Ikabod: Eine Tragödie
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Einleitung
Einleitung
Liebe Gemeinde,
Vielen von euch ist es noch in Erinnerung: die Fußball-WM 2014. Das Halbfinale. Brasilien, der Gastgeber, spielt gegen Deutschland.
Die ganze Nation ist in Aufruhr, die Stimmung fantastisch.
Doch dann passiert das Unfassbare: Innerhalb von nur 18 Minuten passierte das unglaubliche! Erst 2, Dann drei. Dann vier. Und zur Halbzeit sind es 5 Tore. 0.5 Halbzeit-Stand.
Die brasilianischen Fans sind geschockt, die Spieler wirken wie gelähmt. In der Kabine herrscht blankes Entsetzen. Was tun? Wie kann man so ein Spiel noch drehen?
Und dann kommt jemand auf eine Idee: „Wir holen die alten WM-Pokale ins Stadion! Wir wissen doch, dass wir es können, die goldenen Pokale,sie werden uns auch jetzt retten!“
Also werden die Pokale von 1958, 1962, 1970, 1994 und 2002 auf die Tribüne gebracht. Die Fans jubeln, als sie die Pokale sehen. „Jetzt wird alles gut!“, denken sie. Doch was passiert? Das Spiel geht weiter, und es kommt noch schlimmer: Am Ende steht es 1:7. Eine historische Niederlage.
Die Pokale? Sie haben nichts gebracht. Absurd, oder? Und doch passiert genau so etwas im heutigen Bibeltext!
Lasst uns doch zunächst den ersten Abschnitt lesen. V1-11.
1 Und es begab sich zu der Zeit, dass die Philister sich sammelten zum Kampf gegen Israel. Israel aber zog aus, den Philistern entgegen, in den Kampf und lagerte sich bei Eben-Eser. Die Philister aber hatten sich gelagert bei Afek 2 und stellten sich Israel gegenüber auf. Und der Kampf breitete sich aus und Israel wurde von den Philistern geschlagen. Sie erschlugen in der Feldschlacht etwa viertausend Mann.
3 Und als das Volk ins Lager kam, sprachen die Ältesten Israels: Warum hat uns der Herr heute vor den Philistern geschlagen? Lasst uns die Lade des Bundes des Herrn zu uns holen von Silo und lasst sie mit uns ziehen, damit er uns errette aus der Hand unserer Feinde. 4 Da sandte das Volk nach Silo und ließ von dort holen die Lade des Bundes des Herrn Zebaoth, der über den Cherubim thront. Es waren aber die beiden Söhne Elis bei der Lade des Bundes Gottes, Hofni und Pinhas. 5 Und als die Lade des Bundes des Herrn in das Lager kam, jauchzte ganz Israel mit gewaltigem Jauchzen, sodass die Erde erdröhnte.
6 Als aber die Philister das Jauchzen hörten, sprachen sie: Was ist das für ein gewaltiges Jauchzen im Lager der Hebräer? Und als sie erfuhren, dass die Lade des Herrn ins Lager gekommen sei, 7 fürchteten sie sich und sprachen: Gott ist ins Lager gekommen, und riefen: Wehe uns, denn solches ist bisher noch nicht geschehen! 8 Wehe uns! Wer will uns erretten aus der Hand dieser mächtigen Götter? Das sind die Götter, die Ägypten schlugen mit allerlei Plage in der Wüste. 9 So seid nun stark und seid Männer, ihr Philister, damit ihr nicht dienen müsst den Hebräern, wie sie euch gedient haben! Seid Männer und kämpft! 10 Da zogen die Philister in den Kampf und Israel wurde geschlagen und ein jeder floh in sein Zelt. Und die Niederlage war sehr groß und es fielen aus Israel dreißigtausend Mann Fußvolk. 11 Und die Lade Gottes wurde weggenommen und die beiden Söhne Elis, Hofni und Pinhas, kamen um.
1. Ein tragischer Irrtum: Wenn Gott nur ein Glücksbringer ist (Verse 1-11)
1. Ein tragischer Irrtum: Wenn Gott nur ein Glücksbringer ist (Verse 1-11)
1.1 (V1-4) Der geistliche Tiefpunkt Israels
1.1 (V1-4) Der geistliche Tiefpunkt Israels
Der Abschnitt beginnt in einigen Bibel mit den letzten Worten, die hier in der Luther 1984 noch zum 3. Kapitel gezählt werden. “Samuels Wort erging an ganz Israel”.
Samuel ist zwar da, der Fokus der Erzählung schiebt sich weg von Samuel, dem Menschen, der geboren und aufgewachsen ist, um Israel in die nächste große Epoche zu führen.
