Ein äußeres Zeichen für eine innere Veränderung - Taufe und die Macht der Sünde

Ein äußeres Zeichen für eine innere Umkehr  •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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Unerkannt, unentdeckt, unerreichbar

Unerkannt… Meine Frau und ich waren bei einer Sportveranstaltung. Es ging um Biathlon. Wir hatten einfach mal einen Ausflug ohne Kinder geplant. Gespannt verfolgten wir das Rennen. Plötzlich tippte mich jemand von hinten an die Schulter. Die, mir unbekannte Person wies auf eine andere, ältere Person, die weitere vier Reihen über uns saß und uns heftig zuwinkte. Es war jemand aus Langenbach, der uns erkannt hatte. Als ich das später meinen Eltern erzählte, meinte mein Vater nur: „Gut, dass du nicht mit der Freundin da warst.“
Unentdeckt… Als die gefälschten Bilanzen und dubiosen Zahlungen des Münchner Zahlungsdienstleisters Wirecard entdeckt wurden, platzte eine Bombe. Am Ende stand man vor den Trümmern des bis dato größten Wirtschaftsskandals der Bundesrepublik. Irgendwie fehlten rund 1,9 Milliarden Euro, die auf Konten in Asien hätten sein müssen.
Unerreichbar… „Ein Abgeordneter darf nur mit Genehmigung des Bundestages wegen einer strafbaren Handlung zur Verantwortung gezogen und verhaftet werden, es sei denn, er wird auf frischer Tat ertappt oder im Laufe des folgenden Tages festgenommen. Die Immunität ist auf die Dauer der Mitgliedschaft im Parlament begrenzt und kann nur auf Beschluss des Bundestages aufgehoben werden. […] Zweck der Immunität ist es, die Arbeits- und Funktionsfähigkeit des Bundestages insbesondere auch bei politisch motivierten Klagen gegen Abgeordnete zu schützen.“[1]
Ein deutscher Abgeordneter ist somit zwar nicht unerreichbar, aber besonders geschützt. Schaut man in die weltweite Politik erlebt man allerdings andere Spitzenpolitiker, die grundsätzlich meinen für die Justiz unerreichbar zu sein.
Unerkannt, unentdeckt und unerreichbar - Paulus nutzte bildhafte Vergleiche, um das Verhältnis zur Sünde zu beschreiben. Dabei kommt auch die Taufe zur Sprache.
Ich lese einen Textabschnitt aus Römer 6,1-11
Römer 6,1–11 (NLB)
Heißt das, dass wir weiter sündigen sollen, damit Gott Gelegenheit hat, uns noch mehr Gnade zu schenken? Natürlich nicht! Wenn wir für die Sünde tot sind, wie können wir da weiter in ihr leben?
Oder wisst ihr nicht, dass wir mit Jesus Christus gestorben sind, als wir auf seinen Namen getauft wurden? Denn durch die Taufe sind wir mit Christus gestorben und begraben. Und genauso wie Christus durch die herrliche Macht des Vaters von den Toten auferstanden ist, so können auch wir jetzt ein neues Leben führen.
Da wir in seinem Tod mit ihm verbunden sind, werden wir auch in der Auferstehung mit ihm verbunden sein. Unser früheres Leben wurde mit Christus gekreuzigt, damit die Sünde in unserem Leben ihre Macht verliert. Nun sind wir keine Sklaven der Sünde mehr. Denn als wir mit Christus starben, wurden wir von der Macht der Sünde befreit. Und weil wir mit Christus gestorben sind, vertrauen wir darauf, dass wir auch mit ihm leben werden. Wir wissen, dass Christus von den Toten auferstand und nie wieder sterben wird.
Der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Er starb ein für alle Mal, um die Sünde zu besiegen, und nun lebt er für Gott. Deshalb haltet daran fest: Ihr seid für die Sünde tot und lebt nun durch Christus Jesus für Gott!
nach der Übersetzung: Neues Leben.
Heißt das, dass wir weiter sündigen sollen, damit Gott Gelegenheit hat, uns noch mehr Gnade zu schenken? Natürlich nicht! Wenn wir für die Sünde tot sind, wie können wir da weiter in ihr leben? Oder wisst ihr nicht, dass wir mit Jesus Christus gestorben sind, als wir auf seinen Namen getauft wurden? Denn durch die Taufe sind wir mit Christus gestorben und begraben. Und genauso wie Christus durch die herrliche Macht des Vaters von den Toten auferstanden ist, so können auch wir jetzt ein neues Leben führen. Da wir in seinem Tod mit ihm verbunden sind, werden wir auch in der Auferstehung mit ihm verbunden sein. Unser früheres Leben wurde mit Christus gekreuzigt, damit die Sünde in unserem Leben ihre Macht verliert. Nun sind wir keine Sklaven der Sünde mehr. Denn als wir mit Christus starben, wurden wir von der Macht der Sünde befreit. Und weil wir mit Christus gestorben sind, vertrauen wir darauf, dass wir auch mit ihm leben werden. Wir wissen, dass Christus von den Toten auferstand und nie wieder sterben wird. Der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Er starb ein für alle Mal, um die Sünde zu besiegen, und nun lebt er für Gott. Deshalb haltet daran fest: Ihr seid für die Sünde tot und lebt nun durch Christus Jesus für Gott!

