„Christenverfolgung heute – Treue und Standhaftigkeit in Zeiten der Anfechtung“
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„Christenverfolgung heute – Treue und Standhaftigkeit in Zeiten der Anfechtung“
„Christenverfolgung heute – Treue und Standhaftigkeit in Zeiten der Anfechtung“
7 Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, und der zuschließt, und niemand tut auf: 8 Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, die niemand zuschließen kann; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet. 9 Siehe, ich werde einige schicken aus der Versammlung des Satans, die sagen, sie seien Juden, und sind’s nicht, sondern lügen. Siehe, ich will sie dazu bringen, dass sie kommen sollen und zu deinen Füßen niederfallen und erkennen, dass ich dich geliebt habe. 10 Weil du mein Wort von der Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die auf Erden wohnen. 11 Ich komme bald; halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme!
12 Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen. 13 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
Liebe Gemeinde,
in Verbindung mit dem dem Gebet für die verfolgten Christen im Iran und in Nordkorea möchte ich mit euch über die Worte des auferstandenen Christus an die Gemeinde von Philadelphia nachdenken. Es ist ein persönlicher Brief von Jesus – eine Botschaft, die nicht nur an die Christen im 1. Jahrhundert, sondern auch an uns heute gerichtet ist. Die Gemeinde in Philadelphia erlebte Verfolgung und Anfechtungen und wird von Jesus für ihre Treue und Standhaftigkeit gelobt. Die Worte von Jesus haben die Jahrhunderte überlebt und bleiben aktuell, besonders auch angesichts der heutigen Christenverfolgung in Ländern wie Iran und Nordkorea, über die wir heute an diesem Sonntag von OpenDoors hören.
Am Anfang ein historischer Abriss über die Geschichte von Philadelphia. Philadelphia, damals im antiken Kleinasien gelegen, war eine von sieben Gemeinden, die Johannes in der Offenbarung anspricht. Heute kennen wir den Ort als Alasehir in der Türkei. Die Stadt wurde gegründet, um eine Brücke zum „wilden Phrygien“ zu schlagen, einer Region, die wenig vom römischen Einfluss geprägt war. Philadelphia, die Stadt der Bruderliebe, war eine Stadt am Rande – am Rand von Sicherheit, am Rand von Bekanntem, aber auch am Rand von großem Potenzial, die Botschaft von Jesus Christus in die weitere Welt hinauszutragen.
Der auferstandene Christus lobt diese Gemeinde, nicht weil sie groß oder mächtig ist, sondern weil sie sich trotz ihrer „kleinen Kraft“ als treu erweist. Er sagt: „Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie schließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.“ (Offb 3,8) Mit diesen Worten erkennen wir, dass die Treue dieser Gemeinde nicht von äußeren Umständen abhängt, sondern von ihrem unerschütterlichen Vertrauen auf Gott.
1. Treue und Standhaftigkeit trotz begrenzter Kraft
Die Gemeinde von Philadelphia wird von Jesus gelobt, weil sie angesichts von Verfolgung und Unterdrückung standhaft bleibt. Ihr Glaube ist tief verwurzelt, und ihre Kraft, wenn auch klein, genügt, weil Gott in ihr wirkt.
Dieses Lob gilt auch heute den vielen Christen, die ihren Glauben im Verborgenen leben müssen – wie den Christen, die im Iran oder Nordkorea täglich um ihre Freiheit, oft sogar um ihr Leben fürchten müssen. Wie die Christen in Philadelphia bewahren sie das Wort Christi und verleugnen ihn nicht, auch wenn die Konsequenzen verheerend sein könnten.
