AoG - Die Liebe Gottes (13)

Die Eigenschaften Gottes  •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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Einleitung

Wir haben alle sicher schon etliche Predigten über Gottes Liebe oder ‚Gott ist Liebe’ gehört, oder Vorträge, Bücher gelesen, Filme gesehen. Mir persönlich kommt es manchmal inflationär vor. Dazu bin ich überzeugt, dass wenn von einem Thema zuviel gesprochen wird, es an Wert verliert und nicht mehr eindringt. Andere können das durchaus anders wahrnehmen, das ist mir klar. Aber in dieser ganzen Predigtreihe hatte ich am meisten Respekt oder auch Angst vor dem heutigen Teil. Wie predigt man über Gottes Liebe, so dass es nicht ausgelutscht wirkt, Allgemeinplätze bedient werden, Langeweile hervorruft - ach schon wieder diese Liebe…?
Ich weiss sehr wohl, dass die Liebe Gottes absolut zentral ist. Denn sie ist absolut zentral für uns, den Objekten seiner Liebe. Doch im Kontext zu allen Eigenschaften Gottes ist sie “nur” eine weitere. Das macht es schwierig. Erinnern wir uns: Alle Eigenschaften Gottes sind immer gleichzeitig vollkommen präsent in Gottes Wesen. Also wie auch immer Gott handelt, Liebe ist immer Teil davon.
Eine Definition der Liebe Gottes habe ich in einem Dogmatikbuch gefunden: “Gottes Liebe bedeutet, dass Gott ewiglich anderen etwas von sich selbst gibt. Diese Definition versteht Liebe als eine Selbsthingabe zum Nutzen anderer. Diese Eigenschaft Gottes zeigt, dass es ein Teil seines Wesens ist, etwas von sich selbst zu geben, um anderen Segen oder Gutes zu bringen.“ (Wayne Grudem, Biblische Dogmatik)
Nach all diesen Eigenschaften, die wir angeschaut haben, und wir uns bewusst machten, dass Gott ewig ist, unendlich, allgegenwärtig, allmächtig usw. ist diese Aussage unglaublich gross. Gott gibt von sich selbst. Was fällt uns dazu ein? Genau, Golgatha. Und das ist der Ankerpunkt des Evangeliums. Das wissen wir seit Joh 3,16.
Natürlich bedeutet das Freude für uns, und eine Perspektive, die die Ewigkeit blickt. Damit hat er uns einen grossen Segen gegeben. Diese Liebe hat er uns nicht erst bewiesen, nachdem wir umgekehrt sind. Diese Liebe galt uns schon, als wir noch Sünder waren und in Rebellion gegen ihn lebten (Röm 5,8). Dies verlangt nach einer Antwort. Will der Mensch Gott (zurück-)lieben, oder nicht.
Die Liebe Gottes ist eine mittelbare Eigenschaft, das heisst auch der Mensch kann lieben. Etwas von sich selbst geben. Jesus fasste es im Doppelgebot zusammen (Mt22,37f). Gott lieben heisst seine Gebote befolgen. Menschen lieben heisst das gleiche durchzumachen, wie Gott. Liebe zu geben ohne Echo, ohne Auswirkung. Das kann auch immens weh tun. Und was noch mehr weh tun kann, zu lieben, obwohl einem das Herz etwas anderes sagt. Zum Beispiel dem Nächsten die Wahrheit zu sagen, statt seiner Meinung/Haltung zuzustimmen, weil man ermutigend sein will. Was ist aber grösser - Ermutigung in diesem Leben oder Wahrheit für das nächste Leben? Liebe im biblischen Sinne ist nicht einfach ein Gefühl, eine Zuneigung - das kann auch sein - sondern in erster Linie die Nachahmung Gottes - Wahrheit sagen, Dienen, Gerechtigkeit und Güte erweisen, Barmherzigkeit und Gnade üben.
Doch schauen wir uns diese Liebe miteinander an.

Gottes Liebe ist eine intratrinitarische Liebe

Die Liebe, die Gott uns erweist, ist zuerst eine Liebe innerhalb der Dreieinigkeit. Gott-Vater liebt in (seit) Ewigkeit seinen Sohn, genauso auch den Heiligen Geist. Der Sohn liebt ebenso vollkommen und ewig seinen Vater und auch den Geist. Dasselbe gilt auch für den Heiligen Geist. Das ist vollkommene und unendliche (sie nimmt nie ab) Liebe.
Denken wir an die Taufe Jesu Matthäus 3,17b “Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!” In Joh 1,18 lesen wir von Sohn, der im Schosse seines Vaters war. Daran erkennen wir die Nähe und Verbundenheit in Gott. Johannes 3,35 “Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.” Johannes 5,20 “Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selbst tut…” Johannes 10,17 “Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme.” (Vergl noch Joh 14,31 mit Joh 14,9f) Und natürlich Johannes 17,24 “… du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.”
Was hat dies mit mir zu tun? Ich bin nicht Teil der Trinität… Schau:

Gottes Liebe ist unendlich/grenzenlos

Johannes 17,23 “…damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst.” Vom Garten Eden her durch die Geschichte und allen Zeitaltern liebt Gott dich und mich wie seinen Sohn. Was soll ich dazu noch sagen. Das macht sprachlos. Auch in den dunklen Momenten, in denen wir denken, niemand liebt mich, da ist keiner… Sollten wir da aber nicht freudig sein - und demütig werden? 1. Johannes 3,1 “Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen!” Johannes 17,26 “… damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.” Gottes Liebe kennt keine Grenzen, sie fliesst über zu allem und jeden, aus der vollkommenen Liebe der Dreieinigkeit.

