Jugendgottesdienst: Geben heißt Gott vertrauen

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Notes
Transcript
Bild Schuhe
Wer hat gestern Abend seine Schuhe geputzt? Wer hat gestern Abend seine Schuhe rausgestellt? Wer hat Schuhgröße 50 oder größer? … wie viele Schokoladen-Nikoläuse passen da rein?
Bild volle Schuhe
So sieht das aus, wenn man zwei kleine Jungs zu Hause hat. Das Coole ist, dass man auch als Erwachsener ganz unauffällig seinen eigenen Schuh mit vor die Tür stellen kann… Ist toll, was geschenkt zu bekommen, oder? So einen Schokoladen-Nikolaus nimmt man schon mal mit! Wir kriegen so gern etwas! Nur – ist es auch toll, etwas zu geben?
Vor einigen Jahren lebte dieser Mann:
[Bild Nikolaus]
Hier ein Originalfoto… Falls ihr ihn nicht gleich erkennt, habe ich noch eine kleine Hilfe mitgebracht:
[Bild Nikolaus-Mütze]
Das ist Nikolaus!
Er hat etwa um das Jahr 300 n.Chr. in Myra, in der heutigen Türkei, gelebt. Bekannt ist er dadurch geworden – so die Legende – dass er sehr viel Geld, das er von seinen Eltern geerbt hatte, an arme Leute gegeben hat, die es dringend brauchten: Eine Familie war so arm, dass der Vater keinen anderen Ausweg sah, als seine drei Töchter in die Prostitution zu verkaufen. Nikolaus hat das mitbekommen und ihnen nachts heimlich drei Säckchen mit Gold zum Fenster hineingeworfen und so die Familie gerettet. Vielleicht ist manches davon in die Schuhe gefallen, sodass der Brauch entstand, über den sich die Kinder heute noch freuen.
Wie ist das bei dir: Gibst du gern? Gibst du gern etwas, das dir gehört, jemand anderem? Das größte Problem beim Geben ist ja: Wenn ich etwas gebe – etwas weggebe, dann habe ich es nicht mehr, dann ist es weg! Gibst du gern etwas weg? Paulus – einer der Cheftheologen der Bibel – schreibt, dass es genau darum geht: Dass ich es gern tue. Dass ich fröhlich gebe und nicht griesgrämig.
Auch sonst findet sich dieses Prinzip, dass man etwas gibt von dem, was man hat, in der ganzen Bibel. Schon bei Abraham ziemlich am Anfang der Bibel geht das los und einige Zeit später wird Gott es dem Volk Israel sogar als Gesetz geben: Sie sollen 10% abgeben von dem, was sie ernten, ebenso von ihren Tieren. Sehr vereinfacht könnte man Gottes Gesetz so zusammenfassen: Von allem, was die Menschen durch ihre Arbeit bekommen, sollen sie 10% abgeben. In der ganzen Bibel kommt das Thema immer wieder auf: Gib 10% ab von dem, was du durch deine Arbeit bekommst. Gib 10% von dem ab, was Gott dir zum Leben gibt, denn letztlich kommt alles von Ihm. – Wir kommen gleich noch dazu, was der Sinn der ganzen Nummer ist.
Bei Jesus gibt es mehrere spannende Geschichten zum Thema Geld. Auch als Er hier auf der Erde gelebt hat, war es Standard, etwas zu geben von dem, was man hat. Folgendes wird uns erzählt:
Jesus setzte sich [im Tempel] in die Nähe des Opferkastens. Dort beobachtete er, wie die Leute Geld hineinwarfen.
Irgendwie finde ich diese Vorstellung witzig: Jesus guckt den Leuten zu, wie viel sie geben und vielleicht kommentiert Er das auch. – Wir sammeln ja nachher noch das Jugenddankopfer ein und ich würde das einfach so machen, dass ich mich daneben stelle und das, was ihr da vor bringt, live kommentiere. Also, ich würde natürlich mal in die Büchsen reingucken und den Betrag durchs Mikrofon ansagen. Wie wäre das? – Die ersten kriegen schon Panik… zum Nachbarn: „Weißt du, wie viel bei uns drin ist??“ Wenn dann die Büchse aufgeht: ich: „10€!? Leute, ist das euer Ernst?? Ihr seid 15 Menschen in eurer JG und ihr kratzt gerade mal 10€ zusammen?“ – Und bei der nächsten Büchse sind 300€ drin und alle fangen an zu jubeln und zu klatschen.
