Mt 20,1-15 Arbeiter im Weinberg
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· 57 views1. Die Rekrutierung: Gott sucht dich bis zum letzten Augenblick! 2. Die Lohnausgabe: Gott ungerecht, aber fair!
Notes
Transcript
Einleitung
Einleitung
Ich möchte euch thematisch ein wenig einstimmen: Letzte Woche haben wir Tabea besucht und dort auch einen Mann, der in Kindeszeiten in Danielas Nachbarschaft gewohnt hat. Er wohnt seit 30 Jahren dort im ältesten Fachwerkhaus des Dorfes mit 6 Grad im Schlafzimmer und ist nebenberuflicher Weinanbauer.
Es war spannend zu hören, wie er jetzt schon einen Betriebsnachfolger von der Uni rekrutiert hat, der mit der gleichen - nein größeren - Begeisterung ans Werk geht und dem er - obwohl er ganz jung ist - nach kürzester Zeit die Verantwortung übergibt! Bald schließen sie einen Vertrag, der einen Ausgleich schafft zwischen der vielen Arbeit, die der junge Mann macht, und dem Betriebsvermögen, was der Ex-Nachbar einbringt. Man macht sich also Gedanken darüber: Was ist meine Arbeit wert?
Mt 20,1-15 lesen
Kontext
Kontext
Selten ist der Textzusammenhang so wichtig wie heute!
Letzte Woche haben wir gehört, wie Jesus dem sog. “reichen Jüngling” begegnet, der fragt wie er das ewige Leben bekommt.
Jesus stellt ihn auf die Probe und verweist ihn erstaunlicherweise auf die Gebote.
Natürlich hält er die alle.
Deshalb legt Jesus den Finger direkt in die Wunde: Tausche deinen Schatz auf Erden gegen einen Schatz im Himmel.
Und der junge Mann geht. Dazu ist er nicht bereit.
Es entspinnt sich eine interne Diskussion zwischen Jesus und seinen Jüngern: Wenn die Latte so hoch liegt, Jesus, wer kann dann gerettet werden?
Jesus stellt fest: Menschlich gesprochen unmöglich, nur Gott kann es bewirken.
Petrus springt auf und hat eine Folgefrage: Jesus, wir haben alles verlassen:
Petrus und seine Kumpels ihren gut laufenden Fischereibetrieb mit Rückkehroption.
Matthäus seine äußerst einträgliche Zollbude am Stadttor, ohne RückkehrOption.
Das stimmt. Und er fragt jetzt kackfrech nach: Was bekommen wir dafür?
Erstaunlich ist, was Jesus antwortet:
Seine Nachfolger werden in der Ewigkeit herrschen und richten: Die zwölf Jünger und späteren Apostel sicherlich noch einmal ausgeprägter als wir, aber grundsätzlich gilt das für uns auch. (Mt 19,28)
Wer für Jesus opfert, bekommt hundertfachen Zins (Mt 19,29)
Mit anderen Worten: Jesus bürstet Petrus nicht ab, sondern gibt ihm - und auch uns - eine doppelte Zusage: Regierungsämter in der Ewigkeit und 100fachen Zins auf unser Opfer!
Und trotzdem folgt dann ein Vers, den er mit unserem Text von heute tiefer beleuchtet und am Ende sogar noch einmal wiederholt. Dieser Vers rahmt unser Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg ein und ist damit der Schlüssel für dessen Verständnis.
Aber viele, die die Ersten sind, werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein.
Text lesen: Mt 20,1-16.
Der Text zerfällt in zwei Teile, die ich mit euch betrachten will:
Die Rekrutierung der Arbeiter: Gott sucht dich bis zum letzten Augenblick!
Die Lohnausgabe: Gott ist nicht gerecht, aber fair!
1. Die Rekrutierung: Gott sucht dich bis zum letzten Augenblick! Verse 1-7
1. Die Rekrutierung: Gott sucht dich bis zum letzten Augenblick! Verse 1-7
a. Gott selbst sucht dich!
a. Gott selbst sucht dich!
Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter anzuwerben für seinen Weinberg.
Das Gleichnis spielt in der Erntezeit also gegen Ende September. In kurzer Zeit müssen die Weintrauben eingesammelt werden, sonst gehen sie am Stock kaputt. Für diese Lastspitze sucht der Weinbergbesitzer Arbeiter für seinen Weinberg.
Der Weinbergbesitzer höchstpersönlich geht also früh am Morgen auf den Markt. Er schickt nicht seinen Verwalter. Er schält sich selber um 5 Uhr aus dem Bett, um um 6 Uhr auf dem Markt zu sein!
