Berg versetzen
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Transcript
Intro
Intro
Die meisten haben schon den Satz gehört:
“Der Glaube versetzt Berge”
Was versteht man unter diesem Satz?
Was wollen Menschen damit sagen?
Was sind die Berge?
Wie sieht es in der Wirklichkeit aus?
Habt ihr schon Berge durch das Gebet versetzen können?
Immer, wenn ihr gebetet hat?
Bibeltexte
Bibeltexte
Es gibt 3 Stellen, wo Jesus dieses Vergleich benutzt:
1)
Matthäus 17,20 (BB)
20 Er antwortete »Weil ihr zu wenig Vertrauen habt! Amen, das sage ich euch: Wenn euer Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn, könnt ihr diesem Berg befehlen: ›Geh von hier nach dort!‹ – Und er wird dorthin gehen. Dann wird für euch nichts unmöglich sein.«
Kontext: Ein Vater brachte sein Sohn zu Jesus. Er war “mondsüchtig” - bessesen von einem Dämon.
Die Junger haben versucht, ihm zu befreien, haben es aber nicht geschafft.
Jesus war irritiert, dass sie so einen kleinen Glauben hatten.
Befreite das Kind.
Später fragten die Jünger, warum sie nicht in der Lage waren, das Kind von dem Dämon zu befreien?
Jesus gab dann das als Antwort.
2)
Ein andere Stelle, wo eine ähnliche Aussage kommt:
Lukas 17,6 (BB)
6 Aber der Herr sagte: »Wenn euer Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn, könnt ihr diesem Maulbeerbaum befehlen: ›Zieh deine Wurzeln aus der Erde und verpflanze dich ins Meer!‹ – und er wird euch gehorchen.«
Die Jünger baten Jesus: “Stärke uns den Glauben!”
3)
gehört in einem komplexen Zusammenhang:
Matthäus 21,18–22 (BB)
18 Als Jesus früh am nächsten Morgen nach Jerusalem zurückkehrte, bekam er Hunger.
19 Da sah er einen einzelnen Feigenbaum, der am Weg stand. Jesus ging hin, fand aber nichts als Blätter daran. Deshalb sagte er zu dem Baum: »Nie mehr sollen an dir Früchte wachsen!« Und sofort ging der Feigenbaum ein.
20 Als die Jünger das sahen, fragten sie erstaunt: »Wie konnte der Feigenbaum so schnell eingehen?«
21 Jesus antwortete: »Amen, das sage ich euch: Wenn ihr glaubt und nicht zweifelt, werdet ihr nicht nur vollbringen, was mit dem Feigenbaum geschehen ist. Ihr könnt dann sogar zu diesem Berg sagen: ›Auf, stürze dich ins Meer!‹, und es wird geschehen.
22 Für alles, worum ihr im Gebet bittet, gilt: Wenn ihr glaubt, werdet ihr es bekommen.«
Markus berichtet das auch, mit einigen Unterschiede:
Markus 11,12–14 (BB)
12 …
13 … es war nicht die Jahreszeit für Feigen.
14 Da sagte Jesus zu dem Feigenbaum: »Nie mehr soll jemand eine Frucht von dir essen!« Und seine Jünger hörten es.
…
Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel.
Ende des Tages kamen sie zurück nach Betanien ….
Markus 11,20–24 (BB)
20 Früh am nächsten Morgen kamen Jesus und seine Jünger wieder an dem Feigenbaum vorbei. Sie sahen, dass er bis in die Wurzeln abgestorben war.
21 Da erinnerte sich Petrus und sagte zu Jesus: »Rabbi, sieh nur: Der Feigenbaum, den du verflucht hast – er ist abgestorben.«
22 Jesus antwortete ihnen: »Glaubt an Gott!
23 Amen, das sage ich euch: Wenn jemand zu diesem Berg sagt: ›Auf, stürze dich ins Meer!‹, und wenn er dabei in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern fest daran glaubt, dass eintrifft, was er sagt – dann wird es für ihn geschehen.
24 Deshalb sage ich euch: Für alles, worum ihr im Gebet bittet, gilt: Glaubt fest daran, dass ihr es bekommt, dann wird es euch geschehen.
Dieser Text ist die „merkwürdigste Wundergeschichte“ von Jesus.
Und sie bringt uns einige Schwierigkeiten:
Markus weist darauf hin, dass es keine Zeit für Feigenbäume war, Früchte zu tragen.
Einige Gelehrte sagen, dass ein Feigenbaum, der Blätter hat, Früchte tragen sollte - auch wenn es unreife Früchte sind, die essbar sind. Jesus wollte einfach nur seinen Hunger stillen.
Jesus ist frustriert, weil er denkt, dass er Früchte bekommen wird, aber es gibt keine Früchte.
Also verflucht er den Feigenbaum.
Diese Handlung von Jesu, „nie wieder Früchte zu tragen“ - Jesus verflucht einen Feigenbaum, nur weil er Früchte haben will aber sie nicht bekommt - diese Haltung passt nicht zu dem , was wir von Jesus immer wieder hören, wie wir mit schwierigen Situationen im Alltag umgehen sollen.