Aber bevor Samuel an Gestalt gewinnt in Israel, befindet sich Israel in einem sehr kritischen Zustand. Geistlich gesehen ging es den katastrophal - Es war keine Gottesfurcht mehr im Lande.
Zusätzlich waren die Philister eine ständige Bedrohung für Israel.
Eine unbestimmte Zeit nach den heiklen Gesprächen von Samuel mit Eli wurden die Israeliten in einen "Kampf gegen die Philister" verwickelt (V. 1).
Die Philister, von denen man annimmt, dass sie in der ersten Hälfte des zwölften Jahrhunderts v. Chr. in großer Zahl in die Küstenregionen im Südwesten Israels eingewandert waren, waren während der Zeit der Richter zu einer ernsthaften Bedrohung für die Israeliten geworden.
Sie versuchten oft, ihr Gebiet zu erweitern, und zur Zeit Samuels und der frühen Monarchie lagen sie in direktem Konflikt mit den Israeliten im Norden und im Osten.
Wir kennen die Philister z.B. auch sehr gut aus den spannenden Geschichten um Simson, die ungefähr in die gleiche Zeit fielen (Simson vielleicht 20 Jahre)
Und jetzt wollten sie in die fruchtbare zentrale Hügelregion expandieren, die erst vor kurzem von der neuen israelitischen Bevölkerung besiedelt worden war.
Aber die Israeliten brauchten weiteres Land im Westen, was diese Schlacht zu einer klassischen Krieg um Lebensraum machte.
Nun drohte die anhaltende Aggression zu weiteren Verlusten im Kernland Israels zu führen.
Der Krieg mit den Philistern (Verse 1-4):
Jetzt sind wir schon mitten drin in der Geschichte.
Die Philister sind bei Afek, die Israeliten laggern sich bei Eben-Eser
Wichtig hier wäre einfach zu wissen, dass dieses Eben-Eser vermutlich nicht das Eben-Eser aus dem 7. Kapitel von 1Sam ist.
Es wird wahrscheinlich “das Eben-Eser” sein, was ca. 3,2km östlich von Afek liegt, was wieder ca. 13km östlich von Tel Aviv liegen könnte.
Also westlich vom Bergland in Israel.
Bevor die Israeliten sich versahen, sind aber in einer Feldschlacht ca. 4000 Männer gefallen.
Wir können uns die Bestürzung der Israeliten vorstellen!
Alle Israeliten fragen sich bestürzt: Wie kann es dazu kommen? Hat Gott nicht gesagt, dass wir uns nicht fürchten sollen? Er wird doch für uns kämpfen?
Schließlich hat er doch durch Josua zum Volk Israel gesagt: Josua 23,10 “10 Ein Einziger von euch jagt tausend; denn der Herr, euer Gott, streitet für euch, wie er euch zugesagt hat.”
So lange war es nun auch nicht her, dass Gott ihnen diese Zusage gemacht hatte.
Gott wollte für die Israeliten streiten. Aber sie erleiden eine Niederlage: 4.000 Mann fallen.
Der Leser und auch wir heute fragen uns dann natürlich: hat diese Niederlage das Volk zur Besinnung und zur Umkehr zu Gott geführt?
Leider nicht. Wir lesen nicht,
• dass sie sich demütigen.
• dass sie nach der Ursache für die Niederlage fragen
Sie fragen zwar: “Warum hat uns der Herr heute vor den Philistern ...”
Aber sie warteten nicht auf eine Antwort Gottes, denn wir lesen auch nicht,:
• dass sie zu dem Herrn umgekehrt sind
• dass sie von dem Herrn Rettung erwartet haben.
• dass sie nach Samuel, dem Mann Gottes fragen
Wir sehen keine Anzeichen von Reue und Buße! Während wir in Josua noch sehen, dass Israel Buße tut, wenn sie Niederlagen erleben, ist hier kein Anzeichen davon.
So wie wir es in den letzten Kapitel auch gesehen haben: Israel ist so weit in ihrer Sünde, in ihrer Schuld versunken, dass sie nichts mehr verstehen und sehen.
Die Ältesten - also die Männer, die das Sagen hatten im Lande: sie waren Blind für ihre eigene Sünde, Gottverlassenheit und Schuld.
1.2 Der tragische Irrtum: Die Bundeslade als Glücksbringer (Verse 5-9)
1.2 Der tragische Irrtum: Die Bundeslade als Glücksbringer (Verse 5-9)
Die Ältesten haben nun eine glorreiche Idee: Sie holen die Bundeslade
Was ist die Bundeslade?
