1Kor 2 - Menschenweisheit oder Gotteskraft?
1.Korinther • Sermon • Submitted • Presented
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· 32 views1. Gott ist weiser als die Welt 2. Gott offenbart diese Weisheit 3. Das Erkennen dieser Weisheit trennt die Menschen
Notes
Transcript
Einleitung
Einleitung
Vor 50 Jahren wurde der Nil in ein vorgesehenes Becken des Assuan-Staudammes umgeleitet. Von jetzt an würde es mit der landwirtschaftlichen und industriellen Entwicklung Ägyptens vorangehen …
Heute weiß man, dass die Schäden den Nutzen des Staudammes bei weitem übertreffen.
Zwar werden jetzt bisher unerreichte Gebiete bewässert; aber das uralte Kulturland versalzt allmählich, weil die jährliche Flutwelle ausbleibt,
Diese spülte auch die Überträger einer Wurmkrankheit immer wieder ins Meer. Jetzt leiden 80% der Bevölkerung an dieser Krankheit.
Früher düngte der Nilschlamm die Felder in ausreichendem Maße. Heute lagert er sich vor dem Staudamm ab (50 Mill. m³ jährlich). Die Kleinbauern können die Kosten für Elektropumpen und Kunstdünger nicht aufbringen, und die meisten leben seither arbeitslos in Kairo.
Der Stausee erreicht bei weitem nicht die errechnete Höhe, weil das Wasser in dem porösen Untergrund versickert.
Im Nildelta fängt man nur noch 500 t Fische, früher waren es 20.000 t usw.
Manches war gut gemeint; aber man hat die Folgen nicht übersehen können.
Der Mensch und seine vermeintliche Weisheit - das ist auch das Thema des heutigen etwas schwierigen Textes: 1Kor 2. Menschenweisheit oder Gottes Kraft
Textzusammenhang
Textzusammenhang
Der 1. Korinther-Brief gliedert sich in fünf große Blöcke:
Spaltungen 1Kor 1-4
Sexualität 1Kor 5-7
Essen 1Kor 8-10
Gottesdienst 1Kor 11-14
Auferstehung 1Kor 15 (nach Bibelprojekt-Zusammenfassung. Link folgt in Gebets-Mail)
Wir befinden uns im 1. Block: Spaltungen: Ein Wettrennen um die Gunst der Korinther.
Die Kampfwaffe im griechischen Korinth ist die Rhetorik.
Wenn ein Redner in eine Stadt kam, hielt er oft eine geplante Rede; wenn diese Rede ihm so viel Ansehen einbrachte, dass er anfangen konnte, Studenten in Rhetorik zu unterrichten, ließ er sich in dieser Stadt nieder.
Paulus ist ein brillanter Theologe, aber offensichtlich kein so guter Redner (2Kor 10,10; 11,6)
Aber Paulus will gar nicht mit den anderen Helden der Rhetorik konkurrieren: Er sieht die Gefahr, dass vor lauter Weisheit der Rede das Zentrum unseres Glaubens, das Kreuz Christi, zunichte werde (1Kor 1,18).
Nachdem Paulus dieses Argument zunächst allgemein vorgebracht hat, wendet er es in 1Kor 2 auf sich selber an:
Auch ich, meine Brüder und Schwestern, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch das Geheimnis Gottes zu predigen.
Seine Argumentation fasse ich in drei Punkten zusammen:
Gott ist weiser als die Welt; 1-5
Gott hat seine Weisheit offenbart; 6-13
Das Erkennen dieser Weisheit unterscheidet die Menschen in geistliche und fleischliche; 14-16
1. Gott ist weiser als die Welt (V.1-5)
1. Gott ist weiser als die Welt (V.1-5)
a. Die Welt hat ihre eigene Weisheit
a. Die Welt hat ihre eigene Weisheit
1. Korinther 2,1 (LU17)
Auch ich, meine Brüder und Schwestern, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch das Geheimnis Gottes zu predigen.
