Die Liebe, die wir verloren haben
Zurück zur ersten Liebe • Sermon • Submitted • Presented
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Wenn Du kurz nach innen blickst und auf einer Skala von 0 bis 10 überprüfen würdest, wie es um dein inneres Feuer steht, wie würdest Du dich einordnen?
Es gibt Zeiten, in denen man merkt, dass das innere Feuer am Ausgehen ist. Äußerlich funktioniert man noch, und alles scheint ganz okay zu sein. Aber innerlich ist dieses Feuer weg. Das kann in alltäglichen Dingen wie im Job der Fall sein, wo man merkt, dass man mit viel Enthusiasmus gestartet ist, aber einige Jahre später ist dieses innere Brennen verschwunden. Noch schlimmer ist es in einer Partnerschaft, wenn man merkt, dass man am Anfang voller Leidenschaft war und es nach einigen Jahren alltäglich geworden ist. Am schlimmsten ist es, wenn es das gesamte Leben betrifft. Man fühlt sich äußerlich wie ein Roboter, der funktioniert, aber innerlich ist man vielleicht nur noch bei 2 von 10.
Es ist offensichtlich sehr menschlich und normal, das innere Feuer manchmal zu verlieren. In der Bibel gibt es für diesen Verlust des inneren Feuers einen Ausdruck, der sehr bezeichnend ist. Im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung des Johannes, wird dieser Ausdruck verwendet. Kurz zum Kontext, weil das Buch der Offenbarung meist schwer zu verstehen ist: Johannes empfängt eine Offenbarung und schreibt diese danach auf. Es ist ein prophetisches Buch, ein visionäres Buch. Gleich am Anfang empfängt er Botschaften für konkrete Kirchengemeinden. Es sind kurze Briefe von Gott; u.a. an die Gemeinde in Ephesus.
Offenbarung 2,1-7
1 "Schreib an den Engel der Gemeinde in Ephesus: Der, der die sieben Sterne in seiner rechten Hand hält und zwischen den sieben goldenen Leuchtern umhergeht, lässt dir sagen: 2 Ich kenne dein Tun, deine Mühe und Standhaftigkeit. Ich weiß auch, dass du niemand ertragen kannst, der Böses tut. Du hast die, die sich als Apostel ausgeben, geprüft und sie als Lügner entlarvt. 3 Du bist standhaft und hast viel ertragen, weil du dich zu meinem Namen bekennst, und hast nicht aufgegeben. 4 Doch den einen Vorwurf muss ich dir machen: Du hast deine anfängliche Liebe nicht mehr! 5 Denk einmal darüber nach, wie weit du davon abgekommen bist! Ändere deine Einstellung und handle so wie am Anfang! Wenn aber nicht, dann gehe ich gegen dich vor und stoße deinen Leuchter von seinem Platz weg. 6 Doch es spricht für dich, dass du die Taten der Nikolaïten genauso verabscheust wie ich. 7 Wer hören will, achte auf das, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer den Kampf besteht, dem gebe ich vom Baum des Lebens zu essen, der im Paradies Gottes steht."
Hier steckt viel Symbolik drin, auf die wir heute nicht eingehen. Die Gemeinde wird am Anfang gelobt und dann kommt dieser eine Satz, den wir heute fokussieren, dass sie ihre erste Liebe verloren haben. Diese Metapher für den Verlust des ersten Feuers ist sehr aussagekräftig.
Ich will euch kurz erzählen, wie ich zu diesem Text gekommen bin und was Peter und mich dann bewegte, daraufhin eine Predigtreihe dazu zu machen. Es ist schon einige Zeit her, da hatten wir in einer Gebetssitzung der Gemeindeleitung über eine Weissagung gebetet. In dieser Gebetszeit traf es mich plötzlich, als jemand betete und das Stichwort „Zurück zur ersten Liebe“ sagte. Ich habe es mir aufgeschrieben und es bewegte mich noch einige Tage danach. Da besprach ich mit Peter, ob wir nicht daraus eine Predigtserie machen können. Und siehe da: hier sind wir heute und starten unsere neue Predigtreihe „Zurück zur ersten Liebe“.
Zurück zur ersten Liebe. Ich weiß nicht, wie es bei dir aussieht, aber ich trauere meiner ersten großen Kindergartenliebe jetzt nicht hinterher. Ich finde es auch nicht so schlimm, dass wir schon seit der Grundschule keinen Kontakt mehr haben. Aber hier im Kontext der Johannesoffenbarung ist der Verlust der ersten Liebe ein großes Problem. Es ist die Liebe – das innere Feuer für Jesus, das kleiner geworden ist.