Die Bundeslade war ein heiliger Gegenstand im Alten Testament der Bibel.
Sie war eine kunstvoll gestaltete Truhe aus Akazienholz, mit Gold überzogen und ausgestattet mit zwei goldenen Cherubim auf dem Deckel, der als "Gnadenstuhl" bezeichnet wurde.
Warum hatte Israel die Bundeslade?
Symbol der Gegenwart Gottes: (Die Bundeslade repräsentierte die heilige Gegenwart Gottes unter seinem Volk. Sie wurde als der Ort betrachtet, an dem Gott mit Mose sprach)
Aufbewahrung der Zehn Gebote: (In der Lade befanden sich die steinernen Tafeln mit den Zehn Geboten, die Mose auf dem Berg Sinai von Gott empfangen hatte (Ex 25:16; Deut 10:5).
Bundeszeichen: (Sie diente als Zeichen des Bundes zwischen Gott und dem Volk Israel. Sie erinnerte die Israeliten an ihre Verpflichtungen und den Bund, den sie mit Gott geschlossen hatten.)
Wir sehen hier sehr deutlich den moralischen Verfall in der Richterzeit:
Im Buch Richter finden wir eig. einen gewissen Zyklus:
Israel sündigt; Gott schickt eine Strafe; sie tuen Buße; und Gott schenkt ihnen Rettung!
Aber gegen Ende der Richterzeit bricht dieser Zyklus zusammen: Israel zeigt keine Reue, sondern die Entscheidungen werden ganz pragmatisch getroffen: “jeder tut, was er für richtig hält”
Somit dachte sie sich: Hey wir holen die Bundeslade, und dann zwingen wir Gott damit uns den Sieg zu schenken. Schließlich ist er ja den Bund mit uns eingegangen. Er hat doch verheißen, bei uns zu bleiben.
Wir denken jetzt vielleicht, dass es ja eine komplett doofe Idee ist.
Ihr vielleicht noch das Halbfinale Brasilien VS. Deutschland im Kopf, und denkt euch auch: Leute, nicht euer Ernst oder?
Aber lasst uns erstmal versuchen uns in die Lage der Israeliten hinein zu versetzen:
Als Symbol der Gegenwart Gottes erhielt die Bundeslade auch eine bedeutende militärische Funktion.
Wann immer die Bundeslade vor dem Volk zu einem neuen Abenteuer marschierte, sagte Mose: Numeri 10,35 “ Herr, steh auf! Und deine Feinde werden sich zerstreuen und alle, die dich hassen, werden flüchtig vor dir!”
Oder als Israel die Stadt Jericho einnehmen wollte. Auch hier bekam die Bundeslade eine ganz besondere Stellung: wir lesen nämlich: Josua 6,6–7 “6 Da rief Josua, der Sohn Nuns, die Priester und sprach zu ihnen: Tragt die Bundeslade und lasst sieben Priester sieben Posaunen tragen vor der Lade des Herrn. 7 Zum Volk aber sprach er: Geht hin und zieht um die Stadt; und wer bewaffnet ist, soll vor der Lade des Herrn hergehen.”
Diese Begebenheit war mit Sicherheit nicht in Vergessenheit geraten!
Und so kommen die Ältesten zu dem Entschluss: Wir brauchen die Bundeslade in diesem heiligen Krieg: Wir brauchen die Gegenwart Gottes! Wenn die Bundeslade hier im Lager ist, dann ist die Gegenwart Gottes garantiert und so werden wir diesen Krieg gewissen.
Die Israeliten hofften auf die Wiederholung des Erfolgs bei Jericho: Wir lesen in Vers 5, wie sie gewaltig Jauchzten.
Sie waren sich sicher: Wenn wir diese Lade wie ein Glücksbringer heute hier haben, dann werden wir heute etwas Riesiges hier Erleben.
Dass diese Idee nicht so irrsinnig war, zeigt die Reaktion der Philister:
Denn wir sehen wie sie Philister begannen sich zu fürchten
Das, was sie vom Hören-Sagen wussten, war zwar etwas verworren und falsch, aber sie wussten, dass die “Götter” Israels IN DER WÜSTE die Ägypter mit Plagen geschlagen haben V8
Ja es war nicht ganz richtig, was auch daran liegen könnte, dass Israel in den letzten Jahren mit ihren vielen Götzen kein gutes Zeugnis für Jahwe gewesen ist
woher sollten die Nachbarvölker denn wissen, dass Israel keine polytheistische Gottheit hatte?
