Der kommende Erlöser – Neue Lebensenergie für unseren Weg

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Der kommende Erlöser – Neue Lebensenergie für unseren Weg

Liebe Schwestern und liebe Brüder,
stellt euch einmal vor, ihr seid erschöpft, ausgelaugt und findet keinen Weg mehr vorwärts. So wie ein Wanderer, der in einer Wüste feststeckt – umgeben von Trockenheit, ohne Wasser, ohne Hoffnung. Oder wie jemand, der sich nach einem „Flügel verleihenden“ Energieschub sehnt, um den Herausforderungen des Lebens zu begegnen.
Wie oft würden wir uns in solchen Momenten wünschen, dass etwas oder jemand uns neue Kraft gibt, eine Energie, die uns Flügel verleiht. Wir kennen diese Sehnsucht, egal ob es in Krisen wie Krankheit, Verlust oder beruflichen und finanziellen Nöten oder auch wo anders ist. Leider hilft uns da keine Werbung, auch keine nach Gummibär schmeckenden Energie-Brause, und auch kein kurzfristiger Trost anderer Art und aus eigener Kraft wirklich weiter.
Diese Erfahrung ist keine neue. Schon vor über 2700 Jahren fühlten sich die Menschen in Juda genauso ausgelaugt und am Boden zerstört. Ihr Land war von den Assyrern bedroht, viele Stämme Israels waren bereits verschollen. Juda war ausgelaugt, erschöpft und hatte keine Perspektive. Doch da genau in diese Situation hinein spricht der Prophet Jesaja: Worte des Trostes, der Hoffnung und einer neuen Lebensenergie, die nur von Gott selbst kommen kann. Und es sind Worte, die gerade auch für uns jetzt im Advent auch auf den kommenden Erlöser weisen.
Jesaja sagt: Jesaja 35,3-10
Jesaja 35,3–10 NLB
3 Stärkt die schlaffen Hände und festigt die wankenden Knie. 4 Sprecht zu denen, die tief beunruhigt sind: »Seid stark und fürchtet euch nicht. Seht doch: Die Rache und Vergeltung unseres Gottes kommt. Er wird kommen und euch retten. 5 Dann werden die Augen der Blinden und die Ohren der Tauben geöffnet. 6 Der Lahme wird springen wie ein Hirsch, und der Stumme wird jubeln. Denn aus der Wüste entspringen Quellen, Ströme bewässern die Steppe. 7 Luftspiegelungen werden zu echten Seen und das durstige Land zu sprudelnden Wasserquellen. Gras, Binse und Schilf blühen, wo einst Schakale hausten. 8 Durch die Wüste führt dann eine Straße, die die heilige Straße genannt werden wird. Kein unreiner Mensch wird darauf wandern, denn sie ist nur für sein Volk bestimmt. Wer auch immer auf diesem Weg geht, wird sich nicht verirren. Selbst der Einfältige wird darauf nicht fehlgehen. 9 Löwen wird es dort nicht geben. Kein wildes Raubtier wird diesen Weg betreten. Nur die Erlösten werden darauf gehen. 10 Diejenigen, die vom HERRN erlöst wurden, werden zurückkehren und jubelnd nach Jerusalem kommen. Ihr Gesicht spiegelt unendliche Freude wider. Freude und Glück werden bei ihnen einkehren, Kummer und Seufzen aber werden vor ihnen fliehen.
Heute ist der zweite Advent und wir leben jetzt im Advent in der Zeit der Vorbereitung, des Wartens und der Hoffnung. Wir erwarten das Kommen von Jesu Christus, unseres Erlösers, und zugleich dürfen wir auch schon heute und jetzt seine Nähe erfahren. Gerade diese Worte vom Propheten Jesaja malen uns ein großartiges Bild von Gottes Heilsversprechen, eine kraftvolle Vision der Erneuerung und Heilung, in der Gott sein Volk stärkt, rettet und zu einer neuen, verheißenen Welt führt: Von der Wüste, die blühen wird, von müden Händen, die gestärkt werden, und von Menschen, die sich auf den Weg in eine erneuerte Welt machen. Es ist ein Bild, das auch uns heute in eine Zukunft mit Gott schauen lässt.
Diese Bilder sind nicht nur poetisch, sondern zutiefst ermutigend – gerade in Zeiten, in denen wir uns nach Erlösung sehnen, nach Veränderung, nach neuem Leben. Gerade in einer Zeit, wo alles so politisch und gesellschaftlich in unserer Welt drunter und drüber geht.