Dieser Hausherr steht für Gott - und der beruft die Menschen in sein Himmelreich, denn davon spricht das Gleichnis. Gott selbst sucht dich! Gott beruft dich! Ohne sein Suchen würdest du nicht hier sitzen.
Die Arbeiter klopfen nicht beim Weinbergbesitzer an, um bei ihm zu arbeiten. Da laufen keine Initiativbewerbungen. Nein, jeder Arbeiter im Weinberg wird vom Besitzer gerufen!
Das ist wichtig! Denn der Weinberg gleicht dem Himmelreich. Ich kann mir den Zugang zum Himmelreich nicht “verdienen”, sondern werde vom Herrn hinein gerufen.
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.
Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten in der Liebe;
er hat uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens,
zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten.
Damit von Anfang an klar ist, dass der Zugang zum Himmel in einem Gleichnis, in dem es um unser Arbeiten geht, ein Geschenk ist. Gnade, sonst nichts!
Zurück zu unserem Gleichnis:
b. Gott sucht frühzeitig!
b. Gott sucht frühzeitig!
Die “Frühschicht”, das sind die Lerchen. Die Frühaufsteher. Die morgens auch ohne Wecker aus dem Bett springen.
Der Arbeitstag im Weinberg beschreibt unsere Lebensspanne.
Die Frühschicht steht für die Menschen, die schon in jungen Jahren Kinder Gottes geworden sind. Jünger der ersten Stunde, so wie z.B. auch die zwölf Jünger, die sich nach dem Weggang des reichen Jünglings um Jesus scharen.
Wer von euch hat sich mit unter 20 Jahre entschieden, seine Schuld bei Jesus abzuladen und ihn als Herrn über sein Leben anzunehmen?
Ich gehöre auch dazu.
Die Frühschicht, das ist die Frucht
- der christlichen Erziehung durch die Eltern,
- die der Kinderstunden,
- der Jungschar,
- der Jugendarbeit!
Welch ein wichtiger, was ein gesegneter Dienst im Weinberg!
Vielleicht geht es euch dann wie den Menschen aus der ersten Schicht: Früh rekrutiert und schon in jungen Jahren im Reich Gottes gearbeitet.
Ich habe früh angefangen in der Jugendarbeit, Haus-zu-Haus-Evangelisation, in Summe rund 8 Jahre lang die Geschäftsführung für zwei Missionsvereine inne gehabt. In der gleichen Zeit Familie bekommen, in der Gemeinde gepredigt oder Bibelstunden gehalten und diese einige Jahre geleitet.
Ich bin mir sicher: Es gibt unter uns jede Menge Menschen der Frühschicht - und ganz gewiß auch solche, die mehr gemacht haben als ich.
c. Die Frühschicht verhandelt
c. Die Frühschicht verhandelt
Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg.
Er sammelt die Arbeiter um sich und tritt in die Lohnverhandlung ein. Man einigt sich auf einen Denar.
Wir haben schon oft darüber gesprochen, dass ein Denar einem Tageslohn entspricht. Das gilt allerdings in erster Linie für Soldaten. Für ungelernte Arbeiter ist der Denar ein großzügiger Lohn .
Das ist ein zweiter Aspekt der Frühschicht: Hier wurde verhandelt. Und das ist im Prinzip genau das, was Petrus mit Jesus machen will (Mt 19,27):
Ich bin von Anfang an dabei in deinem Reich Gottes, Jesus!
Ich habe viele Opfer gebracht und mein florierendes Geschäft zu Seite gelegt.
Jesus, was wird mir dafür?
Wir hatten gesehen, dass Jesus das Argument nicht einfach zur Seite wischt, sondern ernst nimmt und Regierungsämter in der Ewigkeit und 100fachen Zins auf unser Opfer in Aussicht stellt! Also Gott belohnt durchaus differenziert.
Es gibt eine Entsprechung zwischen Einsatz und “Ertrag”. Das ist wichtig für unser Gleichnis!
Die Frühschicht darf loslegen!
c. Gott sucht immer weiter nach Arbeitern im Weinberg!
c. Gott sucht immer weiter nach Arbeitern im Weinberg!
Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere auf dem Markt müßig stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist.
Gott sucht weiterhin Menschen für seinen Weinberg. Jetzt kommen die Eulen. Die Spätaufsteher. Offensichtlich waren sie früh morgens noch nicht auf dem Markt.
Gibt es auch Menschen hier, die sich in den 20ern ihres Lebens bekehrt haben? Schön, dass du da bist!
d. Gott setzt die Regeln fest!
d. Gott setzt die Regeln fest!
