Masken

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Einleitung

Das Theater war die wichtigste Unterhaltungsform in der griechischen Gesellschaft. Man geht davon aus, dass das Theater in der griechischen Kultur zwischen dem 4. und 5. Jahrhundert v. Chr. entstanden ist. Einer der Gründe für die Entstehung des Theaters war, die Alltäglichkeit in Form von Tragödien oder Komödien zu vermitteln... oder Situationen darzustellen.
Dafür war es wichtig, eine Auswahl an Schauspielern zu haben, die die verschiedenen Lebenssituationen in der griechischen Welt dieser Zeit darstellen konnten. Das Problem war jedoch, dass es nicht genügend Leute gab, die sich dem Theater widmeten, d. h. es gab nur wenige Schauspieler. Also erfanden die Griechen Masken. Diese Masken ermöglichten es, dass ein und dieselbe Person verschiedene Rollen spielen konnte, indem sie einfach ihre Maske wechselte und somit die Aufgabe übernahm, nicht nur die Charaktere zu spielen, sondern auch verschiedene Persönlichkeiten darzustellen, je nach Bedarf.
Ähnlich wie bei den griechischen Schauspielern gibt es auch bei uns bestimmte Situationen, in denen wir Masken tragen. Wir tragen sie oftmals, um Schwächen, Versagen, Ängste, Unsicherheit und andere Dinge zu verstecken. Wir fürchten, dass man unser wahres Gesicht erkennt und uns ablehnt ... oder noch schlimmer ... uns für das kritisiert, was wir wirklich sind. Deswegen ziehen wir es vor, die Rolle eines Schauspielers einzunehmen, das heißt, unsere Maske zu wechseln, wenn sich die Szene ändert... also je nach Situation, die sich uns bietet... und genau wie die griechischen Schauspieler nehmen wir bestimmte Persönlichkeiten, bestimmte Rollen an, die uns dazu bringen, anders zu handeln, als wir wirklich sind. Das bringt dazu, dass wir ein Leben führen, das sich um andere dreht, ein Leben, das davon abhängt, was andere sagen werden, ein Leben, dem es an Authentizität fehlt, ein Leben, das uns bindet und uns mit Frustration, Ängsten und sogar Isolation erfüllt.
Deshalb werden wir heute darüber nachdenken, wie wichtig es ist, ein authentisches Leben zu führen, ein echtes Leben.