Mit wem oder was vergleicht sich Paulus hier eigentlich? Mit korinthischen Rednern in der Gemeinde, die weltliche Methoden verwenden - auch wenn sie sich niemals in diese Schublade stecken lassen würden.
Präsentation
Präsentation
Sie liefern ihre Botschaft in tollen Worten. Damals war der Anspruch noch etwas höher (!).
Heute würden wir sagen: Mit hoher Eloquenz, im angenehm unterhaltenden Plauderton. Man kann den Predigten gut zuhören, schlüssig argumentiert, tolle Anekdoten.
Aber neben der Präsentation unterscheidet sich ganz offensichtlich auch ihr
Inhalt
Inhalt
Sie verwenden “hohe Weisheit”.
Gefragt waren damals nicht nur geschickte Rhetoriker, sondern solche mit philosophischem Einschlag.
Dieser Trend ist bis heute ungebrochen: Man orientiert man sich oft an dem, was “gefragt” ist:
Der ganze Gottesdienst ist auf den Besucher ausgerichtet.
Zeitgemäße Musik,
angenehmes Ambiente,
praktische Ratschläge für das Leben,
Botschaften vom liebenden Gott, - alles gut! -
aber bitte nichts, was “stört” und irritiert!
Ich möchte zwei bekannte Prediger zitieren, um zusammenzufassen, was ich meine:
MacArthur:
Bei der Botschaft vom Kreuz geht es nicht um unsere empfundenen Bedürfnisse. Es geht nicht darum, dass Jesus dich so sehr liebt und dich glücklich machen will. Es geht darum, dich von der Verdammnis zu retten, weil dieses Urteil über jeden Menschen verhängt ist. Und so ist das Evangelium ein Anstoß, von welcher Seite man es auch betrachtet.
In der Botschaft vom Kreuz gibt es nichts, was bequem zum Bild passt, das der Mensch von sich selbst hat.
Noch etwas pointierter zeigt John Piper Auswüchse auf, die - selbstverständlich mit jahrelanger Verzögerung - von Amerika auch zu uns herüber schwappen.
Die große Tragödie eines Großteils des heutigen Christentums besteht darin, dass das Kreuz sicher in die ferne Vergangenheit verbannt wird. Praktisch bedeutet das, dass Jesus in Blut getränkt wurde, damit ich in einem Whirlpool baden kann. Und je größer die Wanne, desto mehr ehren wir das Kreuz - so lautet das Wohlstandsevangelium.
So kann man das Evangelium gefälliger machen, aber ihm auch die Spitze abschneiden - oder sogar mehr als das.
Zurück zu unserem 1. Korinther-Brief: Die falschen Prediger schmeicheln der griechischen Fraktion mit hohen Worten und inhaltlicher Weisheit; sie liefern das, was gefragt ist.
b. Paulus genügt diesem Anspruch nicht
b. Paulus genügt diesem Anspruch nicht
Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern;
Paulus war schwach und zitterte, weil er nicht der große Redner war und ein Evangelium predigte, das auf erbitterten Widerstand traf:
In Philippi wurde er ins Gefängnis geworfen (Apg 16,23-24),
aus Thessalonich wurde er verjagt (Apg 17,10),
aus Beröa herausgeschmuggelt (Apg 17,14),
in Athen ausgelacht (Apg 17,32) und
in Galatien gesteinigt (Apg 14,19).
Sein Enthusiasmus fürs Evangelium war ungebrochen. Und keinen einzigen Augenblick spielte er mit dem Gedanken, die Botschaft zu verwässern, um sie für seine Zuhörer attraktiver zu machen.
c. Paulus will diesem Anspruch gar nicht genügen: Er predigt keine menschliche Weisheit, sondern ein Geheimnis
c. Paulus will diesem Anspruch gar nicht genügen: Er predigt keine menschliche Weisheit, sondern ein Geheimnis
Auch ich, meine Brüder und Schwestern, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch das Geheimnis Gottes zu predigen.
Was meint die Bibel, wenn sie von Geheimnis spricht?