2. Die „offene Tür“ als Einladung zur Mission
Jesus spricht davon, dass er vor der Gemeinde eine Tür geöffnet hat, die niemand schließen kann. Diese offene Tür symbolisiert die Möglichkeit, das Evangelium zu verbreiten, selbst in einer Umgebung der Verfolgung. Die Gemeinde von Philadelphia befand sich an einem Schnittpunkt, an dem die christliche Botschaft in neue, unerreichte Gebiete gelangen konnte. Diese offene Tür gilt auch heute für die verfolgten Christen. Die Umstände mögen bedrückend sein, aber die Hoffnung auf Gott und die Kraft seines Wortes eröffnen Wege, das Evangelium weiterzutragen. In Nordkorea riskieren Christen, selbst unter Einsatz ihres Lebens, Bibeln zu verteilen und im Geheimen Gottesdienste zu halten. Auch im Iran, trotz strenger Regimekontrollen, breitet sich der christliche Glaube aus, oft im Verborgenen, durch Gemeinschaften, die fest in Christus verwurzelt sind.
3. Bedrohung durch die „Synagoge des Satans“
Die Gemeinde in Philadelphia wird durch Irrlehrer bedroht, die sich als Gläubige ausgeben, aber in Wirklichkeit gegen sie arbeiten. Diese Versuchungen und Verwirrungen, auch das verdeckte Eingreifen von Menschen, die das Evangelium in den Untergrund zwingen, bleiben eine Realität, in der wir auf Wachsamkeit und Weisheit angewiesen sind. Wir kennen das ja auch noch aus unserer DDR-Vergangenheit durch die Stasi-Mitarbeiter.
Im Iran und Nordkorea arbeiten staatliche Behörden oft unter falschem Vorwand, um die christliche Gemeinschaft zu infiltrieren und zu unterdrücken. Doch Gott selbst verspricht den Gläubigen Schutz und wird die Wahrheit ans Licht bringen.
4. Die Verheißung der Bewahrung
Jesus verspricht der Gemeinde in Philadelphia: „Weil du mein Wort von der Geduld bewahrt hast, will ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung.“ (Offb 3,10)
Diese Zusage gilt auch heute für Christen in Bedrängnis. Die Verfolgten dürfen wissen, dass Christus ihre Leiden sieht und sie nicht allein lässt. Seine Verheißungen bleiben bestehen und bieten ihnen Schutz und Hoffnung, auch in den dunkelsten Zeiten.
Stellen wir uns einen Moment einen Christen in Nordkorea vor, der in einer dunklen Zelle eingesperrt ist, allein und verzweifelt. Wir werden darüber nachher auch noch Zeugnisse hören. Vielleicht flüstert dieser Christ ein Gebet oder betet es nur im Herzen, die einzige Verbindung, die ihm geblieben ist. In dieser Dunkelheit glaubt er fest daran, dass er nicht vergessen ist, dass Christus seine Verheißungen hält. In einem Land, in dem jede Bibel ein Lebensrisiko bedeutet, ist es eine Tat des Mutes, das Wort Gottes zu bewahren und seinen Namen nicht zu verleugnen.
Wie können wir in unserer Situation unseren verfolgten Geschwistern beistehen? Zuerst einmal durch unser Gebet, zu dem wir jetzt eingeladen sind, aber auch zu Hause in unserem täglichen Gebet.
Lasst uns beten, dass Gott ihnen die Kraft gibt, die Tür des Evangeliums weiter offen zu halten, dass er sie schützt und sie durch alle Bedrängnisse führt.
Lasst uns auch die Stimme für sie erheben und in Wort und Tat zeigen, dass wir ihre Geschwister sind.
Schwach und doch stark – Die Kraft der Verheißung
Schwach und doch stark – Die Kraft der Verheißung
Die Geschichte der Christen in Philadelphia lehrt uns, dass wahre Stärke nicht aus unserer Kraft kommt, sondern aus dem Vertrauen auf Gottes Verheißungen. Unsere „kleine Kraft“ ist oft alles, was wir benötigen, wenn wir Christus vertrauen. So wird Schwäche zur Stärke, wenn wir uns ganz auf ihn verlassen. Auch unsere verfolgten Brüder und Schwestern bezeugen dieses uns heute, da sie in Christus den wahren Schutz und die Quelle ihrer Hoffnung finden.
Amen.
