Die Tür: Jesus genügt!

Jesus genügt  •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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Türen sind eine geniale Erfindung. Sie sind der offizielle Zugang und verleihen Sicherheit. Jesus bezeichnet sich als Tür zu den Schafen, als Bild für den Zugang zum Volk, das Gott gehört. Ich bin... sagte Jesus. Und erinnerte dabei seine jüdischen Zuhörer an die Aussage des lebendigen Gottes: "Ich bin, der ich bin!" Jesus ist Gott - und Jesus genügt! 21. Juli 2024 - FEG-LuzernSüd. www.fegluzernsued.ch/predigt

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Eine geniale Erfindung

Türen sind eine geniale Erfindung. Sie sind der offizielle Zugang und verleihen Sicherheit. In einem öffentlichen Gebäude habe ich mich neugierig umgesehen. Wo kann ich überall rein? Bei einer Türe mit der Aufschrift “Privat” wusste ich: dieser Raum ist nicht für mich. Die Neugierde war natürlich umso grösser… Aber: man ist ja anständig. Vermutlich wäre die Türe sowieso abgeschlossen gewesen. Die Tür schafft eine Grenze, die gut kontrolliert werden kann. Und wer die Türe umgeht, der ist ein Dieb oder Eindringling.
Jesus bezeichnet sich als Tür zu den Schafen, als Bild für den Zugang zum Volk, das Gott gehört. Er sagt das wieder als eine “Ich bin”-Aussage. Das sind ganz starke Aussagen, die klar machen: Jesus bezeichnet sich damit als Gott, der von sich sagt: “Ich bin, der ich immer bin!” (Exodus 3,14 “Gott entgegnete: »Ich bin, der ich immer bin. Sag ihnen einfach: ›»Ich bin« hat mich zu euch gesandt.‹«” )
Er sagt es gleich 2x:
Johannes 10,7 (NLB)
deshalb erklärte er es ihnen. »Ich versichere euch: Ich bin das Tor zu den Schafen«, sagte er.
Johannes 10,9 (NLB)
Ja, ich bin das Tor. Wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden. Wo er auch hinkommt, wird er grüne Weiden finden.
Wer vertraut mit der Bibel ist, denkt bei Johannes 10 schnell an die bekannte Aussage von Jesus: “Ich bin der gute Hirte”. Und dann an den bekannten Psalm 23, ein Gebet, das sagt: “Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln: er führt mich zum frischen Wasser und weidet mich auf grünen Wiesen.” Damit werden wir Menschen mit Schafen verglichen, die einen Hirten haben.
Bei einem Buchladen war im Schaufenster ein Schild aufgestellt. Hier stand mit spöttischem Unterton: “Die Bibel behauptet, dass alle Christen Schafe sind!” So ungefähr. Das sah einer, blieb stehen und dachte nach. Dann ging er rein und sagte zum Buchhändler: “Das stimmt nicht. Die Bibel sagt nicht, dass nur Christen wie Schafe sind. Sie vergleicht alle Menschen mit Schafen. Der Unterschied ist: Christen haben einen guten Hirten, Jesus. Wer aber Jesus nicht hat, ist wie ein Schaf ohne Hirte.”
Und Freunde, ich kann euch sagen: ein Schaf ohne Herde und ohne Hirte ist wirklich ein unangenehmes, verunsichertes, stures, uneinsichtiges Tier. Wir hatten auf unserem Bauernhof so eines… Oh, nein. Da fehlte wirklich der Hirte und die Herde.
Ich will heute nicht über den Hirten reden, aber die Schafe bleiben bei unserem Thema heute drin. Wir Menschen sind wie Schafe. Und wir brauchen eine Zuordnung, eine Herde. Unsere Gesellschaft geht in eine ganz starke Individualisierung hinein. Es scheint total wichtig zu sein, dass der Einzelne, was er fühlt, als richtig und wahr anschauen kann - und dass man ihm da nicht drein redet. So ist unsere Gesellschaft schon sehr zersplittert. Ich glaube, Jesus würde das auch so sagen: all die Leute, die hier in Kriens, Horw, Luzern, Meggen, Malters wohnen, sind wie Schafe ohne Hirten. Weil sie sich nicht einbetten in ein grosses Ganzes, das Ordnung und Orientierung gibt. Jeder will sein eigener König sein.
Davon spricht Jesus, wenn er von der Schafherde redet. Er sagt: es gibt eine Herde. Das Volk, das zu Gott gehört. Dort sind Schafe sicher, gut behütet, mit einem guten Hirten unterwegs und finden genug zu Essen und zu Trinken. D.h. Menschen, die mit Jesus unterwegs sind, haben angedockt bei der Quelle des Lebens. Wer auf die Stimme von Jesus hört, wird merken, dass das Leben gelingt.
Keine Sorge, auf den Hirten kommen wir diesen Sommer auch noch. Aber zuerst sagt Jesus in Johannes 10: “Ich bin die Tür zu den Schafen!” Was meint er damit?