Heuchelei leitet mich zum Stolz

Die Haltung, im Leben Masken aufzusetzen, ist nicht neu. Auch Jesus war ständig mit Menschen konfrontiert, die versuchten, sich hinter Masken zu verstecken. Unter diesen Menschen gab es eine Gruppe, mit denen er besonders hart umging: die Pharisäer.
Die Pharisäer waren die Verkörperung des Satzes: "Tu, was ich sage, aber nicht, was ich tue". Ihr Problem war nicht, was sie über Gott glaubten, auch nicht ihre Lehre, sondern ihr Mangel an Authentizität... ihr Mangel an Transparenz. Äußerlich gaben sie vor, Gott nahe zu sein, sie zeigten der Öffentlichkeit ihre Spiritualität, aber in ihrem Inneren waren sie Menschen, die nach Zustimmung und Anerkennung dürsteten. Sie waren urteilend, fordernd und intolerant gegenüber den Fehlern anderer... mit anderen Worten, sie waren gute Schauspieler.
Die Widersprüchlichkeit zwischen ihrem öffentlichen Leben und ihrem Privatleben brachte Jesus dazu, sie in Frage zu stellen. Er ging sogar so weit, dass er sie Heuchler nannte. Heuchelei bedeutet, dass wir vorgeben, etwas zu sein, was wir nicht sind. Es ist ein Verstecken unserer wahren Persönlichkeit... es ist das Tragen einer Maske.
Jesus sagte einmal zu seinen Jüngern vor einer großen Menschenmenge:
Als sich unterdessen viele Tausende der Volksmenge versammelt hatten, sodass sie einander traten, fing er an, zuerst zu seinen Jüngern zu sagen: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer[1], das heißt vor der Heuchelei[2]. (Lc. 12:1)
Was ist das Problem mit der Heuchelei... mit der Unehrlichkeit gegenüber sich selbst?
Das Problem ist, dass diese Haltung uns dazu bringt, stolz zu sein... hart... und manchmal sogar verurteilend. Man hat den Eindruck, in einem ständigen Wettbewerb zu stehen und das Bedürfnis nach Perfektion... und Überlegenheit in verschiedenen Bereichen zu zeigen. Mit anderen Worten, wir messen uns ständig an anderen... an unseren Geschwistern... an Freunden... innerhalb der Familie, und obwohl wir innerlich wissen, wie der Wettbewerb aussieht, akzeptieren wir unsere Realität nicht... also greifen wir zu Masken, um uns zu rechtfertigen.
Wir hören deshalb manchmal Sätze wie diesen, oder sagen sie innerlich zu uns selbst:
- "Wie kann er sich nur so verhalten? Ich bin nicht perfekt, aber ich glaube nicht, dass ich mich in eine solche Situation versetzen könnte".
- "Gott sei Dank lebe ich nicht mehr in dieser Situation... Gott sei Dank habe ich diesen Kampf nicht mehr." Ein sehr häufiger Satz, den man zum Beispiel von jemandem hört, der früher Alkoholiker war und jetzt mit jemandem zusammen ist, der Alkoholiker ist.
- "Warum kommt dieser und jener in die Gemeinde? Wenn die Person gleich bleibt.
- "Meine Familie ist nicht perfekt, aber wir sind auch nicht wie die anderen.
Dieses Verhalten ist nicht neu, denn auch die Pharisäer haben so gehandelt. In der Bibel lesen wir, dass eines Tages ein Pharisäer auf dem Marktplatz betete und sagte: "Ich danke dir, Herr, dass ich nicht wie einer dieser Zöllner bin", während der Zöllner, ohne den Blick zum Himmel zu wagen, sagte: "Herr, erbarme dich meiner, eines Sünders". Bei einem anderen Ereignis hatte eine Frau Ehebruch begangen und die Pharisäer wollten sie steinigen, aber Jesus antwortete auf diese Haltung mit den Worten: "Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Mit dieser Antwort hat der Herr die Pharisäer ohne Zweifel ihre Maske abgenommen. Er konfrontiert sie, in dem er ihr Privatleben mit ihrem öffentlichen Leben gegenüberstellt. Er fordert sie auf, sich nicht darauf zu konzentrieren, was andere von ihnen denken, sondern ihre eigenen Sünden im Inneren zu betrachten.
Weshalb hat Jesus so gehandelt? Weil wir aus der Gnade fallen, wenn wir uns unehrlich verhalten. Wir beginnen unsere eigenen Leistungen... unsere eigenen Tugenden... zu preisen, um besser... geistlicher... gerechter dazustehen. Doch ohne es zu bemerken, gehen wir im Gegenzug hart mit den Fehlern anderer um und vergessen unsere eignen... wir beginnen zu suchen... uns mehr um andere zu kümmern als um uns selbst. Jedes Wort oder jede Predigt ist für den anderen richtig, aber nicht für mich. Wir finden eine Wahrheit in der Bibel und sie ist richtig ... aber für die andere Person.
Wisst ihr, was an dieser Einstellung erstaunlich ist? Dass wir uns damit selbst schaden. Denn diese Lebensform bringt uns dazu, ein hochmütiges Leben zu führen, in dem wir uns immer als besser empfinde als unser Nächster. Deshalb sollten wir nicht überrascht sein, wenn andere, die diese Haltung in uns erkennen, folgendes über uns denken:
- "Aber was für ein Unsympath! Nichts gefällt ihm. Nichts passt ihm.
- "Er denkt, er macht alles gut.
- "Er sieht zwar beeindruckend aus, aber er ist ein verbitterter Mensch.
Wir hören diese Aussagen und erschrecken innerlich, denn es scheint, dass "die Maske uns nicht gut verdeckt hat"... wir versuchen schnell, unsere Haltung zu rechtfertigen oder zumindest die Situation zu retten, indem wir sagen: "Ich bin Realist". Aber mit der Zeit entfernen sich die Leute von mir... von uns... so dass wir uns allein fühlen.
Ich kritisiere nicht... noch sollten wir kritisieren... ich verurteile nicht... noch sollten wir irgendjemanden dafür verurteilen, dass er sich so verhält, denn in Wirklichkeit verhalten wir uns alle irgendwann im Leben so. Diese Haltung, unsere Identität oder innere Realität zu verstecken, steckt manchmal in jedem von uns... wir tun es manchmal unbewusst oder nicht, weil es natürlich ist, niemand will seine Schwächen zeigen, und wenn wir ehrlich sind, ist die Gemeinde für viele normalerweise auch nicht der ideale Ort dafür. Denn oft haben wir die Vorstellung übernommen, dass wir perfekt oder heilig sein müssen, um diesen Ort betreten zu können. Also greifen wir zu verschiedenen Masken, um gut auszusehen und besser dazu zu passen.