Das alles führte dazu, dass die Philister umso Entschlossener waren diesen Krieg zu gewinnen. Sie wollten auf keinen Fall eine Niederlage gegen “Die Hebräer” einstecken müssen.
So riefen die Philister aus: “So seid nun stark und seid Männer, ihr Philister, dass ihr nicht dienen müsst den Hebräern, wie sie euch gedient haben! Seid Männer und kämpft!”
Während die Philister nur einen kleinen Denkfehler hatten: nämlich: “Diese Götter schaffen wir zu besiegen durch geeinte Manneskraft”, - hatten die Israeliten ein viel größeres Problem:
Das Problem waren nämlich die Söhne, Hofni und Pinhas, die die Lade Gottes begleiteten
Sie waren Stellvertretend und Repräsentativ für die Gottlosigkeit Israels neben der Lade Gottes V4
Und hier wird der traurige Zustand Israel deutlich:
Die Gottlosigkeit in Person von den Söhnen Elis: Hofni und Pinhas, begleiten die Lade Gottes
Die Israeliten verstanden nicht, dass Gott nicht einfach mal so bestochen werden kann!
Die Sünden von Silo werden nicht einfach damit überwunden, dass man die Erfolge von Gestern einfach nachahmt!
Geistliche Blindheit Israels:
Sie erkennen nicht, dass Gott nicht manipuliert werden kann.
Sie vertrauen auf äußere Symbole (Bundeslade) statt auf eine echte Beziehung zu Gott.
die Bundeslade ist nichts weiter als ein Glücksbringer, der Israel zu bekannter Stärke verhelfen soll
Wie die Brasilianer in meiner leicht veränderten Geschichte
Wir alle kennen Glücksbringer
Sternzeichen-Anhänger; Traumfänger; Kleeblätter; kleine Stauen; Teddybärchen
Und so war die Bundeslade in dem Feuer-Gefecht
Wie ein Feuerlöscher an der Wand, der nicht befüllt ist
er kann dir Sicherheit geben, weil du denkst, dass er sein Job erfüllen wird, aber du kannst auch gewaltig danebenliegen und dich in falscher Sicherheit wägen
1.3 Die katastrophalen Folgen (Verse 10-11)
1.3 Die katastrophalen Folgen (Verse 10-11)
Und damit kommen wir schon zu eines der traurigsten Verse in der Geschichte Israels: V10-11
Die Philister richten ein Blutbad an: 30.000 Mann fielen
Der Rest ist geflohen: Jeder in sein Zelt
Die Lade Gottes: Ihr Glücksbringer wurde gestohlen
Und: Die Söhne Elis: Hofni und Pinhas kamen im Krieg um
Kleine Denkpause
Was für ein Schock muss diese zweite Niederlage gewesen sein!
Die Anwesenheit der Lade würde angeblich die Anwesenheit Jahwes garantieren, und die Israeliten gingen davon aus, dass seine Anwesenheit auch einen militärischen Sieg garantierte.
Jetzt gibt es nur eine mögliche Schlussfolgerung. Ihre Niederlage durch die Philister ist nicht einfach das Ergebnis der Abwesenheit Jahwes, sondern vielmehr ihrer eigenen geistlichen Krise.
Die zweite Niederlage und die Eroberung der Bundeslade bedeuten, dass die Niederlage nur als Wille Jahwes verstanden werden kann.
Gott Souverän:
So wie wir den Text hier vor uns haben, wird deutlich, dass der Grund der Niederlage nicht bei den Feinden zu suchen ist
Nicht die Philister, die gekämpft haben wie Männer, waren der Grund des Sieges
Sondern: Unser Abschnitt folgt direkt auf der Prophezeiung des Samuel
Wir erinnern uns noch an letzte Woche oder? Gott erscheint dem Samuel im Tempel, nachdem er ihn einige Male geweckt hat über Nacht
Denn Gott prophezeite in 1. Samuel 3,12–14 “12 An dem Tage will ich über Eli kommen lassen, was ich gegen sein Haus geredet habe; ich will es anfangen und vollenden. 13 Denn ich hab’s ihm angesagt, dass ich sein Haus für immer richten will um der Schuld willen, dass er wusste, wie seine Söhne sich schändlich verhielten, und hat ihnen nicht gewehrt. 14 Darum habe ich dem Hause Eli geschworen, dass die Schuld des Hauses Eli niemals gesühnt werden solle, weder mit Schlachtopfern noch mit Speisopfern.”
Die Israeliten weigerten sich, von ihren Sünden umzukehren und Verantwortung für ihre Schuld anzuerkennen.