Das Gleichnis vom Schafpferch: Biblestory Johannes 10,1-6

Gerade hatte Jesus einen Mann geheilt, der von Geburt an blind gewesen war. Er hatte seinen Lebensunterhalt als Bettler zusammengebettelt - aber jetzt war er durch Jesus geheilt worden. Weil dieses Wunder an einem Sabbat geschah, dem jüdischen Ruhetag, war das den Führern des Volkes, den Pharisäern, ein Dorn im Auge.
Schliesslich konfrontierte Jesus die Pharisäer: Ihr seid selber blind, behauptet aber, sehen zu können. Und nun malt er ein Bild mit Worten. Er beschreibt das Gleichnis vom Schafpferch:
Wenn jemand nicht durch die Tür zum Schafpferch hineingeht, sondern anderswo, so ist er ein Dieb und Räuber!
Der Hirte aber kommt zur Tür rein. Der Torhüter macht ihm auf und die Schafe kommen daher, weil sie seine Stimme hören. Er ruft die Schafe sogar beim Namen und führt sie hinaus, geht vor ihnen her und die Schafe folgen ihm. Sie kennen ja seine Stimme.
Einem Fremden folgen sie nicht, weil sie diese Stimme nicht kennen.
Mit diesem Gleichnis waren die Zuhörer aber überfordert.
Und darum erklärt Jesus - mit zwei “Ich bin”-Aussagen. Ich bin die Tür. Und ich bin der Hirte. Heute fokussieren wir uns auf “die Tür: Jesus genügt!”

Durch die Tür oder anderswo?

