Jesus begegnet seinen Jüngern
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· 24 viewsJesus hat viele verschiedene Wege, um uns Menschen sich und seine Botschaft nahezubringen, allerdings wird sie nur bei uns ankommen, wenn unser Herz anfängt zu brennen.
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Die Botschaft - Was ist die Botschaft, die Jesus uns Menschen nahebringen möchte?
Die Botschaft - Was ist die Botschaft, die Jesus uns Menschen nahebringen möchte?
War jemand von euch an Ostern spazieren? Bei einigen Familien ist es eine Tradition, ein Ritual an Ostern spazieren zu gehen. Es geht ab in den Wald und bei den ganz Abenteuerlustigen werden dann noch Eier getrudelt. Nun stellt euch vor bei so einem Spaziergang würde jemand dazustoßen. Ein Fremder, ein anderer Spaziergänger, der sich euch anschließt. Er läuft neben euch her, hört euch über Ostern reden und was das so für euch bedeutet. Am Punkt wo ihr dann vielleicht sagt: Aber so richtig verstehe ich Ostern auch nicht… Da guckt euch dieser Mann an und fängt an mit euch über Ostern zu sprechen, wie ihr es vorher noch nie gehört habt. Er erzählt euch vom Beginn bis zum Ende der Bibel, wieso es Ostern brauchte und braucht. Er erklärt euch, wieso Jesus leiden und auferstehen musste, indem er bei Adam und Eva, dem Anfang der Weltgeschichte startet und bis in die Gegenwart hineingeht. Vielleicht würdet ihr denken: Okay, krass. Sowas habe ich ja noch nie gehört. Was ist das denn für ein Typ? Vielleicht würdet ihr aber auch etwas in eurem Herzen spüren. Eine Bewegung, eine Veränderung, die nachhaltig in euch und eurem Glaubensleben wirkt. So etwas ähnliches haben zwei Jünger am Ostertag erlebt. Ich möchte gerne ihre Geschichte vorlesen. Lukas 24,13-27
Und da waren am selben Tag zwei von ihnen unterwegs zu einem Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Und sie redeten miteinander über all das, was vorgefallen war.
Und es geschah, während sie miteinander redeten und sich besprachen, dass Jesus selbst sich zu ihnen gesellte und sie begleitete. Doch ihre Augen waren gehalten, so dass sie ihn nicht erkannten. Er aber sagte zu ihnen: Was sind das für Worte, die ihr da unterwegs miteinander wechselt? Da blieben sie mit düsterer Miene stehen. Der eine aber, mit Namen Klopas, antwortete ihm: Du bist wohl der Einzige, der sich in Jerusalem aufhält und nicht erfahren hat, was sich in diesen Tagen dort zugetragen hat. Und er sagte zu ihnen: Was denn? Sie sagten zu ihm: Das mit Jesus von Nazaret, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk, und wie unsere Hohen Priester und führenden Männer ihn ausgeliefert haben, damit er zum Tod verurteilt würde, und wie sie ihn gekreuzigt haben. Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde; doch jetzt ist es schon drei Tage her, seit dies geschehen ist. Doch dann haben uns einige Frauen, die zu uns gehören, in Schrecken versetzt. Sie waren frühmorgens am Grab, und als sie den Leib nicht fanden, kamen sie und sagten, sie hätten gar eine Erscheinung von Engeln gehabt, die gesagt hätten, er lebe. Da gingen einige der Unsrigen zum Grab und fanden es so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn aber haben sie nicht gesehen. Da sagte er zu ihnen: Wie unverständig seid ihr doch und trägen Herzens! Dass ihr nicht glaubt nach allem, was die Propheten gesagt haben! Musste der Gesalbte nicht solches erleiden und so in seine Herrlichkeit eingehen? Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in allen Schriften über ihn steht.
