Gott - Wo bist du?!
Habakuk • Sermon • Submitted • Presented
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Einleitung
Einleitung
An diesem Wochenende beschäftigen wir uns mit dem Leben und den Gedanken eines Mannes, der, wahrscheinlich, vielen von euch nur dem Namen nach bekannt ist. Er lebte in einer sehr Turbulenten Zeit. Sein Land war geprägt von einem politischen, geistlichen und moralischem und sozialen Abstieg. Eines Lebens voller Ungerechtigkeit. Die Welt, um seine Heimat herum, stand kurz vor einer großen Erschütterung. Zwei Weltmächte standen kurz vor dem Zusammenprall und zwischen ihnen war seine Heimat.
Er selbst war ein gottesfürchtiger Mensch, den das Leiden und die Schuld seines Volkes nicht unberührt ließ. Im Gegenteil: Häufig betete er zu Gott und bat ihn darum zu handeln. Doch was ihn lange Zeit bedrückte war: Gott gab keine Antwort.
-so hören: Mann könnte zu jeder Zeit gelebt haben
-> Weltmächte, die sich bekriegen und ablösen
-> das eigene Volk von Gott abgewendet
-> kaum politische, wirtschaftliche, soziale Sicherheit
-> Ungerechtigkeit regiert zwischen den Menschen
-würde wahrscheinlich kaum jemand wundern, wenn ich jetzt sagen würde lebte in:
-> Europa 16. Jh. nach der Reformation; 30 jähriger Krieg;...
-> um 1800 -> Napoleon
-> oder sogar 60er 70er im Osten Deutschlands
-> sogar heute würde passen: nicht in Deutschland -> Ukraine; vorderer Orient
-doch wir schauen in eine ganz andere Zeit; in Zeit des Propheten Habakuk
-> um ihn und sein Buch soll es an diesem Wochenende auch gehen
-> unter dem Titel: Habakuk - Ein Prophet, sein Glaube und ich
heute bisschen Einführung in das Buch und das Grundproblem Habakuks
Einstiegsfragen
Einstiegsfragen
-grundliegende Daten
-> Habakuk
-wissen fast nichts über ihn
-Vermutung: Levit; berufener Prophet
-sein Name: aus akkadischem (assyrisch-babylonisch)
-einzigartig
-zeigt starke kulturelle Prägung
-”Umarmer”; “der umarmt wird” -> Name der Propheten passt oft sehr gut zu ihrer Botschaft
-passt zu Botschaft: klammert sich an Gott; umarmt sein Volk tröstend mit der Kernbotschaft seines Buches
-> schrieb wohl zwischen 630 und 605 v.Chr.
-Regierungszeit Josias und seiner Reform Judas (Tod 609)
-danach beschreibt Jeremia einen religiösen Abfall, gefolgt von moral. und polit. Niedergang
-Weltgeschichtlich: große Wende
-Babylon löst Assyrien ab
-Unabhängigkeit ein Jahr nach Tempelreform
-kurz vor Josias Tod: Eroberung Ninives; kurz danach Sieg über Ägypten
-restliche Welt kaum etwas relevantes los
-> Botschaft des Buches (grob zusammenfassen)
-Habakuk betrachten -> bewusst: Teil des 12 Prophetenbuches
-folgt literarisch einer Ordnung (nicht nur zeitlich)
-> vordere Propheten (Hosea-Micha): Gericht
-> Nahum - Zephanja: Gericht und Wiederherstellung
-> Haggai - Maleachi: Wiederherstellung
-werden Gericht sehen, aber Hoffnungsbotschaft wird stärker
-> Stil:
-wie bei Jona: Prophet steht im Mittelpunkt
-ein konkretes Thema; keine losen Prophetien
-reine Poesie: komplett im Versmaß (NeÜ)
-ganze buch ist wohl Prophetie -> bei diesen Texten üblich
-genug der Vorrede: reinschauen in den Text
-lesen gemeinsam Habakuk 1,1-4
Botschaft, die dem Propheten Habakuk als Last offenbart wurde:
Wie lange schrei ich schon zu dir, Jahwe, doch du hörst mich nicht! Ich rufe: „Hilfe“ und „Gewalt!“, doch du rettest nicht. Warum lässt du mich das Unrecht sehen? Warum schaust du dem Verderben zu? Warum sehe ich nur Frevel und Gewalt, erlebe Zwietracht und Streit? Darum ist die Weisung erschlafft, und das Recht kommt nicht mehr durch. Der Böse umstellt den Gerechten, und so wird das Recht verdreht.