Der Textaufbau

Texte stehen immer in einem Zusammenhang. Deshalb dürfen wir uns nicht nur auf die Verse 3 und 4 konzentrieren, in denen die Taufe erwähnt wird. Ich möchte uns mit diesem Teil der Predigt kurz den Aufbau des Textes erklären.
Am Anfang steht die Überleitung aus Kapitel 5 mit der These: Je mehr ich sündige, desto mehr Gnade erlebe ich. Der Gedanke ist natürlich falsch. Paulus geht es um einen, von Jesus geprägten Lebenswandeln. Der wird zwar nie sündenfrei sein, aber sich überwiegend an Jesus orientieren.
Wie kommt man dahin? Die Antwort gibt Vers 2. Paulus nutzt ein Bild. Er stellt die Sünde nicht als Tat dar sondern tut so, als wäre sie eine Person. Also als jemand, der die Menschen sucht, sich an sie hängt und ins Verderben reißt. Das ist aber nur möglich, wenn man für die Sünde sichtbar ist. Wenn man Unerkannt, unentdeckt
und unerreichbar ist, verfehlt die Sünde ihr Ziel.
Wie komme ich dahin? Das beantworten die Verse 2-6. Paulus nimmt dazu 5 Beispiele aus dem christlichen Kontext. 1. Ohne Jesus bin ich zum ewigen Tod verurteilt. Mit Jesus ist der Todesfall bereits eingetreten. Jesus hat es aber für mich erlitten. Für den Scanner der Sünde, bin ich nicht mehr zu sehen.
2. Das Untertauchen in der Taufe ist quasi wie eine Beerdigung. 3. Sündigen kann nur ein Lebendiger. Wenn ich zu Jesus gehöre, gelte ich für den Scanner der Sünde als begraben. 4. Jesus ist auferstanden. Er ist ewig lebendig. Wenn ich ihm gehöre, gilt das auch mir. Wieder bin ich für die Sensoren der Sünde nicht mehr zu erkennen, weil die Auferstehung Jesu alles überstrahlt. 5. Wer gerichtet ist, kann nicht erneut verurteilt werden. Wenn ich mich für Jesus entschieden habe, hing ich, im Bild des Paulus gesprochen, mit Jesus am Kreuz. Die Sünde hat keine Handhabe mehr gegen uns, weil alles bereits bezahlt wurde.
Was folgt daraus? Der erste Gedanke ist vielleicht: Prima, dann leben ich als Christ sündenfrei und brauche auf nichts mehr achten. Das ist aber falsch und Paulus sagt das auch nicht. Denn der Rest des Abschnitts befasst sich damit, wie man in der Zerrissenheit als Christ und fehlbarer Mensch klar kommt. Der Ausleger Eckhard Schnabel bringt es auf den Punkt: „Durch den Glauben an Christus haben wir den Raum verlassen, in dem die Sünde herrscht. Gott beseitigt [für einen Christen] nicht die Möglichkeit zu sündigen aber die Macht der Sünde, die dem Sünder [ohne Christus] die Verurteilung im Endgericht bringt.
Paulus endet daher mit einem Appell für ein verantwortungsvolles Leben, das durch Christus geprägt ist.
Wenn uns Textaufbau und Taufe nicht so ansprechen, sollten wir uns Vers 8 merken. Paulus gibt in diesen Sätzen eine ganz große Hoffnung wieder, die für ein ganzes Christenleben entscheidend ist:
Nun sind wir keine Sklaven der Sünde mehr. Denn als wir mit Christus starben, wurden wir von der Macht der Sünde befreit. Und weil wir mit Christus gestorben sind, vertrauen wir darauf, dass wir auch mit ihm leben werden. Römer 6,6b-8
Römer 6,6b–8 (NLB)
Nun sind wir keine Sklaven der Sünde mehr. Denn als wir mit Christus starben, wurden wir von der Macht der Sünde befreit. Und weil wir mit Christus gestorben sind, vertrauen wir darauf, dass wir auch mit ihm leben werden.