Wir müssen hier etwas aufpassen. Das Wort Geheimnis kommt in meinem Luthertext von heute 2x vor. Dort stehen aber zwei verschiedene Ausdrücke:
In Vers 1 “das Geheimnis predigen”: Hier steht Martyrion; was vielleicht besser mit Zeugnis übersetzt wird. In diesem Fall eine Zeugenaussage, durch die etwas als wahr bewiesen werden soll. Eine Zeugenaussage, die kostet:
Daniela Fotos vom Einbruch im Kindergarten. Angreifbar machen?
In Vers 7 geht es um Mysterion, also eine Weisheit, die vorher verborgen war und jetzt offenbart wird. Paulus spricht hier vom Erlösungswerk Christi (nachzulesen 1Tim 3,16): Jesus ist am Kreuz für meine Sünde gestorben. Er starb für meine Schwachheit.
Beides passt zusammen: Paulus predigt über das Martyrium Jesus am Kreuz, aber es ist gleichzeitig ein Mysterium, ein Geheimnis:
Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, ihn, den Gekreuzigten.
Oder wie er im vorherigen Kapitel sagte:
wir aber predigen Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis und den Heiden eine Torheit;
Christus am Kreuz, ein Ärgernis, wörtlich ein Skandal.
Wirklich un-glaublich: Ein von seiner eigenen Schöpfung gekreuzigter Gott!!! Dieses Kreuz steht immer wieder im Mittelpunkt seiner und unserer Predigt.
Der Skandal vom Kreuz lässt sich nicht mit menschlicher Weisheit, mit Überredungskunst, “schönreden”. Wir können diese Wahrheit keinem Menschen “plausibel” machen, sondern wir brauchen den “Erweis des Geistes und der Kraft” - Gottes Kraft (1Kor 2,4).
“Erweis des Geistes” ist ein Terminus Technikus, ein technischer Begriff, aus der Rhetorik und bezeichnet eine Beweisführung. Der Heilige Geist übernimmt die Beweisführung: Er überführt die Menschen als Sünder und “treibt” sie so zum Kreuz.
Paulus will gar nicht, dass seine geschickt gewählten Worte die Menschen “überzeugen”, sondern er möchte, dass Gottes Kraft wirkt.
auf dass euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.
Noch deutlicher sagte er es bereits in
Denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen – nicht mit weiser Rede, auf dass nicht das Kreuz Christi zunichtewerde.
Er hat förmlich Angst davor, Menschen zu überreden!
Seine eigene Schwachheit stellt sicher, dass Jesus im Mittelpunkt ist und bleibt:
2. Korinther 12,9 (LU84Int)
Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. …
Ein weich gespültes Evangelium, mit viel Brimborium präsentiert und ebenso viel Gefühl angenommen, weil die Stimmung es gerade hergab, trägt die Gefahr in sich, das Kreuz kaputt zu machen.
Sind wir noch bereit Martyrion, Zeugnis, zu geben?
Wo vermeiden wir im Gespräch Begriffe wie das Kreuz, Sünde, Hölle oder überhaupt Jesus Christus?
Wir können nicht treu im Glauben und bei der Masse beliebt sein - wir müssen uns entscheiden.
Wir können nicht Menschen bekehren. Das kann nur durch Gottes Kraft geschehen!
Wir können nichts - der Heilige Geist kann alles.
Macht uns das nicht Mut, trotzdem Zeugnis zu geben? Gerade dann, wenn wir uns schwach und dafür völlig ungeeignet fühlen?
Gott ist weiser als die Welt - so habe ich den ersten Punkt überschrieben. Warum?
Weil Gottes Weisheit am Kreuz Christi alle menschliche Weisheit übertrifft:
Was dem Menschen unmöglich war: Das tat Gott (Rö 8,3):
Er erfüllte in Christus am Kreuz die Ansprüche an das Gesetz.
2. Genau diese Weisheit hat Gott offenbart (V. 6-13)
2. Genau diese Weisheit hat Gott offenbart (V. 6-13)
a. Was unterscheidet die Weisheit dieser Welt von der göttlichen?
a. Was unterscheidet die Weisheit dieser Welt von der göttlichen?