Gottes Liebe ist aufopfernde Liebe

Diesen Punkt habe ich am Anfang schon mal erwähnt. Echte Liebe gibt, hat das Verlangen zu geben, ohne Ansehen des Empfängers. Johannes 3,16 “Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.” Er hat nur einen Sohn, und diesen einen zu geben, bedeutet alles zu geben. Er hielt nichts zurück. Und da Sohn und Vater eins sind, gab Gott Gott - sich selbst. Es gibt kein grösseres Geschenk, keine grössere Liebe, als dass Gott Gott gibt.
Und sie wird noch grösser. Römer 5,8 “Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.” Vrgl Johannes 15,13 “Größere Liebe hat niemand als die, dass einer sein Leben lässt für seine Freunde.” (vrgl Eph 5,25; Joh 10,11) Echte Liebe kostet.

Gottes Liebe ist sein Wille

Gott hat sich entschieden zu lieben. In dem Sinne, dass es in uns keinen Grund gibt, der ihn zwingen würde, oder ermutigen, uns zu lieben. Seine Liebe kommt aus ihm selbst, aus seinem Wesen. Er ist Liebe.Deuteronomium 7,7–8 “Nicht deshalb, weil ihr zahlreicher wärt als alle Völker, hat der Herr sein Herz euch zugewandt und euch erwählt – denn ihr seid das geringste unter allen Völkern – sondern weil der Herr euch liebte…” Dies gilt auch für uns. Luther sagte dazu: “Gott liebt uns nicht, weil wir wertvoll sind [so wie wir manchmal DInge mögen, die Wert haben], wir sind wertvoll, weil Gott uns liebt.”
1. Johannes 4,10 “Darin besteht die Liebe – nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat als Sühnopfer für unsere Sünden.” 1. Johannes 4,19 “Wir lieben ihn, weil er uns zuerst geliebt hat.” Es fängt mit Gott an. Er ist der Initiant der Liebe. Braucht es nicht Überwindung, jemanden zu lieben, der uns ekelt, in uns Abscheu erregt, oder Neid hervorruft? Da müssen wir uns auch entscheiden, zu lieben. Gott tut dies. Gott liebt den Menschen trotz seiner Sünde. Darum gab er seinen Sohn. Und wir sind aufgerufen, ihn nachzuahmen.

Gottes Liebe ist ewige Liebe

Gottes Liebe ist keine Liebe für den Moment, für eine bestimmte Zeit. Gottes Liebe ist nicht spontan aufgebrochen und verschwindet allmählich wieder.
In der Ewigkeit vor Grundlegung der Welt entschied sich Gott-Vater, uns zu lieben, und übergab uns als ein Liebesgeschenk an seinen Sohn (vrgl Joh Kp 6 und 10 und 17) - wir sind ein Ausdruck der Liebe des Vaters zu seinem Sohn.
Jeremia 31,3 “Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade.” Diese Liebe vergeht nie. Egal, was du tust, Gottes Liebe zu dir wird nie enden.
Epheser 1,4–5 “wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe. Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens,” Vor Grundlegung der Welt hat er den Menschen geliebt und so auserwählt, an seinen Sohn zu glauben und dadurch heilig und sündlos vor ihm stehen zu können, und vorherbestimmt, Christus ähnlich und seine Kinder zu werden. In Liebe - noch vor Erschaffung der Welt, vor dem Biss in den Apfel! Und die Auswirkung davon ist ewig. Das ist ewige Liebe.

Gottes Liebe ist leidenschaftliche Liebe

Wenn wir nun nach all diesen Themen annehmen, dass Gott irgendwie gefühlslos Entscheidungen trifft, weil er die Auswirkungen kennt und alles sei nur kalte Logik wie ein Computerprogramm - dann sind wir weit weg von einem Verständnis vom Herzen Gottes. Gott ist leidenschaftlich in seinen Entscheidungen, in seinem Wesen.
Deuteronomium 30,9 “…der Herr wird sich wiederum über dich freuen, zu deinem Besten, wie er sich über deine Väter gefreut hat,”
Jeremia 32,41“und damit ich mich über sie freuen kann, ihnen wohlzutun; und ich werde sie einpflanzen in dieses Land in Wahrheit, mit meinem ganzen Herzen und mit meiner ganzen Seele.”
Zefanja 3,17 “Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet; er wird sich über dich freuen mit Wonne, er wird still sein in seiner Liebe, er wird über dich jubelnd frohlocken.”
Was tat der Vater des verlorenen Sohnes, als er ihn heimkehren sah? Lukas 15,20 “Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen; und er lief, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.” Und er liess ein Kalb schlachten, ihn neu einkleiden und setzte ihn wieder als Erbe ein und liess ein Fest der Freude ausrichten.
Das ist Gottes Herz. Nicht weit weg in seinem Büro, Buchhaltung machend und Häkchen setzend für jeden, der auf die andere Seite von Soll und Haben springt … Was lesen wir auch Lk 7 über einen einzelnen, der Busse tut? Der Himmel freut sich, es gibt ein Fest! Und wo wohnt Gott? Im Himmel.
Gott freut sich über dich und mich, und über jeden, der umkehrt und zu ihm zurück findet. So sehr, dass er jeden einzelnen untadelig und heilig macht, damit sie mit ihm sein können in Ewigkeit. Amen
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