Ermahnt einander
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Einleitung
Einleitung
Harmonie in einer Familie ist etwas wunderschönes. Wenn die Geschwister untereinander liebevoll und harmonisch miteinander umgehen. Wenn die Eltern mit ihren Kinder in einer Harmonie leben, so ist das sehr schön.
Doch dazu gehört aber auch, dass man einander ermahnt. Denn wenn man alles durchgehen lässt, so zeugt dies nicht von Liebe, sondern davon, dass der andere mir eher egal ist. Und so ist es richtig und gut, wenn die Eltern ihre Kinder zurechtweisen, wenn etwas nicht richtig war. Denn eine Egal-Haltung führt nicht zu Harmonie, sondern zu Distanz. So ist es wichtig aufeinander acht zugeben und in Liebe einander zu ermahnen.
Wir als Christen sind auch eine Familie. Wir sind die Familie Gottes. Und Gott möchte auch, dass seine Kinder in Harmonie miteinander leben. Und so finden wir in der Bibel sehr viele “einander-Stellen”. Wo immer gesagt wird, wie wir miteinander umgehen sollen. Und es lohnt sich diese einmal zu studieren. Und eine der vielen Stellen ist 1.Thessalonicher 5,11, da steht:
Deshalb ermahnt einander und erbaut einer den anderen, wie ihr auch tut!
Also Ermahnung ist wichtig untereinander. Doch wie tut man dies? wie sollten wir hier vorgehen? Unser Text heute aus dem Johannesevangelium möchte uns dies zeigen. Hier können wir von unserem Meister lernen.
Unser Text ist heute Johannes 4, 1-26:
Als nun der Herr erkannte, dass die Pharisäer gehört hatten, dass Jesus mehr Jünger machte und taufte als Johannes – obgleich Jesus selbst nicht taufte, sondern seine Jünger –, verließ er Judäa und zog wieder nach Galiläa. Er musste aber durch Samaria ziehen. Er kommt nun in eine Stadt Samarias, genannt Sychar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Josef gab. Es war aber dort eine Quelle Jakobs. Jesus nun, ermüdet von der Reise, setzte sich ohne Weiteres an die Quelle nieder. Es war um die sechste Stunde. Da kommt eine Frau aus Samaria, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! – Denn seine Jünger waren weggegangen in die Stadt, um Speise zu kaufen. – Die samaritanische Frau spricht nun zu ihm: Wie bittest du, der du ein Jude bist, von mir zu trinken, die ich eine samaritanische Frau bin? – Denn die Juden verkehren nicht mit den Samaritanern. – Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes kenntest und wüsstest wer es ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken!, so hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Die Frau spricht zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief. Woher hast du denn das lebendige Wasser? Du bist doch nicht größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gab, und er selbst trank daraus und seine Söhne und sein Vieh? Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt. Die Frau spricht zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht hierher komme, um zu schöpfen. Er spricht zu ihr: Geh hin, rufe deinen Mann und komm hierher! Die Frau antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann; denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; hierin hast du wahr geredet. Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet, und ihr sagt, dass in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse. Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil ist aus den Juden. Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten. Die Frau spricht zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus genannt wird; wenn jener kommt, wird er uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin es, der mit dir redet.
Wir finden hier im Text 4 Schritte, die wir zu gehen haben, wenn wir einander ermahnen. Und diese möchten wir uns anschauen:
Schritt 1 - Die Grenzen überwinden
Schritt 2 - Den Kern des Problems darstellen
Schritt 3 - Die Sünde ansprechen
Schritt 4 - Zur Anbetung führen
Schritt 1 - Grenzen überwinden
Schritt 1 - Grenzen überwinden
Der erste Schritt ist, dass wir die Grenzen überwinden müssen. Nun was meine ich damit - lasst uns hier auf unseren Text schauen. Wir müssen zu dieser Geschichte aus Johannes 4 den Hintergrund kennen, um die Situation besser verstehen zu können.