Der schleichende Prozess des Verlustes
Der schleichende Prozess des Verlustes
Dieser Verlust der ersten Liebe ist ein schleichender Prozess. Man wacht nicht eines Morgens auf und denkt, dass die erste Liebe weg ist. Vielmehr geschieht es allmählich, unbemerkt, in kleinen Schritten. Es kann in alltäglichen Situationen beginnen, in denen man merkt, dass das innere Feuer nicht mehr so brennt wie früher.
Selbst das Kostbarste im Leben kann schleichend verloren gehen, ohne dass man es sofort bemerkt. Der Verlust kann in verschiedenen Lebensbereichen auftreten – sei es im Beruf, in der Partnerschaft oder im Glauben. Man funktioniert äußerlich, aber innerlich fühlt man sich leer.
In der Offenbarung des Johannes wird dieser schleichende Verlust eindrücklich beschrieben. Die Gemeinde in Ephesus, die anfangs voller Leidenschaft für den Glauben war, wird gewarnt, dass sie ihre anfängliche Liebe verloren hat. Dies ist nicht nur eine Feststellung, sondern ein Aufruf zur Reflexion. Es wird gesagt: „Denk einmal darüber nach, wie weit du davon abgekommen bist!“
Der Verlust geschieht oft unbemerkt. Man ist beschäftigt mit den täglichen Aufgaben, mit dem, was man tut, und verliert dabei den Fokus auf das Wesentliche – die Beziehung zu Gott und das innere Feuer. Es ist ein Prozess, der schleichend beginnt, sich aber tiefgreifend auf das Leben auswirken kann.
Die Herausforderung liegt darin, diesen Prozess zu erkennen, bevor es zu spät ist. Der Aufruf zur Umkehr ist eine Einladung, die eigene Beziehung zu Gott zu reflektieren und wieder neu zu entfachen. Es ist nie zu spät, zurückzukehren und das innere Feuer wieder zu entfachen.
Erkennen der Anzeichen
Erkennen der Anzeichen
Es ist entscheidend, die Anzeichen zu erkennen, die darauf hinweisen, dass unser inneres Feuer am Erlöschen ist. Oft geschieht dies schleichend, und wir nehmen es nicht sofort wahr. Ein erstes Zeichen kann die fehlende Begeisterung für Dinge sein, die uns früher Freude bereitet haben – sei es das Lesen der Bibel, das Gebet oder das Engagement in der Gemeinde. Vielleicht merken wir, dass wir weniger Zeit mit Gott verbringen oder dass unsere Gebete eher Routine als eine echte Verbindung darstellen.
Ein weiteres Anzeichen ist das Gefühl der inneren Leere oder der Entfremdung. Wenn wir uns oft wie ein Roboter fühlen, der einfach funktioniert, ohne wirklich zu leben, ist das ein Alarmzeichen. Auch die Abnahme von Freude und Frieden in unserem Leben kann darauf hindeuten, dass wir uns von der Quelle unseres inneren Feuers entfernt haben.
Zusätzlich können wir feststellen, dass wir weniger Interesse an Gemeinschaft mit anderen Gläubigen haben. Die Verbindung zu Menschen, die uns ermutigen und inspirieren, ist entscheidend für unser geistliches Wachstum. Wenn wir uns isolieren oder die Gemeinschaft meiden, kann dies ein weiteres Indiz dafür sein, dass unser inneres Feuer schwächer wird.
Es ist wichtig, diese Anzeichen ernst zu nehmen und uns bewusst zu machen, dass es in Ordnung ist, solche Phasen zu erleben. Der erste Schritt zur Wiederherstellung ist das Erkennen und Akzeptieren dieser Realität. Nur wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir aktiv Maßnahmen ergreifen, um unser inneres Feuer wieder zu entfachen.
Ursachen des Verlustes
Ursachen des Verlustes
Um das innere Feuer wieder zu entfachen, ist es wichtig, die Ursachen zu verstehen, die zu seinem Verlust führen können. Im Brief an die Epheser steht nicht direkt, was sie versäumt haben. Doch aus dem, was sie gemacht haben, kann man erahnen, dass das nicht die Gründe waren, warum ihr inneres Feuer erloschen ist. Sie haben viele gute Sachen gemacht, die Gott auch lobt – aber es zeigt sich, dass sie zwar aktiv waren, aber etwas Entscheidendes fehlte: die Leidenschaft und die erste Liebe zu Gott. Dies kann dazu führen, dass selbst gute Werke nicht ausreichen, um das Feuer lebendig zu halten.