Die Maske der Freude

Eine der bekanntesten Masken ist die Maske der Freude. Wir benutzen sie, um zu zeigen, dass wir ein erfülltes Leben haben... dass es keinen Spielraum für Leiden gibt. Oft verstecken wir unseren Schmerz hinter einem Lächeln, hinter dem "alles ist gut "... Passiert das nicht auch euch? Heutzutage ist es nicht mehr so in Mode, Schmerz zu zeigen, Momente der Not, des Unglücks zu zeigen. Denn wir wollen nicht mit Mitleid behandelt werden oder uns sagen lassen:
"Wo ist die Freude geblieben... du hast den Herrn sicher enttäuscht... du hast sicher etwas übersehen... sicher und sicher".
In anderen Fällen versuchen wir, unseren Schmerz hinter einem Lächeln zu verstecken, das sich in der Einsamkeit in Tränen verwandelt. Wir wollen nicht, dass sich andere um uns sorgen... um unsere Probleme, aber wir nehmen das Problem auch nicht wahr. Wir reden uns ein, dass es nicht so schlimm ist und dass es bald vorübergehen wird.
Menschen, die die Maske der Freude tragen, sind Menschen, die vom Leben hart getroffen wurden. Es gab irgendetwas... eine Person, ein Ereignis, das ihr Leben geprägt hat, und sie wollen nicht, dass andere es sehen. Ihr Lebensmotto lautet: " Auch eine schlechte Zeit ist eine gute Zeit". Das Problem ist, dass man nicht sein ganzes Leben in der Lage sein wird, dem schlechten Wetter ein gutes Gesicht zu geben.

Die Maske der Religiosität

Die Maske der Religiosität ist die, die wir tragen, wenn wir wollen, dass man uns bewundert.
"Wow, wie geistlich ist dieser Diener ... er weiß, wie man betet ... er ist so hilfsbereit ... so vorbildlich ... du bist sicher sehr gesegnet" sind Sätze, die wir hören wollen und die unser Selbstwertgefühl steigern. Wenn wir diese Maske benutzen, benutzen wir sie, um zu kritisieren. Unter dieser Maske denken wir, dass nur wenige zu Gott kommen können, weil nur wenige die Anforderung des "Heilig-Seins" erfüllen. Unter dieser Maske sagen wir: "Es ist eine Sünde, dies und das und das zu tun, aber wir wissen nicht, warum, wir mögen es einfach nicht.
Hinter dieser Maske verbirgt sich der Drang, von anderen gut gesehen zu werden, um mit sich selbst zufrieden zu sein... Das Traurige ist, dass unsere Identität von dem abhängt, was andere sagen.

