Erwartet: Der Friedensbringer

Erwartet. Er wartet.  •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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Einleitung

Es war eine wirklich dunkle Zeit. Ein Teil Israels, das sogenannte Nordreich, war gerade von den Assyrern erobert worden. Die Hauptstadt Samaria war zerstört, viele Menschen waren als Gefangene in verschiedene Teile des assyrischen Reiches deportiert worden. Und auch für den übriggebliebenen Rest Israels, das sogenannte Südreich Juda, sah es nicht gut aus. Zwar waren die Assyrer wieder abgezogen, ohne Jerusalem erobert zu haben, aber es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Juda erneut von den Feinden bedroht würde. In diesen Tagen tritt ein Prophet auf. Ein Mann, der im Namen und Auftrag Gottes zu den Menschen spricht: Jesaja.
Und Jesaja hat keine wirklich tröstliche Botschaft. Mit eindringlichen Worten ermahnt er die Menschen Judas, zu Gott umzukehren, denn sonst würde es ihnen genauso ergehen, wie den Menschen des Nordreiches. Auch sie würden in die Gefangenschaft geführt werden. Jerusalem würde zerstört werden.
Aber Jesaja kündigte nicht nur das Gericht Gottes an, das gut 100 Jahre später auch wirklich über Juda kam. Er sah auch weiter in die Zukunft und sprach von Gottes großem Plan der Wiederherstellung des Volkes Gottes. In diesem Zusammenhang spricht Jesaja die bekannten Verse, die Tobias uns vorhin schon gelesen hat:
Jesaja 9,5–6 LU84
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth.
Es wird einmal eine Zeit kommen, so Jesaja, in der ein Nachkomme des großen Königs David auftreten wird. Er wird König sein und eine Herrschaft der Gerechtigkeit und des Friedens aufrichten. “Friede-Fürst” wird einer seiner Namen sein.
Jahrhundertelang haben die Menschen in Israel auf die Erfüllung dieser Verheißung gehofft, die Jesaja um 700 v. Chr. prophezeit hat. Sie haben sich daran festgehalten, als die Babylonier 586 v. Chr. Jerusalem eroberten, den Tempel zerstörten und viele Juden in die Gefangenschaft nach Babylon führten. Sie haben Gottes Herrschaft erwartet, als 538 v. Chr. der persische König Kyrus den Juden die Erlaubnis erteilte, wieder nach Jerusalem zurückkehren und die Stadt wieder aufbauen zu dürfen.
Aber der verheißene König kam nicht. Israel blieb ein Staat unter der Herrschaft anderer Völker. Die Perser, später die Griechen und schließlich die Römer - sie alle beherrschten Israel. Nur kurzzeitig hatte es unter der Führung der Hasmonäer eine faktische Unabhängigkeit das Landes gegeben. Aber der verheißene Friede-Fürst war nicht gekommen, auch wenn er sehnsüchtig erwartet wurde.
Erwartet. Er wartet. Das ist ja das große Thema unserer Adventsgottesdienste in diesem Jahr. Und genau das war die Situation als Jesus geboren wurde. Sehnsüchtig erwartet als König Israels, der endlich Frieden bringt. So lange hatte Gott gewartet mit der Erfüllung seiner Verheißung. Jetzt würde sie sich erfüllen.
Als die Engel den Hirten die Geburt des Messias, des Retters, verkündigen, sprechen sie von diesem Frieden, den die Menschen so sehr ersehnten:
Lukas 2,14 LU84
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
Erwartet. Der Friedensbringer. Das ist unser Thema heute. Aber was werden die Hirten wohl damit verbunden haben? Welchen Frieden erwarteten sie, als sie sich aufmachten, um das Kind in der Krippe aufzusuchen?
Einer, nennen wir ihn mal Ibrahim, dachte vielleicht an die ständige Unterdrückung durch die Römer. Er musste so viel Steuern aufbringen, dass für seine Familie oft nicht einmal genug zum Leben übrigblieb. Ibrahim dachten: Endlich kommt der Friede-Fürst, der die Römer vertreibt und uns Frieden bringt.
