Bibelstunde 1.Thess 2,8-12
Vers 8
Im ersten Kapitel hatte der Apostel mit dem Ausdruck „was wir unter euch waren“ darauf angespielt, wie er und seine Mitarbeiter sich in der Mitte der Thessalonicher verhalten hatten, als sie zum ersten Mal mit dem Evangelium zu ihnen gekommen waren. Auch hatte er angedeutet, daß die Kraft, die die Botschaft begleitete, sehr eng mit dem tadellosen Verhalten der Boten verbunden war. Jetzt wendet er sich zu Beginn des zweiten Kapitels wieder diesem Thema zu.
Er umsorgte sie so liebevoll, dass er mit ihnen lieber teilen wollte, als von ihnen etwas anzunehmen. Sein Anliegen bestand nicht in einer gleichgültigen, oberflächlichen Verkündigung des »Evangeliums Gottes«, sondern darin, seinen Zuhörern Anteil an seinen innersten Herzensregungen zu geben. Er liebte sie, und Liebe scheut keine Kosten. Wie sein Herr kam er nicht, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben
Paulus weiß um die vielfachen unlauteren Motive, die uns Menschen sogar beim Dienst für den Herrn treiben oder anfechten können: Ehrgeiz, Geldgier, Machthunger. Er weiß auch um die falschen Mittel, die je und dann angewandt werden: Schmeichelei, Propaganda, menschliche Redekunst. Aber er darf diesen Vorwürfen gegenüber daran erinnern, wie er selbst das alles bewußt vermieden hat, im Gegenteil zum Leiden bereit war, auch keine Arbeit gescheut und in der Verkündigung und Seelsorge die mütterliche mit der väterlichen Weise verbunden hat. Und das tat er immer mit dem Blick auf das rechte Leben hier und auf die Herrlichkeit, der wir entgegengehen (V. 12).
Vers 9
Verse 10 - 12
Die allgemeine Charakteristik veranschaulicht P. durch ein bestimmtes Beispiel: die seelsorgerliche Fürsorge für jedes einzelne Gemeindeglied.
Er betont hier das individualisierende, damit hingebende, mühevolle, aufopfernde der seelsorgerlichen Beratung und Erziehung
περιπατέω umhergehen, gehen, wandern; wandeln, seinen Weg gehen, sein Leben führen
