Dient einander ...

Da steckt Leben drin  •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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Notes
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Einführung

Ich möchte euch heute Morgen einmal eine Traueranzeige vorlesen, die in dem Gemeindebrief einer Gemeinde erschienen ist:
“Ich weiß, dass ihr alle sehr traurig darüber gewesen seid, dass eines unserer wichtigsten Mitglieder in dieser Woche gestorben ist: Jemand Anders. Sein Weggang hinterlässt eine große Lücke, die schwer zu füllen sein wird. Er war viele Jahre lang bei uns und hat in diesen Jahren viel mehr als die normale Arbeitslast übernommen. Immer wenn jemand als Leiter für eine Aufgabe benötigt wurde, sah man sich nach dieser wunderbaren Person um und fand bei ihr Anregungen und Hilfe. „Jemand Anders kann die Leitung dieser Gruppe übernehmen“, so hieß es. Und jedes Mal, wenn eine Aufgabe zu machen war, tauchte ein Name immer wieder auf: „Lass das Jemand Anders machen!“. Es ist allgemein bekannt, dass Jemand Anders auch der größte Finanzgeber der Gemeinde war. Immer, wenn ein finanzieller Engpass da war, gingen alle davon aus, das Jemand Anders ihn ausgleichen werde. Jemand Anders war eine solch wunderbare Person, dass sie manchmal Übermenschlich erschien. Aber jeder kann nur ein bestimmtes Maß an Arbeit tun. So erwarteten wir alle in Wirklichkeit zu viel von Jemand Anders. Nun ist er dahin. Wir wissen nicht, wie wir ohne ihn auskommen sollen. Jemand Anders war uns ein großartiges Vorbild. Aber wer wird seinem Beispiel folgen? Wer wird die Aufgaben übernehmen, die Jemand Anders innehatte? Denn schließlich können wir uns nicht mehr länger auf Jemand Anders verlassen!”
In unserer neuen Predigtreihe wollen wir uns ja mit den Gaben beschäftigen, die Gott uns gegeben hat. Denn Gemeinde lebt eben nicht davon, dass jemand anders den Job macht, sondern dass du dich mit den Gaben, die Gott dir geschenkt hat, einbringst. Und um das vorweg zu sagen, damit das jetzt nicht so sehr nach erhobenem Zeigefinger klingt: ganz viele von euch tun das schon! Ich war richtig begeistert, als wir im letzten Herbst unser Mitarbeiter-Dankesfest hatten, denn da konnte man sehen, wie viele sich in unserer Gemeinde einbringen. Darüber bin ich und sind wir als Älteste und in der erweiterten Gemeindeleitung sehr froh und dankbar!
Wir möchten daher mit dieser Predigtreihe weniger ermahnen und viel mehr ermutigen, denn sich mit seinen Gaben in der Gemeinde einzubringen, ist etwas ganz großartiges! Wir dienen einander und haben selbst den größten Nutzen davon!
Der spanische Philosoph Unamuno berichtet von dem römischen Aquädukt in Segovia. Es wurde im Jahre 109 n.Chr. gebaut. Etwa 1800 Jahre lang brachte es der Stadt Wasser aus den Bergen. Dann, Anfang unseres Jahrhunderts, war man der Ansicht, dieses Aquädukt sei ein solches Wunder, dass man es für die Kinder als Museumsstück aufbewahren sollte. Man legte moderne Eisenrohre und transportierte das Wasser fortan durch diese Rohe. Das Aquädukt wurde von seiner jahrhundertealten Last der Wasserbeförderung befreit. Das Ergebnis war, dass es innerhalb kürzester Zeit anfing, auseinander zu fallen. Ohne das Wasser in der Rinne trocknete die Sonne den Mörtel schnell aus und die Steine fielen heraus. Das Aquädukt war dazu gebaut worden, Wasser zu transportieren.
In ähnlicher Weise gilt dies auch für uns Menschen. Wir sind dazu geschaffen, für Gott da zu sein, ihm zu dienen. Nur dann ist unser Leben wirklich erfüllt und sinnvoll. Petrus schreibt in 1. Petrus 4,7–11 (eigene Übersetzung):
Das Ende aller Dinge ist nahe (gekommen). Seid nun vernünftig und nüchtern zum Gebet, habt vor allen Dingen die beständige und innige Liebe zueinander,
Kurze Erläuterung: Petrus ist überzeugt, dass das Ende “aller Dinge” nahe gekommen ist. Nun ist diese Aussage ja - wie wir wissen - schon fast 2000 Jahre alt. Wir sind dem Ende aller Dinge daher wesentlich näher als Petrus damals! Es ist nicht entscheidend zu wissen, wann dieses Ende kommen wird, sondern dass es kommt und sich darauf vorzubereiten. Und weil das Ende “aller Dinge” nahe ist, sollen wir vor “allen Dingen” (hier ist auch im Griechischen der gleiche Begriff benutzt) eins wichtig nehmen: die innige Liebe zueinander!