Heuchelei verhindert, dass ich geholfen werde

Jede dieser Masken hat eines gemeinsam... sie führen uns dazu, in einer falschen Welt zu leben, in einer Welt, in der ich mich selbst betrüge. Denn in diesem Leben werden wir nicht immer in der Lage sein, voller Freude zu leben, noch werden wir immer die Anerkennung der anderen haben, egal wie sehr wir uns bemühen. Denn irgendwann werden andere uns sagen, dass wir etwas falsch machen. Unser Dasein kann auch nicht davon abhängen, wie andere uns sehen, was die anderen von uns denken. Denn dann werde ich mein ganzes Leben im Leben der anderen und nicht in dem Leben verbringen, das Gott für mich vorgesehen hat.
Da diese Masken der Freude, der Tapferkeit, der Religiosität (es können auch viele andere sein) uns in den Augen der anderen sicher machen, führt dies dazu, dass wir glauben, dass dies unser wahres Selbst ist... das heißt, wir gewöhnen uns daran. Und wir beginnen, unsere innere Wirklichkeit zu verleugnen. Jesus wusste dies, deshalb erklärte er seinen Jüngern, warum sie sich vor der Heuchelei der Pharisäer hüten sollten.
2 Es ist aber nichts verdeckt, was nicht aufgedeckt, und ⟨nichts⟩ verborgen, was nicht erkannt werden wird; 3 deswegen wird alles, was ihr in der Finsternis gesprochen haben werdet, im Licht gehört werden, und was ihr ins Ohr gesprochen haben werdet in den Kammern, wird auf den Dächern ausgerufen werden. (Lc. 12:2-3)
Liebe Freunde, Jesus sagt, dass es NICHTS gibt, was verborgen ist und nicht aufgedeckt wird. Früher oder später wird unsere Maske fallen. Die Menschen werden erkennen, dass wir nicht ehrlich sind... dass etwas Aufrichtigkeit in unserem Leben fehlt.
Lass mich dir etwas sagen, lieber Freund... Masken hindern uns daran, uns helfen zu lassen, und verbergen unser wahres Selbst... Masken hindern uns daran, Gott voll und ganz zu erfahren. Weißt du, warum? Weil wir diese Masken auch in unserer Beziehung zu Gott tragen. Wir glauben, dass wir uns ihm nicht nähern können, wenn wir versagen, dass wir nicht rein genug sind... Aber heute erinnere ich euch daran, dass der Gott der Bibel nicht der Gott der perfekten Menschen ist, er ist der Gott, der transformiert. Er ist der Gott, der sagt: "Lass dir an meiner Gnade genügen, denn in deiner Schwachheit bin ich stark geworden.
Heute frage ich Sie: Hinter welcher Maske versteckst du dich?
Das große Problem der Pharisäer war, dass sie ihre Schwächen und Fehler nicht zeigen wollten... genau wie wir... denn wenn wir das tun, entlarven wir uns selbst, und die Leute werden nicht mehr so viel über mich und meine Taten reden, sondern über Christus und was er in Ihrem Leben tut.

Fazit

Liebe Geschwister, ich lade euch ein, genau jetzt, wo ihr seid, die Augen zu schließen oder, wenn ihr es vorzieht, einfach das Gesicht zu neigen und euch im Gebet die folgende Frage zu stellen: Hinter welcher Maske verstecke ich mich?
Der Herr ist heute hier, um uns dabei zu helfen. Schämen wir uns nicht, mit dem Herrn zu sprechen, dies sollte der Ort sein, an dem wir am wenigsten Masken tragen... denn hier will der Herr uns helfen.
Wenn jemand das Gefühl hatte, dass Gott heute zu ihm gesprochen hat, möchte ich ihm einige Tipps geben, wie wir unsere Masken ablegen können....
1. zu erkennen, dass wir Masken tragen und zu erkennen, welche Maske wir tragen.
2. Bitten Sie den Herrn um Vergebung und ändern Sie absichtlich Ihre Haltung.
3. Beten Sie im Glauben:
4. Danken Sie Gott für das, was er in Ihrem Leben tut, und gehen Sie im Glauben.
Es ist notwendig, dass wir, sobald wir die Maske abnehmen, dem Herrn sagen: Ich brauche diese Masken nicht mehr. Ich brauche keine Äußerlichkeiten mehr, denn unser Herz ist Gott viel wichtiger. Wenn dein Herz richtig ist, dann wird auch deine äußere Erscheinung und deine Art zu leben richtig sein. Verpflichten Sie sich dem Herrn, ein authentisches Leben zu führen.
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