Detox Deus: Ist Gott überfordernd?
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· 12 viewsGott geht es nicht darum, dass wir immer besser und richtiger werden, sondern um unser Herz und die richtige Einstellung bei dem, was wir tun.
Notes
Transcript
Gut & Richtig - Was ist gut oder richtig?
Gut & Richtig - Was ist gut oder richtig?
Sind wir gute Christen? Machen wir es richtig und gut? Können wir es überhaupt schaffen alles richtig und gut zu machen? Bevor wir tiefer in dieses Thema einsteigen, wollen wir aber eine Bestandsaufnahme machen, indem wir miteinander ein paar Fragen beantworten. Dazu müsst ihr nur eure Handys rausholen und den QR-Code scannen und dann geht es schon los. Und keine Angst: Niemand sieht, wer was geantwortet hat. Ihr könnt also ganz beruhigt ehrlich sein.
Was wir hier jetzt beantwortet haben, sind nur ein paar Dinge, die man einem guten Christen zuschreibt.
Bibel lesen
beten
in der Gemeinde mitarbeiten
Zeit mit Gott verbringen
Nicht sündigen
Das ist aber am Ende nur ein kleiner Teil von dem, was die Bibel sagt, was man als Christ tun soll. Wir sollen dazu noch:
Salz und Licht sein
Alle Gebote halten
Nicht wütend sein
Schulden erlassen
Schulden zurückzahlen
Keine Frau/ keinen Mann lüstern angucken
Nicht schwören
Verlässlich sein
Großzügig sein
Liebe deine Feinde
Spenden
Fasten
und vieles Mehr. Wenn du einen Überblick darüber bekommen willst, dann lies dir einfach einmal die Bergpredigt von Jesus in Matthäus 5-7 durch. Dort hast du einen riesigen Katalog von Dingen, wie du dein Leben führen sollst. Wenn ich mein Leben angucke, dann ist das an diesen Ansprüchen gemessen echt ernüchternd. Wenn das definiert, ob ich ein guter oder schlechter Christ bin oder wie nah ich Gott bin, dann habe ich bisher sehr häufig versagt. Wenn am Ende dieser Umfrage eine Auswertung stehen würde, dann würde da nicht Superchrist stehen, sondern höchstens Durchschnitt oder weniger. Es ist erstaunlich, was Gott uns augenscheinlich auferlegt. Es ist überfordernd, wenn man versucht all das jeden Tag bewusst umzusetzen. Gut und richtig zu sein, ist eine Aufgabe, der ich nicht gewachsen bin. Selbst Stück für Stück besser zu werden, überfordert mich. Eine Frage, die da in mir hochkommt ist: Muss ich das denn überhaupt? Und wenn ich es muss, will ich das denn? Erwartet Gott von mir das ich besser oder richtiger werde? In diesen Fragen, bin ich auf ein Gleichnis gestoßen, dass Jesus erzählt hat:
Einige der Leute waren davon überzeugt,
dass sie gerecht vor Gott lebten.
Für die anderen hatten sie nur Verachtung übrig.
Ihnen erzählte Jesus dieses Gleichnis:
»Zwei Männer gingen zum Tempel, um zu beten.
Der eine war ein Pharisäer
und der andere ein Zolleinnehmer.
Der Pharisäer stellte sich hin und betete leise:
›Gott, ich danke dir,
dass ich nicht so bin wie die anderen Menschen –
kein Räuber, Betrüger, Ehebrecher
oder Zolleinnehmer wie dieser hier.
An zwei Tagen in der Woche faste ich.
Und ich gebe sogar den zehnten Teil
von allem, was ich kaufe.‹
Der Zolleinnehmer aber stand weit abseits.
Er traute sich nicht einmal, zum Himmel aufzublicken.
Er schlug sich auf die Brust und sagte:
›Gott, vergib mir! Ich weiß, dass ich ein Sünder bin.‹
Das sage ich euch:
Der Zolleinnehmer ging nach Hause
und war nun vor Gott gerecht –
im Unterschied zu dem Pharisäer.
Denn wer sich selbst groß macht,
wird von Gott niedrig und klein gemacht.
Aber wer sich selbst niedrig und klein macht,
wird von Gott groß gemacht werden.«
Mein Herz - Was bedeutet es, dass es Gott um unser Herz geht?
Mein Herz - Was bedeutet es, dass es Gott um unser Herz geht?