Heute stehen wir in der Gemeinde auch in der Gefahr, in einen Aktivismus zu kommen, der unsere Liebe zu Gott nicht unbedingt anfeuert. Mit all den weiteren Herausforderungen mit Familie und im Beruf sind wir gestresst. Diese Überlastung kann dazu führen, dass wir unsere Zeit mit Gott vernachlässigen und die Prioritäten verschieben. Wenn wir uns nicht bewusst Zeit für Ruhe und Besinnung nehmen, wird unser geistliches Leben zur Nebensache, obwohl wir vielleicht sehr aktiv sind.
Ein weiterer Faktor ist die Ablenkung durch die Vielzahl an Informationen und Unterhaltungsangeboten, die uns umgeben. In einer Zeit, in der wir ständig mit Nachrichten, sozialen Medien und anderen Ablenkungen bombardiert werden, kann es leicht geschehen, dass wir unsere Aufmerksamkeit von Gott ablenken. Diese ständige Ablenkung kann dazu führen, dass wir die tiefere Verbindung zu Gott und zu uns selbst verlieren.
Zusätzlich spielen auch Enttäuschungen und Verletzungen eine Rolle. Wenn wir in unserem Glauben oder in Beziehungen enttäuscht werden, kann das unser Vertrauen und unsere Leidenschaft beeinträchtigen. Es ist wichtig, diese Verletzungen anzusprechen und sie nicht in unserem Herzen zu tragen, da sie unser inneres Feuer ersticken können.
Schließlich kann auch das Versäumnis, regelmäßig in der Gemeinschaft mit anderen Gläubigen zu sein, zu einem Verlust des inneren Feuers führen. Die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten ist eine Quelle der Ermutigung und Inspiration. Wenn wir uns isolieren, verlieren wir die Möglichkeit, uns gegenseitig zu stärken und zu motivieren.
Indem wir diese Ursachen erkennen, können wir gezielt an ihnen arbeiten und Schritte unternehmen, um unser inneres Feuer wieder zu entfachen. Es ist ein Prozess, der Mut und Entschlossenheit erfordert, aber die Belohnung ist eine tiefere und lebendigere Beziehung zu Gott.
Biblische Beispiele
Biblische Beispiele
Um die Bedeutung des inneren Feuers und die Gefahren seines Verlustes besser zu verstehen, können wir auf einige biblische Beispiele zurückblicken. Diese Geschichten zeigen uns, wie Menschen in der Vergangenheit mit ähnlichen Herausforderungen umgegangen sind und wie sie letztlich ihre Beziehung zu Gott erneuern konnten.
Ein herausragendes Beispiel ist der Prophet Elia. Nachdem er auf dem Berg Karmel einen beeindruckenden Sieg über die Propheten Baals errungen hatte, fiel er in eine Phase der Angst und Verzweiflung. Er floh in die Wüste und wünschte sich, zu sterben. In dieser tiefen Dunkelheit fühlte er sich allein und verloren. Doch Gott begegnete ihm auf überraschende Weise: nicht im Sturm oder im Feuer, sondern in einem sanften Flüstern. Diese Begegnung half Elia, seine Berufung wieder zu erkennen und sein inneres Feuer neu zu entfachen. Diese Geschichte erinnert uns daran, dass Gott uns selbst in unseren dunkelsten Momenten sucht und uns wieder zu ihm zurückführen möchte.
Ein weiteres Beispiel ist Petrus. Nach seiner Verleugnung Jesu war Petrus von Schuld und Scham geplagt. Doch nach der Auferstehung begegnete Jesus ihm am See Genezareth und fragte ihn dreimal: „Liebst du mich?“ Diese Wiederherstellung war ein entscheidender Moment für Petrus. Jesus beauftragte ihn, seine Schafe zu weiden, und gab ihm eine neue Perspektive und Mission. Diese Geschichte zeigt uns, dass selbst nach einem tiefen Fall die Möglichkeit zur Wiederherstellung und zum Neuanfang besteht.
Schließlich können wir auch auf die Gemeinde in Ephesus zurückblicken, die in der Offenbarung erwähnt wird. Obwohl sie für ihre Werke und ihren Eifer gelobt wurde, wurde ihr auch gesagt, dass sie ihre erste Liebe verlassen hatte. Der Aufruf zur Umkehr war nicht nur eine Warnung, sondern auch eine Einladung, sich erneut auf die Liebe und Hingabe zu konzentrieren, die sie ursprünglich zu Gott geführt hatte. Dies ist ein kraftvoller Reminder, dass wir immer wieder zu unserer ersten Liebe zurückkehren können.