Und es ist auch sehr schwer vorstellbar, dass Jesus sagt, dass wir alles tun können, worum wir Gott bitten, und dass er “ja” sagen wird dass er uns das ermöglichen wird.
Viele Menschen nahmen sich diesen Text zum Vorbild und begannen, alles zu verfluchen, was nicht nach ihren Wünschen funktionierte.
Bäume, Straßenverkehr, Auto, Werkzeuge, Frau, Kinder, Ärzte, Feinde, usw ...
Lehrt Jesus wirklich, dass
jedes Mal, wenn das Leben für dich unangenehm ist,
oder wenn dein Wille durchkreuzt wird
oder jedes Mal, wenn du einen unerfüllen Wunsch hast
dass alles, was du tun muss, ist, Gott im Gebet zu suchen,
und Gott wird deinen Problemen, das was dein Leben unbequem macht,
ein Ende setzen?
Dass er alle unsere Bedürfnisse befriedigen wird und alles geben wird, was wir uns wünschen?
Wenn wir diesen Text zu wörtlich auslegen,
ist es so, als ob Jesus Menschen unterstützt,
die sich über das Leben aufregen,
die ständigt unzufrieden sind,
die sich aufregen, weil es am Tag ihres Picknicks regnet
oder die nicht in der Lage sind, mit den kleinsten Unannehmlichkeiten oder Leiden zu leben.
Wenn wir die gesamte Lehre Jesu betrachten, und wie er uns lehrt, mit Schwierigkeiten umzugehen, passt dieser Text nicht.
Wenn wir uns an die Versuchung Jesu erinnern,
er ist in der Wüste und er hat Hunger.
Seine Wünsche und Bedürfnisse werden nicht direkt erfüllt,
aber das ist kein Grund für ihm, sich gegen Gott zu rebellieren oder die Wüste zu verfluchen.
Er sieht sich nicht von Gott vergessen.
Jesus ist kein verwöhntes Kind
Jesus ist nicht jemand, der glaubt, dass sein Glaube
ihm das Recht gibt, Gott als Vorteil für sich selbst zu nutzen
und seine Wünsche zu erfüllen
Der heutige biblische Text sagt also wahrscheinlich etwas anderes.
Er sagt nicht, dass das Gebet das ist, was man benutzt
um eine Not oder ein Hindernis zu überwinden.
Es einiges hier in diesem Kontext zu beachten:
Es einiges hier in diesem Kontext zu beachten:
1) Feigenbaum Symbol für Israel
1) Feigenbaum Symbol für Israel
Bei den Propheten sind der Feigenbaum und die Feigen (Weinberg) mehrfach ein Symbol oder Bildwort für Israel (Jer 8,13; 24,1ff; Hos 9,10; Mi 7,1; Nah 3,12).
Wie z.Bs:
Hosea 9,10 (BB)
10 Ich entdeckte Israel wie Trauben in der Wüste. Wie die Frühfeige am Feigenbaum, so fand ich eure Vorfahren – voller Freude über die erste Frucht. …
Auffällig ist die Nähe von Mt 21,19 zu Jer 8,13
Jeremia 8,13 (BB)
13 So lautet der Ausspruch des Herrn: »Ich will bei ihnen ernten, aber am Weinstock hängen keine Trauben und am Feigenbaum keine Feigen. Die Blätter sind verwelkt. Deshalb überlasse ich sie den Feinden, die über sie herfallen.«
Angesichts dieser Sachlage bedeutet der Feigenbaum in Mt 21,19 offenkundig ein Symbol für Israel.
Jesus verflucht den Feigenbaum wegen seiner Fruchtlosigkeit und setzt damit ein prophetisches Zeichen.
Dieses Zeichen besagt: Auch Israel kommt ins Gericht, weil es keine Frucht bringt.
Allerdings wird dies nur ein Gericht auf Zeit sein, wie Jesus in Mt 23,39 betont.
2) Tempelreinigung
2) Tempelreinigung
Jesus kam in Jerusalem hinein.
Er ging in den Tempel und sagt:
Matthäus 21,13 (BB)
13 …Mein Haus soll als Gebetshaus bekannt sein.
Ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus.
Dann hat Jesus blinde und gelähmte im Tempel geheilt.
Genau diese “behinderte” Menschen wurden von König David verboten in dem Tempel zu kommen (2.Sam 5,6-8 ) (interessante geschichte)
Kinder haben angefangen Jesus als König zu besingen
Die führenden Priester ärgerten sich.
Es ist nicht das Kaufen, Verkaufen und Geldwechseln an sich, das er ablehnt. Wenn er sagt: „Ihr habt es zu einem Räuberlager gemacht“, bedeutet das Wort Räuber nicht Dieb. „Räuber“ waren Revolutionäre, Menschen, die so fest an Gottes kommendes Reich der Gerechtigkeit und den Triumph für Israel glaubten, dass sie bereit waren, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen. Sie waren die Gewalttätigen, die Jesus zuvor im Evangelium erwähnt hatte (11.12). Der Tempel selbst wurde nicht mehr als der Ort angesehen, an dem Israel im Gebet zu Gott kommen konnte, sondern stand für die gewalttätigen Sehnsüchte der „Räuber“ nach einer großen Revolution, in der das Reich Gottes mit Gewalt kommen würde. Er war alles, was Jesus sein Leben lang abgelehnt hatte, nicht zuletzt in der Bergpredigt. Jetzt sollten seine Warnungen vor „dem Haus“ wahr werden.