Das, was der Zöllner erlebt, ist doch das, was wir uns wünschen. Wir wünschen uns vor Gott gerecht zu sein. Wir wünschen uns befreiter als vorher nach einem Gebet, einem Gottesdienst oder einer Lobpreiszeit zu sein. Wir wünschen uns, dass die Last, die auf uns liegt, von uns genommen wird. Wir wünschen uns einen Ort zu haben, der anders ist als die Gesellschaft. Instagram sagt uns: Du sollst besser aussehen. Du musst ein tolles, teures, beeindruckendes Leben führen. Der Chef sagt uns: Du sollst besser und effektiver arbeiten. Unsere Familie sagt uns: Du sollst mehr helfen. Anscheinend kann wenigstens bei Gott ein Ort sein, der nicht von uns erwartet anders, besser oder richtiger zu sein, oder? Zöllner hatten ein sehr schlechtes Image in ihrer Zeit. Sie waren meistens Teil des Volkes, was besetzt war und arbeiteten für die Besetzungsmacht und trieben Steuern ein. Sie arbeiteten gemeinsam mit dem Unterdrücker, dem Feind. Kein gläubiger Jude hätte gedacht, dass ein Zöllner mehr versteht, worum es Gott geht, als ein Pharisäer. Pharisäer waren hoch angesehen. Sie haben ihr leben darauf ausgerichtet alles zu tun, was richtig ist. Sie haben auf die Leute, die sich nur an die gängigen Regeln des Judentums hielten herabgeschaut, denn aus ihrer Sicht sollte man über das geforderte hinaus gehen. Es war gängige Praxis ein Tag in der Woche zu fasten. Die Pharisäer fasteten aber 2 Tage. Es war normal, dass man 10 Prozent seines Ertrags, Einkommens an Gott gab. Die Pharisäer gaben selbst von ihren Einkäufen 10 Prozent an Gott ab, weil sie ja nicht wissen konnten, ob der Verkäufer schon 10 Prozent seines Ertrags geopfert hatte. Die Pharisäer waren die Supergläubigen. Sie haben alles richtig gemacht. Sie waren gelehrt. Ihre Meinung hatte in der Gesellschaft Gewicht. Und nun stehen beide vor Gott. Beide treten vor ihn und sprechen ihre Gebete. Der eine hat seine Gerechtigkeit durch sein eigenes Handeln erlangt. Er hat alles richtig gemacht und ist sich keiner Schuld bewusst. Er ist der Superchrist. Er hat bei allen Fragen die volle Punktzahl. Er ist derjenige, den die Leute um Rat fragen, wenn sie Fragen im Glauben haben. Er ist derjenige, der bewundert wird. Der andere wird nicht gerecht durch das, was er tut. Er ist abhängig. Er ist abhängig davon, dass Gott ihm gnädig ist. Er ist abhängig davon, dass es Gott nicht allein darum geht, was er tut. Er braucht Gottes Gnade, damit er sich selbst, sein Leben ertragen kann. Damit er vor Gott stehen kann. Der Pharisäer ist augenscheinlich der bessere Mensch. Er macht alles richtig. Der Zöllner ist augenscheinlich ein schlechter Mensch. Er beutet seine eigenen Leute aus und arbeitet mit dem Feind.
Doch der Herr sagte zu Samuel:
»Sieh nicht auf sein Aussehen und seine große Gestalt!
Ich habe ihn nicht in Betracht gezogen.
Denn bei mir zählt nicht, was ein Mensch sieht.
Der Mensch sieht nur auf das Äußere,
der Herr aber sieht auf das Herz.«
Bei Gott geht es nicht um das, was augenscheinlich besser ist. Es geht nicht um das augenscheinlich perfekte Leben. Gottes Verständnis des Menschen und der Welt ist das Gegenteil von Instagram, wo meistens nur das schöne und perfekte geteilt wird. Gott sieht, was dahinter liegt. Gott sieht das Herz. Das Herz ist das Zentrum des Körpers. Das Herz schlägt und versorgt alles, was in unserem Körper ist. Es ist das Zentrum unseres Lebens. Unser Herz ist das, was uns am Leben erhält. Gott sieht, was in Zentrum unseres Lebens liegt. Er sieht, was uns Lebenskraft gibt. Er sieht, was uns versorgt. Und das ist es, was uns vor ihm gerecht macht. Der Zöllner zog seine Lebenskraft aus der Gnade Gottes. Der Pharisäer zog seine Lebenskraft aus dem richtigen Handeln.
Mein Handeln - Wenn es Gott nicht wichtig ist, ob ich besser oder richtiger werde, ist es ihm dann egal, was ich tue?
Mein Handeln - Wenn es Gott nicht wichtig ist, ob ich besser oder richtiger werde, ist es ihm dann egal, was ich tue?
