Gib niemals auf!
Sermon • Submitted • Presented
0 ratings
· 33 viewsNotes
Transcript
„Gib niemals auf!“ – Ist doch völlig utopisch, völlig unrealistisch. Wer bitte kommt denn im Leben niemals an einen Punkt, an dem er nichts anderes kann als aufgeben?
Jeder erlebt Situationen, die völlig aussichtslos sind, in denen man eigentlich nur noch aufgeben kann.
Wenn du in der Schule mal 2 Wochen krank warst, in dieser Zeit alles an Unterricht verpasst hast, dann zurückkommst und sofort den Test in Mathe mitschreiben sollst über ein Thema, von dem du noch nie etwas gehört hast! Wie soll das gehen? Da kannst du dir aussuchen, ob du per Zufallsprinzip wahllos ein paar Zahlen aufschreibst oder gleich aufgibst.
Wenn du auf dem Weg zum Schulbus auf die Uhr schaust und plötzlich feststellst, dass du dich um 10min vertan hast – dann kannst du auch gleich aufgeben und wieder nach Hause laufen.
Wenn du 100 Liegestütze machen sollst, aber genau weißt, dass du schon nach 15 halbtot bist – dann kannst du auch aufgeben.
Gib auf! Bringt eh nichts.
Manchmal würden wir gern aufgeben, wenn wir ehrlich sind. Aufhören zu kämpfen, Kraft zu investieren in Situationen, die ohnehin aussichtslos erscheinen. Da fühlt es sich irgendwie gut an, aufzugeben.
Auch in der Bibel finden wir immer wieder Menschen, die aufgeben.
Hagar war eine Frau, der es sehr schlecht ging, dort wo sie gelebt hat. Von ihrer Familie wurde sie unterdrückt und fertig gemacht, sie hielt es nicht mehr aus. Sie hat sich entschieden abzuhauen, zu fliehen. Sie hat in dieser Situation aufgegeben. Elia war einer der krassesten Propheten Israels. Er hat mit Gott gewaltige Dinge erlebt. Er hatte mit eigenen Augen gesehen, wie Gott Feuer vom Himmel fallen lässt und so beweist, dass Er der einzig wahre Gott ist. Das ganze Volk kehrt wieder zu Gott um. Nur der König findet das doof und Elia muss vor ihm fliehen. Er geht in die Wüste, legt sich hin und würde am liebsten sterben. Elia gibt auf, obwohl er doch so krasse Sachen erlebt hat. Sogar Petrus gibt mal auf. Petrus – man könnte sagen der Klassensprecher der Jünger, der der immer vorneweg geht, immer vorprescht – der gibt Jesus auf. Er wendet sich von Jesus ab, behauptet, Ihn nicht zu kennen.
Immer wieder erzählt die Bibel von Menschen, die gescheitert sind oder die sogar aufgeben. Immer wieder lesen wir, wie menschlich es ist, aufzugeben, dass es passiert, dass wir es nicht schaffen, dass unsere Kraft nicht ausreicht.
Und immer wieder erzählt die Bibel, wie Gott darauf reagiert: Gott gibt diese Menschen nicht auf. Gott gibt uns Menschen nicht auf.
Er begegnet Hagar in der Wüste. Er sieht sie, Er nimmt ihre Probleme wahr, Er weiß um ihre ganze Situation und Er spricht sie an und gibt ihr wieder eine Perspektive. Er gibt ihr neue Hoffnung. Gott begegnet Elia. Er stärkt ihn. Er ermutigt ihn wieder neu, gibt ihm neue Kraft, sodass Elia wieder zurückgehen kann, dorthin, wo Gott ihn gebrauchen will. Gott gibt Elia eine neue Perspektive. Und Gott begegnet Petrus – und auch den anderen Jüngern. Der auferstandene Jesus begegnet den Jüngern, was für sie alles verändert. Und für Petrus hat Jesus sogar eine extra Ermutigung. Jesus vergibt ihm und macht ihn zum ersten Leiter der Gemeinde.
Gott weiß, wie es uns geht. Er weiß, was wir durchzumachen haben. Er weiß, wenn unsere Kraft nicht mehr ausreicht. Er sieht uns, wenn es uns richtig schlecht geht.
Und Er gibt uns nicht auf – niemals! Immer hat Er uns im Blick. Immer gibt Er auf uns Acht.