1. Ein Hoffnungsruf an Müde und Verzagte

Der Prophet Jesaja beginnt mit einem Aufruf: „Stärkt die schlaffen Hände und festigt die wankenden Knie. Sprecht zu denen, die tief beunruhigt sind: »Seid stark und fürchtet euch nicht.”
Die müden Hände werden gestärkt, die verzagten Herzen ermutigt, und das Unmögliche wird möglich: Blinde sehen, Lahme springen, und Wasserquellen brechen in der Wüste hervor. Diese poetische Hoffnung auf Heil spiegelt die tiefste Sehnsucht der Menschheit wider: Frieden, Freude und Freiheit von Schmerz und Leid.
Kennt Ihr das nicht auch? Müde Hände, wankende Knie, ein verzagtes Herz? Wer sich erschöpft fühlt, hat oft das Gefühl, er oder sie kann nichts mehr bewirken. Die Hände sinken in den Schoss, und die Beine tragen nicht mehr weiter. Da sind die Sorgen des Alltags, die Unsicherheiten unserer Zeit – all sie machen uns mutlos. Da hören wir sie, die Nachrichten, voll von Schreckensmeldungen: Kriege, Krisen, Klimakatastrophen. Diese Bilder in den Nachrichten von Krieg, Ungerechtigkeit und Zerbruch. Dann kommen noch die persönlichen Herausforderungen dazu: Streit, Stress, diese innere Leere, die sich manchmal breitmacht, schwierige Beziehungen, gesundheitliche Probleme und die Sorge um die eigene Zukunft.
Genau an solche Menschen richtet jetzt Jesaja seine Worte. Er ruft uns zu: „Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott!“ Warum? Weil Gott selbst kommt, um uns zu helfen.
Im Neuen Testament greift Jesus diese Verheißung auf, als er in Lukas 7,22 den Jüngern des Johannes antwortet. Er nennt die Zeichen des anbrechenden Reiches Gottes: die Blinden sehen, die Lahmen gehen, und den Armen wird das Evangelium verkündet. Er selbst verkörpert diese Zusage. In seinem Leben hat er immer wieder Menschen aufgerichtet: Den Gelähmten, der nicht nur gehen konnte, sondern durch die Vergebung seiner Sünden auch innerlich neu wurde.
Oder den verzweifelten Petrus, der auf dem Wasser zu sinken begann, bis Jesus ihm die Hand reichte. Jesus ist Gottes ausgestreckte Hand, die uns aufrichtet und neu mit Lebensenergie füllt. Matthäus 14,31
Matthäus 14,31 NLB
31 Sofort streckte Jesus ihm die Hand hin und hielt ihn fest. »Du hast nicht viel Glauben«, sagte Jesus. »Warum hast du gezweifelt?«
Advent ist die Zeit, in der wir genau diese Botschaft hören müssen. Sie erinnert uns daran, dass Gott nicht fern ist. Er ist unser Gott – nah, persönlich, an unserer Seite. Wie der Prophet Jesaja damals dem Volk Israel Hoffnung machte, so spricht Gott durch Jesus auch heute in unsere Zeit hinein. Er spricht zu uns heute.
Es ist manchmal nur wie bei einem alten Radio, das man wieder zum Laufen bringt. Man muss die Frequenzen richtig einstellen, um den Sender zu empfangen. Gott spricht immer noch, aber wir müssen unsere Herzen und Ohren öffnen, um die Botschaften zu hören. Manchmal ist das leise Flüstern in unserem Leben das, was Gott uns heute sagen möchte!