Ja, die Situation der beiden Männer war deutlich anders als unsere normalen Ostererfahrungen. Meistens freuen wir uns auf die Osterzeit. Wir wissen, dass der Frühling kommt, dass wir einiges an Süßigkeiten zu erwarten haben und wir mit unseren Familien zusammen sein dürfen. Den Jüngern ging es anders. Jesus hatte schon zu seinen Lebzeiten angekündigt, was jetzt Realität wurde: Er hat gelitten. Er ist gestorben. Er ist weg. Die Hoffnung der Jünger ist gegangen. Sie ist verschwunden und noch schlimmer: Das Grab wurde ausgeräumt. Der Leichnam Jesu ist nicht mehr da. Ja, Jesus hatte auch angekündigt, dass er wieder auferstehen wird, aber diese Hoffnung, diesen Glauben haben die Jünger nicht. Jesus war am Ende nur ein Prophet, der ihnen falsche Hoffnung gemacht hat. Vielleicht kennen wir ähnliches auch aus unserem Leben. Jesus hat uns Hoffnung gegeben. Jesus hat uns Hoffnung darauf gemacht, dass sich Dinge verbessern, verändern werden. Er war uns am Anfang unseres Glaubenslebens vielleicht so nahe, so greifbar, so erfahrbar, und jetzt ist er weg. Er ist irgendwie nicht mehr da. Und nun sind wir unterwegs hier in dieser Welt und unser Glaube verändert sich von Tag zu Tag. Er schwindet Stück für Stück. Wir verlieren unsere Hoffnung. Ja, für Jesus ist schon Ostern. Er ist auferstanden und er weiß es auch. Er lebt, aber nicht alle, die ihm gefolgt sind, wissen davon. Nicht alle glauben daran. Jesus möchte nicht, dass nur für ihn Ostern ist, sondern es soll für alle Ostern werden. Und deshalb geht er mit ihnen. Deshalb lässt er die Hoffnungslosigkeit nicht einfach stehen. Deshalb greift er ein. Jesus lebt und alle sollen es wissen. Jesus verkündet noch einmal seine Botschaft. Seinen Weg, den er als Gesalbter, als von Gott Auserwählter gehen musste, um Hoffnung zu bringen. Wie es in Jesaja 61,1-2 steht:
Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir.
Denn der HERR hat mich gesalbt,
um den Elenden frohe Botschaft zu bringen,
er hat mich gesandt,
um die zu heilen, die gebrochenen Herzens sind,
um Freilassung auszurufen für die Gefangenen
und Befreiung für die Gefesselten,
um ein Jahr des Wohlwollens des HERRN auszurufen
und einen Tag der Rache unseres Gottes,
um alle Trauernden zu trösten,
Das ist die Botschaft Jesu. Das ist die Botschaft von Ostern, die Jesus diesen zwei Jüngern mitgibt: Die Menschen sind gefangen. Die Menschen leben im Elend. Die Menschen haben gebrochene Herzen. Jesus ist auf die Welt gekommen, um die Menschen zu befreien. Jesus ist auf die Welt gekommen, um Freude zu bringen. Jesus ist auf die Welt gekommen, um zu heilen, was zerbrochen es. Es liegt etwas Gutes vor uns. Es liegt etwas großartiges vor uns: Der Tod ist besiegt. Das Grab ist leer. Jesus ist auferstanden. Er lebt und auch wir werden in Ewigkeit mit ihm leben. Und das ist nich nur eine rührseelige Geschichte, eine Vertröstung auf die Zukunft, sondern es ist etwas, dass real werden kann in der Gegenwart.
Die Wege - Was sind die verschiedenen Wege Jesu?
Die Wege - Was sind die verschiedenen Wege Jesu?
Und wie diese Hoffnung real werden kann, zeigt die Begegnung der Jünger auf dem Weg nach Emmaus mit Jesus. Auf diesem Weg begegnet ihnen Jesus nämlich auf unterschiedlichste Arten. Er begegnet ihnen durch sein Zeugnis, seine Gegenwart, sein Wort, sein Abendmahl und seine Berührung. Noch bevor die Jünger auf Jesus trafen, ist er ihnen an diesem Ostertag bereits begegnet. Er begegnete ihnen durch das Zeugnis der Frauen, die am Grab Jesu waren, seinen Leichnam nicht fanden und von einem Engel gesagt bekamen, dass Jesus lebt. Jesus begegnet uns durch das Zeugnis anderer Menschen. Menschen denen wir begegnen, die uns von Jesus erzählen sind eine Möglichkeit für uns Jesus zu erleben. Jesus begegnent ihnen durch seine Gegenwart. Jesus läuft neben seinen Jüngern her. Es ist nicht wie manchmal bei uns eine schöne Vorstellung, dass Jesus immer an unserer Seite ist, sondern er ist wahrhaftig neben ihnen. Er ist gegenwärtig. Er ist da, wo sie sind. Er ist auf ihrem Weg. Und so real wie er an der Seite dieser Jünger war, so real kann er auch an unserer Seite sein, indem er uns Menschen an die Seite stellt, die mit uns gehen. Indem er uns durch unsere Gemeinde Unterstützung schenkt. Indem er spürbar, greifbar für uns wird. Jesus begegnet seinen Jüngern durch sein Wort. Jesu erklärt ihnen die gesamte Bibel vom Anfang bis zum Ende auf sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung hin. Er zeigt ihnen, wo er in der Bibel zu finden ist. Er zeigt ihnen, worauf er die Antwort ist. Die Bibel, das Wort Gottes bringt uns Jesus näher. In der Bibel zu lesen, wird uns Jesus näherbringen. Nachdem er seinen Jüngern die Bibel erklärt hat, kommen sie in Emmaus an. Sie sind so fasziniert von ihm und seiner Rede, dass sie ihn zwingen mit ihnen gemeinsam Abendbrot zu essen. Und Jesus tut das, was Jesus eben so tut: Er bricht ihnen das Brot. Er feiert mit ihnen das Abendmahl. Er feiert mit ihnen das Mahl, was wir bis heute zur Erinnerung an seinen Tod feiern. Es ist ein Mahl, was an das Leid und das Opfer erinnert, aber genauso die Perspektive seiner Auferstehung und Wiederkunft hat:
Ich sage euch aber: Ich werde von dieser Frucht des Weinstocks nicht mehr trinken von nun an bis zu dem Tag, da ich aufs Neue mit euch davon trinken werde im Reich meines Vaters.