-lesen verzweifelten Schrei zu Gott
-> Habakuk ist verzweifelt
-> sieht Elend und Ungerechtigkeit um sich herum
-> fasst zusammen:
-> Gesetz Gottes hat keine Kraft mehr -> wird nicht mehr beachtet
-> gibt kein Recht mehr
-> die Wenige halten noch an Gott fest: werden von Gottlosen umstellt und gezwungen zurückzuweichen
-Habakuk beschreibt eine krasse Lebenswirklichkeit in der viel schief läuft
-> ist jedoch nicht das, um was es ihm eigentlich geht
-> logische Folge der Abwendung des Volkes von Gott
-was Habakuk beschäftigt:
-> laut Gesetz musste Böses gestraft werden
-> sah in Geschichte: wenn Richter/König nicht strafte, strafte Gott
-> Gott tat nichts
-> ohne Konsequenz ist Gesetz irrelevant
-> macht keinen Unterschied ob man es hält
-> Habakuk sagt also:
-Gott ist schuld, dass der Gerechte leidet
-Gebet zeigt: seine Erwartung an Gott ist eine andere
-> sein Gottesbild: souverän, gerecht, heilig, Weltenherrscher, zu rein, um Böses zu ertragen und zuzulassen
-an dem Punkt kommt Habakuk nicht klar.
-> große Frage: Gott, wo bist du?!
-doch diesmal schweigt Gott nicht, sondern antwortet:
Seht euch unter den Völkern um, staunt und erstarrt! In eurer Zeit geschieht etwas, das ihr nicht glauben würdet, wenn es jemand erzählt. Seht her! Ich stachle die Chaldäer auf, das grausame, ungestüme Volk, das die Weiten der Erde durchzieht, um Länder in Besitz zu nehmen, die ihm nicht gehören, ein schreckliches und furchtbares Volk, das sich selbst sein Recht herausnimmt und seine Hoheit bestimmt. Schneller als Leoparden sind seine Pferde und wilder als hungrige Wölfe. Seine Pferde und Reiter stürmen heran, sie kommen aus der Ferne. Wie Geier fliegen sie herbei und stürzen sich auf den Fraß. Sie sind entschlossen zu roher Gewalt, ihre Blicke vorwärts gerichtet. Gefangene schaufeln sie ein wie Sand. Mit Königen treiben sie ihren Spott, Würdenträger sind ihr Gelächter. Über jede Festung lachen sie nur, schütten einen Wall auf und nehmen sie ein. Dann ziehen sie weiter. Wie der Sturm fegen sie dahin und machen sich schuldig, denn ihr Gott ist die eigene Kraft.
-Gott antwortet Habakuk und zeigt ihm seinen Plan:
-> Babylon wird kommen und das Volk in Gottes Auftrag bestrafen
-soweit ist das nachzuvollziehen
-> Gott nutzt anderes Volk -> so, wie er zuvor Assyrien nutzte
-> es entsteht eine Frage, die sich im Laufe der Geschichte immer wieder gestellt hat:
-wie kann Gott Ungerechtigkeit mit noch mehr Ungerechtigkeit strafen?
-Gott selbst beschreibt sehr bildhaft, wer Babylon ist:
-> ordnen sich niemandem unter
-> eigenes Recht
-> stürzen sich mit roher Gewalt auf ihre Opfer
-> fokussiert auf Eroberung
-> kennen keine Gnade
-> nichts ist ihnen heilig oder ehrwürdig
-> stützen sich allein auf ihre eigene Kraft -> vergöttern sich selbst
-> merken: Beschreibung passt auch auf viele andere Reiche die danach kamen und noch kommen werden
-Problem: Gott selbst sagt: er kennt ihre Boshaftigkeit
-> anstatt sie zustrafen benutzt er sie -> wieder die Frage: Wie passt das?
-> betont: Ungerechtigkeit Babylons übertrifft die von Juda
-> Gott toleriert Ungerechtigkeit und gleichzeitig Götzendienst (eigene Kraft)
wenn wir ehrlich sind -> wir können Habakuk gut verstehen
-> geht uns so oft nicht anders
-Habakuk nennt drei Punkte, in denen wir Gottes Handeln nicht verstehen
-> wenn er schweigt
-> wenn er unerwartete Wege geht
-> wenn er ungewöhnliche Werkzeuge nutzt
-hör zur Zeit viel Interviews und Lebensbilder von verschiedensten Menschen an, hab viele Geschichten aus verschiedensten Gemeinden gehört
ein Mann arbeitet 30 Jahre in der gleichen Firma; gläubiger Mensch; aktiv in der Gemeinde; ohne Vorwarnung verliert er seine Arbeit; betet um eine neue Stelle; Gott schweigt über Jahre hinweg
eine Frau arbeitet jahrelang als Ärztin; opfert ihre Freizeit für die seelische Begleitung ihrer Patienten; kurz vor ihrem vorgezogenen Ruhestand: Diagnose Krebs; Familie betet für Heilung; 14 Tage nach Rentenbeginn: Tod
-> wir alle kennen solche Geschichten: Gebete, die nicht erhört wurden
-> Gott bleibt eine Antwort schuldig; Tage, Wochen, Jahre, lebenslang
-> und wir verstehen nicht: Gott will doch gutes für uns; alles soll uns zum Besten dienen; Gott will Gerechtigkeit: warum handelt Gott dann nicht?