Zur Zeit Jesu bestand eine Feindschaft zwischen den Juden und den Samaritaner. Entstanden ist dies vermutlich nach dem Exil. Bei dem Tempelbau unter Serubbabel wollten die Samaritaner mithelfen, die Juden jedoch verweigerten dies. Vermutlich wegen des Götzendienstes und der Vermischung mit den Heiden. Dadurch entstand die Feindschaft und die Samaritaner bauten ihren eigenen Tempel auf dem Berg Garizim. Dieser wurde jedoch dann in der Zeit der Makkabäer ca. 128 v.Chr. zerstört und nicht wieder aufgebaut.
Zur Zeit Jesu war es deshalb so, dass die Samaritaner und die Juden keine Gemeinschaft miteinander pflegten geschweige denn ein Gespräch miteinander führten. Wenn nun ein Jude von Jerusalem in den Norden reiste würde der direkte Weg eigentlich durch Samarien führen. Die Juden jedoch machen lieber einen großen Bogen um das Gebiet, um nicht in Kontakt mit den Samaritaner zu kommen.
Doch wir haben wir gelesen, dass Jesus auf dem Weg von Jerusalem nach Galiläa ist und den direkten Weg durch Samaria nimmt. Er nimmt keinen Umweg, er geht diesen Leuten nicht aus dem Weg, sondern er geht zu ihnen.
Jesus ist bereit diese Grenze zu überwinden und sich auf die Ebene der so verachteten Menschen zu stellen. Er geht zu ihnen. Er geht dort hin, weil dort eine Frau Erlösung brauchte. Jesus war bereit dies zu tun. In Kapitel 3 hat er mit einem einem Juden geredet, der einer der höchste Stellungen im Volk hatte. Nun redet er mit einer Samariterin, die dazu noch in Hurerei lebte. Denn diese Frau brauchte genauso Erlösung wie dier Nikodemus.
Jesus und die Jünger kommen um die sechste Stunde dort an. Die Jünger gehen einkaufen und Jesus setzt sich an den Brunnen. Im Johannesevangelium müssen wir von der römischen Zeitrechnung ausgehen, da es Stellen im Evangelium gibt wo es nur die römische Zeitrechnung sein kann. So ist hier wahrscheinlich 18 Uhr gemeint. Denn 6 Uhr morgens ist eher unwahrscheinlich.
Hier kommt nun eine Frau aus dem Dorf um Wasser zu holen. Jesus spricht diese an und fragt nach Wasser daraufhin antwortet diese ganz verwundert:
Johannes 4,9 (ELB 2006)
Wie bittest du, der du ein Jude bist, von mir zu trinken, die ich eine samaritanische Frau bin?
Wie konnte er sie ansprechen als Jude? Und noch dazu kommt, dass er sie anspricht als Mann. Denn die damalige Sitte verbot den öffentlichen Kontakt zwischen Männern und Frauen.
Doch Jesus überwindet dies alles und spricht sie an. Er war bereit auch vielleicht Verachtung oder Gespött in Kauf zu nehmen, weil er diese Grenzen überwand. Es ging hier um einen Menschen der Hilfe brauchte.
Genau so ist es auch bei uns. Wenn wir andere Geschwister ermahnen müssen, so haben wir Grenzen zu überwinden. Die erste Grenze ist, dass wir uns auf ihre Ebene begeben müssen. Oft ist es leider so, dass wir uns als besser sehen und mit dieser Haltung den anderen ermahnen. Doch wir müssen verstehen, dass wir genauso Sünder sind wie sie. Wir denken oft - “Das würde ich nie tun!” Doch ist dir bewusst, dass du genauso sündigst wie der andere?
In 1.Johannes 2,16 werden alle Sünden in drei Bereiche zusammengefasst:
denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern ist von der Welt.
Die drei Bereiche die wir hier sehen, sind:
Begierde des Fleisches
Begierde der Augen
Hochmut
Letztendlich kann man jede Sünde auf einen dieser Bereiche zurückführen. Das bedeutet, dass du vielleicht nicht diese Sünde tust, aber etwas anderes der gleichen Kategorie. Und somit bist du nicht besser. Das müssen wir verstehen und begreifen.