Im Reich Gottes werden sie wieder beieinander sein und miteinander das Mahl feiern. Anscheinend ist dieses Reich jetzt angebrochen und feiert dieses Mahl mit seinen zwei Jüngern. Sie gedenken seinem Opfer, seinem Tod und genauso an die Gemeinschaft die sie miteinander haben. Genauso können wir Jesus im Abendmahl begegnen. Es ist nicht einfach nur irgendein Mahl. Es ist nicht einfach nur ein Stückchen Fladenbrot und ein Schluck Traubensaft. Es ist das Mahl, das uns daran erinnert, wer Jesus ist und was er für uns getan hat. Dort können wir Jesus begegnen.
Das Herz - Was bedeutet es, dass mein Herz brennt?
Das Herz - Was bedeutet es, dass mein Herz brennt?
Aber all diese Möglichkeiten, all diese Wege, all diese Begegnungen scheinen gar nichts zu bringen. Jesus geht mit seinen Jüngern und sie erkennen ihn nicht. Nicht durch sein Zeugnis, nicht durch seine Gegenwart, nicht durch seine Wort und auch nicht durch sein Abendmahl. Keine Ahnung, was die zwei Jünger dachten. Vielleicht dachten sie: Ey, schon wieder so ein krasser Typ. Vielleicht ist es ja diesmal der Richtige. Vielleicht dachten sie auch: Der scheint ja doch mehr zu wissen als wir. Woher weiß er das alles? Was sie am Ende dazu bringt, zu verstehen, wer an ihrer Seite war. Was sie dazu führt, dass sie anfangen wieder zu hoffen. Was sie dazu führt, wieder an Jesus zu glauben, ist, dass ihr Herz berührt wird. Am Anfang der Geschichte hatten sie eine düstere Miene, verschlossene Augen, unverständige und träge Herzen. Sie waren gar nicht offen für die Zugänge zu Jesus. Es war ihnen gar nicht möglich Jesus zu sehen, obwohl er direkt vor ihnen stand. Hier ist nicht die Rede davon, dass Jesus ja nach seiner Auferstehung ganz anders aussah oder in einem himmlischen Körper war, den sie nicht erkennen konnten. Hier ist die Rede davon, dass sie so eingenommen waren von Hoffnungslosigkeit, Zweifeln, Trauer und Angst, dass sie nicht sehen und nicht glauben konnten, wer dort mit ihnen unterwegs war. Wie oft geht es mir so wie diesen Jüngern. Ich bin so oft in mir selbst gefangen, dass ich gar nicht mitbekomme, was Gott, Jesus alles in meinem Leben bewegt. Ich kriege gar nicht mit, welcher Segen auf der Gemeinde und meiner Familie liegt, sondern ich sehe nur die Probleme, den Ärger, das was nicht funktioniert und ich bin traurig, überfordert und allein. Dann gibt es aber den Moment, diesen einen Moment, in dem auf einmal mein Herz anfängt zu brennen. Es ist der Moment in dem aus der Vorstellung Jesu der reale Jesus wird. Es ist der Moment, in dem ich erlebe, dass sich etwas in mir verändert. All diese Zugänge, das Zeugnis meiner Mitchristen, die Gegenwart Jesu, das Wort Gottes, das Abendmahl, bringen mir Jesus nur näher, wenn ich auch innerlich von Jesus ergriffen bin. Ich kann hunderte Geschichten von anderen Christen über ihre Erfahrung mit Gott hören und es bewegt nichts in mir. Ich halte sie eher noch für Spinner. Oder ich mache Gott Vorwürfe, weil ich es nicht genauso erlebe. Ich kann wissen, dass Jesus an meiner Seite ist, aber es kann nichts an meinen Entscheidungen, Gefühlen oder meinem Lebensweg beeinflussen. Ich kann in der Bibel lesen und es kann komplett an mir vorbeigehen. Ich kann das Abendmahl einnehmen, aber mit den Gedanken schon beim Sonntagsbraten sein. All diese Zugänge machen nur Sinn, wenn das passiert, was den Jüngern am Ende in Emmaus passiert ist:
Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz, als er unterwegs mit uns redete, als er uns die Schriften aufschloss?