Taufe und der Tod

Ein sichtbares Zeichen für eine innere Veränderung. Das ist der Titel der Themenreihe zur Taufe. Paulus bringt in Römer 6 eine weitere Sicht auf die Taufe ins Spiel. Was schrieb Paulus nochmal? Denn durch die Taufe sind wir mit Christus gestorben und begraben.
Es muss sich offensichtlich um eine Erklärung in einem Bild handeln. Denn niemand ist wirklich den Tod gestorben, den Jesus starb. Gleiches gilt für sein Begräbnis.
Wie kommt Paulus dazu diesen Vergleich zu ziehen? Warum hat er es gewählt? Er muss ja davon überzeugt gewesen sein, dass die römischen Christen direkt verstanden, was er meinte.
Wie kommt Paulus dazu diesen Vergleich zu ziehen?Wir schauen uns dazu drei Texte aus dem Neuen Testament an.
Einen Hinweis finden wir in Mt 10,38-39 . Jesus informiert die gerade berufenen Jünger über ihre neue Aufgabe. Er sagt ihnen: „Wer sich weigert, sein Kreuz auf sich zu nehmen und mir nachzufolgen, ist es nicht wert, zu mir zu gehören. Wer an seinem Leben hängt, wird es verlieren; aber wer es für mich aufgibt, wird es finden.“
Matthäus 10,38–39 NLB
Wer sich weigert, sein Kreuz auf sich zu nehmen und mir nachzufolgen, ist es nicht wert, zu mir zu gehören. Wer an seinem Leben hängt, wird es verlieren; aber wer es für mich aufgibt, wird es finden.
Von Taufe ist keine Rede, aber offenbar kostet die Nachfolge das Leben. Das kann Jesus nicht generell gemeint haben, denn viele Christen starben und sterben eines natürlichen Todes. Dass es Verfolgung gab und immer noch gibt und Menschen um des Glaubens Willen sterben, ist eine Tatsache. Was aber für alle Christen gilt: Wer ernste Sache mit Jesus macht, legt sein altes Leben ab, er gibt es preis, ja er beerdigt es quasi und erlaubt es Jesus neu zu regieren. Ein „sowohl als auch“ gibt es nicht. Das bemängelt Jesus ja gerade im Sendschreiben an Laodizea, die er als „lau“ tadelt.
Ein anderer Hinweis ist in Lukas 12,50 zu lesen: Jesus spricht wieder mit den Jüngern: „Eine schreckliche Taufe steht mir bevor, und der Gedanke daran lastet schwer auf mir, bis sie vollzogen ist.“
Lukas 12,50 NLB
Eine schreckliche Taufe steht mir bevor, und der Gedanke daran lastet schwer auf mir, bis sie vollzogen ist.
Jesus kann hier nicht die Taufe des Johannes meinen. Seine lag zu diesem Zeitpunkt bereits rund 2 Jahre zurück. Jesus nutzt den Vergleich mit der Taufe, um auf seinen baldigen Tod aufmerksam zu machen. Was Jesus sagt, offenbart seine Gefühle. Das bewegt mich sehr. Was er sagt, erinnert mich aber auch an Schilderungen von Soldaten, die von einer Feuertaufe sprechen. Gemeint ist damit ein lebensgefährlicher Einsatz. Taufe und das Bild vom Sterben kommen hier wieder vor.
Noch ein Hinweis aus 1. Petrus 2,24 : „An seinem eigenen Körper hat er unsere Sünden an das Kreuz hinaufgetragen, damit wir für die Sünde tot sind und für die Gerechtigkeit leben können. Durch seine Wunden seid ihr geheilt worden!“ Petrus erwähnt die Taufe zwar nicht, aber er beschreibt mit seinen Worten, was Paulus bereits im Römerbrief geschrieben hat. Wer Christ geworden ist, kämpft zwar weiterhin mit Versuchung und Nöten, aber die Sünde als solche hat keinen Besitzanspruch mehr auf die Person.
1. Petrus 2,24 NLB
An seinem eigenen Körper hat er unsere Sünden an das Kreuz hinaufgetragen, damit wir für die Sünde tot sind und für die Gerechtigkeit leben können. Durch seine Wunden seid ihr geheilt worden!
Schlussfolgerung: Paulus entwickelt mit seinem Vergleich von Taufe und Tod kein eigenes Bild sondern er greift auf, was Jesus schon gesagt hatte und auch unter den Aposteln bekannt war. Da Petrus auch Kontakte zu den römischen Christen hatte, kann Paulus davon ausgehen, dass ihnen der Vergleich wahrscheinlich bekannt vorkommen könnte.