Nein, so war das nicht bei Jesus, Er hat nicht einfach nur auf die Scheine geschaut, sondern Er hat auch den Menschen in den Blick genommen. Wir lesen weiter:
Viele wohlhabende Leute gaben viel hinein. Da kam auch eine arme Witwe. Sie warf zwei kleine Kupfermünzen hinein – das entspricht der kleinsten römischen Münze.
Jesus rief Seine Jünger herbei und sagte zu ihnen: »Amen, das sage ich euch: Diese arme Witwe hat mehr gegeben als alle anderen, die etwas in den Opferkasten geworfen haben. Denn alle anderen haben nur etwas von ihrem Überfluss abgegeben. Aber diese Witwe hat alles hergegeben, was sie selbst zum Leben hat – obwohl sie doch arm ist.«
Leute, wir lernen hier: Geben hat so viel mit Vertrauen zu tun. Hier, in dieser Geschichte ist es natürlich ganz extrem: Diese arme Frau gibt sogar alles, was sie hat. Sie vertraut darauf, dass Gott für sie sorgen wird. Sie klammert sich nicht an das Wenige, das sie noch hat, sondern sie klammert sich an Gott.
Das heißt jetzt nicht, dass wir auch gleich alles auf den Tisch legen sollen, was wir überhaupt haben. Aber es heißt, dass wir mal darüber nachdenken sollen, auf was wir vertrauen, an was wir uns klammern. Was ist uns im Leben wichtig?
Und noch eine zweite Vertrauenssache können wir von dieser armen Frau lernen: Sie vertraut darauf, dass Gott mit ihrer kleinen Gabe etwas anzufangen weiß. Aus menschlicher Sicht hätte man ja sagen müssen: „Also deine zwei Cent in allen Ehren, aber die brauchen wir hier nicht, was soll das denn bringen?“ – Aber Gott weiß damit etwas anzufangen.
Das sehen wir an einer anderen Stelle in der Bibel, wo von vielen tausend Menschen erzählt wird, die Hunger haben. Ein kleiner Junge hat fünf Brote und zwei Fische dabei.
Fünf Brote und zwei Fische. Vollkommen lächerlich. Davon würden wir hier ja schon nicht satt werden, geschweige denn viele tausend Menschen! Der Junge hätte das Zeug in seinem Rucksack verstecken und heimlich mit seiner Familie essen können. Aber er ist auf die Idee gekommen, es beim Chef abzugeben. Jesus schickt ihn nicht weg, sondern Er freut sich darüber und gebraucht dieses kleine Bisschen, um viele tausend Menschen satt zu machen!
Wir können Gott vertrauen, dass Er aus jedem noch so kleinen Bisschen, das wir zu Ihm bringen, etwas Großes machen kann! Nichts ist zu wenig, solange wir es zu Gott bringen.
Und wir können Gott vertrauen, dass Er uns versorgt, selbst wenn wir denken, es reicht nicht.
Eine andere Begebenheit mit Jesus zum Thema Geld: Ein junger, reicher Mann kommt zu Jesus, nennen wir ihn Goldkettchen-Klaus; ich habe hier ein Symbolbild mitgebracht.
[Bild Heiko 1]
[Bild Heiko 2]
Goldkettchen-Klaus kommt also zu Jesus und fragt ihn: „Was muss ich tun, um ewiges Leben bei Gott zu bekommen?“ Jesus antwortet mit den 10 Geboten: „Du weißt doch, was Gott gesagt hat, was du tun sollst.“ Und dann zählt Jesus alle Gebote auf, die das Zusammenleben zwischen uns Menschen regeln. Du sollst nicht stehlen, niemanden umbringen, nicht die Ehe brechen und so weiter. Goldkettchen-Klaus antwortet darauf, dass er diese Gebote schon immer eingehalten hat, was Jesus richtig gut findet. Und dann sagt Jesus: „Dann verkaufe jetzt alles, was du besitzt, gib das Geld den Armen und folge mir nach.“
Der junge Mann, Goldkettchen-Klaus, konnte das nicht. Er war reich. Er hat sich an seinen Besitz geklammert. Das, was er hatte, war ihm wichtiger als Gott.
