Eine Viertelstunde über das Gericht

Sermon  •  Submitted   •  Presented
0 ratings
· 27 views
Notes
Transcript

Textstelle

Joel 4,9–17Ruft dies unter den Nationen aus, heiligt einen Krieg*, erweckt die Helden! Herankommen und heraufziehen sollen alle Kriegsleute! 10 Schmiedet eure Pflugscharen zu Schwertern und eure Winzermesser zu Lanzen! Der Schwache sage: Ich bin ein Held! 11 Eilt und kommt her, all ihr Nationen ringsumher, und versammelt euch! Dahin, HERR, sende deine Helden hinab! 12 Die Nationen sollen sich aufmachen und hinaufziehen ins Tal Joschafat! Denn dort werde ich sitzen, um alle Nationen ringsumher zu richten. 13 Legt die Sichel an! Denn die Ernte ist reif. Kommt, stampft! Denn die Kelter ist voll, die Kelterkufen fließen über. Denn groß ist ihre Bosheit. 14 Scharen ⟨über⟩ Scharen im Tal der Entscheidung; denn nahe ist der Tag des HERRN im Tal der Entscheidung. 15 Die Sonne und der Mond verfinstern sich, und die Sterne verlieren ihren Glanz. 16 Und der HERR brüllt aus Zion und lässt aus Jerusalem seine Stimme erschallen, und Himmel und Erde erbeben. Und der HERR ist eine Zuflucht für sein Volk und eine Bergfestung für die Söhne Israel. 17 Und ihr werdet erkennen, dass ich, der HERR, euer Gott bin, der auf Zion wohnt, meinem heiligen Berg*. Und Jerusalem wird heilig sein, und Fremde werden es nicht mehr durchziehen.
Joel 4,9–17.

(Einleitung für diesen Abschnitt). Der umgekehrte Aufruf

Den Aufruf “Schmiedet eure Pflugscharen zu Schwertern und eure Winzermesser zu Lanzen”, der kommt uns ja bekannt vor, aber eigentlich kennt man die umgekehrte Version, richtig, z.B. so wie sie Jesaja uns berichtet in Jesaja 2,4 “Und er wird richten zwischen den Nationen und für viele Völker Recht sprechen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern.”
Nun ist es ja nicht umsonst, dass etwas einmal gerade umgekehrt formuliert wird. Wenn man etwas derart ankündigt, dann möchte man Aufmerksamkeit für etwas gewinnen. Dazu passt auch der ganze Ton unseres Abschnitts, er fängt schließlich so an: Joel 4,9 “Ruft dies unter den Nationen aus, heiligt einen Krieg, erweckt die Helden! Herankommen und heraufziehen sollen alle Kriegsleute!”
Der Text möchte uns mit der Begegnung mit Gott konfrontieren. Das ist die ultimative Begegnung überhaupt: Die Begegnung mit Gott. Wir wollen hier vor allem drei Fragen nachgehen:
Wie stark muss man sein, um Gott zu begegnen?
Wer wird alles Gott begegnen?
Gibt es eigentlich nur ein Gericht Gottes?