Diese biblischen Beispiele ermutigen uns, die Herausforderungen des Glaubens ernst zu nehmen, aber auch die Hoffnung auf Erneuerung und Wiederherstellung zu erkennen. Sie zeigen uns, dass wir nicht allein sind und dass Gott stets bereit ist, uns auf unserem Weg zurück zu ihm zu begleiten.
Was nährt die Liebe?
Was nährt die Liebe?
Was hast du früher getan, um das Feuer in deinem Herzen zu nähren? Dieses Feuer bedarf der Nahrung. Die Liebe ist nichts, was man einfach produzieren kann. Vielmehr wird das Feuer der Liebe durch Taten und Entscheidungen genährt. So ist es in jeder Beziehung, auch in deiner Beziehung zu Gott. Das Holz, das das Feuer deiner Liebe nährt, sind Akte, sind Entscheidungen.
Der Glaube wird nicht durch Leistung produziert, sondern unsere Entscheidungen sind es, die dieses Feuer unterhalten. Wenn Jesus sagt: „Kehr um und tu die ersten Werke“, dann ist das eine klare Entscheidung. Vielleicht meint er damit auch, dass ihr euch damals voller Eifer von den falschen Götzen abgewandt habt. Aber was ist heute deiner neuer „Götze“? Was steht an erster Stelle in deinem Leben?
Es gibt einen schleichenden Verlust der Freude an Gott, wenn wir uns zu sehr auf den Genuss der Welt konzentrieren. Das ist nicht per se schlecht, aber es kann dazu führen, dass wir die Freude an Gott verlieren. Die gute Nachricht ist, dass es auch andersherum funktioniert. Wenn du zum Beispiel nicht hungrig bist und jemand dir von einem köstlichen Essen erzählt, bekommst du plötzlich Appetit. So ist es auch mit der ersten Liebe: Sie wird genährt durch das, was wir akustisch aufnehmen.
Es ist entscheidend, dass wir uns Zeit nehmen, um die Worte Gottes zu hören. Unsere Gedanken prägen unser Herz. Die Inhalte, die wir konsumieren, bestimmen den Kurs unseres Herzens. Es gibt eine Art von Theologie, die nur den Kopf interessiert, aber das Herz kalt lässt. Und es gibt eine Rede über Gott, die dein Herz entzündet und dich zum Beten bringt.
Deshalb ist es wichtig, zu überlegen, welche Botschaften und Inhalte dein inneres Feuer nähren und welche nicht. Denn die Gefahr ist immer da, dass die Liebe erkaltet, wenn wir uns von Gott entfernen. Wenn du dir keine Zeit für deine Beziehung zu Gott nimmst, kann dir das Kostbarste im Leben schleichend geraubt werden.
Zurück zur ersten Liebe
Zurück zur ersten Liebe
Lass uns zurückkommen zu dieser einfachen, aber tiefen Wahrheit: Du bist geliebt. Gott hat dich nicht erschaffen, weil er dich brauchte, sondern weil er dich wollte. Und das, selbst an Tagen, an denen du nichts Besonderes bringst. An Tagen, an denen du fühlst, dass du versagst oder nicht gut genug bist, bist du immer noch geliebt.
Es ist entscheidend, dass du diese Wahrheit in dein Herz aufnimmst und sie tief verinnerlichst. Der Weg zurück zur ersten Liebe beginnt damit, dass du dir Zeit nimmst, um einfach da zu sein. Nimm dir die Zeit, um zuzuhören, um zu reflektieren und um die Verbindung zu Gott zu suchen.
Deine Aufmerksamkeit ist das Kostbarste, was du ihm schenken kannst. Lass nicht zu, dass die Erwartungen der Welt dich ablenken. Priorisiere die Zeit mit Gott über alles andere. Erlaube dir, in seiner Gegenwart zu sein, ohne etwas leisten zu müssen.
Ich lade dich ein, diese Wahrheit in deinem Leben zu verankern und dich daran zu erinnern, dass du radikal und leidenschaftlich geliebt bist. Lass das Feuer deiner ersten Liebe neu entfachen, indem du regelmäßig in die Stille gehst, seine Worte hörst und die Beziehung zu ihm pflegst.
Denn das ist es, was zählt: Deine Beziehung zu Gott. Kehre zurück zu dieser ersten Liebe und erlebe die Freude, die daraus entsteht. Amen.