Das Richtige zu tun, kann Gott nicht ersetzen. Ist es Gott also egal, wie wir unser Leben führen, solange wir nur an ihn glauben? Ist es egal, wie unser Leben weitergeht und ob wir uns verbessern? Jein. Wir wissen nicht, wie das Leben des Pharisäers und des Zöllners weitergeht. Wir wissen nicht, ob der Pharisäer irgendwann an den Punkt kam, wo er sagte: Also eigentlich bin ich auch nicht besser als alle anderen. Gott, vergib mir bitte meine Arroganz. Wir wissen auch nicht, ob der Zöllner danach anders lebte als vorher. Ja, er war sehr demütig. Er hat sich nicht einmal getraut in den Himmel zu gucken, weil er sich so klein vor Gott gefühlt hat. Hat er sein Leben danach verändert? Hat er aufgehört Dinge zu tun, die falsch sind? Wir wissen es nicht, was wir aber wissen, ist, dass die Bibel auf der einen Seite davon spricht, dass wir nicht durch unsere Taten gerettet werden.
Weil wir also aufgrund des Glaubens gerecht sind,
haben wir Frieden, der auch bei Gott gilt.
Das verdanken wir unserem Herrn Jesus Christus.
Es ist der Glaube an Gott, der uns Gerecht macht. Wir dürfen befreit durch diese Welt gehen ohne die Last der Schuld, weil Jesus uns von ihr befreit hat. Der Glaube macht uns gerecht. Auf der anderen Seite spricht die Bibel davon, dass aus diesem Glauben Taten entstehen.
So ist es auch mit dem Glauben:
Wenn er sich nicht in Taten zeigt,
bleibt er für sich allein und ist tot.
Wenn ich an einen gnädigen Gott glaube, der alle Menschen liebt, der seinen Sohn für jeden Menschen auf dieser Welt in diese Welt geschickt hat, dann kann das nicht folgenlos in meinem Leben sein. Die Taten retten mich nicht, was mich rettet ist Jesus und mein Glaube an ihn. Die Taten sind eine Folge meines Glaubens. Wenn jemand zu mir kommt und mir erzählt: Ich habe Nichts zu essen oder zum anziehen. Ich brauche deine Hilfe. Dann kann ich als Mensch, der daran glaubt, dass Gott diesen Menschen genauso sehr liebt wie mich, das er genauso wertvoll ist, das er die Gnade Gottes genauso verdient hat, nicht einfach nur sagen: Ich wünsche dir, dass du es warm hast und satt wirst. und ihn dann nach Hause schicken. Ich werde das geben, was mir möglich ist, damit er etwas zu Essen und zum Anziehen hat.
Meine Einstellung - Wie sieht die richtige Einstellung aus?
Meine Einstellung - Wie sieht die richtige Einstellung aus?
Es gibt keinen Glauben ohne Taten, aber es sind nicht die Taten, die meinen Glauben ausmachen, sondern meine Abhängigkeit von Gott. Vielleicht denken wir, dass wir umso mehr wir glauben, umso mehr wir erleben, umso selbstständiger, umso stärker werden wir. Irgendwann sind wir so gut, dass wir die Hilfe Gottes gar nicht mehr brauchen. Genau dort liegt der Fallstrick, denn umso mehr wir mit Gott erleben, umso mehr wir über ihn und uns erfahren, umso mehr treibt es uns in seine Arme. Umso mehr wir über ihn, seine Größe, seine Möglichkeiten verstehen, umso mehr wird uns bewusst, wie abhängig wir von ihm sind. Für mich persönlich ist das sehr schwer. Eines meiner größten Ziele ist es, möglichst unabhängig zu sein. Ich möchte selbstständig sein. Ich möchte es selbst schaffen. Ich weiß noch, wie schwer es mir fiel, als wir finanziell abhängig davon waren, dass Narahs und meine Eltern uns unterstützen. In meiner Beziehung zu Gott soll ich nun immer abhängiger werden. Immer mehr auf Gott und sein Wirken vertrauen und weniger auf mich und meine Fähigkeiten. Ich soll meine Begrenzung wahrnehmen und aktzeptieren. Ich soll diese Begrenzungen an einen unbegrenzten Gott abgeben. Ein Gott der selbst die Grenze zwischen Himmel und Erde überwindet. Und vielleicht wirkt das verrückt, aber es fällt mir schwer. Es fällt mir schwer das anzuerkennen. Ich glaube trotzdem, dass das der Unterschied ist. Nicht zwischen einem guten und schlechten Christen, denn ich glaube, wir sollten als Christen nicht in solchen Kategorien über uns oder andere denken. Ich glaube, dass das den Unterschied macht zwischen einem freien und einem selbstgerechten Christen. Entweder wir sind durch unsere Abhängigkeit frei wie der Zöllner, oder wir sind durch unsere Selbstgerechtigkeit gefangen wie der Pharisäer. Wo stehst du? Ich möchte euch zum Ende einen Zuspruch mitgeben, den die Bibel uns gibt, wenn wir uns in die Abhängigkeit Gottes begeben.
Wenn wir aber unsere Schuld eingestehen,
ist Gott treu und gerecht:
Er vergibt uns die Schuld
und reinigt uns von allem Unrecht,
das wir begangen haben.
