Eine Viertelstunde über Zacharias und Gabriel
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Textstelle
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Lukas 1,18–21 “18 Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich dies erkennen? Denn ich bin ein alter Mann, und meine Frau ist weit vorgerückt in ihren Tagen. 19 Und der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, zu dir zu reden und dir diese gute Botschaft zu verkündigen. 20 Und siehe, du wirst stumm sein und nicht sprechen können bis zu dem Tag, da dies geschehen wird, dafür, dass du meinen Worten nicht geglaubt hast, die sich zu ihrer Zeit erfüllen werden. 21 Und das Volk wartete auf Zacharias, und sie wunderten sich, dass er so lange im Tempel verweilte.”
Eine Begegnung im Tempel
Eine Begegnung im Tempel
Das Lukasevangelium fängt mit dem Tempel an: Zacharias ist im Tempel, Simon wird in den Tempel vom Geist geführt ( Luk 2,27), genauso wie Hanna (Luk. 2,37).
Lukas wählt das Tempelmotiv bewusst und z.B. die einzige geschichte aus der Kindheit Jesu hat mit seinem Aufenthalt im Tempel zu tun.
Der Tempel soll wieder zum Ende des Dienstes Jesu eine Rolle spielen: Die Tempelreinigung findet statt und dann lesen wir: “und er lehrte täglich im Tempel” (Luk 19,47 UND Luk. 21.37 oder 38)
Aber noch interessanter ist der letzte Vers vom Lukas-Evangelium: Lukas 24,53 “und sie waren allezeit im Tempel und priesen Gott.”
Im Tempel fängt das Lukasevangelium an und im Tempel hört es auf.
Aber Lukas hat ja nicht nur ein Buch geschrieben. Er ist auch der autor der Apostelgeschichte. Und hier sehen wir etwas ähnliches:
Wir lesen in Apostelgeschichte 2,46 “46 Täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot, nahmen Speise mit Jubel und Schlichtheit des Herzens,”
Apostelgeschichte 5,19–21 “19 Ein Engel des Herrn aber öffnete während der Nacht die Türen des Gefängnisses und führte sie hinaus und sprach: 20 Geht und stellt euch hin und redet im Tempel zu dem Volk alle Worte dieses Lebens! 21 Als sie es aber gehört hatten, gingen sie frühmorgens in den Tempel und lehrten. Der Hohe Priester aber kam und die, die mit ihm waren, und sie beriefen den Hohen Rat und die ganze Ältestenschaft der Söhne Israel zusammen und sandten ins Gefängnis, um sie vorführen zu lassen.”
und wieder zum Schluss, Paulus im Tempel.
Anwendung: Ähnlichkeit und Unterschied von Judentum und Christentum
Jesus und Paulus im Tempel haben genau diese Spannung erlebt und gezeigt (ggf. weitere Texte einfügen
Zacharias und der Unglaube?
Zacharias und der Unglaube?
Zacharias und seine Frau werden als gläubige Menschen geschildert und doch erlebt Zacharias eine Glaubensprüfung, die er nicht besteht.
Zacharias Frage “Woran soll ich dies erkennen?” erinnert uns an eine Begegnung, die nur wenige Wochen später auch Maria hat. und Ihre Frage klingt ähnlich.
“Wie soll das zugehen?” (Luk. 1,34)
Wir haben dennoch eine junge Frau die ihre Glaubensprüfung besteht und einen alten erfahrenen Glaubensmann, der eine Prüfung nicht besteht.
Andererseits ist es so, dass auch Maria ihre Schwachen Momente haben wird. Irgendwann wird sie ihren Sohn Jesus für verrückt halten und ihn vom Dienst abhalten versuchen.
Gleichzeitig reift Zacharias durch seine Zeit der Stummheit, und kann nachher bei der Geburt seines Sohnes viel Prophetie aussprechen.