2. Zeichen der Hoffnung – gestern und heute

Der Prophet Jesaja verwendet hier in seiner Rede kraftvolle Bilder, um diese Hoffnung greifbar zu machen. Er beschreibt eine Wüste, die zu blühen beginnt, und Wasser, das in der Trockenheit sprudelt. Das sind Bilder für das Leben, das aus der Gegenwart Gottes erwächst.
Wir hatten ja auch einen Bundeskanzler, der hier für Ostdeutschland fast mit solchen Bildern gesprochen hat: von blühenden Landschaften - vieles ist ausgeblieben, aber er wollte damals Hoffnung machen.
In den „Wüsten“ unseres Lebens können neue Wasserquellen entstehen. Beziehungen, die zerbrochen schienen, können geheilt werden. Vergangene Fehler, die uns belasten, können zu Erfahrungen des Wachstums und der Reifung werden.
Auch in der Natur gibt es solche Hoffnungszeichen. Denken wir an die Christrose. Sie blüht mitten im Winter, wenn die meisten Pflanzen längst in der Kälte erstarrt sind. Ihre besondere Fähigkeit, Wasser in die Wurzeln zurückzuziehen, schützt sie vor dem Erfrieren. So wird sie zu einem Symbol: Selbst in widrigsten Umständen kann Leben bestehen und Schönheit erblühen.
Diese Hoffnung braucht Zeichen, die uns zeigen, dass Veränderung möglich ist.
Stellen Sie sich einen Traktor auf einer Landstraße vor. Der Fahrer gibt das Zeichen mit dem Blinker, dass er an einen anderen Ort will. So wie der Traktor, der durch sein Zeichen zeigt, dass Veränderung bevorsteht, so gibt uns auch das Leben Zeichen der Hoffnung. Manchmal müssen wir anhalten, die Richtung ändern und neue Wege einschlagen. Doch diese Signale ermutigen uns, nicht aufzugeben, sondern weiterzufahren – im Glauben an Gott und an die Möglichkeiten, die Er uns bietet.
Oder ein Zeichen, wie der Anruf eines lang vermissten Freundes oder das vereinbarte Treffen zu Weihnachten.
Oder ein Zeichen, wie die Erleichterung, wenn eine schwierige Prüfung leichter ausfällt als erwartet.
Solche Hoffnungszeichen gibt es auch in der Geschichte Jesu. Als Johannes der Täufer im Gefängnis sitzt, verzweifelt er. Er fragt: „Bist du der, der da kommen soll?“
Die Antwort von Jesus sind nicht irgendwelche Worte, sondern Zeichen: Matthäus 11,4-5
Matthäus 11,4–5 NLB
4 Jesus antwortete ihnen: »Geht zurück zu Johannes und berichtet ihm, was ihr gesehen und gehört habt: 5 Blinde sehen, Gelähmte gehen, Aussätzige werden gesund, Taube hören, Tote werden zum Leben erweckt und den Armen wird die gute Botschaft verkündet.
Jesus Christus vollbrachte diese Wunder, um zu beweisen, dass er von Gott gesandt ist. Die Zeichen von Jesus zeigen: Das Reich Gottes hat begonnen. Gott ist am Werk, und das Alte weicht dem Neuen.
Vielleicht erleben wir nicht immer ein Wunder in spektakulärer Weise, aber wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns in jeder Lebenslage mit seiner Kraft trägt und uns durch seinen Geist erneuert. Es sind die oft die kleinen Zeichen des Glaubens, die bei uns geschehen und die uns weitertragen.

3. Der kommende Erlöser als Quelle der Hoffnung

Der Prophet Jesaja spricht nicht nur von Zeichen, sondern von einer Person, die kommt: Gott selbst wird kommen, um zu retten. (V.4)
Er weist damit schon auf den kommenden Messias. Dieses Versprechen erfüllt sich in Jesus Christus. Er ist der Erlöser, auf den die Welt gewartet hat. In ihm zeigt sich Gottes Herz. Sein Leben, Sterben und Auferstehen machen deutlich: Gott ist für uns, und er schafft alles neu.
Auch heute können wir uns auf diesen kommenden Erlöser verlassen. Vielleicht fragen wir uns: „Wo ist Gott in meinen Herausforderungen?“ Doch gerade auch diese Adventszeit als Vorbereitungszeit auf Weihnachten erinnert uns daran, dass Jesus uns mitten in unseren Sorgen begegnen will. Denn die Adventszeit will eigentlich keine Zeit des Shoppings und der Weihnachtsmärkte sein, sondern eine Zeit der Stille und des Nachdenkens und des geistlichen Besinnens.
In einer Welt, die oft wie eine düstere Wüste erscheint, ist gerade Jesus das lebendige Wasser. Er sagt: „Wer an mich glaubt, aus dessen Innerem werden Ströme lebendigen Wassers fließen, wie es in der Schrift heißt.« (Johannes 7,38)
Seine Worte sind wie Samen, die in dürrem Boden aufgehen und neues Leben bringen. Dieses Wasser des Glaubens fließt reichlich und beständig, wie ein Fluss, und ist deshalb stark genug, um den Widerstand von Zweifeln und Ängsten zu überwinden.
Er wird genährt durch das Wort Gottes, die Gemeinschaft der Gläubigen und die persönliche Beziehung zu Christus. Auch in stürmischen Zeiten kann dieser Fluss uns erfrischen und unser Herz mit Hoffnung füllen.

