AoG - Die Weisheit Gottes (10)

Die Eigenschaften Gottes  •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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Einleitung und Definition

Wenn ihr das Wort “Weisheit” hört, oder “weiser Mann/Frau”, was kommt Euch da in den Sinn? Was ist Weisheit? …
Was ist das Ziel der Weisheit? Weisheit zielt immer auf das Bestmögliche, auf das höchst Erreichbare. Ratschläge von Weisen zielen immer auf das perfekte Ende, das bestmögliche Resultat. Oder weisen wir unseren Kindern (oder anderen Fragestellern) den Weg zum Mittelmässigen oder schlechtem Resultat?
Wie steht es mit der Moralität des Bestmöglichen? Ist das gut für einen, oder böse, oder schlecht für andere? Bestmöglich heisst doch immer das Beste, das absolut Gute. Kein Weiser wird jemandem zu einem moralisch schlechten oder gar bösen Ende raten. Weisheit führt immer zum Guten.
Weisheit ist die Fähigkeit, in jeder Situation das bestmöglich Ende anzustreben, und dies mit Wissen, Können, Erfahrung, Erkenntnis der Zusammenhänge, Intuition und Instinkt. Weisheit ist verwirklichtes Wissen, sagt die Stoa (und wir wissen, dass Paulus sich sehr zu den Stoikern hingezogen fühlte).
Wenn das stimmt, dann wäre Weisheit, ohne die Macht, sie auch in die Tat umzusetzen, nur eine Ansammlung von Ideen. Macht ohne Weisheit endet immer im Missbrauch derselben.
Wenn wir nun von der Weisheit Gottes reden, was denken wir darüber? Wir haben gehört, dass Gott souverän ist und allmächtig. Wäre Gott aber nur das, hätten wir es mit einem Gott zu tun, der zwar allmächtig ist, aber keine Weisheit besässe, diese für das höchste Ziel einzusetzen.
Aber Gottes Entscheidungen sind immer perfekt, Gott hat immer das beste und höchste Ende im Sinn. Er ist Weisheit.
Ijob 9,4 “Gott ist weise und mächtig…” Ijob 12,13 “Bei Gott ist Weisheit und Gewalt, sein ist Rat und Verstand.” Die zwei gehen Hand in Hand, Weisheit und Macht. Weisheit - den besten Plan, das beste Ziel zu wissen. Macht - es auch erreichen zu können.
Jesaja 11,2 “Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.” Ein Wort über den kommenden Messias, Jesus Christus.
Jesaja 55,9 “sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.” Die Weisheit eines Sokrates können wir ja noch nachvollziehen, bei Gott gelingt uns das nicht.
Römer 11,33 “O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!” Römer 16,27 “dem Gott, der allein weise ist…” Wir können Gottes Weisheit nicht ausloten, noch erreichen. Gott alleine ist weise, er alleine kann alles zum guten Ende führen.
Wenn wir sagen, dass Gott Weisheit ist, dann sagen wir, dass Gott immer nach dem höchsten, nach dem besten Ende strebt, dem Besten. Dieses Beste, das Höchste ist immer die Ehre Gottes, und das Beste für seine Kinder.
Römer 11,36 “Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.” Gott ist leidenschaftlich, wenn es um seine Ehre geht und um seinen Namen in der Welt. Römer 16,27 “dem Gott, der allein weise ist, sei Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit! Amen.”
In dem Sinne sind Deine weisesten Entscheidungen jene, die Gott ehren. Was ehrt Gott am Meisten? Das ist immer und seit jeher grundlegend bei Entscheidungen im Leben eines Christen.

Darstellung der Weisheit Gottes

Wie aber manifestiert sich Gottes Weisheit im Leben, in der Welt, wie wird sie sichtbar? Wir können hier auf drei Sichtbarkeiten verweisen.

In der Schöpfung

Zum ersten wird Gottes Weisheit in der Schöpfung sichtbar. Erinnert Euch mal an die unglaublichsten Dinge im ganzen Universum, von denen Ihr je gehört habt. Gottes Weisheit. Gott schuf diese Welt und den Kosmos mit dem besten Ende von allen im Sinn, dem höchsten Sinn - zu seiner Ehre. Wie war das dazumal - und er sah, dass es gut war. All die Wunder in der Natur - zu seiner Ehre. Und zu unserem Besten.
Psalm 19,2 “Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.” Johannes Calvin sagte mal, dass das Universum die Bühne sei, auf der die Ehre Gottes immer zu sehen ist.
Römer 1,20 “Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht und sein göttliches Wesen. Die Menschen haben also keine Entschuldigung,” In der Schöpfung wird seine Grösse und seine Ehre für alle sichtbar. Und Gott erschuf das Universum nicht mit einem chaotischen BigBang, sondern in sechs Tagen in perfekter Ordnung und Gestaltung erschuf Er durch seine Allmacht, Souveränität und Weisheit - “Es werde Licht”, und es ward Licht - die Welt und alles Leben aus dem Nichts. Nochmals, denkt an die Wunder in der Schöpfung, den perfekten Abstand Erde-Sonne, wie die Jahreszeiten durch die Umlaufbahn der Erde um die Sonne entsteht, Tag und Nacht durch die Erdrotation, genau im richtigen Verhältnis, die spezifische Zusammensetzung der Luft, was Pflanzen ausatmen, atmen Tiere und Menschen ein, die Dichteanomalie des Wassers, damit Fische den Winter überleben … und unendlich mehr - damit wir Menschen hier leben können. Alles zur Ehre Gottes und zum Besten für uns, damit wir hier leben können.