1 Wie stark muss man sein, um Gott zu begegnen?

Wer in eine Schlacht zieht muss sich rüsten. Unser Text spricht davon, dass man gar nicht stark genug sein könnte für diese Schlacht.
“Der Schwache sage, ich bin ein Held”. und “erweckt die Helden” Joel 4,10 “Schmiedet eure Pflugscharen zu Schwertern und eure Winzermesser zu Lanzen! Der Schwache sage: Ich bin ein Held!”
Der Text spricht davon, dass man Stark sein muss, um vor Gottes Gericht zu bestehen.
Aber wie stark muss man eigentlich sein? Einmal fragten die Jünger, ob zwei Schwerter reichen, als sie zum letzten Abend mit ihrem Herrn rausgingen, vor seiner Kreuzigung. Wie viel Training benötigt aber der Mensch um Gott zu begegnen? Klar ist, dass keine Muskeln gemeint sind, aber vielleicht liegt es an den Tugenden, die wir entwickeln müssen: Wie viel Selbstgerechtigkeit muss der Mensch besitzen, um Gott begegnen zu können?
Natürlich ist jedem klar: Keiner kann so ohne weiteres Gott begegnen. Ijob 4,18 “Siehe, selbst seinen Knechten vertraut er nicht, und seinen Engeln legt er Irrtum zur Last;” sagt einer der Freunde Hiobs. Und mir scheint an dieser Stelle hat er nicht unrecht. In Sacharija lesen wir, wie ein Priester, und es war ein guter Priester vor Gott stehen musste und was lesen wir: Sacharja 3,3 “Und Joschua war mit schmutzigen Kleidern bekleidet und stand vor dem Engel.”
Das ist das Dilemma des Menschen: Einerseits muss jeder einmal Gott begegnen, andererseits kann absolut niemand Gott begegnen. Manchmal rutscht einem das Herz in die Hose weil man seinem Chef oder einem wichtigen geistlichen Leiter begegnen muss, aber das ist alles absolut nichts, gegen die Begegnung mit Gott.
Nur Gott kann Gott begegnen. John Owen schreibt in seinem Buch “Die Herrlichkeit Christi” diese Zeilen: “Gott selbst, in seinenr unendlichen Vollkommenheit - ist das höchste Ziel unseres Glaubens. Doch wir können nicht unmittelbar im Glauben zu ihm kommen. Wir können uns ihm nur auf dem Weg naheen und die Hilfen annehmen, die er für uns bestimmt hat. Der Weg aber, auf dem er uns seine uneendliche Vollkommenheit offenbart hat, ist Jesus Christus, der gesagt hat: “Ich bin der Weg, niemand kommt zum Vater als nur durch mich” (S. 35).
Mache dich auf, deinem Gott zu begegnen. Dieser Vers aus Amos 4,12 ist ein häufiges Thema der Bibel, und sie ruft den Menschen zu, du brauchst jemanden besseres,
Entweder gehörst du zu Jesus oder du musst alleine vor Gott stehen
-> Anwendung: Gegen so vieles ist es heilsam, sich bewusst zu machen, dass man einst Gott begegnen muss:
Du bist vielleicht äußerst selbstsicher und selbstgerecht, weil du besser bist als die Menschen um dich herum. Aber erinnere dich, du wirst einmal nicht den schlechteren Menschne um dich herum begegnen müssen, sondern Gott, wirst du dann Gott in Christus begegnen können?
Du hast vielleicht Menschenfurcht. Aber alle Begegnungen mit unseren Menschen, selbst die unangenehmsten oder auch die erhabensten, sind nichts im Vergleich mit der Begegnung mit Gott.

2. Meint “Alle” wirklich alle?

Es fehlt uns auf, wie sehr bei Joel “alle” immer weiter wächst. Eigentlich steht hier eine dritte Heuschreckenplage vor uns. Zunächst sind es eine tatsächliche Heuschreckenplage in Kapitel 1, dann eine größere Plage in Kapitel 2 und nun sind alle Menschen Versammelt im Tal Joschafat = Tal “Der Herr richtet” —> Tal der Entscheidung.
Wir lesen in Joel 4,12 “Die Nationen sollen sich aufmachen und hinaufziehen ins Tal Joschafat! Denn dort werde ich sitzen, um alle Nationen ringsumher zu richten.”
Wer ist eigentlich alles hier versammelt, wenn Gott diese letzte Versammlung ansetzen wird?
Gott sagt eine Versammlung an. Wer wird kommen? Ja es werden Tyrannen, Könige kommen, es werden Scheichs versammelt, und Indianer-Häuptlinge, Könige, Fürsten, Grafen, Reiche, Arme, Gelehrte, Es werden sich unter dieser Menge Nazi- und SS-Schergen genauso finden, wie Kommunistische Ideologen, Buddhistische Nihilisten oder Philosophische Denker. Mathematiker genauso wie Wissenschaftler. Arme und Betler. Alle werden versammelt. Wir werden hier im Tag des Gerichtes selbst Menschen antreffen, die für die wichtigsten Menschen des Christentums gehalten wurden, die man allgemein für geistliche Führer hielt, vor deren Namen man mit Ehrfurcht erzittert hatte. All diese werden versammelt und dann wird die Entscheidung stattfinden. Menschen die Gott langweilig fanden, sind dann hier genauso versammelt wie die, die ihr Leben lang Theologie studiert haben.
Dann wird Gott brüllen (Parallelel zu Amos) dann ist Gott nicht mehr langweilig, und unwichtig, nein er wird zur wichtigsten Instanz. Wir verpassen alles, wenn wir Gott nicht kennenlernen, oder nicht kennenlernen wollen oder nicht kennenlernen können. Wie oft erwische ich mich dabei, dass man den Kindern sagt, Englisch ist wichtig, udn die Menschen mit der Hand grüßen ist wichtig, und die Zähne Putzen ist wichtig. Neulich habe ich ihnen gesagt: Wisst ihr was, das ist alles super unwichtig, wichtig ist nur, ob ihr Gott kennt!
Eigentlich bestätigt Joel nur das, was wir kennen: Hebräer 9,27Und wie es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht”
-> Dennoch gibt es hier einen wichtigen Unterschied: Jemand, und sei er der verachtestste, missachtests, ignorierte, missbrauchte Sklave eines Schurken gewesen, denn keiner auch nur für etwas mehr geachtet hätte, als ein Tier: Dieser wird im Tage des Gerichtes nicht auf die linke Seite weichen müssen, sondern auf die rechte Seite seines Erlösers gestellt werden. Das bedeutet wahre Glückseligkeit: Johannes Calvin schreibt einmal: “Wieviel Elend und Not auch auf Erden des Menschen den Gott in seiner Liebe umfangen hat, erwarten mag, sie vermögen doch nicht zu hindern, dass Gottes Wohlwollen volle Glückseligkeit bedeutet. Wollen wir also die Hautpsumme des Glück beschreiben, so nennen wir Gottes Gnade!” (Institutio III,2,28)
Das ist das einzige Maß , darauf es im Gericht ankommen wird: Habe ich Gottes Wohlwollen und seine Gnade oder habe ich es nicht? Calvin schreibt weiter: “Würde uns auch alles nach unserem Wünschen zufließen, so wäre diese Glückseligkeit doch verflucht und jämmerlich, wenn wir unterdessen nicht wüsste, ob Gott uns liebt oder haßt”