In diesem Fall war ein Krieg unvermeidlich, aber es wäre eine Gelegenheit zur Buße und zur Abhängigkeit von Gott gewesen, um Befreiung zu erlangen.
Dies war die Erfahrung der Israeliten während der gesamten Zeit der Richter. Bewaffnete Konflikte hatten zu Gelegenheiten geführt, in denen sie sich Gott zu wandten.
Aber das Volk war nun leider so blind, sie gingen einfach davon aus, dass sie im Recht waren, und versäumten es, Gott anzurufen: wir lesen immer noch nichts von Samuel
Sie versuchten die Abkürzung zu nehmen - also Gott zu manipulieren.
Sie vertrauten eher den Mitteln ihrer Bundesbeziehung als dem Gott dieser Beziehung.
Es fehlte an echter Umkehr - ein tragischer Irrtum!
Anwendung 1:
Ich möchte heute uns, die wir hier sitzten, ganz persönlich fragen. Du der du vielleicht diese Geschichten schon aus dem Kinder-Gottesdienst kennst.
Lass die Frage mal zu: Was ist dein Glücksbringer?
Nicht ob du dein Teddybären immer noch im Bett hast!
Sondern, wenn du über deine Beziehung zu Gott nachdenkst. Was fällt dir als erstes ein?
Ein alter Sieg über Sünde?
Eine Heldenhafte Geschichte?
Vielleicht gute, nennenswerte Dinge, z.B. deine Gemeinde Mitgliedschaft, die dir ja auch beglaubigt, dass du Christ bist
Berufungserlebnis? Taufe? Dein Dienst? Deine Position als Dienstbereichsleiter, HK-Leiter, Trainee...?
Aber geht es uns nicht auch so wie den Israeliten oft? Wir wollen gar nicht so richtig an unserem Herzen arbeiten. Wir wollen nicht zu Gott von Herzen umkehren.
Wenn du auch ein Christ bist, dann wirst du dir sicherlich der Tatsache bewusst sein, dass es Bereiche in deinem Leben gibt, wo es nicht so ganz rosig aussieht, ja eher schwarz und dunkel
lässt du anderen Geschwister ein Blick in deine Finsternis werfen? Gehst du diese Dinge im Glauben und im Vertrauen an, dass Gott dich mit seinem Licht verändern will in das Ebenbild Gottes? Oder versteckst du das alles einfach weiter? Gehst weiter brav in die Gemeinde, sitzt heute wieder im Gottesdienst… Verlässt dich auf deine Mitgliedschaft in der FEG München Mitte...
Rufst du die Samuels in deinem Leben an? Die, die dir ehrlich weise Ratschläge und Gottes Wort ins Leben sprechen dürfen?
Was ist dein Glücksbringer? Oder nutzt die die Möglichkeiten die Gott dir schenkt, um über dein Leben nachzudenken, und immer wieder die Bundesbeziehung zu deinem Gott rein zu halten?
Ich denke der Abschnitt will uns noch zusätzlich etwas über unser Konflikt verhalten lehren:
Anwendung 2:
Wir stoßen in unserem Alltag jedoch immer wieder auf Konflikte.
In den meisten Fällen keine so gefährlichen Konflikte, aber diese dürfen uns auch daran erinnern, dass wir in Konflikten und Rückschlägen nicht arrogant oder selbstgerecht sein sollen.
Wenn uns jemand kritisiert oder unseren Charakter in Frage stellt, sollten wir demütig prüfen, ob wir anmaßend gehandelt oder Gottes Willen nicht gesucht haben.
Statt andere oder Gott für unsere Misserfolge verantwortlich zu machen, sollten wir fragen: „Habe ich Gottes Willen in dieser Situation gesucht? Habe ich in Übereinstimmung mit seinen Prinzipien gehandelt?“
Manchmal offenbaren Konflikte Bereiche in unserem Leben, die der Korrektur bedürfen.
Ein Beispiel: Wenn uns ein Nachbar vorwirft, zu laut Musik zu hören, sollten wir reflektieren, ob wir wirklich rücksichtsvoll waren und Gottes Willen gesucht haben.
Oftmals denken wir aber nicht so, wie eben beschrieben: Ach komm schon, was willst du denn von mir. Ich bin doch hier der gute. Außerdem bin ich auch noch der Christ hier. Du solltest andere sorgen im Leben haben mein Freund.
Anders als die Israeliten, sollten wir immer bereit sein uns korrigieren zu lassen, weisen Rat zu suchen bei einem Samuel und auch unsere Beziehung zu Gott hinterfragen.
Wir dürfen niemals davon ausgehen, dass Gott uns etwas schuldet! Ja unser Leben ist immer ein Geschenk aus der Hand Gottes und hängt niemals von unserem eigenen Verdienst ab.