Das zeigt uns zwei Anwendungen:
Für Glaubensprüfungen kann man nicht “abhärten” - Sie können immer wieder kommen. Und niemand ist zum “Glauben” veranlagt (junge Damen glauben eher)
Auch Glaubensniederlagen bringen uns näher zu Gott.
Zacharias und die Suche nach dem Zeichen
Zacharias und die Suche nach dem Zeichen
Zacharias Frage ist eine Frage mit der Bitte um ein Zeichen. Er möchte Gewissheit für eine Zusage, ein Versprechen von Gott haben.
Aber interessant ist, dass er ja bereits ein wichtiges Zeichen erlebt. ein Engel begegnet ihm. Ich weiß nicht, ob hier schon mal jemand einem Engel begegnet ist, ich jedenfalls nicht. Das scheint allgemein eine seltene Sache zu sein. Zacharias passiert das. Er sieht einen Engel, der ganz nah bei Gott ist. Gabriel sagt ihm das ja sogar:
“ Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, zu dir zu reden und dir diese gute Botschaft zu verkündigen.”
Aber Zacharias, ignoriert alles, was er sieht. und sagt. Woran soll ich es erkennen? Schick mir doch ein Zeichen. Das ist schlicht unmöglich. Würde Gott Zacharias ein Zeichen geben, müsste er sagen, du zacharias hast eigentlich recht, so ganz glaubwürdig ist Gabriel wahrscheinlich nicht. aber noch viel Mehr Gott müsste auch sagen, dass was ich sage, das ist eigentlich gar nicht so genau.
Ganz häufig ist es so, dass wenn Menschen bei Gott um ein Zeichen bitten, sie eigentlich Gottes Wort anzweifeln. Denken wir nur an Gideon. Er wird häufig als Beispiel dafür gewählt um zu beweisen, dass die Suche nach Zeichen eine gute und richtige Sache ist. Aber das kann man nur sagen, wenn man sich die Erfahrungen Gideons nicht genau anschaut.
Gideon bittet immer wieder um ein Zeichen, weil sein Glaube schwach ist, oder mutlos ggf. könnte man auch sagen. Er legt ein Fell auf eine Wiese und möchte, dass das Fell nass ist, aber die Wiese nicht. Anschließend ist es umgekehrt. Und dann geschieht etwas. Sein Mut ist immer noch nicht da. Got tsagt zu ihm, wenn du dich fürchtest, nimmt deinen Diener und geh in das Lager der Amalekitier und Midianiter. Da hört er von einem Traum, den ein Soldat dem nächsten erzählte: Ein Laib Gerstenbrot rollte zum lager der Midianiter und stieß ein Zelt um, das umfällt. Und erst jetzt bekommt er den Mut zum Kampf.
Wir bekommen keine besseren Zusagen als das Wort Gottes. Mit den Worten Jesu: “Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.” (Lukas 16,31, LU17)
“Woher soll ich das wissen?" Es genügte ihm nicht, dass Gott es gesagt hatte; er wollte einen zusätzlichen Beweis, um die Wahrheit des Wortes des Herrn zu garantieren. Dies ist ein sehr häufiger Fehler unter wirklich guten Menschen. Sie suchen nach einem Zeichen. Ich habe oft in meiner Seele gezittert, wenn ich die Neigung verspürte, den Herrn auf diese Weise in Versuchung zu führen, indem ich nach einem winzigen Umstand suchte, um eine großartige Verheißung zu bestätigen. Wenn ich gedacht habe: "Daran werde ich erkennen, ob er Gebete erhört oder nicht", ist mir ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen, der Schauer ist durch meine Seele gegangen, dass ich jemals daran denken sollte, die Wahrheit von Gottes Wort in Frage zu stellen, wenn die Tatsache so sicher ist. Für uns, die wir in unseren Nöten so oft zum Herrn geschrien haben und aus unseren Schwierigkeiten befreit wurden, ist es in der Tat undankbar, eine solche Frage zu stellen.(…) Manchmal haben wir in geistlichen Dingen Zeichen verlangt. Es ist gut und richtig, dass wir uns an den wahren Freuden der Gemeinschaft mit Christus erfreuen, aber es steht uns nicht gut an, unsere Gefühle zu einer Art Test für unsere Annahme zu machen oder zu sagen: "Ich werde Gott nicht glauben, wenn er mich nicht mit bestimmten Manifestationen der Gnade verwöhnt; wenn er mir nicht die Süßigkeiten gibt, nach denen ich mich sehne, werde ich schmollend und mürrisch sein und mich weigern, das Brot der Kinder zu essen." Ein solches Verhalten ist mutwillig und bösartig, es ist schwach und völlig unentschuldbar. Doch wie viele von uns haben sich schon dieser Torheit schuldig gemacht? Da Zacharias an der Schwelle des Evangeliums stand und der erste unter denen war, die die frohe Botschaft hörten und ihren Unglauben zum Ausdruck brachten, war es notwendig, dass an ihm ein Beispiel gegeben wurde.