Natürlich gibt es in der Bibel auch Beispiele, wo Menschen in völlig fürchterlichen und ausweglosen Situationen sind, aber trotzdem nicht aufgeben.
Paulus zum Beispiel: Er hat den Menschen von Jesus erzählt, manche fanden das irgendwie ziemlich doof und nun sitzt er im Gefängnis; in einem kalten, eklig-nassen, stinkenden Loch – und singt Gott Loblieder. Daniel, der den Löwen zum Fraß vorgeworfen wird, weil es ihm wichtiger war, zu Gott zu beten, als auf die Befehle von Menschen zu hören. Er hält an Gott fest. Und allen voran natürlich Jesus: Bevor Er beginnt, öffentlich zu predigen und Wunder zu tun, muss Er in die Wüste. 40 Tage isst Er nichts. 40 Tage! Ich meine, wir vergehen ja schon fast vor Hunger, wenn wir bei McDonald’s mal 10 min auf unsere Bestellung warten müssen. – Jesus hat 40 Tage nichts gegessen! Er hat Hunger, das können wir uns gar nicht vorstellen. Und als wäre das nicht genug, kommt der Teufel um die Ecke und versucht, Ihm vermeintlich tolle Dinge aufzuquatschen. Er versucht, Jesus zum Aufgeben zu bringen. Doch Jesus hält durch, Er gibt nicht auf. Er hält an Gott, Seinem Vater fest.
Das hätten wir auch gern, oder?
Durchzuhalten, sogar dann wenn es richtig hart ist.
Durchzuhalten, wenn ich keine Kraft mehr habe.
Durchzuhalten, wenn ich große Angst habe.
Durchzuhalten, wenn es eigentlich völlig aussichtslos ist.
Niemals aufgeben.
Ich bin mir sicher: Wenn wir durchhalten wollen – müssen wir aufgeben!
Wenn wir durchhalten und am Ende bei Gott ankommen wollen, müssen wir aufgeben!
Wir müssen unser Ego aufgeben. Wir müssen unsere Selbstgefälligkeit aufgeben. Wir müssen unseren Stolz aufgeben. Wir müssen den Versuch aufgeben, es selbst schaffen zu wollen.
Keiner von uns hat die Kraft, alles alleine zu schaffen. Keiner von uns kann es alleine schaffen, bei Gott anzukommen.
Deswegen: Gib auf, bevor du scheiterst! Gib den Gedanken auf, alles allein schaffen zu müssen! Gib den Gedanken auf, das Leben allein meistern zu wollen!
Das bedeutet es nämlich, an Gott zu glauben. Sich einzugestehen, dass es mit Gott viel besser läuft als ohne Ihn, dass Er so viel größer ist als ich. An Gott zu glauben, bedeutet, darauf zu vertrauen, dass Gott es ist, der alles kann – nicht ich, sondern Gott.
Gib niemals auf! – Das bedeutet: Halte an Gott fest! Ganz egal, was kommt, ganz egal, wie schwer gerade alles ist: Halte an Gott fest, denn Er hält an Dir fest! – Er hält Dich fest!
Gib niemals auf!
Wenn du mit Gott unterwegs bist, dann kann kommen, was will, zusammen mit Gott wirst du es schaffen!
In Psalm 18, einem Gebet von David, da bekennt dieser König David: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen!“ (Ps 18,30b) Mit Gott kann ich alles schaffen und ist die Herausforderung noch so groß.
Gib niemals auf, auch wenn du vor einem Berg stehst, von dem du nicht weißt, wie du ihn bezwingen sollst – Gott weiß es!