Gottes Weisheit steht im Gegensatz zur Weisheit der Welt
Gottes Weisheit steht im Gegensatz zur Weisheit der Welt
1. Korinther 2,6 (LU17)
Von Weisheit (Gottes) reden wir aber unter den Vollkommenen; doch nicht von einer Weisheit dieser Welt, auch nicht der Herrscher dieser Welt, die vergehen.
Sieben Mal griff Paulus in den zurückliegenden Versen die Weisheit der Welt an:
1Kor 1,17: er predigte das Evangelium nicht mit weiser Rede
1Kor 1,20: Wo sind die Weisen? (LÜ Klugen)
1Kor 1,21: Die Welt erkannte Gott nicht durch ihre Weisheit
1Kor 1,22: Juden fordern Zeichen, Griechen fragen nach Weisheit
1Kor 1,26: Nicht viele Weise nach dem Fleisch
1Kor 2,1: ich kam nicht mit hoher Weisheit
1Kor 2,4: ich predigte nicht mit Worten der Weisheit
Es könnte der Eindruck entstehen, dass im christlichen Glauben kein Platz für Weisheit ist. Dem ist nicht so!
Aber die göttliche Weisheit steht im Gegensatz zur Weisheit dieser Welt!
Nicht den Herrschern und Mächtigen dieser Welt
Nicht den Herrschern und Mächtigen dieser Welt
Paulus nennt die Weisheit der Herrscher als ein Beispiel für die Weisheit dieser Welt.
Die Mächtigen dieser Welt verwenden ihre eigene Weisheit, denn diese bringt und hält sie an der Macht. Die Weisheit der Welt hält den Menschen hoch. Die göttliche Weisheit niedrig, als Sünder eben.
b. Wie hat er seine Weisheit offenbart?
b. Wie hat er seine Weisheit offenbart?
Durch seinen Geist
Die Weisheit Gottes ist im Geheimnis verborgen (1Kor 2,7). Gott hält sie bewusst verdeckt und offenbart sie, wem er will! Wie macht er das?
1. Korinther 2,10 (LU17)
Uns aber hat es (= das Geheimnis seines Erlösung am Kreuz) Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes.
Wie nehmen wir Musik wahr? Mit den Ohren; es sei denn du bist taub: Dann fühlst du nur die Vibrationen.
Wie nehmen wir Zeichen und Wunder wahr? Mit den Augen, d.h. durch Beobachtung
Wie nehmen wir Weisheit als solche wahr? Mit dem Verstand
Wie nehmen wir Gott wahr und an? Mit dem Heiligen Geist, der ist aber schon ein Geschenk Gottes!
Paulus gebraucht in 1Kor 2,11 das Bild von den menschlichen Gedanken, um zu zeigen, dass nur der HG Gott offenbaren kann, den er alleine “kennt” ihn:
Sophie Scholls Vater wurde Anfang August 1942 wegen hitlerkritischer Äußerungen inhaftiert. Sophie Scholl stellte sich abends an die Gefängnismauer und spielte ihrem dort einsitzenden Vater auf der Blockflöte die Melodie vor.
“Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?” - Meine Gedanken kenne nur ich.
Nur der HG kennt Gott in den Tiefen, deshalb kann nur der Heilige Geist uns vermitteln, was es mit Gott und dem Glauben auf sich hat.
Gott offenbart durch seinen HG. Der HG deckt auf.
In aller Ehrfurcht: Der Heilige Geist ist der Pressesprecher Gottes.
Wie spricht der HG heute noch?
Durch sein inspiriertes Wort
Der Heilige Geist bewirkt drei Dinge: Offenbarung, Lehre und Erkenntnis.
1. Offenbarung (an die Apostel)
1. Offenbarung (an die Apostel)
1. Korinther 2,10 (LU17)
Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes.
Wen meint Paulus mit “uns”? Alle Gläubigen? Ich glaube nicht. Ich denke er meint in erster Linie die Apostel, die eine ganz besondere Offenbarung empfangen haben, um uns diese als heute sogenanntes Neues Testament aufzuschreiben.