denn - so fährt Petrus fort - „die Liebe bedeckt eine Menge von Sünden“ (Spr 10,12; Jak 5,20),
Petrus zitiert hier Spr 10,12. Ein Text, den auch Jakobus anführt, wenn er schreibt, dass wir, wenn wir aus Liebe einander auf Fehler und Sünden hinweisen, dazu beitragen können, dass Menschen umkehren und Vergebung erfahren.
Dann fährt Petrus fort:
seid gastfreundlich untereinander ohne Unmut.
Er meint damit nicht nur, dass wir uns gegenseitig zum Essen einladen, sondern dass in unserer Gemeinde eine Kultur der offenen Arme herrscht. Das Wort, das mit “gastfreundlich” übersetzt wird, heißt wörtlich übersetzt: “Fremde liebend”. Es geht darum, dass Menschen, wenn sie in unsere Gemeinde kommen, spüren, dass sie willkommen sind. Und das, wie Petrus sagt, ohne Unmut bzw. Murren. Also ohne dass man hinter ihrem Rücken denkt oder gar sagt: “was hat der oder die denn hier zu suchen?”. Offene Arme, das soll uns als Gemeinde prägen, denn das ist es ja auch, was Gott uns gegenüber zeigt!
Und dann fährt Petrus fort:
Jeder diene dem anderen so, wie er eine Gnadengabe empfangen hat, wie gute Haushalter der vielfältig (sich zeigenden) Gnade Gottes. Wenn jemand redet, (sei es) wie Worte Gottes. Wenn jemand dient, (tue er es) wie aus Kraft, die Gott bereitstellt, damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus, dem die Ehre und die Macht in die Ewigkeit der Ewigkeiten gehört. Amen.
In zwei Schritten wollen wir uns heute Morgen dem Thema nähern. Zunächst geht es um “Die Gnade und die Gnadengaben”. Und dann wollen wir uns ansehen, was “Das Ziel aller Gaben” ist.

1. Die Gnade und die Gnadengaben

“Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes”, so hat Luther diesen Vers 10 übersetzt. Petrus verwendet dabei ein Wortspiel. Denn das Wort für “Gabe” heißt im Griechischen “charisma” und ist verwandt mit dem Wort “charis”, das “Gnade” bedeutet. Es ist die Gnade Gottes, also Gottes unverdiente Zuwendung, die Gnadengaben verleiht.
Eine Gnadengabe ist also nie das Ergebnis eines besonders heiligen Lebens, sondern der unverdienten Gnade Gottes! Diese Gnade haben wir empfangen und sollen sie verwalten. Denn das bedeutet ja die Aussage, dass wir “gute Haushalter der vielfältig (sich zeigenden) Gnade Gottes” sein sollen. Wie verwalten wir Gottes Gnade? Indem wir die vielfältigen Gaben, die Gott in unsere Gemeinde gegeben hat, in Verantwortung vor ihm ausleben und zum Dienst an den anderen verwenden.
Gott hat uns in eine Gemeinde hineingestellt. Wenn wir zu Jesus Christus „Ja“ gesagt und sein Opfer der Versöhnung angenommen haben, dann gehören wir hinein in diese Gemeinschaft der Gottesdiener. Gemeinde ist immer „Gemein­schaft des Dienens“. In Epheser 4, 11-14 schreibt Paulus:
Epheser 4,11–14 LU84
Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi, damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen.
Ich will diese Verse jetzt nicht im Einzelnen auslegen, denn das werden wir in den nächsten Wochen noch näher betrachten. Aber klar ist jedenfalls, dass Gottes Ziel mit uns, seiner Gemeinde, ist, dass wir Gott dienen, indem wir einander dienen.
In Epheser 4,15-16 schreibt Paulus:
15 Laßt uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, 16 von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, daß der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe.
In unserem Körper gibt es kein Organ, das ohne Funktion wäre. Früher hat man das von einzelnen Organen gedacht. So war man z.B. der Meinung, der Blinddarm sei eigentlich ohne Bedeutung. Heute weiß man, daß dies nicht so ist. Zwar können wir ohne ihn leben, aber mit ihm leben wir gesünder. Jedes Organ hat seine Aufgabe. Erst wenn jedes seine Aufgabe ausfüllt, ist der ganze Leib gesund. Kein Glied am Leib kann sagen, daß es unwichtig sei und nicht gebraucht würde.