Was hat das alles mit uns zu tun?

Wissen wir immer, warum was wie gemacht wird? Sicher nicht. Man kann nicht von allem eine Ahnung haben. Ich denke da besonders an viele technische Dinge, wo ich froh bin, dass es fertige Lösungen gibt, ohne zu hinterfragen, wie was genau funktioniert.
Wenn wir über die Taufe nachdenken und ganz schlicht feststellen, dass alle Taufformen etwas mit „Untertauchen“ zu tun haben, muss man fragen: Warum ist das so? Niemand kommt schließlich auf die Idee Taufwasser zu trinken oder durch ein Taufbecken zu waten.
Die Erklärung ist relativ einfach und baut auf den Vergleichen der Taufe mit einer Beerdigung und dem Ertrinken auf. Symbolhaft wird der alte Mensch ertränkt. Symbolhaft wird der neue Mensch aus dem Wasser gezogen. Der Gedanke steckt in jeder Taufpraxis, ob es nun ein Übergießen oder ein wirkliches Untertauchen ist.
Für uns bleiben drei Dinge:
1. Dich interessiert das Thema eigentlich nicht so sehr. Dann freu dich an der Zusage aus: Nun sind wir keine Sklaven der Sünde mehr. Denn als wir mit Christus starben, wurden wir von der Macht der Sünde befreit. Und weil wir mit Christus gestorben sind, vertrauen wir darauf, dass wir auch mit ihm leben werden.
Römer 6,6b–8 (NLB)
Nun sind wir keine Sklaven der Sünde mehr. Denn als wir mit Christus starben, wurden wir von der Macht der Sünde befreit. Und weil wir mit Christus gestorben sind, vertrauen wir darauf, dass wir auch mit ihm leben werden.
2. Es gibt Symbole und bildhafte Sprache in der Bibel. Sie dienen in aller Regel dem besseren Verständnis. Da wir aber mindestens 2000 Jahre später auf die Dinge schauen, ist manches erklärungsbedürftig.
Durch die Taufe wird der alte Mensch bewusst und willentlich, aber nur symbolisch ertränkt.
3.
Aus diesem Symbol ergibt sich, wie man tauft.
Querverbindungen zum Praxis beim jüdischen Reinigungsbad sind vorhanden, aber greifen in der geistlichen Bedeutung des Neuen Testaments nicht.
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