In der Vorsehung

Zum zweiten wird Gottes Weisheit in seiner Vorsehung sichtbar. Mit seiner Ehre, seiner Herrlichkeit als Ziel richtet Gott die menschlichen Umstände so ein, dass dieses höchste Ziel erreicht wird.
Welche Umstände sind damit gemeint? Gott hat souverän entschieden, wo Du geboren bist, wer Deine Eltern sind, mit wem Du aufwächst, wer Deine Lehrer sind, bei wem Du in die Lehre gehst oder bei wem Du studierst. Und wenn Schwierigkeiten in Deinem Leben auftauschen, oder Du wichtige Entscheidungen triffst, überall dort wirkt Gott durch die Umstände, um sein höchstes Ziel in uns zu erreichen. Auf dem Areopag sprach Paulus zu den Ältesten:
Apostelgeschichte 17,26f “Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.”
Gerade auch Probleme, Leid, Krankheiten und anderes Übel nutzt Gott in seiner Weisheit, um uns näher zu sich zu ziehen und uns seinem Sohn Christus ähnlicher zu machen. Denkt an Joseph, was er alles durchmachen musste, verkauft in die Sklaverei, verraten und zu Unrecht ins Gefängnis geworfen, zuletzt der zweite Mann im Staat. Dann sagte er seinen Brüdern:
Genesis 50,20 “Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk.” Zu seiner Ehre.
Schaut euch das Kreuz Christi an. Wurde er nicht gekreuzigt, gemäss dem perfekten Heilsplan Gottes und in seiner Vorsehung? War das nicht das grösste Übel in der ganzen Weltgeschichte, als die zweite Person Gottes zu Unrecht getötet wurde, als sich die ganze Welt gegen ihn verschwor und in ans Holz nagelte? Das war tiefste Sünde und dunkelstes Böse - und der Plan Gottes zur Rettung der Menschen zu seiner Ehre und Herrlichkeit.
Wie heisst es so schön in Röm 8,28, dass Gott alle Dinge zusammenbringt, zum Guten für den Menschen.

In der Erlösung

Zum dritten, und hier wird Gottes Weisheit am sichtbarsten, in der Erlösung. Nicht nur in der Vorsehung, aber in der Macht der Kreuzes, Sünder zu retten. Diesen brillianten, erstaunlichen Plan konnte nur Gott selbst sich ausdenken. Einen Plan, wie die sündhaften Menschen durch das Opfer des Sohnes des lebendigen Gottes, geboren von einer Jungfrau, zu eben diesem Gott kommen können. Er, der gegen kein Gesetz Gottes verstossen hat, bis ins Detail treu dem Willen Gottes folgte, wurde gefangen, zu Tode verurteilt, gekreuzigt und begraben, an meiner, unserer Stelle, die wir alle immer und immer wieder gegen Gott sündigen, sein Gesetz nicht halten, wir, die wir schon lange das Todesurteil empfangen müssten. An unsere Stelle starb der perfekte Sohn als Fluch am Kreuz, damit wir leben können, damit unsere Schuld, unsere Sünde auf ihm lastet und wir so unschuldig und tadellos vor Gott tretetn können.
Doch nicht nur das, denn inmitten dieser scheinbaren Niederlage, als dieser Sohn tot im Grab lag, errang dieser Sohn den letzten Sieg, als er vom Vater auferweckt wurde und als Lebender unter den Jüngern wandelte. Als ein Versprechen an uns.
Was ist das für eine Weisheit? Können wir das begreifen? 1. Korinther 1,27–31 “Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; und das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist, damit sich kein Mensch vor Gott rühme. Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, damit, wie geschrieben steht: »Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!«”
Wenn wir zumindest mitnehmen, dass alles, was in unserem Leben passiert, Gutes wie Schlechtes, ganz Gutes oder extrem Schlechtes, Gott in seiner Vorsehung gebraucht, um uns zu heiligen, zu sich zu ziehen und seinem Erlösungsplan zu unterstellen - wenn wir zumindest das im Alltag behalten können, haben wir schon viel gewonnen. Und wenn wir unsere Entscheidungen immer in dem Sinne treffen, dass Gott damit geehrt oder verherrlicht wird, treffen wir weise Entscheidungen. Und es sind auch genau auch diese Entscheidungen, die auch das Beste für Dich sind. Weisheit sucht immer nur das Beste. Amen
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