Bemerkenswert: Der Weinbergbesitzer verhandelt nicht mehr. Er legt die Regeln einfach fest. “Wird schon recht sein!” - Und die “Eulen” verhandeln auch nicht. Sie vertrauen einfach und gehen in den Weinberg.
Jesus illustriert hier den Unterschied zwischen Gott dienen aus Gesetz (Verhandlung!) und Gott dienen aus Liebe und Vertrauen zu ihm.
Das Gleichnis lehrt uns im Kern ein wichtiges Prinzip: Verhandle nicht mit Gott!
Gott gibt denen das Beste, die ihm die Wahl überlassen. Wenn du mit Gott verhandelst, schadest Du dir selbst.
Konferenz mit Eintritt belegen oder “gegen Spende”?
Gott ist nicht an deinen Stunden im Weinberg interessiert. Versteht mich nicht falsch: Es ist schön, wenn du dich für ihn einsetzt, aber Gott will mehr:
Gott will dein Herz.
Gott möchte, dass du ihm dienst und
ihm mit ganzem Herzen vertraust und sagst: "Oh Gott, was immer du tust, ich weiß, dass du gut bist."
Ein praktisches Beispiel:
Es lohnt sich, den Zehnten zu geben. Aber wenn Du den Zehnten gibst, weil es sich lohnt, hast Du ein Problem. Der Zehnte ist kein Geschäft mit Gott. Geld gegen Segen. Man gibt großzügig und freudig.
Ein jeder, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.
Manche mögen sagen: "Gib, bis es weh tut." Nein, gib so lange, bis es dir nicht mehr weh tut, sondern du fröhlich geben kannst. Gebe und diene aus Liebe zum Herrn, nicht weil du dir im Hinterkopf Segen und Lohn ausrechnest!
e. Gott sucht auch die Spätschicht!
e. Gott sucht auch die Spätschicht!
Immer wieder geht der Weinbergbesitzer auf den Markt, rekrutiert immer neue Leute.
Zur 6. Stunde (High Noon- Mittagshitze!),
zur 9. Stunde (Das Arbeiten wird langsam angenehmer) und
zur 11. Stunde (lohnt sich fast nicht mehr!)
Es können nicht genug Menschen im Weinberg arbeiten.
Den letzten sagt er gar nichts mehr über den Lohn: “Geht einfach in den Weinberg, arbeitet mit! Macht mit!”
Wer von euch ist erst nach seinem 30. Lebensjahr zum Glauben gekommen?
Wer war über 50 Jahre alt?
Der Schächer am Kreuz ist so ein 11. Stunde-Kandidat.
Auf der letzten Rille der Schallplatte seines seines Lebens, kurz bevor die Nadel zurückfährt, erkennt er, wer Jesus wirklich ist.
Wenn Gott dich früh gerufen hat, dann danke IHM, dass er dich vor vielen Sünden bewahrt hat.
Wenn er dich spät gerufen hat, dann preise ihn, weil er dir viele Sünden vergeben hat.
Nebenbei: Jedes Kind Gottes ist Arbeiter im Weinberg. Müßiggang ist nicht angesagt. Das betont unser Gleichnis zwei Mal!
Der Umfang deines Beitrags ist wohl unterschiedlich:
abhängig davon, wann der Herr dich berufen hat
abhängig davon, welches Arbeitsfeld er dir zuteilt und
abhängig von der Ausrüstung, die er dir schenkt.
Bei Gott kommt es nie darauf an, wieviel du erreicht hast. Den Erfolg schenkt Gott
1. Korinther 3,7–8 (LU17)
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. … Jeder aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit.
e. Die Nacht da niemand wirken kann
e. Die Nacht da niemand wirken kann
Eine bittere Wahrheit dieses Gleichnisses ist auch, dass nach der letzten Schicht irgendwann Schluss ist. Zu spät. Zahltag und Abrechnung.
Wer von euch hat seine Schuld noch gar nicht bei Jesus abgegeben? Steht immer noch auf dem Marktplatz seines Lebens?
Warte nicht mit deiner Umkehr! Wer weiß, ob du die 11. Stunde noch erlebst?
Ein bisschen ist es als würdest du die Kerze deines Lebens selber abbrennen und dann dann Rauch in Gottes Angesicht blasen.
Johannes 9,4 (LU17)
Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.
Es ist noch nicht zu spät, zu Gott zu kommen.
Aber irgendwann kommt der Zahltag. Dein Leben geht zu Ende, du stehst vor Gott. Davon spricht die zweite Hälfte des Gleichnisses.