Unser Herz muss anfangen zu brennen. Es muss in unserem Herzen ankommen. Ein brennendes Herz ist ein begeistertes Herz. Es ist ein Herz, dass angesteckt wurde durch ein Feuer, das Begeisterung und Freude in mir auslöst. Ein Feuer, dass den Wunsch in mir weckt weiter zu gehen und auch anderen davon zu erzählen. Es geht nicht darum irgendwelche Rituale abzuhalten, die mich theoretisch Jesus näher bringen könnten. Es geht darum ein Feuer in mir zu entfachen. Die Jünger waren 2 Stunden zu Fuß von Jerusalem nach Emmaus unterwegs. Sie kommen an und essen gemeinsam mit Jesus Abendbrot und als sie verstehen, mit wem sie da gerade unterwegs waren, treffen sie die Entscheidung diesen Weg noch einmal zurück zu gehen. Sie sind so begeistert, brennend für Jesus, dass sie noch am selben Abend zu den anderen Jüngern zurückgehen und ihnen berichten, was ihnen gerade passiert ist.
Das Feuer - Wie bekomme ich ein brennendes Herz?
Das Feuer - Wie bekomme ich ein brennendes Herz?
Vielleicht denkst du jetzt: Ja, ein brennendes Herz, das hört sich ja gut an, aber wie bekomme ich das? Wenn die Zugänge nicht funktionieren, was kann ich tun, um ein brennendes Herz für Jesus zu bekommen? Was bei den Jüngern etwas verändert hat, war, dass sie Jesus anders gesehen haben. Warum hatten sie eine finstere Miene? Wieso war ihr Herz betrübt und langsam? Was hat dazu geführt, dass ihre Augen verschlossen waren? Sie haben etwas von Jesus erwartet, das so nicht eingetroffen ist. Sie haben gehofft, dass der Retter der Welt sein Volk von der Vorherrschaft der Römer befreit. Sie haben gehofft, dass er alles Leid aus der Welt nehmen wird. Sie haben gehofft, dass er die Schwachen ermächtigt. Sie wurden aber enttäuscht. Jesus hat sein Volk nicht von der Herrschaft der Römer befreit, allerdings von der Herrschaft der Sünde. Jesus hat nicht alles Leid aus der Welt genommen, allerdings hat er sich selbst auch nicht aus dem Leid herausgenommen. Jesus hat nicht alle Schwachen ermächtigt, allerdings hat er ihnen eine ewige Hoffnung gegeben. Das unser Herz aufhört nach einiger Zeit für Jesus brennen, liegt meistens daran, dass unsere Erwartungen an ihn enttäuscht werden. Er könnte doch, aber er tut es nicht. Er müsste doch, aber er macht es nicht. Ich will doch, aber er will nicht. Und irgendwann ist Jesus dann nicht mehr der Erlöser und Erretter, sonderne er ist nur irgendein Mensch, der ein guten moralischen Kompass hatte. Das Herz der Jünger fängt wieder an zu brennen, als der Prophet wieder Messias wird. Unser Herz kann wieder anfangen für Jesus brennen, wenn aus dem guten Typ wieder der Retter der Welt wird, auch wenn uns nicht alles genauso passt, wie er es macht. Der Schlüssel zu einem brennenden Herzen, einem Herzen, dass gefüllt ist mit Freude, ist, wenn Jesus unser Retter und unsere Hoffnung wird. Wenn wir in jeder Lebenslage damit rechnen, dass er dabei ist. Wenn wir in den Zeugnissen der Menschen Jesus begegnen. Wenn wir in unserem Nächsten Jesus selbst sehen. Wenn wir sein Wort lesen und daraus Hoffnung schöpfen. Wenn wir im Abendmahl den Blick auf Jesus richten. Wenn wir Ostern leben, dann wird unser Herz brennen, weil was gibt es krasseres, als eine persönliche Beziehung zum Sohn Gottes zu haben.