Somit müssen wir den anderen so begegnen, dass wir nicht mehr von uns halten als von dem anderen. Ermahnung geschieht von Sündern zu Sündern. Denn wenn wir von oben herab den anderen zurechtweisen, so werden wir unseren Bruder oder unsere Schwester im Herrn nicht erreichen. Es wird keine Frucht der Veränderung entstehen. Wir müssen diese Grenze überwinden.
Eine weitere Grenze kann sein, dass wir die Grenze der Sympatie überwinden müssen. Ich mag den anderen nicht besonders, wir haben eh keinen Kontakt, also brauche ich das jetzt nicht tun. Jesus hat all diese Grenzen der Gesellschaft überwunden, und genauso stehen wir auch in der Pflicht diese zu überwinden.
So kommen wir auch schnell in den Bereich der Menschenfurcht. Ja, was wird der Andere danach von mir denken oder halten, wenn ich dies oder jenes anspreche? Wird der mich dann nicht mehr leiden können? Verliere ich dadurch vielleicht mein Ansehen? Darauf dürfen wir nicht schauen, sondern es geht doch um eine Menschenseele. Es geht doch um einen der Christus nachfolgt. Wir dürfen hier nicht aus Selbstsucht den anderen vernachlässigen. Gott hat uns beauftragt, dass wir einander ermahnen sollen. Und so müssen wir alles, was uns daran hindert überwinden und den Nächsten in Liebe und auf gleicher Ebene begegnen.
Schritt 2 - Kern des Problems darstellen
Schritt 2 - Kern des Problems darstellen
Doch wenn ich nun etwas sehe, wie gehe ich dann vor? Wie spreche ich das Problem an? Einfach dies den anderen vor den Kopf hauen kann doch nicht richtig sein. Lasst uns hier von Jesus weiter lernen -
Jesus beginnt nicht damit die Sünde in ihrem Leben anzusprechen. Sondern er zeigt ihr, was ihr Problem ist. Er kommt zum Kern des Problems. Und dies macht er mit einer Illustration.
Jesus in seiner vollkommenen Weisheit netzt die Gegebenheiten um der Frau ihr Problem deutlich zu machen. Er fragt nach Wasser, da sie sich ja an einem Brunnen finden. Die Frau wundert sich, dass er dies fragt. Doch Jesus gibt als Antwort:(Vers 10)
Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes kenntest und wüsstest wer es ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken!, so hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.
Aus dieser Antwort müssen der Frau drei Fragen entstanden sein:
Was ist die Gabe Gottes?
Wer ist derjenige, der mit mir spricht?
Was meint er mit dem lebendigem Wasser?
Alle Drei Frage haben eine Antwort. Alle drei Fragen werden in Jesus Christus beantwortet. Jesus Christus ist die Gabe Gottes. Ja, der Vater im Himmel hat seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt, damit er sein Leben gibt für die Sünden der Menschen. Damit jeder an ihn, also an Jesus Christus glauben wird, ewiges Leben hat. Und dieses Lebendige Wasser ist der Heilige Geist, der ein einem Menschen einkehrt. Das Ist Gott Gabe, damit gibt er den Menschen das ewige Leben. Die Garantie der Erlösung.
Die Frau versteht das ganze nicht ganz. Sie ist verwundert, dass dieser fremde Jude ihr so rätselhafte Dinge sagt. Und so sagt sie ihm, dass er nichts zum Schöpfen hat um das Wasser zu geben. Sie geht dann auch an die Frage seiner Identität - Du bist doch nicht größer als unser Vater Jakob? Diese Frage ist so formuliert im Urtext, dass sie eine Negative Antwort erwartet. Dieser Fremde behauptet hier, dass er ihr besseres Wasser geben kann, also das hier aus diesem Brunnen, dass ihr Erzvater Jakob ihnen gegeben hat? ich habe gelesen, dass dieser Brunnen einer der tiefsten in ganz Palästina gewesen sein muss. So fragt diese Frau, wie kann dieser Fremde meinen ihr bessere geben zu können?
So zeigt Jesus ihr dann, was er damit meint:
Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt.