2. Die Lohnausgabe: Gott ist ungerecht, aber fair! Verse 8-15
2. Die Lohnausgabe: Gott ist ungerecht, aber fair! Verse 8-15
Gerechtigkeit behandelt wie wir es verdienen, Fairness behandelt alle gleich.
a. Die Reihenfolge
a. Die Reihenfolge
Ganz bewusst dreht der Weinbergbesitzer die Reihenfolge um. Zunächst rückt die 17-Uhr-Schicht an.
Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde angeworben waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen.
Was muss die Spätschicht gejubelt haben? 1 Stunde Arbeit, aber Lohn für einen ganzen Tag!
Überrascht von der Freude. Überwältigt von Gnade!
Wahrscheinlich ärgern sie sich darüber, dass sie solange darauf gewartet haben, in den Weinberg zu gehen, zu so einem großzügigen Arbeitgeber.
Was schürt das für Erwartungen bei den anderen? Wir hören förmlich Petrus mit den Füßen scharren: “Jesus, bist du so gut, wann komme ich endlich dran??? Bekomme ich dann für 12 Stunden 12 Denare”?
Der Weinbergbesitzer hätte jede Diskussion vermeiden können, in dem er die Arbeiter in der Reihenfolge ihrer Anstellung bezahlt hätte - hat er aber nicht. Er wollte, dass alle mitbekommen, nach welchem Maß er sie vergütet.
Die anderen Schichten kommen dran. Jeder empfängt einen Denar. Von den vier anderen Schichten hören wir nichts. Erst die 6-Uhr-Schicht meldet sich zu Wort:
Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und die Hitze getragen haben.
Können wir das nachvollziehen? Ist das gerecht? Ja, können wir! Aber versetzen wir uns in
b. Die Perspektive des Weingutbesitzers:
b. Die Perspektive des Weingutbesitzers:
A. Erinnern wir uns an seine vielen guten Eigenschaften:
1. Er ist eifrig dabei, Arbeiter für seine Ernte zu rekrutieren.
2. Er ist ernsthaft bemüht, seine Ernte einzufahren.
3. Er ist zuverlässig. Er zahlt jedem, was er zu zahlen verspricht.
4. Er ist taktvoll, wenn er zu Unrecht angegriffen wird. Er nennt seine Ankläger aus der ersten Schicht "Freund" (Mt 20,13 - das gleiche Wort verwendet Jesus später für Judas Mt 26,42).
5. Aber das herausragende Merkmal dieses Landbesitzers ist vor allem seine Gnade. Er möchte vielen die gleiche Gnade geben. Er hat Freude daran, Menschen zu überraschen.
Die entscheidende Frage ist: Wofür steht der Denar?
c. Der Lohn ist das ewige Leben
c. Der Lohn ist das ewige Leben
Für das ewige Leben. Dieser Lohn ist wirklich für alle gleich. Er kann nicht verdient werden.
Die Vorstellung, dass Gott uns etwas "schuldet", ist falsch.
Anstatt uns zu beschweren, sollten wir dankbar sein, dass Gott uns selten gibt, was wir verdienen.
Bitte Gott niemals um Gerechtigkeit! Wenn du Gerechtigkeit vor Gott suchst, bekommst du ein Problem. Bitte Gott um Gnade.
Schauen wir auf das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Am Ende spricht der Vater zum Bruder:
Lukas 15,31–32 (LU17)
Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.
Der Bruder war genauso drauf wie die 6-Uhr-Schicht! Er schaut neidisch auf die Gnade für seinen Bruder.
Jedem, der Christus nachfolgt, gewährt Gott diese skandalöse Gnade. Unverdient. Ungerecht.
Wenn Gottes Gnade für die nach folgenden Schichten dich wütend macht, dann hast du die Gnade noch nicht verstanden!
Gottes Gnade in der Erlösung ist per Definition nicht gerecht. Sie behandelt in einem gewissen Sinne auch nicht alle gleich: Dem einen vergibt sie viel, dem anderen wenig. Verdient hat es keiner!
"Willst du wirklich nichts anderes als eine absolut wirksame, sofortige Gerechtigkeit? Dann fahre zur Hölle“. D. A. Carson
Gott schuldet uns nichts, und doch schenkt er uns in Christus alles.
Die Kernbotschaft dieses Gleichnisses lautet: Im Reich Gottes steht die Gnade über dem Recht!
Gott belohnt
gnädig (Mt 20,13). Bedenke insbesondere die unterschiedlichen Begabungen.
zuverlässig. (Mt 20,14). Er gibt, was er versprochen hatte.
souverän (Mt 20,15). Er gibt, was er will. Überschäumend gnädig.
d. Die Unzufriedenheit kommt durch den Vergleich
d. Die Unzufriedenheit kommt durch den Vergleich
Warum sind die Frühschichtler unzufrieden? Sie haben das bekommen, was sie vereinbart hatten, sie konnten aber nicht damit umgehen, dass die der 11. Stunde das Gleiche erhielten.