(Spurgeon in seiner Predigt: Das Gericht über Zacharias)
Das Kreuz ist das Zeichen seiner Liebe.
“In diesem Zeichen wirst du siegen” sieht der Kaiser Konstantin vor seiner Schlacht als Zeichen am Himmel. Und wir bekommen kein besseres Zeichen als das Zeichen Christi.
Unglaube für etwas, wofür man gebetet hat.
Unglaube für etwas, wofür man gebetet hat.
Wir müssen auch noch anschauen, in welchem Moment Zacharias mit Unglauben reagiert. Es ist genau das, wofür er Tage, Wochen, Monate, jahrelang mit seiner Frau gebetet hat.
Lukas 1,13 “13 Der Engel aber sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Flehen ist erhört, und Elisabeth, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Johannes nennen.”
Lukas findet immer wieder solche ungewöhnlichen Situationen des Unglaubens. Z.B. bei einer Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen.
Lukas 24,41 “41 Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich wunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen?”
Oder auch wie er das Gebet der Gemeinde für Petrus schildert, als dieser von einem Engel befreit wurde
Apostelgeschichte 12,12–17 “12 Und als er das erkannte, kam er an das Haus der Maria, der Mutter des Johannes mit dem Beinamen Markus, wo viele versammelt waren und beteten. 13 Als er aber an die Tür des Tores klopfte, kam eine Magd mit Namen Rhode herbei, um zu öffnen. 14 Und als sie die Stimme des Petrus erkannte, öffnete sie vor Freude das Tor nicht; sie lief aber hinein und verkündete, Petrus stehe vor dem Tor. 15 Sie aber sprachen zu ihr: Du bist von Sinnen. Sie aber beteuerte, dass es so sei. Sie aber sprachen: Es ist sein Engel. 16 Petrus aber fuhr fort zu klopfen. Als sie aber geöffnet hatten, sahen sie ihn und waren außer sich
Doch ein Zeichen
Doch ein Zeichen
Letzendlich könnte man sagen, das Zacharias doch noch ein Zeichen bekommt. Denn er wird ja stumm.
Das zeigt uns zwei Dinge: Hätte man nicht gerade Zacharias reden lassen sollen: Denn sind alle versammelt und man stelle sich vor, er kommt raus und fängt an darüber zu reden und zu verkündigen. Doch diese Möglichkeit ist ihm nun lange verwehrt. Es dauert eine lange Zeit der Stummheit, monatelang, bis er ein reifes Zeugnis geben kann, dass auch in der Schrift
Es ist fast so, als würde Gott Zacharias sagen wollen: “geb mal ruhe” und lass mich machen. Genau das ist der Geist des Johannes. “Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen”. Das ist der Weg, wie unser Unglaube bekämpft werden kann.
Und wahrscheinlich ist es genau das, das was wir häufig brauchen.
Es ist auch eine Warnung für jeden von uns, der im Unglauben verharren möchte.