2. Lehre (durch die Apostel mittelbar auch zu uns)
2. Lehre (durch die Apostel mittelbar auch zu uns)
1. Korinther 2,13 (LU17)
Und davon reden wir auch nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen.
Die Worte, die der Geist lehrt, bilden die neutestamentliche Lehre der Apostel (idealerweise auch der Prediger).
3. Erkenntnis
3. Erkenntnis
1. Korinther 2,14 (LU17)
Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden.
Der Heilige Geist alleine schenkt es, dass Menschen sich mit dieser Weisheit Gottes eins machen. Das meint die Bibel hier mit erkennen:
Ein Wissen,
das ich mir zu eigen mache,
das ich in mein Innerstes aufnehme,
das mich prägt und verändert.
Wir vertiefen das gleich noch im 3. Punkt.
Fazit
Fazit
Gott ist weiser als die Welt.
2. Gott alleine offenbart seine Weisheit - heute durch sein inspiriertes Wort.
Was nehmen wir daraus mit?
a) Suchen wir wirklich die Weisheit aus dem Wort Gottes?
a) Suchen wir wirklich die Weisheit aus dem Wort Gottes?
Oder suchen wir eigene, höhere Erfahrungen und innere “Eindrücke”?
Was sind Eindrücke? Ganz einfach “Eindrücke sind Eindrücke”.
Ich hatte das Empfinden, mit xy reden zu müssen
Ich fühlte mich von Gott nach links oder rechts geführt
Alles gut, so lange wir nicht hingehen und die Autorität des Wort Gottes durch unsere Eindrücke ersetzen!
Wenn wir sagen: “wir haben gebetet, wir denken…” ist das nicht das Reden Gottes und trägt nicht dessen Autorität. Das wird aber manchmal suggeriert: Ich habe gebetet, Gott hat mir gezeigt, deshalb ist das richtig.
b) Wollen wir resignieren?
b) Wollen wir resignieren?
Ich verstehe die Bibel nicht? Was der Stephan heute morgen hier von Weisheit schwafelt, ist mir zu hoch!
Nein! Gott möchte, dass du die Bibel verstehst. Er möchte sie dir offenbaren - mit der Hilfe seines HG! Wenn du ernsthaft Gott und sein Rettungswerk verstehen willst: Bete um die Beweisführung des HG! (1Kor 2,4)
Gott ist weiser als die Welt,
Gott alleine offenbart diese Weisheit - heute durch sein Wort.
3. Das Erkennen dieser Weisheit unterscheidet die Menschen in geistliche und natürliche (V. 14-16)
3. Das Erkennen dieser Weisheit unterscheidet die Menschen in geistliche und natürliche (V. 14-16)
Wir haben gesehen: Der Heilige Geist offenbart, er lehrt und er schenkt Erkenntnis. Ganz offensichtlich ist diese Erkenntnis, dieses Einsmachen mit dieser Weisheit vom Erlösungswerk Christi, nicht jedermanns Sache.
Der natürliche Mensch
Der natürliche Mensch
Oder auch der psychische, der seelische Mensch, den wir alle (immer noch) in uns tragen, hat den Geist Gottes nicht in sich. Deshalb sind ihm die Augen verschlossen (vgl. Ps 119,18).
Das ist wie bei Elisa und seinem Diener (2Kö 6,17). Beide wurden am frühen Morgen von den Aramäern belagert. Der eine hatte zum Glück nur ein Nachthemd an, als er morgens vor das Haus trat und die feindliche Armee sah. Er hätte sich sonst in die Hose gemacht. Der andere blieb ganz entspannt, denn er sah die viel größeren Engelscharen.
Der geistliche Mensch
Der geistliche Mensch
Paulus beschreibt die “erkennenden Menschen” mehrfach in unserem Text:
1Kor 2,13.15: geistliche Menschen, also solche, die diesen offenbarenden Geist Gottes in sich tragen.