Ja dieser Krieg, er war unvermeidlich für die Israeliten, aber er hätte eine Möglichkeit zur Buße sein können!
Leider sind die Israeliten nicht erwacht. Sie verstanden nicht, dass Gott nicht an Ritualen, Glücksbringer oder sonstigen so frommen Dingen interessiert ist, sondern an einer persönlichen Beziehung zu ihm.
Pause machen
Wir haben nun bis V11 gehen, dass die Israeliten einen tragischen Irrtum begangen. Dies hat aber auch tragische Konsequenzen.
Ich lese uns nun die restlichen Verse aus 1Sam 4
2. Eine tragische Konsequenz: Wenn Gott nicht mehr unsere Hoffnung ist (Verse 12-22)
2. Eine tragische Konsequenz: Wenn Gott nicht mehr unsere Hoffnung ist (Verse 12-22)
12 Da lief einer von Benjamin aus dem Heerlager und kam am selben Tage nach Silo und hatte seine Kleider zerrissen und Erde auf sein Haupt gestreut. 13 Und siehe, als er hinkam, saß Eli auf seinem Stuhl und gab acht nach der Straße hin; denn sein Herz bangte um die Lade Gottes. Und als der Mann in die Stadt kam, tat er’s kund und die ganze Stadt schrie auf. 14 Und als Eli das laute Schreien hörte, fragte er: Was ist das für ein großer Lärm? Da kam der Mann eilends und sagte es Eli. 15 Eli aber war achtundneunzig Jahre alt und seine Augen waren so schwach, dass er nicht mehr sehen konnte.
16 Der Mann aber sprach zu Eli: Ich komme vom Heerlager und bin heute aus der Schlacht geflohen. Er aber sprach: Wie ist’s gegangen, mein Sohn? 17 Da antwortete der Bote: Israel ist geflohen vor den Philistern und das Volk ist hart geschlagen und deine beiden Söhne, Hofni und Pinhas, sind tot; und die Lade Gottes ist weggenommen. 18 Als er aber von der Lade Gottes sprach, fiel Eli rücklings vom Stuhl an der Tür und brach seinen Hals und starb, denn er war alt und ein schwerer Mann. Er richtete aber Israel vierzig Jahre.
19 Seine Schwiegertochter aber, des Pinhas Frau, war schwanger und sollte bald gebären. Als sie davon hörte, dass die Lade Gottes weggenommen und ihr Schwiegervater und ihr Mann tot waren, kauerte sie sich nieder und gebar; denn ihre Wehen überfielen sie. 20 Und als sie im Sterben lag, sprachen die Frauen, die um sie standen: Fürchte dich nicht, du hast einen Sohn geboren! Aber sie antwortete nicht und nahm’s auch nicht mehr zu Herzen. 21 Und sie nannte den Knaben Ikabod, das ist »Die Herrlichkeit ist hinweg aus Israel!« – weil die Lade Gottes weggenommen war, und wegen ihres Schwiegervaters und ihres Mannes. 22 Darum sprach sie: Die Herrlichkeit ist hinweg aus Israel; denn die Lade Gottes ist weggenommen.
Und wenn die 34.000 Tode nicht schon genug waren, so erfahren wir jetzt von einem weiteren Todesfall.
Und zwar ist ein Bote in die Stadt Silo gekommen, also der Stadt wo auch die Bundeslade stationiert war, und berichtete von der tragischen Niederlage gegen die Philister.
Der bedauernswerte Bericht des Boten besteht aus vier Teilen, die sich zu einem Höhepunkt verdichten.
Erstens: Das israelitische Heer ist vor den Philistern in die Flucht geschlagen worden.
Zweitens meldet er die Nachricht von schweren Verlusten.
Drittens: Elis eigene Söhne sind beide tot.
Viertens: Die Lade Gottes wurde erbeutet.
Wir erfahren nicht, wie Eli auf die ersten drei Nachrichten reagiert hat. Aber bei der Erwähnung der Gefangennahme der Bundeslade stürzt er, und wegen seines fortgeschrittenen Alters und seines Übergewichts überlebt er den Sturz nicht.
Der Erzähler möchte, dass wir verstehen, dass Eli von der Nachricht vom Tod seiner Söhne praktisch nicht betroffen ist, weil er sie wohl als hoffnungslos aufgegeben hat.