Jesus zeigt hier auf das Geistliche hin. Man kann nicht mit materiellen Dinge oder durch die Freuden dieser Welt den inneren Durst stillen, dass kann nur Jesus Christus tun.
So zeigt Jesus auf den Kern ihres Problems. Diese Frau hat versucht den Durst ihres Lebens durch sexuelle Befriedigungen zu bekommen. Sie hatte schon 6 Männer gehabt. - Das wird Jesus gleich auch noch ansprechen. - Doch der innere Durst konnte dadurch nicht gestillt werden. Das kann nur Jesus in ihr bewirken. Das ist ihr Problem.
Wir können das Ganze auch anders formulieren. Das Problem hier ist ein Anbetungsproblem. Wir Menschen sind von Gott als Anbeter geschaffen worden. Wir sind Anbeter. Wenn man nicht Gott anbetet, so bleibt man trotzdem ein Anbeter. Man betet dann etwas anderes an. Und meistens betet man letztendlich sich selbst an. Man lebt in der Selbstsucht und sucht nur das seinige. Diese samaritische Frau hat sich selbst angebetet und somit sich selbst alles gegeben, was sie selbst wollte. Und Jesus macht sie darauf aufmerksam - Sie muss davon weg kommen und hinkommen zur wahren Anbetung - zur Anbetung Gottes. Das ist der Zweck wozu der Mensch geschaffen wurde. Dies sagt Paulus in Kolosser 1, 16 -17. Und das ist was Jesus dieser Frau hier zeigt.
Wenn wir jemanden zurechtweisen, so müssen wir auch erstmals auf dieses Problem zu sprechen kommen. Ich denke, wenn wir diese Frau ermahnen müssten, wie wären wir dann vorgegangen? Ich denke wir würden als erstes ihr Leben ansprechen und ihr zeigen, dass sie in Hurerei lebt. Doch Jesus möchte wirkliche Veränderung, so somit muss der Kern des Problems erstmals gezeigt werden.
Denn wenn Sünde in unserem Leben ist, so haben wir ein Anbetungsproblem. Wir richten unseren Blick nicht auf Christus, sondern auf uns selbst. Und geben uns das, was wir meinen zu brauchen.
Männer leiden oft unter dem Problem vom Pornografie. Zumindest an visueller Pornografie. Bei Frau ist die Pornografie eine andere Art, wo sie nicht so offensichtlich ist. Und wenn ein Mann dieses Problem hat, so kreist derjenige so viel um dieses Problem. Er beschäftigt sich sehr viel mit diesem Problem. Und versucht verschiedene Blogger um dieses Problem aus dem Weg zu schaffen - das kann auch helfen. Aber das eigentliche Problem ist ein Anbetungsproblem. Man ist zu sehr auf sich selbst fixiert. Man meint, das man etwas verdient hat und man dient dann sich selbst. Doch man sollte sich viel mehr auf Christus fixieren und konzentrieren. Seine Blicke auf ihn richten und sein herz von Christus verändern lassen. Nur Christus kann dies tun. Nur er kann uns weg von der Selbstsucht - also der Anbetung von sich selbst - hin zu der wahren Anbetung führen.
Und so ist es wichtig, dass wir den Nächsten, der in der Sünde steckt, auf diesen Kern hinweisen. Dass die Person von Christus verändert werden kann. Hin zu einem wahren Anbeter Gottes.
Das Ziel der Ermahnung ist die Veränderung des Herzens, und nicht die bloße Veränderung von Verhaltensweisen.
Schritt 3 - Sünde ansprechen
Schritt 3 - Sünde ansprechen
Der Nächste Schritt ist dann die Sünde in Leben auch anzusprechen. Das tut Jesus dann als nächstes bei der samaritischen Frau. Und auch hier geht er behutsam vor. Er sagt hier, dass sie ihren Mann holen soll. Sie sagt daraufhin: “Ich habe keinen Mann.” Vielleicht war dies ein Versuch von diesem schwierigen Thema in ihrem Leben abzulenken. Doch Jesus wusste alles, was in ihrem Leben war und sagt er:
Johannes 4,17–18 (ELB 2006)
Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann; denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; hierin hast du wahr geredet.
