AoG - Die Gnade Gottes (12)

Die Eigenschaften Gottes  •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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Einleitung

Heute wollen wir uns mit der Gnade als Eigenschaft Gottes beschäftigen.
Könnt ihr euch erinnern? Vor etwa 21/2 Jahren habe ich schonmal über die Gnade gepredigt, im Zusammenhang mit dem Musical City of Mercy. Die Gnade Gottes ist allgegenwärtig im Christenleben. Warum ist das so? Warum oder wozu brauchen wir die Gnade Gottes?
Ich will mit einem Zitat von John Wesley beginnen: “Aller Segen, den wir von Gott empfangen, entspringt allein aus seiner Gnade, Großmut und Wohlwollen. Es ist eine freie, unverdiente Gnade, ganz und gar unverdiente Gnade, die den Menschen aus dem Staub der Erde formte, ihm eine lebendige Seele einhauchte, seiner Seele den Stempel der Gottbildlichkeit aufdrückte und ihm alles unterstellte. Diese freie Gnade währt heute noch und gibt uns Leben und Atmen und alle Dinge. Denn es gibt nichts, was wir haben oder sind oder tun, mit dem wir uns auch nur eine Kleinigkeit bei Gott verdienen können.”
Die Gnade Gottes kann nicht verdient werden. Sie ist frei.

Gottes Gnade ist frei

Was meint “frei”? Es bedeutet, die Gnade ist unverdient, sie kann nicht erarbeitet werden. Sie kann nur empfangen werden als ein Geschenk. Wir können nur mit offenen Händen die Gnade von Gott empfangen. Sie kann nicht erkauft werden, weder mit Werken, noch mit einer guten spirituellen Einstellung. Niemand ist gut genug, sie zu empfangen (im Sinne von genügend gut sein), niemand hat Anrecht auf sie, sie kann nur unverdient empfangen werden.
Viele Textstellen sprechen davon. Römer 3,24 “Doch Gott erklärt uns aus Gnade für gerecht. Es ist sein Geschenk an uns durch Jesus Christus, der uns von unserer Schuld befreit hat.” Was bedeutet “gerecht gemacht”? Dass wir, auch wenn wir vor dem Richterstuhl Gottes aufgrund unserer Sünden schuldig gesprochen würden, durch den Glauben an die Sühnetat Christi, dass er alle unsere Schuld auf sich genommen hat und dafür die Strafe trug, Gott uns dann gemäss seiner perfekten Gerechtigkeit als gerecht ansieht und uns durch seine Gnade alle Schuld vergibt.
Wie gross ist das denn? Ein deutsches Sprichwort sagt, wer von der Gnade der Grossen leben muss, fette Worte und magere Suppen bekommt. Bei Gott bekommen wir die fetteste Suppe überhaupt! Und sie ist ein Geschenk durch Gnade an alle Schuldigen. Wir können es auch so sagen: Rechtfertigung ist kein Lohn an die Gerechten, sondern ein Geschenk an die Schuldigen (vrgl Mk 2,13-17; 1. Tim 1,15; Röm 5,8).
Römer 11,6 “Wenn der Grund dafür aber die Gnade Gottes war, dann geschah es nicht aufgrund guter Taten, denn sonst wäre die Gnade Gottes nicht mehr das, was sie ist: ein freies, unverdientes Geschenk.” Gnade und Werke schliessen sich gegenseitig aus, wenn es um die Rechtfertigung geht.
Epheser 2,8f “Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.” Gottes Gabe an die Sünder, sie ist reine Grosszügigkeit. Er gibt uns frei, was wir nie erreichen können, nie verdienen, nie ein Recht darauf haben.

Gottes Gnade ist ewig

Schon von Anfang an hat Gott entschieden, seine Gnade denjenigen zuteil werden zu lassen, die sie benötigen und empfangen wollen.
2. Timotheus 1,9 “Er hat uns ja errettet und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht aufgrund unserer Werke, sondern aufgrund seines eigenen Vorsatzes und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben wurde,” Noch vor allen Zeiten (das ist, was “ewig” meint) hat sich Gott dazu entschieden, nicht auf unsere Werke zu schauen, um seine Gnade fliessen zu lassen, sondern aus sich selbst heraus, aus seiner Grosszügigkeit heraus ein Geschenk all jenen zu bereiten, die es annehmen wollen. Denk mal darüber nach, wie lange schon Dein Name auf dem Herzen Gottes steht… (vrgl. Eph 1,4)
Im Zusammenhang dazu

Gottes Gnade ist souverän

Vor allen Zeiten traf Gott eine souveräne Wahl, wem gegenüber er gnädig sein will. Gott hatte es nicht nötig, gnädig zu sein, er steht nicht in unserer Schuld. Darum ist seine Gnade eben auch erstaunlich, wunderbar, grossartig, amazing.
Exodus 33,19b “…Und wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich.” Sie ist ja nicht abhängig davon, ob jemand sie verdient hätte. Niemand kann sie einklagen, oder von Gott erzwingen - dann wäre sie auch nicht mehr Gnade, rein definitionsgemäss. Gott ist souverän, frei, wem und wann er seine Gnade gewährt, oder auch nicht (vrgl. Röm 11,5)