Als der junge Prophet Samuel dem Eli berichtet hatte, dass Gott die Söhne richten wird, da war ihm schon klar, dass keine rosige Zukunft auf sie wartete. Eli sagte in 1. Samuel 3,18 “18 Da sagte ihm Samuel alles und verschwieg ihm nichts. Er aber sprach: Es ist der Herr; er tue, was ihm wohlgefällt.”
Selbst die vielen Toten hauten den Eli nicht vom Hocker. Es war der Verlust der Bundeslade. Eli wusste um die tiefe Bedeutung, um den großen Verlust dieser Bundeslade.
Eli verstand direkt: Wir haben alles verloren, was uns als Volk Gottes ausgemacht hat.
Mit der Eroberung der Bundeslade erreichen wir ein Punkt in der Geschichte Israels, der so Abgrundtief war, wie seit der Gefangenschaft in Ägypten nicht mehr
Es ist ein Moment der völligen Verzweiflung, denn es symbolisiert den Verlust der einzigartigen Bundesbeziehung Israels mit Jahwe und lässt die Zukunft im Zweifel
Und um diese Tragödie noch zu untermalen, folgt direkt hierauf noch der Bericht der Geburt des Enkels Elis.
Geburt Ikabod (4,19-22)
Geburt Ikabod (4,19-22)
Hier werden nochmals alle Zweifel beseitigt, damit die Hauptaussage nicht übersehen werden kann.
Die Schwiegertochter Elis, die Frau von Pinhas, sie bekam direkt ihre Wehen, als sie davon hörte...
Wovon hörte?
3x in den letzen Versen wird es nun gesagt
“Als sie davon hörte, dass die Lade Gottes weggenommen, und ihre Familie gestorben ist”
Das was Pinhas Frau in dem Moment durchmachen musste, ist ja kaum in Worte zu fassen:
Ihr Mann gestorben
Ihr Schwiegervater Tod
Und die Lade Gottes ist weg
Jeder Versuch sie zu trösten misslingt in diesem Moment.
So bleibt ihr nur noch ihren Sohn Ikabod zu nennen: Ikabod - “keine Herrlichkeit”.
Stellt euch vor, immer wenn der Junge gerufen wird:
Ikabod: Die Herrlichkeit ist hinweg aus Israel
Diese namenlose (und unglückliche) Frau gibt den Sorgen des Erzählers eine Stimme: Gott ist weg! Er ist gegangen.
Genauer gesagt, er ist durch die Sünden seines eigenen Volkes, besonder sündhaften Priesterschaft, vertrieben worden.
Gottes Gericht beschränkte sich nicht nur auf die Familie Eli, wie man an der Niederlage durch die Philister ja sieht, sondern das ganze Volk Israel trägt die Verantwortung üfr die Verbrechen der Söhne Elis! Sie haben es am Ende auch zugelassen und gebilligt.
So sehen wir hier in 1Sam 4, wie die Erzählung unaufhaltsam vom prophetischen Wort zur historischen Erfüllung vorangeschritten ist
Eli wird der letzte alte Mann seiner Linie sein, und selbst die Geburt seines Enkels ist von einem schmachvollen Verlust überschattet.
An dieser Stelle ist es angebracht zu betonen, dass Gott tatsächlich immer sein Wort hält!
Ja Gott ist seinem eigenen Wort immer treu gegenüber, er hält sein Wort
Aber Gott ist ein Gott, der ebenfalls Gericht übt!
Dies ist eine Seite von Gott, die gerne mal außen vor gelassen wird
Es passt vielleicht nicht in unser Bild von Gott, aber dies durchzieht die komplette Bibel.
Im Garten Eden beginnt das Urteil über die Schöpfung, und dann geht es weiter:
In den Gesetzen Moses warnt Gott explizit, dass Israel den Bund mit Gott nicht brechen sollte.
im NT zeigt Matthäus uns deutlich auf, wie Christus die Menschheit richten wird eines Tages.
Das Thema Gericht ist ein sehr zentrales Thema im Neuen Testament, der ganzen Bibel.
1Samuel 4 möchte uns heute eine Lektion geben, was das Thema des göttlichen Gerichts anbelangt.
Ja Gott wird uns hier nicht gezeigt als ein Gott, der reuelose Opfer grausam mit willkürlicher Gewalt vom Himmel herab quält und erdrückt.
Stattdessen ist die Herrlichkeit Gottes, der Gnadestuhl Gottes verschwunden
Angesichts der Warnungen die Gott dem Volk Israel ausgesprochen hat, dass sie ja sein Bund nicht brechen sollten, hat er sich hier nun zurückgezogen.
Seine liebende und gnädige Gegenwart hat sich aus Israel zurückgezogen und damit verloren sie ihre Gunst.