Wenn man viel hat, ist die Versuchung groß, sich an das Viele zu klammern. Jesus will, dass wir nicht unserem Geld vertrauen, sondern Ihm. Das heißt nicht, dass wir alles in die Mülltonne stopfen sollen. – Nein! Er versorgt uns ja auch durch unseren Besitz. Jesus sagt nicht zu jedem von uns wie zu diesem reichen jungen Mann, dass wir alles verkaufen und dann das Geld verschenken sollen. Aber Jesus fordert uns auf, dass wir immer wieder überprüfen, worauf wir vertrauen. Je weniger wir auf unser Geld vertrauen, je weniger unser Herz an unserem Geld hängt, desto leichter wird es uns fallen, Gott zu vertrauen und desto leichter wird es uns fallen, von unserem Geld abzugeben.
Wenn du jetzt sagst: „Ach komm, ich bin 14 Jahre alt, und alles, was ich wirklich besitze bzw. bekomme, sind 5€ Taschengeld in der Woche“, dann zwei Sachen für dich: Zum einen: Übe auch im Kleinen zu geben. Gib 10% – egal von wie viel. Wenn du 5€ bekommst, dann gib halt 50ct. Wer im Kleinen treu ist, der wird auch im Großen treu sein. Wer solche Dinge wie Geben im Kleinen übt, dem wird es auch im Großen einfacher fallen.
Zum anderen: Das Thema „Let’s start giving“ ist ja so viel größer! Du hast so viel mehr zu geben als nur Geld: Du kannst anderen Menschen etwas von deiner Zeit schenken. Du kannst anderen Menschen deine Zuwendung schenken, Du kannst ihnen Wertschätzung schenken. Jeder von euch hat etwas, das er geben kann.
Nun noch einmal die Frage:
Warum sollen wir geben? Es ist gut, dass wir unser Herz nicht an unser Geld hängen oder an die Dinge, die wir besitzen. Es ist natürlich auch gut, wenn wir andere Menschen mit unserem Geld unterstützen, Menschen, die es wirklich brauchen, denen es nicht so gut geht wie uns. Aber für mich ist der wichtigste Grund, warum es gut ist, wenn wir von dem, was wir haben, etwas abgeben, dass uns selbst alles gegeben wurde. Alles, was wir haben, haben wir von Gott bekommen. Es ist ein Geschenk, dass wir leben dürfen. Es ist ein Geschenk, dass die Pflanzen auf unseren Feldern wachsen. Es ist ein Geschenk, dass Tiere zum Beispiel Milch geben, die uns ernährt. Es ist ein Geschenk, dass wir arbeiten können und damit Geld verdienen. Es ist ein Geschenk, dass wir leben dürfen und versorgt sind. Deswegen ist es gut, etwas von dem, was wir haben, abzugeben. Es erinnert uns immer wieder daran, dass wir alles von Gott haben. Voller Dankbarkeit können wir etwas zurückgeben.
Ich lade euch ein, dass ihr von dem, was ihr habt, etwas abgebt. 10% ist eine gute Orientierung, aber am besten ist es, ihr besprecht das mit dem Chef und schaut, was Er euch aufs Herz legt. Gebt gern, ohne zu murren. Gebt in dem Vertrauen, dass Gott etwas aus eurer Gabe machen wird. Gebt, ohne es an die große Glocke zu hängen; für Gott etwas zu geben, ist kein Wettbewerb. Jesus sagt einmal sogar, dass beim Geben die linke Hand nicht wissen soll, was die rechte Hand tut. Es genügt, dass Gott es sieht und weiß.
Ihr könnt das natürlich in eurer Gemeinde tun. In jedem Gottesdienst wird ein Dankopfer, eine Kollekte eingesammelt. Die Kirchgemeinden brauchen Geld, um ihre Arbeit tun zu können. Aber fühlt euch ganz frei! Natürlich könnt ihr auch für andere Vereine oder Projekte geben, die gute Sachen für Gott machen, so wie wir heute das Jugenddankopfer für Kinder in Bangladesch sammeln. Es gibt genug gute Projekte und Arbeiten, die es sich lohnt, zu unterstützen. Auch da könnt ihr Gott fragen, was Er euch aufs Herz legt. Wichtig ist, dass ihr aus freiem Herzen gebt, nicht weil ihr euch dazu gezwungen fühlt oder weil es der Pfarrer euch sagt…
Es war ein bisschen viel Zeug, ich versuch’s nochmal zu bündeln, was mir am wichtigsten ist:
Let’s start giving! heißt für mich: Vertraue Gott! – Falls du es noch nicht tust, fang damit an und probier’s aus.
1. Vertraue Gott – Er versorgt Dich! 2. Vertraue Gott – Er kann aus Deiner Gabe etwas Großes machen! 3. Vertraue Gott & gib von Herzen gern!
Amen.
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