4. Ein Zielfoto Gottes für unsere Welt

Der Prophet Jesaja malt uns ein Hoffnungsbild der Zukunft: „Dann werden die Augen der Blinden und die Ohren der Tauben geöffnet. Der Lahme wird springen wie ein Hirsch, und der Stumme wird jubeln. Denn aus der Wüste entspringen Quellen, Ströme bewässern die Steppe.“
Diese Vision beschreibt Gottes Ziel mit seiner Schöpfung. Eine Welt, in der Schmerz und Leid überwunden sind. Eine Welt, in der Frieden und Freude herrschen. Jesaja spricht von einer “heiligen Straße”, den die Erlösten gehen werden, hin zu Gott. Wir werden auch wieder an das Schlussbild der Offenbarung des Johannes erinnert: Offb 21,3-4
Offenbarung 21,3–4 LU17
3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
Wie könnten wir dieses Bild heute mit Leben füllen?
- Stellen wir uns eine Welt vor, in der niemand mehr hungern muss.
- Eine Welt, in der zerstrittene Völker miteinander versöhnt sind.
- Eine Welt, in der Menschen mit körperlichen oder seelischen Einschränkungen frei leben können, ohne Ausgrenzung oder Hindernisse.
Gerade jetzt in der Adventszeit ist die Zeit, in der wir uns auf dieses Zielbild Gottes ausrichten. Es ist noch nicht vollständig erreicht, aber Jesus hat den Anfang gemacht. Durch ihn sehen wir, wie Gottes Reich Wirklichkeit wird.
Wenn du in diesen Tagen das Gefühl hast, in deiner Lebenssituation festzusitzen oder keine Perspektive zu sehen, nimm dir jeden Morgen fünf Minuten Zeit, um in Stille zu beten und darum zu bitten, dass Gott dir neue Sichtweisen und Wege zeigt. Vielleicht gibt gerade auch die Zeit des Advents dazu neue Möglichkeiten.
Schreibe auf, am Abend auf, was du an diesem Tag gesehen hast, das dir Hoffnung gibt. Diese kleinen 'Quellen' des Lebens können dir helfen, aus deiner 'Wüste' herauszukommen.

5. Hoffnung säen in einer hoffnungslosen Welt

Es gibt immer wieder Geschichten von Menschen, die gegen alle Hoffnungslosigkeit Zeichen setzen.
Im Internet gibt es eine Geschichte von einem alten Mann in Frankreich, der in einer trostlosen Wüstenlandschaft Eicheln pflanzte. Er säte Hoffnung, ohne zu wissen, ob er die Früchte sehen würde. Doch am Ende entstand ein blühender Wald, der eine ganze Region veränderte. Bei genauer Recherche kann man aber feststellen, dass diese Geschichte zwar frei erfunden war, dennoch hat sie bei vielen Menschen ein Umdenken bewirkt.
Aber es gibt auch Geschichten der Hoffnung, die es wirklich gab. So hat mein Vater z.B. vor 30 Jahren einen neuen Wald gepflanzt, obwohl er wusste, dass er die Bäume nie in ihrer vollen Größe sehen wird. Dennoch hat sich dort in diesen 30 Jahren mittlerweile die Flora sehr zum Positiven verändert.
Auch wir sind eingeladen, in unserer Zeit, in unserer Nachbarschaft bei unseren Mitmenschen Hoffnung zu säen. Wie können wir das tun?
Indem wir einander ermutigen: Der Prophet Jesaja ruft uns auf, müde Hände zu stärken und wankende Knie zu stützen. Vielleicht gibt es jemanden in Ihrem Umfeld, der gerade eine Ermutigung braucht. Ein Anruf, ein freundliches Wort oder ein Gebet können ein Hoffnungssamen sein.
Indem wir uns von Gottes Wort stärken lassen: Ein Blick in die Bibel oder die Losungen am Morgen kann uns helfen, unsere Perspektive zu ändern. Gottes Worte sind wie ein Landregen, der die trockenen Felder unseres Lebens bewässert.
Indem wir selbst Hoffnung leben: Wenn wir uns auf den kommenden Erlöser verlassen, dann können wir anderen zeigen, dass Hoffnung eine Kraft ist, die unser Leben verändert.
Indem wir für den anderen beten: Die Fürbitte für den anderen ist ein wichtiges Werkzeug, um Gottes Herzen zu bewegen, aber auch unsere Einstellung zu unseren Mitmenschen zu verändern.

6. Advent – die Zeit der Erwartung

„Advent“ bedeutet Ankunft. Wir erwarten das Kommen Jesu, des Erlösers. Doch Advent erinnert uns auch daran, dass er schon da ist. Jesus ist mitten unter uns, in unseren Familien, in unserer Gemeinde, in unserer Welt.
Die Frage ist: Sehen wir ihn? Erkennen wir die Hoffnungszeichen, die er uns schenkt?
Vielleicht sind wir wie der Blinde, dem Jesus begegnet. Äußerlich scheint alles düster, aber wir spüren: Jesus ist da. Er sieht uns, er kennt unsere Not, und er hilft uns.