Weil Israel ihr Vertrauen, ihre Hoffnung nicht mehr einzig und allein auf ihren Bundes Gott setzten, ereilte sie diese tragische Konsequenz.
Deshalb möchte ich auch dir heute die Frage stellen: “Auf wen setzt du dein Vertrauen”?
Begehtst du auch diesen tragischen Irrtum? Wer ist deine Hoffnung? Wem vertraust du?
Sind es irgendwelche “Glücksbringer? Vertraust du einzig und allein auf dein Taufschein, weil du hast ja mal an Jesus geglaubt. Und jetzt soll die Taufe reicht?
Evangelium:
Aber wisst ihr: Die biblische Geschichte endet hier nicht!
Trotz unseres Versagens, jeden Tag auf neue, gibt uns Gott auch heute noch unverdiente Gnade! Das ist heute seine Antwort auf dein Versagen!
Du hast vielleicht bisher Gott nur wie ein Glücksbringer gebraucht. Oder du hast dich komplett in einer falschen Sicherheit gewähnt. Du hast dein Leben möglicherweise nur auf Geld, Ruhm gute Taten usw. aufgebaut.
Aber die Bibel spricht ganz deutlich, dass wir Menschen alle Sünder sind. Das ist auch in den letzten Wochen sehr deutlich geworden im Samuel-Buch. Selbst die frommsten Menschen neigen immer zur Sünde. Und wenn du jetzt vielleicht denkst: ja aber ich liege nicht bei den Prostituirten der Stadt, dann lass dir sagen, dass Gott ein heiliger Gott ist. Gott kennt dein Herz, Gott kennt deine Gedanken. Gott weiß in jedem Moment, zu allen Zeiten deines Lebens, was du denkst! Und Gott selber sagt in der heiligen Bibel, dass wir Menschen nicht perfekte, vollkommene Gedanken haben. Wir sind böse, wir treiben Unzucht, wir verfluchen unseren Nächsten - ja wir Ehren Gott nicht in jedem Augenblick unseres Lebens
Und die Konsequenz von Sünde ist der die Trennung. Gott er kann aufgrund seiner Vollkommenheit, seiner Reinheit und Heiligkeit nicht einfach Sünde tolerieren. Wir würden dies schließlich auch nicht, oder wer hat kein Problem damit, wenn er bestohlen wird?
Ja Gott er muss sich von Sünde trennen! Sein vollkommenes Wesen zwingt ihn dazu. Sonst wäre er nicht mehr heilig.
Aber Gott, er hätte sich zurückziehen können, und uns alle in die ewige Strafe für unser verpfuschtes Leben schicken können! Dies hat Gott aber nicht getan.
Die Herrlichkeit Gottes ist nicht für immer verschwunden geblieben. Denn Gott wollte nicht, dass der Menschen in Folge seiner Sünde verloren geht!
Und die wunderbare Nachricht lautet:
Johannes 1,14 “14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.”
Ja Gott er hat nicht für immer seine Herrlichkeit zurückgezogen! Gott hat uns Menschen nicht in unseren Sünden gelassen.
Die Herrlichkeit ist Mensch geworden.
Während damals Gott in der Stiftshütte mit seiner Herrlichkeit eingezogen ist und so in Beziehung mit den Menschen gekommen ist
Ist er nun in Jesus auf die Welt gekommen. In Jesus hat sich Gott selbst, ja die Herrlichkeit in Person den Menschen offenbart.
Und dieser Jesus ist für dich und mich am Kreuz gestorben. Am Kreuz hat Gott nämlich das Gericht für alle Menschen getragen.
Am Kreuz hat Jesu das gerechte Gericht für die Gläubigen schon getragen!
Du darfst jetzt dich diesem Jesus im Glauben zuwenden.
Und das gilt dir als Christen und auch als jemandem, der dies vielleicht zum ersten mal so hört! Ja Jesus Christus - er möchte deine Hoffnung sein. Jesus, er möchte dich vor dem ewigen Gericht bewahren. Komm zu ihm.
Halte an ihm fest
Lass die Herrlichkeit nicht einfach davon ziehen.
Wir haben es vor der Predigt auch schon in dem Psalm 62 gelesen.
Psalm 62,9 (LU17)
9 Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht. SELA.
Auf unseren Herrn Jesus dürfen wir immer hoffen! Ihn dürfen wir suchen und an ihm dürfen wir festhalten!
Lasst uns doch nun in dem Lied dies gemeinsam bekennen:
Herr, Du bist mein Fels und meine Rettung,
mein fester Halt und sichre Hoffnung.
Auf Dich allein, auf Dich nur hoffe ich.