Erinnern wir uns: die Tür ist eine geniale Erfindung. Sie wurde auch beim Schafpferch eingesetzt:
Dem Bild in V. 1–5 liegt eine damals verbreitete palästinische Praxis zugrunde: Mehrere Herden konnten für die Nacht auf einem umzäunten oder ummauerten Grundstück zusammengetrieben werden, dessen Zugang ein Türhüter bewachte. Bei diesem fanden sich in der Frühe die Hirten ein, um ihre Herden wieder heraus- und auf die Weide zu führen.11 Einführungen und Erklärungen aus der Stuttgarter Erklärungsbibel. Neuausgabe mit Apokryphen. (Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft, 2005), Joh 10,1–6.
Wer das Volk, die Herde führt, soll zur Tür, also Jesus;, hinein. Dann ist es ein guter Hirte. Wer aber nicht durch die Tür kommt, also anderswo, der war kein wirklicher Hirte. Er ist ein Dieb oder ein Räuber. Jesus spricht nicht von sich selbst als gutem Hirten, sondern von Menschen, welche das Volk Gottes führen. Damals konfrontiert er die Pharisäer als Leiter des Volkes. Heute spricht er von Pastoren, Ältesten und Diakonen, von Hauskreisleiterinnen und Kindermitarbeitern. Er spricht von Leuten, die eine Verantwortung wahrnehmen, damals in Israel und heute beim Volk Gottes, der Gemeinde.
Flipchart: Schafpferch mit Schutzmauer, Türe, Torhüter, Schafen, einem Hirten und einem Eindringling bei der Mauer. Kreise die Türe ein.
Jesus fokussiert also auf die Tür zu den Schafen.
Johannes 10,7–8 (NLB)
deshalb erklärte er es ihnen. »Ich versichere euch: Ich bin das Tor zu den Schafen«, sagte er. »Alle, die vor mir kamen, waren Diebe und Räuber. Doch die Schafe hörten nicht auf sie.
Das sagt er zu den Pharisäern. Ihr seid falsche Hirten, Diebe und Räuber. Ihr stört euch daran, dass einer, der Jahrzehnte lang blind war, geheilt worden ist - an einem Sabbat. Was seid ihr für Führer. Die Schafe - also die Leute im Volk Israel, hören nicht mehr auf eure Stimme. Sie merken, dass ihr sie nicht gut führt. Das störte die Pharisäer ja auch, dass viele Leute ihnen nicht mehr nachfolgen wollten.
Stattdessen sind gute Leiter daran erkennbar, dass sie die Tür benützen und dass die Schafe ihre Stimme erkennen. Das ist ein gutes Wort an uns heute. Lasst uns das spiegeln: warum übernehmen wir Verantwortung, in der Familie als Mutter, als Vater, als Leiter einer Gruppe. Warum übernehmen wir Verantwortung? Wollen wir Leute an uns binden? Oder gehen wir durch Jesus zu ihnen? Das ist eine gute Frage. Leiter sind daran erkennbar, so sagt Jesus, dass sie die Tür benützen - also durch Jesus leiten - und dass ihre Leute ihnen folgen.
Johannes 10,9 NLB
Ja, ich bin das Tor. Wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden. Wo er auch hinkommt, wird er grüne Weiden finden.
Bleiben wir beim Bild des Leiters. Ein guter Leiter der Schafe geht durch Jesus hinein, um die Schafe zu rufen. Er ist einer, der bewirkt, dass es dem Volk gut geht. Er wird durch die Tür ein und ausgehen und grüne Weide für die Schafe finden. Das heisst: du wirst so ein Leiter sein, der rettend unterwegs ist. Und du wirst auch Schafe hineinführen und hinausführen können, die gerettet werden. Du wirst einer sein, der seinen Leuten wirklich auch Nahrung gibt, zum weitergeben. Wer über die Mauer zu den Schafen eindringt, der findet auch keinen guten Weideplatz (vgl. Johannes 6,35, wo Jesus sagt: “Ich bin das Brot des Lebens”) .
Das war im Volk Israel immer ein Thema: es braucht gute Hirten fürs Volk! Das war schon so, als Mose die Verantwortung für das Volk Israel weitergab an Josua. Da betete er:
Numeri 27,16f (NLB)
»HERR, Gott alles Lebendigen, ernenne einen neuen Anführer für die Gemeinschaft.
Gib den Israeliten jemanden, der sie führt, damit das Volk des HERRN nicht wie eine Herde ohne Hirte ist.«
Das war auch so, als der Prophet Hesekiel sein eigenes Volk betrachtete und feststellte: die Hirten, die jetzt das Volk führen, machen es wirklich kaputt. Sie bereichern nur sich selbst. Aber Gott wird Hirten senden, welche die Verirrten Schafe zurückbringen, die Verwundeten verbinden, die Hungerigen sättigen - und den stolzen und starken auch eine Grenze setzen können. Hesekiel sieht voraus, dass Gott selbst dieses Anliegen in die Hand nehmen wird (Hesekiel 34). Das Kümmern um uns Menschen ist Chefsache! Gott selbst wird ein Hirte für sein Volk und sammelt seine Menschen zu einem Volk zusammen. Er schafft den offiziellen Zugang für gute Führung. Er schafft eine Tür, welche Sicherheit gibt, Schutz in der Nacht verleiht und den Weg zur grünen Weide öffnet.
Jesus selbst greift das Bild auf, wenn er die Menschen als Schafe ohne Hirten bezeichnet (Matthäus 9,36). Und Paulus überträgt das Bild der Herde auf die Gemeinde von Jesus Christus - und ermutigt die Gemeindeleiter in einer bestimmten Situation mit folgenden Worten:
Apostelgeschichte 20,28 (NLB)
Und nun seht euch vor! Achtet darauf, die Herde Gottes – seine Gemeinde, die er durch das Blut seines eigenen Sohnes erkauft hat –, zu hüten und zu betreuen, über die der Heilige Geist euch als Älteste eingesetzt hat.
Das Gleichnis vom Schafpferch wird hier verdeutlicht: Gott hat die Gemeinde erkauft mit seinem eigenen Blut. Jesus ist die Tür! Und er setzt Hirten ein, welche sich um seine Gemeinde gut kümmern, ihnen Schutz und Weide geben.
Wo führen wir selber andere? Als Leiter in Familie, Gemeinde und auch im Beruf ist das ein wichtiger Hinweis: geh durch Jesus hindurch (die Tür) zu deinen Leuten und führe sie durch ihn!
Der Unterschied ist wirklich derjenige zwischen Tür und dem “anderswo”. Die Tür zu den Schafen ist Jesus. Und diesen Unterschied schält Jesus im nächsten Satz heraus:
Johannes 10,10 (NLB)
Ein Dieb will rauben, morden und zerstören. Ich aber bin gekommen, um ihnen das Leben in ganzer Fülle zu schenken.