Jesus zeigt also auf ihre Sünde und zeigt, dass ihr Leben wie sie es führt nicht zur wahren Anbetung kommen wird. Ja, sie lebt in Hurerei. Sie versucht den inneren Durst zu stillen indem sie das Glück in der Ehe gesucht hat. Und weil es mit dem einen nicht geklappt hat, so hat sie sich den nächsten genommen. Und nun hat sie es letztendlich mit Ehebruch versucht um vielleicht hier Erfüllung zu finden. Doch auch das hat den Durst ihres Lebens nicht gestillt.
Jesus wusste dies alles und zeigt es ihr nun ganz klar. Er hat ihr ihr Problem gezeigt und nun auch gezeigt wo sie das jetzt hingebracht hat.
Das ist ganz wichtig für uns, wenn wir jemanden zurechtweisen. Wenn die Person erst das Problem verstanden hat, dann wird es dazu führen, dass man versteht, warum dass nun alles so gelaufen ist. Dass man nun dahin gekommen ist, wo man gerade steht.
Und wenn man seine Sünde erkennt, so erkennt man auch, dass man Gnade braucht. Und Gnade bekommt man nur von Gott. So führt diese Erkenntnis zu Gott. Dass man bußfertig zu Gott kommt und Hilfe bei ihm sucht.
Das ist wichtig für einen Menschen, dass er die Sünde als Sünde auch erkennt. Wenn er meint dass dies alles halb so schlimm ist, so wird er keine Buße tun. Dann wird es auch nicht zur Veränderung in Leben führen. So Muss der Mensch dahin geführt werden, dass er versteht, dass er ein Anbetungsproblem hat. Und so versteht, dass die Sünde in seinem Leben vor Gott keine Kleinigkeit ist. Er muss verstehen, dass er Hilfe von Gott braucht.
Schritt 4 - Zur Anbetung führen
Schritt 4 - Zur Anbetung führen
Und wenn nun die Person verstanden hat was das Problem ist, und verstanden hat dass sie Sünde im Leben hat, so müssen wir als Nächsten Schritt die Person zur wahren Anbetung führen.
Genau dass tut Jesus als nächstes. Es geht dann weiter um das Thema der Anbetung Gottes. Die Samariterin versteht dies und fragte somit nach der Anbetung. Wo soll diese stattfinden? Die Juden und die Samariter stehen im Streit wegen dieser Frage. Wo ist der richtige Anbetungsort? Wie kommt man zur wahren Anbetung?
Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil ist aus den Juden.
Wahre Anbetung hat nichts mit dem Ort zu tun. Die Samariter haben sich eine selbsterfundene Religion aufgebaut, was nicht von Gott kommt. Sie haben irgendein Berg genommen und meinten, dass dies nun richtig wäre. So verurteilt Jesus das mit den Worten, dass sie nicht wissen was sie anbeten. Doch das Volk Israel war das von Gott erwählte Volk, dass seine Offenbarung bekommen hatte und die heilige Schrift bekommen hatte. So kommt das Heil aus den Juden. Diese Botschaft hat Gott durch sein Volk Israel gebracht. Doch es wird noch eine andere Zeit kommen:
Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.
Durch Jesus Christus ist die Zeit gekommen, wo wir nicht an einem bestimmten Ort anbeten, sondern den Herrn überall anbeten können. Wir beten zu ihm in Geist und in der Wahrheit.
Wahre Anbetung geschieht im Heiligen Geist und in der Vergebung durch Jesus Christus. Das bedeutet im Geist und in der Wahrheit anzubeten. Das sind die Anbeter die der Vater sucht. Denn Gott selbst ist von seinem Wesen her Geist. Und deshalb geschieht die Anbetung auch auf geistlicher Ebene. Anbetung ist nichts formelles oder etwas eine gewisse Handlung, die man vollzieht, sondern Anbetung ist Beziehung. Es ist die Verbindung zum Vater. Diese Verbindung bekommen wir durch die Vergebung in Jesus Christus und so werden wir Kinder Gottes. Das ist Beziehung. Das ist Anbetung!
Und so offenbart Jesus sich dieser samaritischen Frau als Messias.