Wenn du den Geschwistern der 11. Stunde die Gnade nicht gönnst, schickst du sie geradewegs in die Hölle!
Mach Dir keine Sorgen,
wenn jemand mehr bekommt als Du.
wenn Gott jemanden mehr segnet als Dich.
Sei nicht gesetzlich. Gesetzlichkeit ist die Wurzel der Eifersucht.
Und Eifersucht ist die Wurzel der Undankbarkeit.
Und Undankbarkeit ist die Wurzel des Selbstmitleids.
Und Selbstmitleid ist die Wurzel von Bitterkeit und Neid.
Danke Gott für das, was er für dich getan hat. Handel nicht mit Gott!
Wir werden in diesem Leben viel glücklicher sein, wenn wir unsere Augen von unseren Brüdern und Schwestern abwenden und auf den Herrn Jesus Christus richten! … und dankbar sind für das, was er tut.
Als Petrus am Anfang die Frage stellte: “Was wird uns dafür?” schwingt ein falscher Zungenschlag mit und wir können sehen, wie Jesus ihn förmlich an die Hand nimmt und sagt: “Das ganze Leben ist von Anfang bis Ende Gnade!”
Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.
e. (Was motiviert mich Gott zu dienen?)
e. (Was motiviert mich Gott zu dienen?)
Deshalb: Fange nicht an, mit Gott zu rechnen, sondern sei davon überzeugt, dass Gott ein gutes und großzügiges Urteil über dein Leben fällen wird.
Überlass Gott die Buchführung für dein Leben! - und erst recht für deine Geschwister!
Unser Gleichnis
warnt die, die sich aufgrund ihrer Stellung überlegen fühlen, oder weil sie so viel Zeit mit und für Christus verbracht haben,
ermutigt neue Gläubige, um sie der Gnade Gottes zu versichern. Gott schenkt sie allen gleich!
Gott hält seine Versprechen! - Die gehaltenen Versprechen dieser Zeit geben uns Zuversicht für die Versprechen der Ewigkeit.
f. Zusammenfassung: Warum sind die Letzten die Ersten und umgekehrt?
f. Zusammenfassung: Warum sind die Letzten die Ersten und umgekehrt?
weil Gott nicht von unserer Leistung beeindruckt ist. Jeder tut das, was von ihm verlangt wurde. Gott schuldet uns nichts. Wir sollten ihm dankbar sein, das Gott selten das gibt, was wir verdienen.
Die Arbeit in und durch uns verlangsamt den göttlichen Plan auf ein Schneckentempo. Gott wäre schneller, wenn er auf unsere Mithilfe verzichten würde.
Hast du mal mit Kindern Blumen im Garten eingepflanzt?
weil Gott unsere Vergleiche ablehnt.
weil Gott seine Belohnungen souverän vergibt.
Was sind die Ursachen für die Missstimmungen der ersten Arbeiter?
Ihre Einstellung war falsch. Sie waren sich ihrer selbst und ihrer Arbeit bewusst. Sie zählten und bewerteten, was sie taten.
Deshalb meinten sie, sie hätten mehr verdient, was zu Murren und Unzufriedenheit führte.
Sie empfanden Verachtung für andere und waren neidisch auf die Nachzügler.
Am schlimmsten war, dass sie den Hausherrn als ungerecht empfanden.
Was ist das Heilmittel?
Erkennen wir an, dass das Reich Gottes anders ist. Gott belohnt nicht nach Leistung. Den Erfolg schenkt er selber.
Denken wir nicht in Kategorien wie Leistung und Gegenleistung. Sogar Belohnungen kommen aus Gnade. Gott ist uns nichts schuldig.
Führe keine Aufzeichnungen über deine Arbeit. Richte den Blick auf Gott und seine Herrlichkeit. Lasst Gott die Bücher führen!
Sei auf Überraschungen vorbereitet. Gottes Buchhaltungsmethoden sind nicht wie unsere.
Erkenne, dass alles aus Gottes souveräner wie skandalöser Gnade geschieht, und freue Dich darüber!
Der Blick auf die Gnade ist das Geheimnis eines glücklichen christlichen Lebens.
Du bist überreich beschenkt.
Amen.
Kleingruppenfrage:
Wie kannst du vermeiden, in deinem Dienst mit Gott zu verhandeln und stattdessen ihm aus Liebe und Vertrauen dienen?