Gottes Gnade reicht weit

Doch Gottes Gnade reicht weit. Er gewährt sie allen Menschen, die sie annehmen wollen, es gibt keine Ausgrenzung.
Titus 2,11 “Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen;” Das ist keine Bestätigung für Universalismus - niemand wird gegen seinen Willen gerettet (Universalismus — Die Ansicht, dass alle Menschen unabhängig von ihrem Glauben gerettet werden und dass niemand ewige Strafe erleiden wird.). “Alle” bedeutet hier, ohne Ansehen der Person - alle Arten von Menschen. Zuvor schreibt Paulus von “älteren Männern” (V2), von “älteren Frauen” (V3), von “jüngeren Frauen” und “Kindern” (V4), von “jungen Männern” (V6), von “Sklaven und Herren” (V9). Juden und Griechen, gebildet und ungebildet, gross und klein, arm und reich, schwarz und weiss, dick und dünn. Gottes Gnade wird durch Christus allen gewährt, die an ihn glauben. Vergleiche Johannes Kp 3 und 4. Da ist zuerst ein Lehrer der Juden, und später am Brunnen eine ungläubige Samaritanerin. Für beide ist diese Gnade frei verfügbar. Und sogar für Dich und mich…

Gottes Gnade wird vermittelt

Aber sie wird vermittelt durch Jesus Christus. Es gibt keine rettende Gnade ausserhalb der Vermittlung Christi. Er ist der einzige Vermittler, nur durch ihn können wir an der rettenden Gnade teilhaben. Exklusiv.
Johannes 1,17 “Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; Gottes Gnade und Wahrheit kamen durch Jesus Christus.”
1. Timotheus 2,5 “Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus,” Da liegt auch der Grund, warum Jesus ganz Mensch und ganz Gott sein muss: So kann er auf beiden Seiten stehen, nur so kann er perfekt vermitteln.
Römer 5,15 “Aber es verhält sich mit der Gnadengabe nicht wie mit der Übertretung. Denn wenn durch die Übertretung des Einen die Vielen gestorben sind, wie viel mehr ist die Gnade Gottes und das Gnadengeschenk durch den einen Menschen Jesus Christus in überströmendem Maß zu den Vielen gekommen.” Das ist die Vermittlung. Aller Reichtum der Gnade ist in Christus. Alle Rechtfertigung, alle Wiederherstellung, alles Leben. Exklusiv. Keine andere Möglichkeit, kein anderer Weg.

Gottes Gnade ist rettende Gnade

Das haben wir nun schon paarmal gehört.
Römer 3,24 “sodass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.”
Apostelgeschichte 15,11 “Vielmehr glauben wir, dass wir durch die Gnade des Herrn Jesus Christus gerettet werden, auf gleiche Weise wie jene.”
Rettung - woraus gerettet? Was denkt ihr?
Gerettet - vor Gottes Zorn, vor Gottes Gericht. Wir sind nicht einfach gerettet von Lieblosigkeit, von bösen Nachbarn, vom Alltag…. Es geht um vielmehr als das alles. Auf dem Spiel steht unsere ewige Bestimmung. Rettung bedeutet erlöst sein aus grosser Gefahr. Und diese Gefahr ist der kommende Zorn Gottes. Und diese Rettung kann nur durch die Gnade in Christus geschehen. Ausschliesslich.
Titus 3,7 “damit wir, durch seine Gnade gerechtfertigt, der Hoffnung gemäß Erben des ewigen Lebens würden.”
Epheser 1,7 “In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Übertretungen nach dem Reichtum seiner Gnade,” Du denkst vielleicht, dass du so sündig bist, wie soll das gehen - deine Schuld ist doch viel zu gross. Lass dir sagen: Gottes Gnade ist noch viel grösser. Der Ozean seiner Gnade übertrifft alle unsere Sünden. An dem solltest du nicht zweifeln.
Römer 5,20 “…Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden,” Wenn Gott unendlich ist, dann ist es auch seine Gnade. Egal wie gross deine Schuld sein sollte - seine Gnade ist immer grösser.
Und wenn wir mal in dieser Gnade stehen, dann ereicht uns Gnadengabe nach Gnadengabe nach Gnadengabe. Er schenkt uns heiligmachende Gnade, die uns in das Ebenbild Christi verwandelt. Er schenkt uns stärkende Gnade, so dass wir ihm dienen und ein Zeugnis in der Welt sein können. Er schenkt uns erfüllende Gnade, so dass wir freudig und hoffnungsvoll unseren Weg gehen können. Und am letzten Tag unseres Lebens können wir so in Hoffnung und Zuversicht, in Frieden und Zufriedenheit, im Glauben und satt an Lebenstagen den letzten Weg antreten. Und in die ewige Gnade eingehen.
Und so werden wir mit Paulus sagen 1. Korinther 15,10 “Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin;” - ein Kind Gottes, gerettet vor dem Zorn, hinein in das ewige Leben mit Gott, durch Busse und Heiligung im Glauben an Jesus Christus erlöst. Amen.
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