Kommst du dir unwichtig vor in der Gemeinde? Bist du der Ansicht, die Gemeinde würde ohne dich genauso gut „funktionieren“ wie mit dir - oder vielleicht sogar besser? Dann hast du etwas ganz Entscheidendes nicht verstanden! Du bist in dieser Gemeinde, weil Gott der Ansicht ist, daß du hier gebraucht wirst. Vielleicht wirst du keine Kreise leiten und nicht von der Kanzel herunter predigen. Aber andere brauchen dein freundliches Wort, dein Lächeln oder deine Einladung zum sonntäglichen Kaffeetrinken!
Paulus schreibt in Galater 6, 2: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Unser Gottesdienst zeigt sich darin, daß wir in der Gemeinde mit der Gabe dienen, die Gott uns gegeben hat, und zwar auch aneinander. Wir drehen das manchmal um und sagen eher: “Der andere trage meine Last, so wird er das Gesetz Christi erfüllen.”
Aber solange wir voneinander etwas erwarten, werden wir enttäuscht werden. Erst wenn wir anfangen, etwas füreinander zu tun, wird sich unsere Gemeinde verändern. Die Sache mit dem Dienen ist immer einseitig, sie ist immer eine Anfrage an mich.
Heute möchte ich einmal dich daher einmal ganz konkret fragen: dienst du mit der Gabe, die du empfangen hast? Bist du für die anderen da?
Gottes Ziel ist, daß wir alle füreinander da sind. Dann kann sich niemand mehr darüber beklagen, daß keiner sich um ihn kümmert. Dann ist keiner mehr überlastet, weil so viel Arbeit liegen geblieben ist. Das mag wie Illusion klingen. Aber es ist das, was Gottes Wort über Gemeinde sagt. Nur - wie kommen wir dahin?
Schon in meiner Zeit als Gemeindepastor in Essen kamen oft Leute zu mir und beklagten sich über die Gemeinde - oft sogar zurecht. Da hilft es nicht, wenn man anfängt, die Gemeinde zu entschuldigen oder zu verteidigen. Stattdessen habe ich gewöhnlich zugestimmt: „Ja, unter diesen Fehlern der Gemeinde leide ich auch. Und ich bin überzeugt, daß auch Gott darunter leidet. Aber was kannst Du, was können wir gemeinsam, tun, damit diese Dinge sich ändern?“
Zu viele wissen zu gut, was alles falsch ist und was anders laufen müßte. Und zu wenige fragen zu selten, was sie dagegen tun können. Gott hat die Gemeinde zu einer Dienstgemeinschaft erklärt. Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob die Gemeinde dir etwas gibt, sondern was kannst du der Gemeinde geben. Die entscheidende Frage ist nicht, ob andere dich beachten, sondern ob du andere beachtest, sie ist nicht, ob andere dich lieben, sondern ob du andere liebst. Es kann sein, daß du dich bereits mit deinen Gaben in der Gemeinde einsetzt und wirklich für Gott ein Leben der Hingabe und des Opfers lebst. Dann fühl dich nicht unter zusätzlichen Druck gesetzt durch diese Predigt. Aber wenn du merkst, daß du bisher hauptsächlich ein Konsumentenchrist gewesen bist und weniger ein Diener, dann möchte ich dich heute morgen ermutigen: bring dich ein mit der Gabe, die Gott dir geschenkt hat. Frage ihn, wo und wie du für ihn da sein sollst. Habe ein offenes Auge für den anderen neben dir in der Gemeinde und sei bereit, ihm zu dienen.

2. Das Ziel aller Gaben

Dienst miteinander, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, schreibt Petrus in 1. Petr. 4,10. Es ist wichtig, daß es hier nicht darum geht, mit seinen Fähigkeiten und seinem Können zu dienen, sondern mit der von Gott empfangenen Gabe. Dazu gehören selbstverständlich auch unsere Fähigkeiten und die sogenannten „na­tür­li­chen“ Begabungen. Alles das ist ja nicht das Ergebnis unserer Leistung und unseres Könnens, sondern ein unverdientes Geschenk Gottes.