7. Der kommende Erlöser – unsere Hoffnung heute und morgen

Der Prophet Jesaja schließt mit einem Bild, das voller Freude ist: „Diejenigen, die vom HERRN erlöst wurden, werden zurückkehren und jubelnd nach Jerusalem kommen. Ihr Gesicht spiegelt unendliche Freude wider. Freude und Glück werden bei ihnen einkehren, Kummer und Seufzen aber werden vor ihnen fliehen.“
Das ist die Perspektive, die uns der kommende Erlöser schenkt. Nicht alles Leid wird sofort verschwinden, aber wir dürfen darauf vertrauen, dass Gottes Zielbild Wirklichkeit wird.
Der Apostel Paulus ermutigt uns als Christen in besonderer Weise: Philipper 4,4
Philipper 4,4 NLB
4 Freut euch im Herrn. Ich betone es noch einmal: Freut euch!
Der Advent lädt uns ein, diese Hoffnung zu feiern – durch unsere Lieder, unsere Gebete und unsere Gemeinschaft. Es ist die Zeit, in der wir unseren Blick erheben und die frohe Botschaft weitertragen: Gott ist da, und er kommt, um alles neu zu machen.
Der Hebräerbrief drückt es so aus:
Hebräer 10,19–20 NLB
19 Deshalb, liebe Freunde, können wir jetzt zuversichtlich in das Allerheiligste des Himmels hineingehen, denn das Blut von Jesus hat uns den Weg geöffnet. 20 Das ist der neue, lebendige Weg durch den Vorhang, den Christus durch seinen Tod für uns eröffnet hat.
Liebe Schwestern und Brüder,
lasst uns in diesem Advent einander von der Hoffnung erzählen, die Jesus Christus schenkt.
Lasst uns Hoffnungszeichen setzen – in unseren Familien, in unserer Nachbarschaft, in unserer Welt. Denn der kommende Erlöser ist schon unterwegs. „Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott!“
„Stärkt die schlaffen Hände und festigt die wankenden Knie.“ – Vielleicht kann diese Aufforderung in den nächsten Tagen unser Motto sein. Wo können wir jemandem Mut machen? Wo können wir selbst Hoffnung schöpfen?
Denn eines ist sicher: Der kommende Erlöser hat versprochen, dass die Wüste blühen wird.
Amen.

Gebet

Lasst uns beten:
Herr, unser Gott, du bist der, der die Wüste zum Blühen bringt, der den Müden neue Kraft schenkt und den Verzagten Hoffnung gibt.
Wir bringen dir heute all unsere Sorgen und Fragen. Manche von uns fühlen sich ausgelaugt, wie Wanderer in einer Wüste. Manche sehnen sich nach einem Lichtstrahl in dunkler Nacht, nach einem Wort des Trostes, nach neuer Lebensfreude.
Herr, wir danken dir, dass du unser Kommen siehst. Wir danken dir für die Verheißung, dass du in unsere Welt kommst, dass du uns nicht allein lässt, sondern mit deiner Liebe erneuerst.
Wir bitten dich: Gib uns Augen, die die Zeichen deiner Hoffnung erkennen, Ohren, die deine tröstenden Worte hören, und Herzen, die offen sind für deine heilende Gegenwart.
Segne alle, die heute zuhören oder zusehen. Segne ihre Familien, ihre Wege, ihre Gedanken. Wo Sorgen lasten, schenke deinen Frieden. Wo Dunkelheit herrscht, bringe dein Licht. Wo Hoffnungslosigkeit regiert, lass deine Freude wachsen.
Herr, hilf uns auch, selbst zu Hoffnungsboten zu werden – durch ein gutes Wort, eine helfende Hand, ein Zeichen der Liebe in dieser Adventszeit.
Wir danken dir, dass du uns in Jesus Christus einen Erlöser geschenkt hast, der bei uns ist – in Freude und Schmerz, in jeder Wüste unseres Lebens.
Lass uns mit Zuversicht und Vertrauen den Weg weitergehen, den du für uns bereitet hast. Und schenke uns die Gewissheit, dass die Wüste blühen wird.
In deinem Namen beten wir.

Vaterunser

Vater unser im Himmel Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen

Der Herr segne dich in dieser Adventszeit. Er schenke dir Hoffnung, wo du müde bist, und Licht, wo Dunkelheit dich umgibt.
Der kommende Erlöser stärke deine Schritte und erfülle dein Herz mit Freude und Frieden.
So segne und behüte dich der barmherzige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.
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