Exkurs: Erläuterung zum Bild der Reife

In Vers 13 sehen wir einen interessanten Perspektivenwechsel, Joel 4,13 “Legt die Sichel an! Denn die Ernte ist reif. Kommt, stampft! Denn die Kelter ist voll, die Kelterkufen fließen über. Denn groß ist ihre Bosheit.”
zwei Bilder, die nicht zu passen scheinen: Einerseits eine gigantische Versammlung, andererseits das Bild einer Ernte.
Es findet ein Perspektivenwechsel statt: Wenn man die Versammlung im Tal der Entscheidung sieht , dann ist es eher die Persepktive der Mensxchen, wie sie vor Gott setehen, aber Gott sieht die Menschheit, als Reif zur Ernte an.
—> Gottes Gericht kommt zur perfekten Zeit. Alle Dinge geschehen so, dass er verherrlicht wird. Es ist kein Notfallgericht, kein Gericht aus der Verzweiflung, es ist ein Gericht in der perfekten Reife. Gott als der Herr der Geschichte ist kein Menschendiener!
-> Dieses Bild der perfekten Reife wird im Neuen Testament wiederholt aufgegriffen. Z.B. von Johannes dem Täufer, der die Axt dem Baum an die Wurzel gelegt sieht oder die Wurfschaufel, um den Weizen von der Spreu zu entfernen. Oder aber auch bei Petrus, der über die spricht, die darüber spotten “dass der Herr noch lange nicht kommt”. Es gibt keine Verzögerung bei Gott für seinen Tag.

3. Wie viele Gerichte gibt es?

Wir haben gesehen, dass es einen großen Unterschied gibt, bei der Begegnung der Menschen vor Gott. Zwei Herden: Die Schafe werden von den Böcken getrennt. Doch was ist eigentlich der Grund dafür, dass die einen derart begnadigt werden? Weil Sie schon in Christus gerichtet sind.
Manchmal meinen manche, dass die Propheten des alten Testaments nur ein Kommen Jesu sahen, und es nicht so klar ihnen war, dass es zwei Kommen Jesu gibt, aber wenn es zwei Kommen gibt, dann gibt es auch Zwei Gerichte..
Es gab das Gericht über Jesus! Ist uns schon mal aufgefallen, dass das Gericht mit genau diesen Dingen stattfindet, und die Apostel genau diese Dinge unterstreichen in ihren Berichten, die die Propheten vom Tag des Herrn voraussehen: Was ich meine ist die Finsternis, die Verdunkelung der Sonne. Wohl war, die wird sich einst verdunkeln, wenn sich alle versammeln werden, aber sie hat sich schon bereits einmal verdunkelt über dem Angesicht des Sohnes.
(Optional: Kolosser 1,19–20 “denn es gefiel der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen und durch ihn alles mit sich zu versöhnen – indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes – durch ihn, sei es, was auf der Erde oder was in den Himmeln ist.” )

Schluß

Was tun mitten im Gericht: Lauf um dein Leben ist der Befehl. Nur missvestehen ihn viele Menschen sehr schnell: Wenn ich sehe, da kommt ein Tsunami auf mich zu, dann laufe ich von ihm weg in die Berge. Nun sehe ich, dass all die Schläge und das Gericht von Gott kommt, warum soll ich dann zu Gott laufen? Das ist das Paradox des Glaubens: Dass Gott gleichzeitig mein Richte rund meine Zuflucht ist: (Optional: Calvin schreibt: “Wir sehen ja auf der anderen Seite, wie Gott auf wunderbare Weise seinen Kindern zrnt, obwohl er unterdessen nicht aufhört sie zu lieben: Das geschieht nicht, weil er sie etwa bei sich selber haßte, nein, er will sie nur durch das Empfinden seines Zorns schrecken, um die Hoffart des Fleisches zu demütigen, um sie aus ihrer Faulheit aufzustören und so zur Buße anzuspornen. Darum erfassen sei ihn zu gleicher Zeit als den, der ihnen oder ihrer Sünde zürnt - und als den, der ihnen gnädig ist!” )
´
Related Media
See more
Related Sermons
See more
Earn an accredited degree from Redemption Seminary with Logos.