Wie konnte er das am besten in einem mächtigen symbolischen Protest demonstrieren? Indem er das Opfersystem stoppte. Wenn die Menschen nicht einmal für kurze Zeit Geld wechseln oder Tauben kaufen konnten, konnten sie auch keine Opfer darbringen. Die Existenzberechtigung des Tempels wurde in Frage gestellt. Die Heilung der Blinden und Lahmen drückte das Gleiche aus, wenn auch in sanfterer Form. Die Ideologie der militärischen Macht und Eroberung, die Jerusalem getragen hatte, würde nicht länger ausreichen.
Dies ist auch der Grund für Jesu sonst scheinbar bockiges Verhalten gegenüber dem Feigenbaum.
3) Berge versetzen
3) Berge versetzen
Und das daraus folgende Versprechen an die Jünger ist kein allgemeiner Kommentar über die Macht des Gebets, außergewöhnliche Dinge zu bewirken (obwohl es natürlich wahr ist, dass durch Gebet alle möglichen Dinge erreicht werden können).
Das Versprechen ist viel gezielter.
Wenn man „diesem Berg“ sagt, er solle „erhöht und ins Meer geworfen“ werden, während man direkt neben dem Tempelberg steht, muss man dies zwangsläufig als eine weitere verschlüsselte Warnung darüber auffassen, was mit dem Tempel geschehen würde, wenn Gottes Gericht über sein rebellisches Volk hereinbrach.
Der Berg Zion wird nicht länger das Zentrum der Beziehung zwischen Gott und den Menschen sein.
Israel wird von seinem Platz genommen.
Zion war der Berg des gesalbten Königs (Ps 2,6; 48,2),
die Stadt Davids (2 Sam 5,7).
Nach seinem Tod begann man damit, den Tempelberg zu bezeichnen, den besonderen Ort der Verehrung Gottes in Israel.
Es war das Symbol der Beziehung zwischen Gott und Israel (Ps 132,13-14
Psalm 132,13–14 (BB)
13 Ja, der Herr hat den Berg Zion ausgewählt, er hat ihn sich als Wohnsitz gewünscht:
14 »Hier soll für immer mein Ruheplatz sein, an diesem Ort will ich gerne wohnen.
Die hebräischen Dichter besungen, dass der Berg Zion „nicht wankt, sondern ewig bleibt“ (Ps 125,1)
Psalm 125,1 (BB)
1 ein lied für die pilgerreise. Wer auf den Herrn vertraut, der gleicht dem Berg Zion: Er wird nicht ins Wanken geraten, für immer bleibt er bestehen.
Der Name Zion repräsentierte die Stadt Jerusalem, das Königreich Juda und das Volk Israel in seiner Gesamtheit (Jes 40,9; Sach 9,13).
Jesus steht mit den Junger wahrscheinlich am Ölberg … und neben an befindet sich der Berg Zion.
Und er sagt:
Ihr könnt dann sogar zu diesem Berg sagen:
›Auf, stürze dich ins Meer!‹, und es wird geschehen.
Jesu Worte ist unverblümt.
Gottes gesalbter König kam in Zion an und wurde abgelehnt.
Der große König zog durch die Tore Zions, aber du hast ihn nicht empfangen.
Gott versetzt den Berg.
Entfernt den Berg Zion von seinem Platz und ersetzt ihn durch den Berg Golgatha.
Seit Jesus steht das Kreuz im Mittelpunkt der Geschichte.
Nicht mehr Zion, sondern Golgatha.
Nicht mehr die Religion Israels, sondern das Blut des Lammes Gottes, das am Kreuz von Golgatha vergossen wurde.
Kein exklusives Volk Gottes mehr, sondern alle Familien der Erde, wie Abraham versprochen.
Jesus prophezeit, was der Apostel Paulus später sagt:
Die Glaubenden sind Kinder Abrahams (Gal 3,7).
Glaube, an das was Gott sagt.
Nicht, was ich mir einfach wünsche, sondern, auf die Dinge, die Gott mir eine tiefe Überzeugung gibt … das wird geschehen.
Fragen
Fragen
1 Glauben Sie an die „Kraft des Gebets“?
Haben Sie viele Gebete genau so beantwortet, wie sie gefragt wurden? Können Sie die Ereignisse in Ihrem Leben mit Antworten auf Ihre Gebete in Verbindung bringen?
Ihrer Erfahrung nach ist das Gebet eine kausale Kraft, das heißt, man betet und es geschehen Dinge?
2 Der von Jesus verfluchte Feigenbaum stellt das fruchtlose Israel dar. Welche Früchte erwartet Gott im Leben seines Volkes, sei es Israel im Alten Bund (Altes Testament) und insbesondere die Kirche im Neuen Bund (Neues Testament)?