Paulus – ihr erinnert euch: Der Typ im Gefängnis – schreibt einmal – eben im Gefängnis – den Satz: „Alles ist mir möglich, durch den, der mir die Kraft dazu gibt.“ (Phil 4,13) … und er meint damit Jesus. Dieser Vers klingt ganz toll und fühlt sich so richtig stark an. Steph Curry, einer der besten Basketballer der Welt, hat sich diese Bibelstelle auf seine Schuhe geschrieben. – Was viele aber nicht im Blick haben: Paulus geht es hier nicht darum, dass mit Jesus alles lockerflockig ist und das Leben zum Ponyhof wird. Sondern er sagt: Weil ich an Jesus glaube und Jesus immer bei mir ist, ist es völlig egal, wie die Umstände sind, ob ich genug zu essen habe oder zu wenig, ob andere mich mögen oder mich fertig machen, ob ich gut in der Schule bin oder nicht, alles ist völlig egal. Es zählt nur, dass Jesus bei mir ist. Er hilft mir, mit allem fertig zu werden – und sei es noch so schwierig. „Alles ist mir möglich, durch den, der mir die Kraft dazu gibt.“ (Phil 4,13)
Bleibt die Frage: Wie funktioniert das? Wie kann Paulus so etwas schreiben – und leben? Wie kann Daniel so ruhig bleiben, obwohl er gleich hungrigen Löwen als Hauptgericht serviert wird? Wie kriegt es Jesus hin, nach 40 Tagen ohne Essen in seiner ganzen Schwäche trotzdem dem Teufel zu widerstehen?
Weil sie nicht auf Schwere schauen, sondern auf Gott. Du gibst dem, auf das du schaust, in deinem Leben Raum. Du kannst wie das Kaninchen vor der Schlange sitzen – vielleicht kennt ihr dieses Sprichwort – und ganz starr vor Angst werden, weil du nur auf dein großes Problem schaust. Oder du sagst: „Ok, das ist echt eine Herausforderung, aber ich schaue auf Gott, weil ich weiß, dass mein Gott so unendlich viel größer ist, als diese Herausforderung!“
Der König der Welt ist an deiner Seite! Der Schöpfer von Himmel und Erde! Für Ihn ist kein Problem zu groß, keine Herausforderung zu schwer. – Das heißt nicht, dass alles für dich einfach wird, aber alles wir machbar, alles wird schaffbar.
Gib niemals auf!
Richte deinen Blick auf Gott. Knall Ihm vor die Füße, was schwer ist in deinem Leben – und gern auch alles andere. Er wird dir helfen. Und wenn es nötig ist, trägt Er dich sogar durch die schweren Zeiten.
Leicht wird es deswegen nicht. Manchmal wird uns alles abverlangt. Manchmal prüft Gott uns sogar, ob wir es wirklich Ernst meinen mit dem Glauben an Ihn – auch das lesen wir in der Bibel. Aber immer hält Er uns fest in Seiner Hand!
Gib niemals auf! – An Timotheus, einen ganz jungen Gemeindeleiter, schreibt Paulus: „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens!“ (1Tim 6,12a) – Bleib dran an Jesus, es lohnt sich!
Und selbst wenn deine eigene Kraft kleiner wird: Jesus wird dir helfen, du musst es nicht allein schaffen. Du musst nicht mal alleine glauben, sogar dabei hilft dir Jesus immer und immer wieder! Sei in Beziehung mit Ihm, rede mit Ihm, bete zu Ihm, lies in der Bibel, was Er Gutes über dich denkt und was Er dir alles verspricht!
Ein letzter Gedanke, falls du gerade im Leben zu kämpfen hast oder später einmal in so eine Zeit kommst: Das ist nicht leicht, keineswegs, aber Gott geht mit dir hindurch! Und Er nutzt solche Zeiten sogar, damit du Ihn näher kennenlernen darfst.
Ihr kennt vielleicht Psalm 23, auch von David geschrieben: „Der Herr ist mein Hirte“, usw. Die ganze Zeit erzählt David von Gott, er redet über Gott. Gott tut dies, Gott tut das. – In dem Moment, als es in Davids Leben richtig schwer und bedrohlich wird „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal“ – das ist alles andere als schön – aber in diesem Moment erlebt David Gott persönlich. Plötzlich schreibt er: „Ich fürchte kein Unglück, denn Du bist bei mir!“ In seiner größten Not, erlebt David, dass Gott bei ihm ist; und er erlebt Gott ganz persönlich.
Ich wünsche euch, dass ihr niemals aufgebt, sondern euch von Gott getragen und geliebt wisst. Haltet an diesem Gott fest! Haltet an Jesus Christus fest – es gibt nichts und niemanden, der auch nur annähernd an diesen Gott herankommen würde!
Ich wünsche euch, dass ihr, gerade dann wenn es mal richtig schwer im Leben wird, dass ihr Gott ganz nah und ganz persönlich erleben dürft!
Gib niemals auf! Denn Gott gibt Dich niemals auf!
Gebet …
Amen.