Ein anderer, ennnen wir ihn Jakob, dachte eher an den Streit, den er mit Ibrahim hatte. Dabei gehörte das Land, auf dem Ibrahim seine Schafe weidete, doch eigentlich Jakobs Onkel. Und damit hätte er ja das Recht gehabt, seine Schafe dorthin zu bringen. Aber Ibrahim hatte einfach die besseren Verbindungen zu den entscheidenden Leuten. Und so dachte Jakob: Endlich kommt der Friede-Fürst, der Ibrahim in die Schranken weisen und mir zu meinem Recht verhelfen wird.
Und dann war da ein dritter, nennen wir Schmuel. Schmuel dachte bei dem Frieden der Welt an den ewigen Streit zuhause mit seiner Frau und den Schwiegereltern. Und so dachte Schmuel: Endlich kommt der Friede-Fürst, der zwischen mir, meiner Frau und meinen Schwiegereltern vermitteln wird und hilft, dass meine Familie in Frieden und Harmonie leben kann.
Und du? Welchen Frieden hättest du gerne? Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Predigt von Elli Schulte vor zwei Wochen. Bei ihr ging es ja um den erwarteten König und sie hat gefragt, welchen König wir denn gerne hätten. Und es wurde schnell klar: Jeder hat da offensichtlich seine eigenen Vorstellungen, wie dieser König sein sollte.
Mit dem Frieden ist es ähnlich. Natürlich wünschen wir uns alle Frieden in den großen Unruheherden der Welt. In der Ukraine oder in Israel, um nur einmal die für uns nächsten Kriegszonen zu nennen. Aber wenn wir dann sagen sollten, wie dieser Friede aussehen soll, wird es schon schwierig. Genügt es, wenn die Waffen schweigen? Wenn eine Waffenruhe eintritt? Ist das schon Frieden?
Und wenn es wirklich - was wir ja alle hoffen - zu einem dauerhaften Frieden in diesen Regionen kommt - genügt das eigentlich? Wie ist es denn mit dem Frieden zwischen den Menschen? Ukrainer und Russen, Israelis und Palästinenser? Müsste ein wirklicher Friede nicht tiefer gehen? Müsste für einen echten Frieden nicht auch Gerechtigkeit herrschen? Müssten Verbrechen nicht bestraft werden?
Und selbst wenn all das möglich wäre - wer würde dann sicherstellen, dass der Friede hält? Dass nicht morgen ein neuer Diktator aufsteht oder ein neuer Streit ausbricht, ein neuer Terrorangriff erfolgt?
Und dabei haben wir bisher noch gar nicht über den Frieden in unserem direkten Umfeld, in unserem Land, in unserer Stadt, in unseren Familien, in unserem eigenen Leben gesprochen. Denn was nützt der Friede der Welt, wenn zuhause nur Krieg herrscht?
Friede der Welt - wie soll das gehen? Was haben die Engel da wohl gemeint? Was für einen Frieden hat der Friede-Fürst Jesus gebracht? In zwei Schritten wollen wir uns das heute Morgen anschauen: 1. Gekommen: der Friede in uns und 2. Erwartet: der Friede für alle.

1. Gekommen: der Friede in uns

Bei der Vorbereitung dieser Predigt habe ich mit einem Bibelprogramm die Stellen angeschaut, an denen im Neuen Testament von “Frieden” die Rede ist. Und gleich die erste Stelle klingt recht verstörend. Da sagt Jesus nämlich im Matthäus-Evangelium:
Matthäus 10,34 LU84
Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
Ähnlich lesen wir es auch im Lukasevangelium:
Lukas 12,51 LU84
Meint ihr, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht.
Wie kann das sein? Jesus ist doch der Friede-Fürst, und die Engel haben “Frieden auf Erden” angekündigt. Und Jesus behauptet, er sei nicht gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen, sondern das Schwert und Zwietracht?