1Kor 2,12: Menschen, die von Gott beschenkt sind
1Kor 2,9: Menschen, die Gott lieben - und nicht nur seine “Goodies”
1Kor 2,16: Menschen, die wie Christus gesinnt sind
am schwierigsten sicherlich:
1Kor 2,6: Menschen, die vollkommenen sind
Diese Beschreibung stößt auf. Vollkommen? Ich?
Schon in der Bergpredigt fordert Jesus seine Nachfolger auf: Seid vollkommen! Mt 5,48
Den reichen Jüngling ganz konkret:
Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!
Am besten hilft uns
Denn durch dieses eine Opfer hat er alle, die er heiligt, für immer vollkommen gemacht.
Wie viele nun von uns vollkommen sind, die lasst uns so gesinnt sein. Und solltet ihr in einem Stück anders denken, so wird euch Gott auch das offenbaren.
Jesus hat uns (der Stellung nach) vollkommen gemacht, jetzt lasst uns so gesinnt sein. Genauso hört unser Text von heute auch auf:
1. Korinther 2,16 (LU17)
… Wir aber haben Christi Sinn.
Dem steht gegenüber:
Die geistliche und der natürliche Mensch reagieren unterschiedlich auf das Wort Gottes
Die geistliche und der natürliche Mensch reagieren unterschiedlich auf das Wort Gottes
Der geistliche Mensch und der natürliche Mensch hören beide das gleiche Wort Gottes. Vielleicht heute morgen hier in diesem Gottesdienst.
Der eine schüttelt energisch den Kopf:
Er nimmt das Wort Gottes nicht als von Gott inspiriert an.
Es ist ihm eine Dummheit: Wie kann Gott am Kreuz sterben? Ich - Sünder? Ich brauch das nicht!
Er macht sich nicht eins damit (1Kor 2,14).
Er versteht den geistlichen Menschen nicht: In der Predigt, seinem Zeugnis, seinem Handeln.
dem natürlichen Mensch bleibt der gläubige Christ ein Rätsel wie es die NEÜ in 1Kor 2,15 übersetzt.
Der andere tankt dabei auf:
Er akzeptiert den 1Kor-Brief als inspirierte Lehre und
lässt sich im Wortsinne belehren.
Dabei beurteilt er das z.B. in der Predigt gehört anhand der Bibel (Apg 17,11)
Er ist treu darin, vom Geheimnis Zeugnis zu geben (1. Punkt)
Er sucht Erkenntnis nicht in Eindrücken, sondern in seiner Bibel (2.Punkt)
Er resigniert nicht, wenn ein Kapitel mal etwas schwerer ist (wie heute Morgen 1Kor 2), sondern studiert weiter in seiner Bibel, um den Gott, den er liebt, näher kennen zu lernen. (ebenfalls 2.Punkt)
Zusammenfassung
Zusammenfassung
Das Kapitel 2 steht im Kontext der Spaltungen in Korinth. Eine Spaltung, die sich aus verschiedenen Fanclubs ergibt. Die “Waffe” ist die Weisheit mit der die Köpfe der verschiedenen Richtungen reden.
Paulus stellt klar:
Die Weisheit Jesu ist größer als jede Weisheit dieser Welt.
Gott alleine offenbart diese - seine! - Weisheit
Das Erkennen unterscheidet die Menschen in geistliche und natürliche Menschen.
Ich schließe mit
Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, damit wir wissen, was uns von Gott geschenkt ist.
Die Worte »was … geschenkt ist« sind hier die Übersetzung eines einzigen griechischen Wortes. Es ist die Verbform von Gnade, was wir so gar nicht richtig übersetzen können. Vielleicht am besten mit: “Was uns aus Gnade geschenkt wurde”.
Möchtest Du erstmals diese Gnade kennen lernen? Oder tiefer in Gottes Gnadengeschenke eintauchen?
Dann bitte Gott, dass er sich durch seinen Geist in deinem Leben offenbart!
Amen.
Wie können wir im Zeugnisgeben treu bleiben und gleichzeitig vermeiden, die Botschaft des Kreuzes durch menschliche Weisheit oder Attraktivität zu verwässert? Welche Herausforderungen können dabei auftreten?