Das ist auch der Schritt den wir gehen müssen bei unserm Bruder oder unsere Schwester, wenn wir sie zurechtweisen. Wir müssen sie letztlich zur wahren Anbetung führen. Wir müssen sie wieder in die innige Beziehung zu Gott führen. Wir müssen sie dahin führen, dass sie zu Christus und seine Vergebung gebracht werden. Sie müssen ihren Stand in Christus verstehen und in der Beziehung mit Gott leben. Dass ihr Leben auf Gott ausgerichtet wird. Dass sie wieder ihren Herrn und Retter erkennen. Dass sie Jesus als ihren Messias erkennen.
Schluss
Schluss
Wir haben hier im Text also vier Schritte gesehen
1.Schritt: Grenzen überwinden
Wir müssen den Anderen auf Augenhöhe begegnen. Ermahnung darf nie von oben herab geschehen. Wir müssen verstehen, das Jesus eine Grenze überwunden hat, die wir nie überwinden müssen. Und zwar wurde er Mensch. Er als Gott wurde Mensch und hat sich so auf unsere Ebene herabgelassen. Das ist etwas unglaubliches. Etwas war wir nie vollkommen begreifen werden können. Doch das tat er für uns . er hat sich erniedrigt für uns, damit wir ewiges Leben bekommen können. Und wenn er bereit war dies für uns zu tun, so sollten wir bereit sein zu verstehen, dass wir genauso Sünder sind wie die anderen.
2.Schritt: Kern des Problems darstellen
Der Kern ist ein Anbetungsproblem. Der Mensch muss verstehen, dass er ein Anbeter ist. Und dass die wahre Anbetung zu der wir geschaffen wurden, die Anbetung Gottes ist. Das müssen wir dem anderen zu verstehen geben. Er muss begreifen, dass er in seiner Anbetung abgewichen ist.
3.Schritt: Sünde ansprechen
Dieses Problem der Anbetung führt dann zur Sünde. Das muss der Mensch verstehen. Diese Sünde ist vor Gott ein Gräuel. Und Gott duldet keine Sünde. Er muss verstehen, dass er auf die Hilfe Gottes angewiesen ist.
4.Schritt: Zur Anbetung führen
Und wenn dies alles verstanden wurde, so müssen wir den Menschen zur wahren Anbetung führen. Zu einer wahren Beziehung mit Gott. Eine Beziehung, die immer tiefer und inniger wird.
Abendmahl
Abendmahl
Wir haben heute das Abendmahl. Jesus hat dies eingeführt, dass wir an das Gedenken, was er für uns getan hat. Das Abendmahl ist zum einen etwas ganz persönliches zwischen uns und Gott. Aber es ist auch etwas gemeinschaftliches, zwischen uns und unseren Geschwistern.
So soll das Abendmahl uns dahin führen, dass wir an das Leiden uns Sterben Christi denken. An dass denken, was er für mich persönlich getan hat. Dass er sein leben für mich persönlich hingegeben hat, damit ich ewiges Leben habe. Damit in mir das lebendige Wasser quillt bis in die Ewigkeit hinein. Es soll uns zu einem dankbarem Herzen führen.
Aber es soll auch meine Blicke auf meine Geschwister lenken. Christus ist auch für sie gestorben. Wir gehören zusammen und bilden ein Leib. Wir sollen einander dienen und ermahnen, ermutigen und trösten. Und hierbei sollten wir unseren Herrn als Beispiel nehmen.
So wollen wir nun das Mahl gleich zu uns nehmen. Die Bibel fordert uns auf, dass wir uns prüfen sollen. Diese Prüfung soll auf uns gerichtet sein. Wie sieht meine Anbetung aus? Habe ich vielleicht gerade ein Anbetungsproblem? Wie sieht meine Beziehung zu Gott aus?
Wir sollen das Mahl mit einer würdigen Haltung und einer echten Beziehung zu Gott zu uns nehmen. Alle die wiedergeboren sind und sich selbst geprüft haben, die lade ich herzlich ein daran teilzunehmen. Die anderen bitte ich nicht daran teilzunehmen.