Ich denke, dass wir auch hier wieder in dieser eigenartigen Spannung von “Erwartet” und “Er wartet” stehen. Jesus hat tatsächlich damals, vor 2000 Jahren, nicht den Frieden der Welt gebracht. Dann würde diese Welt heute anders aussehen.
Im Gegenteil: dadurch, dass er Menschen zu einer Entscheidung für oder gegen ihn aufruft, ist sogar Zwietracht gekommen. Zwietracht zwischen denen, die sich für ein Leben mit ihm entscheiden und denen, die das nicht tun. Christen wurden und werden zum Teil blutig verfolgt, einfach nur, weil sie Christen sind. Es gibt heute mehr Christen weltweit, die Verfolgung erleben aufgrund ihres Christseins, als jemals zuvor.
Jesus hat also wirklich Zwietracht und Schwert gebracht. Und das vor allem, weil der Friede, den er gebracht hat, eben kein äußerlicher “Friede der Welt” ist, sondern ein Friede, der in uns beginnt und uns selbst zu Menschen des Friedens macht. Das meine ich mit der Überschrift: “Gekommen: der Friede in uns”.
Was Jesus gebracht hat, ist Friede zwischen uns und Gott und Friede in unserem eigenen Herzen. Paulus schreibt:
Römer 5,1 LU84
Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus;
Wenn wir zu Jesus Christus gehören, wenn er unser König und Herr geworden ist, dann, so Paulus, haben wir Frieden mit Gott. Um zu verstehen, was mit dieser Aussage gemeint ist, müssen wir den biblischen Begriff “Friede” etwas näher untersuchen. Was ist damit eigentlich gemeint?
Wenn die Bibel von “Frieden” spricht, dann ist dieser Begriff auch im Neuen Testament, das ja in Griechisch geschrieben wurde, von dem hebräischen Wort für Friede geprägt. Ein Wort, das wir alle kennen: Schalom.
Dieser Begriff ist aber viel umfassender als unser deutsches Wort “Friede”. Schalom meint einen Zustand, in dem alles so ist, wie es sein soll. Nichts fehlt mehr, es gibt keinen Mangel an irgend etwas. Schalom kann daher auch für Gesundheit gebraucht werden oder für Besitz und Wohlergehen.
Im Blick auf Gott und den Frieden mit Gott heißt das: ein Zustand der vollkommenen Beziehung. Nichts trennt uns mehr voneinander. Gott ist unser Vater geworden und durch Jesus sind alle Dinge, die uns von Gott getrennt haben, beseitigt worden. Wir sind mit Gott im Reinen, haben “Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus”. Deshalb schreibt Paulus ja auch als Voraussetzung dieses Friedens mit Gott, dass wir “gerecht geworden sind durch den Glauben”.
Diesen Frieden hat Jesus gebracht. In Johannes 14 lesen wir:
Johannes 14,27 LU84
Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
Jesus hat nicht den politischen Frieden der Welt gebracht, sondern etwas viel Grundlegenderes. Er hat den Frieden Gottes in die Welt gebracht, hat uns zu Menschen gemacht, die mit Gott Frieden haben und die nun selbst von diesem Frieden her leben können.
Damit aber geschieht das Entscheidende. Jemand hat es einmal so ausgedrückt: “Der Friede der Welt fängt im Kinderzimmer an”. Ich würde es noch radikaler ausdrücken: “Der Friede der Welt fängt in unseren Herzen an”. Denn nur wenn sich unsere Herzen ändern, wird sich auch diese Welt ändern. Nur wenn wir zu Friedensträgern werden, weil der Friede-Fürst unser Herz regiert, gibt es wirkliche Veränderung. Nur wenn wir durch den Glauben vor Gott gerecht geworden sind, kann Gottes Friede unser Herz regieren. Alles andere wäre ein von außen erzwungener Friede. Ein Waffenstillstand, aber keine echte Aussöhnung.
