung geht aus dem Inneren hervor. Durch Jesu Werk am Kreuz können wir wieder mit Gottes Geist in Verbindung treten. Wenn wir an Jesus als unseren Herrn und Heiland glauben und vom neuen geboren werden, kommt der Heilige Geist in uns wohnen. Dann wird unser Leben verändert und wir beten Gott ständig an. Mit unserem Denken, Wünschen, Reden und Tun. So sind wir hundertprotzentig mit Gott verbunden.
Leben wir also auch danach! Wir als Christen sind Anbeter, wenn wir arbeiten, wenn wir Examen schreiben, zur Schule gehen, mit den ungehorsamen Kindern zu tun haben und wenn der Kollege wieder so nervig ist. Wie wir da denken, reden und handeln soll zeigen, dass wir wahre Anbeter sind.
Außerdem: Lasst uns Jesu Nähe suchen. Erst sagte ich, dass wir Gottes Wort lesen müssen. Jetzt füge ich hinzu, dass wir beten müssen. Das Gebet ist das Gespräch mit Gott.

Autor der Anbetung

25 Die Frau spricht zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus genannt wird; wenn jener kommt, wird er uns alles verkündigen. 26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin es, der mit dir redet.

Anscheinlich sehnte die Frau sich - wie auch viele andere Juden und Samariter - nach den Messias. Dieser würde das Land wieder politisch herstellen, d.h., Israel von den Römern befreien und ein ewiger König sein. Er würde auch allen theologischen Fragen beantworten, weil er ja Gott komplett kennen würde. So dachte man damals.
Scheinbar dachte die Frau, dass der Messias alles erklären würde, auch, wie die Anbetung dann aussehen würde. Sie merkte nicht, dass der Messias höchstpersönlich ihr gerade über die Anbetung angesprochen hatte.
Jesus offenbart sich dann der Frau. Er zeigt ihr, wer er ist. Und das tut er in einer sehr interessanten Form. Er braucht einen ganz normalen Satz, den man geläufig brauchte, um sich zu erkennen zu geben: “Ich bin”. Man könnte auch so übersetzen: “Ich bin’s”. Diesen Satz brauchte man z.B., wenn jemand fragte: “Wer ist Hans?”, der dann darauf antworten würde: “Ich bin’s”. Jesus gibt sich also wie ein geläufiger Mensch zu erkennen.
Auf der anderen Seite ist es dieser Satz - “Ich bin” -, der auf die Gottheit Jesu hinweist. Auf einer anderen Stelle sagte Jesus: Johannes 8,58 “Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich.” Das spielt auf die Selbstoffenbarung Gottes an, die er zu Mose gab Exodus 3,14 “Da sprach Gott zu Mose: »Ich bin, der ich bin.« Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Der »Ich bin« hat mich zu euch gesandt.” Jesus offenbart sich also auch als Gott.
Jesus ist der Gott-Mensch, der Messias, der da kommen sollte, um alles zu verändern. Er ist der, auf den die Juden, die Samariter und alle Heiden warteten. Er ist dieser Gesalbte, der Messias, und wir alles zurechtstellen und Gott komplett offenbaren. Jesus offenbart sich als den Gott, der zeitlos, allgegenwärtig und grenzenlos ist, aber auch als den Menschen, der so einer wie wir ist. Und zudem: Jesus spricht mit der Frau - “der mit dir redet”. Er gesellt sich zu den Menschen und schließt eine Beziehung.
Die samaritische Frau hatte hier ihre Begegnung mit den Messias. Sie wurde hier verändert. In den nachfolgenden Versen lesen wir folgendes von ihr:
Johannes 4,28–30 ELB 2006
Die Frau nun ließ ihren Wasserkrug stehen und ging weg in die Stadt und sagt zu den Leuten: Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Dieser ist doch nicht etwa der Christus? Sie gingen zu der Stadt hinaus und kamen zu ihm.
Genauso wurde auch ein junger Mann, den ich kenne, verändert. Als ich ihn kennen lernte, war ein kalter Typ, der sich stark zeigte und nicht von geistlichen Dingen sprach. Ich hörte von seinen ehemaligen Klassenkameraden, dass er sich oft mit verschieden Jungen geschlagen hatte und oft in Probleme verwickelt gewesen war. Im letzten Jahr hörte ich, dass dieser junge Mann sich taufen lassen wollte. Und wirklich, als ich wieder mit ihm sprach, merkte ich, dass er ein ganz angenehmer Mann war, freundlich, aufgeschlossen und aufmerksam. Dazu dient er jetzt mit seiner Frau in der Gemeinde. Er hatte definitiv eine Begegnung mit Jesus. Jetzt ist er ein anderer Mensch.
Auch wir, ein jeder von uns, braucht eine Begegnung mit Jesus. Es geht nicht darum, dass wir mit eigener Kraft Gott dienen. Es geht darum, dass wir mit Jesus eine Beziehung haben und dadurch geheiligt werden und ihm näher kommen.
Die Frau, mit der Jesus redete, hatte mehrere Partner gehabt und war wahrscheinlich nicht sonderlich gut in der Gesellschaft angesehen. Trotzdem nahm sich Jesus ihrer an und veränderte sie. Gleich nach dem Gespräch wurde sie zur Evangelistin! Wenn es für ihr Hoffnung gab, dann auch für dich!
Wenn du Christ bist, aber dich mehr wie ein Diener fühlst, der keine Beziehung mit seinem Herrn hat, dann suche die Begegnung mit Jesus. Wende dich vom Dienen ein wenig ab, in dem Sinne, dass du jetzt Zeit und Raum für die persönliche Bezeihung mit ihm hast.
Eine Begegnung mit Jesus verändert.

Schluss

Wir haben gesehen, dass der Ort nicht das Wichtige ist bei der Anbetung, sondern dass man den kennt den man anbetet: Gott. Der wünscht sich wahre Anbeter, die ihn tagtäglich im Denken, Wollen und Tun anbeten, während sie ihn, Gott, durch Jesus Christus kennenlernen. Dazu ist es notwendig, dass wir eine wahre und persönliche Begegnung mit Jesus haben.
Ich schließe mit einer kleine Geschichte: Im 2. Jh. gab es einen Christen namens Polykarp. Schon als kleiner Junge bekehrte er sich und folgte seitdem Jesus nach. Als schon alt geworden war, im Alter von 84 Jahren, wurde von römischen Behördern wegen seines Glaubens verklagt und zum Tode verurteilt. Der Richter forderte ihn vor einer großen Menschenmenge, die zuschaute, auf: “Leugne und verspotte Jesus, dann wirst du nicht getötet! Bekenne dich zu den Göttern!” Polykarp antwortete: “Wie soll ich ihn leugnen? Mein Leben lang bin ich meinem Herrn nachgefolgt und habe ihm gedient; und noch nie hat er mir jemals etwas schlechtes getan! Ich bekenne mich zu Jesus!” An dem Tag starb Polykarp. Aber es ist klar, dass er eine Begegnung mit dem Messias gehabt hatte. Er betete seinen Herrn im Leben und im Tod, im Denken und im Wollen, im Tun und im Reden von ganzem Herzen an.
Begegnen wir Jesus!
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