Rauben, morden, zerstören

Der Dieb will:
Rauben: wegnehmen aus dem Ort, wo sie Schutz haben und Weide finden. Die Berufung, zu Gott zu gehören wird geraubt. Diebe wollen dich schutzlos machen, verunsichern.
Morden/töten: bevor sie die Schafe selbst töten, können sie die Freude und Liebe töten. Sie lassen die Liebe ersterben. Bringen stattdessen Angst, Manipulation, Drohung, Beliebigkeit (“mach was du willst, Gott vergibt dir alles”).
Zerstören: die Herde, die Einheit der Gemeinde wird zerstört. Die Hoffnung und die Wirksamkeit wird zerstört. (“Die örtliche Gemeinde ist Hoffnung für die Welt, weil Jesus die Hoffnung ist. Und sie liegt in den Händen derer, die sie führen.” nach Bill Hybels)
Wohin will das führen? Eine zerstörte Herde spricht nicht mehr von der guten Nachricht, sie ist nicht mehr eine gute Nachricht. Sie schliesst die Türe zu für Menschen, die Leben und Hoffnung sucht - sie bleibt wirkungslos. Und dann haben die Diebe und Räuber gewonnen. Vorsicht für Lehren, die neben Jesus durchgehen.

Leben in Fülle

Jesus, der die Tür ist, ist gekommen um Leben (Zoe) im Überfluss zu geben (vgl. Psalm 23).
Rettung (Vers 9) zum Leben (Zoe: Vers 10)
Weide (Vers 9) im Überfluss (Vers 10; vgl. Psalm 23)
Eine Gemeinde, die Jesus als Türe behält, ist eine Gemeinde mit Leben. Eine Gemeinde mit Überfluss. Ein Mensch, der sich durch diese Türe, Jesus, hin- und hinausführen lässt, ist ein Mensch, der Rettung erlebt, und der Weide findet für sein Leben. Ein Mensch, der Zoe-Leben hat und der Überfluss geniesst.

Was wäre, wenn...

… wir uns bewusst sind, dass Jesus als Tür genügt. Dass wir nicht andere Zugänge noch suchen müssen, um zum Leben und zum Überfluss zu kommen?! Was wäre, wenn das tief in unserem Glauben und in unseren Gebeten ist, dass, wenn der Herr unser Hirte ist, und uns darum nichts fehlt, nichts mangelt?! Was wäre, wenn das Licht in unsere Traurigkeit hineinbringt?! Was wäre, wenn es Orientierung in unsere Orientierungslosigkeit hineinbringt?! Was wäre, wenn Kraft in unsere Kraftlosigkeit hineindringt?! Was wäre das für eine Gemeinde, welche die Türen öffnet, damit suchende Menschen hineinkommen; und die Türen öffnet, damit sie mit dem Hirten hinausgeht auf die Weide und hineinkommt und Schutz findet. Wir haben Schutz und Leben im Überfluss. Was ist das für ein Leben!
Träumen wir davon. Suchen wir das. Als Einzelne in Verbindung mit dem Hirten. Als Gemeinde, gemeinsam - und in Verbindung mit der weltweiten Gemeinde aller Orte und aller Zeiten.

Vertiefung

Jesus, du bist die Tür zu den Schafen.
Lass mich dich als einzige Tür zum Leben und zur Fülle betrachten. Jesus, du genügst!
Lass mich ein Leiter sein, der nur durch dich zu deiner Gemeinde geht - und nicht anderswo rum!
Lass uns sehen, dass viele Menschen dich als die Tür zum Leben erkennen und gerettet werden!
Lass unsere Gemeinde ein- und ausgehen und Weide finden. Du genügst, Jesus!
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