Das Neue Testament spricht sehr oft von diesem Frieden, den Gott bringt. Bei Paulus gehört es zu allen seinen Briefen, dass er den Empfängern “Gnade und Frieden” wünscht. Im Philipperbrief schreibt er:
Philipper 4,7 LU84
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Gottes Friede ist höher als alle Vernunft, d.h. er übersteigt unser Denken. Wir Menschen sind zu diesem Frieden einfach nicht in der Lage. Wir können ihn nicht bewirken. Und zugleich ist das ja auch sehr tröstlich, denn dieser Friede Gottes ist nicht davon abhängig, dass wir ihn verstehen. Wir dürfen ihn erleben. Und weitergeben.
Im Epheserbrief schreibt Paulus davon, dass wir bereit sein sollen, “einzutreten für das Evangelium des Friedens” (Eph 6,15). Wir sollen diesen Frieden Gottes, den Jesus durch sein Blut am Kreuz (Kol 1,20) möglich gemacht hat, möglichst vielen Menschen weitergeben. Sollen sie einladen, auch zu diesem Frieden in uns zu kommen.
Ich möchte das an dieser Stelle ganz konkret machen: Wenn du in dir selbst diesen Frieden Gottes noch nicht erfahren hast, wenn du nicht sagen kannst, dass du durch Jesus zu einem Kind Gottes geworden bist und der Friede mit Gott noch nicht dein Leben bestimmt, dann möchte ich dich heute Morgen dazu einladen. Er, Jesus, wartet nämlich darauf, seinen Frieden in dein Herz zu bringen. Er möchte dich vor Gott gerecht machen durch den Glauben an Jesus.
Was du dafür tun musst? Mach die Tür deines Herzens auf und lass ihn herein. Das Herz ist in der Bibel ein Bild für die Zentrale unseres Lebens. Der Ort, an dem wir Entscheidungen treffen, planen und überlegen. Die Tür deines Herzens aufzumachen bedeutet, dass du Jesus dein Leben übergibst und ihn zu deinem Herrn machst. Dass du die Vergebung aller Schuld, für die er am Kreuz durch seinen Tod bezahlt hat, in Anspruch nimmst und dadurch zum Kind Gottes wirst. Das ändert alles! Das bringt Gottes Frieden in dein Herz, macht dein Herz heil und gesund und dich zu einem Friedensträger in dieser Welt.
Und diese Welt braucht den Frieden Gottes so dringend! Damit bin ich dann bei meinem zweiten Gedanken heute Morgen:

Erwartet: der Friede für alle

Jesus hat Gottes Frieden in die Welt gebracht, aber noch nicht den “Frieden der Welt”. Darauf warten wir noch. Advent ist daher immer beides: die Erinnerung daran, dass Jesus, der Friede-Fürst, gekommen ist und die Erwartung, dass Jesus, der Friede-Früst, wiederkommen wird. Diesmal aber nicht als kleines Kind in einer Krippe oder als der Heiland der Welt am Kreuz, sondern als König aller König und Herr aller Herren.
Paulus spricht von diesem zweiten Kommen von Jesus. Es ist, wie er sagt, die Zeit des Endes, “wenn er (Jesus) das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird.” (1Kor 15,24). Dann, so Paulus, wird der letzte Feind, der Tod, vernichtet werden (V.26).
Das ist dann wirklicher “Friede” im umfassenden Sinn. Heil, Gesundheit, ewiges Leben in der Gegenwart Gottes. Das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung, spricht von dieser Zukunft, diesem Reich des Friedens:
Luther 1984 Kapitel 22

Und der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt sein, und seine Knechte werden ihm dienen 4 und sein Angesicht sehen, und sein Name wird an ihren Stirnen sein. 5 Und es wird keine Nacht mehr sein, und sie bedürfen keiner Leuchte und nicht des Lichts der Sonne; denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Auf diesen umfassenden Frieden warten wir. Ein Friede, der wirklich alle Bereiche unseres Daseins umfasst. Alles ist dann so, wie es sein sollte. Gott wird alle Ungerechtigkeit dieser Welt beseitigen und für wirkliche, echte Gerechtigkeit sorgen. Die Bibel spricht daher von einem Weltgericht, in dem alle Ungerechtigkeiten zur Sprache kommen werden. Ein Gericht, vor dem wir alle schuldig sind und dem wir nur durch die Vergebung unserer Schuld, die Jesus am Kreuz erwirkt hat, entgehen werden.