doch wenn Gott handelt bleiben oft genauso Fragen offen:
-denk an die Geschichte von Joseph
-manchmal lässt Gott erstmal alles schlimmer werden; damit wir in der Tiefe in besser verstehen lernen und weiter zu ihm wachsen
dann gibt es noch die Mittel Gottes im Handeln
->Babylon ist für uns weit weg
-> Corona war nicht anders
-> unser Problem: denken Gott handelt nur mit Gutem und alles Schlechte hat der Teufel gewirkt
-> Gott richtete die Herzen der Ägypter gegen Israel
-> er trieb die Babylonier auf sein Volk
-> er ließ einen Virus die ganze Welt in Angst und Schrecken versetzen
dennoch alle drei Werkzeuge in Gottes hand für seinen Plan
-> Corona als Katalysator -> beschleunigt Gährprozesse -> lässt gutes und schlechtes stärker werden
immer wieder steht die Frage: wie passt Gottes Handeln und sein Wesen zusammen?
-> werden morgen sehen wie Habakuk auf Gottes Plan reagiert
-> die Frage lass ich erstmal offen -> Wei reagieren wir, wenn Gott nicht zu unserem Bild passt?
-> 1. möglichkeit: Enttäuschung
- wenden uns von Gott ab
- “an so einen Gott kann ich nicht glauben”
- “wenn es einen Gott gibt, wie kann er dann...”
-> leider gehen immer mehr Menschen diesen Weg; Schicksalsschläge, persönliche Krisen, unsensibler Umgang anderer Christen -> spiegeln ja Gott wieder in dieser Welt
-> 2. Möglichkeit: Gottes Bild ändern
Verwaschung
Gott scheint anders zu sein, als wir in der Bibel lesen
müssen Gott unserer Zeit an passen
-> kann nicht mehr derselbe wie im AT sein, denn wir sind nicht mehr die selben wie damals
entwickeln einseitige Gottesbilder:
-> nur Liebe; nur Gerechtigkeit; nur Zorn; nur Wohlstand und Freude
werden hochmütig weil Gott uns nutzt -> ist auf uns angewiesen
interpretieren sein Handeln falsch -> sehen in allem Gericht über die betroffenen
-> BRD und Wiedervereinigung -> Kirchentag ‘89
-> 3. Möglichkeit: was wir bei Habakuk hier schon sehen
-> beständig im Gebet
-> Gott suchen -> wird uns im Glauben und der Beziehung zu ihm weiter festigen und unsere Perspektive ändern
-> mehr dazu morgen
als letzter Gedanke:
eben weil wir sovieles von Gottes Handeln nicht verstehen und missverstehen können, sollten wir einen Satz beherzigen, den D. Martin Loyd-Jones einmal sagte:
“Darum sollten wir jedes Ereignis im Licht von Gottes großartigem, ewigem und herrlichem Plan beurteilen.
Das heißt, wir dürfen sicher sein:
-die ganze Weltgeschichte steht unter Gottes Kontrolle
-> er kontrolliert sie und wird sie zu Ende bringen
-die Welt folgt einem göttlichen Plan
-> was geschieht ist kein Zufall, den Gott versucht zu lenken
-Geschichte ist eng verbunden mit Gottes Reich
-> Geschichte vor Christus hatte Relevanz im Zusammenhang mit Israel
-> danach im Zusammenhang mit Gemeinde
-immer wieder fragen: was bedeutet dieses Ereignis für die Gemeinde
-daraus folgen auch persönliche Schritte:
-> wenn Gott alles plant was passiert, dann gilt das auch für dein/mein persönliches Leben
-> was will Gott mich lehren?
-> vor was will er mich warnen?
-> von welchem Handeln ist das eine Konsequenz?
(absteigend schwerer allein zu beantworten; am besten immer im Gespräch mit jemandem angehen)
Zitat Ironside?