Und bis dahin? Wie leben wir jetzt mit diesem Wissen, dass Gottes Friede in unser Herz gekommen ist, aber sein Friede für die Welt noch aussteht?
Ich bin überzeugt davon, dass wir Gottes Frieden in unserer Umgebung weitergeben können und sollen. Und das auf zwei Arten:
1. Verbreite den Frieden Gottes in deiner Umgebung, indem du von dem Friede-Fürsten weitererzählst!
Wenn Jesus durch seinen Tod am Kreuz den Frieden mit Gott ermöglicht hat, dann gibt es keine größere, wichtiger und bessere Nachricht als diese! Menschen können mit Gott versöhnt werden, können Heil für ihre Seele, ihr Herz erleben, können von innen heraus verändert werden und als Kinder des lebendigen Gottes leben. Sie können erleben, was Jesus sagt (und ich zitiere hier diesen Text noch einmal):
Johannes 14,27 LU84
Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
Gerade in einer Zeit wie die unsere, in der Unfriede, Streit und Krieg uns von allen Seiten umgeben und uns Angst machen, ist das die große Botschaft des Heils: Friede mit Gott durch Jesus Christus. Gib diesen Frieden weiter, indem du Menschen einlädst, mit Jesus zu leben.
2. Verbreite den Frieden Gottes in deiner Umgebung, indem du selbst zum Friedensstifter wirst.
Jesus hat in seiner großen Rede auf dem Berg, der sogenannten Bergpredigt, davon gesprochen, dass die “Friedensstifter glücklich zu nennen sind” (Mt 5,9). Wer den Frieden Gottes erfahren hat, hat auch den Auftrag, diesen Frieden weiterzugeben. Und das zunächst in seinem eigenen, persönlichen Umfeld.
Merken die Menschen deiner Umgebung, dass du ein Kind des lebendigen Gottes bist? Bist du ein Mensch, der Frieden verbreitet? Du bist nicht dazu aufgerufen, den Frieden der Welt zu schaffen. Der wird erst kommen, wenn Jesus wiederkommt. Aber du bist dazu aufgerufen, Zeichen dieses Friedens schon heute zu setzen. Friede in deiner Familie, an deinem Arbeitsplatz, in deiner Schulklasse, unter deinen Freunden.
Ein Friedenstifter sein bedeutet, bereit zu sein, sich selbst zurück zu nehmen. Bereit zu sein, für Schwache einzutreten. Bereit zu sein, den Anderen mindestens so wichtig zu nehmen wie sich selbst.
Friedenstifter bewirken nicht den Frieden der Welt. Aber sie sind ein lebendiges Zeugnis dafür, dass Friede mit Gott möglich ist. Und so verbreiten sie diesen Frieden in ihrem eigenen Umfeld, weil sie auf den großen Tag warten, an dem der Fürst des Friedens, Jesus Christus, wiederkommen und sein Reich aufrichten wird. Der Tag, an dem aller Unfriede ein Ende hat und Gott selbst die Herrschaft übernimmt.
Wir leben in dieser Spannung: geprägt von dem Frieden, den Gott durch Jesus in unser Herz gebracht hat und der Erwartung auf den Frieden, den Gott durch Jesus in die Zerbrochenheit dieser Welt bringen wird. Diese Spannung, das ist Advent im eigentlichen Sinn: er ist gekommen und wird wiederkommen.
Amen
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