Wir dagegen machen leicht aus der Gabe eine Auszeichnung. Wenn jemand eine Gabe hat, die man in der Gemeinde besonders gut sieht, wenn er z.B. die Gabe der Evangelisation oder der Predigt hat, wird er leicht auf ein Podest gehoben. Und auch er selbst neigt dazu, sich besonders wichtig vorzukommen. Andere, die unscheinbarere Gaben haben, vielleicht die des Dienens, ziehen sich dann leicht zurück. Sie fühlen sich nicht beachtet. Niemand staunt über ihr Können und ihre Gabe.
Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges ritt einmal ein Mann in Zivilkleidung an einer Gruppe von Soldaten vorüber. Die Soldaten waren dabei, einen Verteidigungswall zu reparieren. Ihr Anführer stand dabei und schrie Anweisungen, machte aber keine Anstalten, seinen Leuten zu helfen. Der vorbeigekommene Reiter fragte ihn, warum er nicht auch helfe. Mit großer Würde antwortete dieser: „Sir, ich bin ein Korporal!“ Der Fremde entschuldigte sich, stieg vom Pferd und machte sich daran, den erschöpften Soldaten zu helfen. Als die Arbeit getan war, kehrte er zu dem Korporal zurück und sagte: „Herr Korporal, wenn sie wieder einmal eine solche Aufgabe haben und nicht genügend Männer zur Verfügung stehen, sie zu tun, dann gehen sie zu ihrem Vorgesetzten und ich werde ihnen wieder helfen.“ Der Mann war kein anderer als George Washington selbst.
Ist das in der Gemeinde nicht auch oft so. Da bleiben Arbeiten liegen, weil niemand da ist, der sie tut. Einige wenige rackern sich ab, während andere nur dabeistehen  und Anweisungen erteilen. Bist du bereit, mit der Gabe, die Gott dir gegeben hat, zu dienen?
Du sagst vielleicht, daß du keine Zeit hast. Das mag sein. Aber es geht ja eben nicht darum, von der eigenen freien Zeit etwas für Gott abzuzweigen. In Röm. 12,1 spricht Paulus davon, dass wir uns selbst und unsere Leiber ganz Gott hingeben als ein Opfer. Für manches andere ist auch Zeit da - warum nicht für Gott? Wo dienst du mit der Gabe, die Gott dir geschenkt hat?
Vielleicht weißt du nicht, welche Gabe Gott dir gegeben hat. Dann fang einfach an, das zu tun, was Gott dir vor die Füße legt. Du wirst dann sehr bald erkennen, ob du dazu eine Gabe hast oder nicht. Wenn jemand z.B. wissen will, ob er die Gabe der Kinderarbeit hat, dann muß er einfach mal damit beginnen. Andere werden dir sagen, wo deine Gaben liegen. Du selbst wirst sie erkennen. Übrigens ist es immer ein Kennzeichen einer Gabe, daß sie entwickelt werden muß. Keine Gabe ist von Anfang an vollkommen. Auch wenn jemand die Gabe der Musikalität hat, muß er ein Instrument lernen, um diese Gabe ausüben zu können. Niemand wird geboren und kann Klavier spielen! Das ist auch in der Gemeinde nicht anders. Gott hat dir eine Gabe gegeben. Kein Christ lebt ohne Gabe! Bitte Gott, dir zu zeigen, wo deine Gaben liegen. Und dann fang an, sie zu entfalten und zu üben! Auch das werden wir in den nächsten Wochen noch weiter entfalten.
Dabei ist nicht Entscheidend, was du tust. Der Wert der Gaben misst sich nicht an dem Grad der Aufmerksamkeit, die man mit den Gaben erreicht, sondern er misst sich an der Bedeutung, die diese Gabe für die Gemeinde hat. Da kann es sein, daß die Gabe des Dienens in einer Gemeinde viel wertvoller und wichtiger ist als die des Lehrens und Predigens. Vielleicht gibt es genügend Lehrer und Prediger in der Gemeinde, aber es fehlt an Menschen, die bereit sind, die unauffälligen Arbeiten am Rand zu machen, den Kaffee zu kochen oder für alte oder kranke Leute einkaufen zu gehen. Noch einmal: der Wert einer Gabe wird daran gemessen, welche Bedeutung diese Gabe für die Gemeinde hat.
Miteinander dienen - für Gott! Petrus schreibt:
Wenn jemand redet, (sei es) wie Worte Gottes. Wenn jemand dient, (tue er es) wie aus Kraft, die Gott bereitstellt, damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus, dem die Ehre und die Macht in die Ewigkeit der Ewigkeiten gehört. Amen.
Jemand hat einmal gesagt: „Alles, was für Gott getan wird, ... ist Dienst. Und nur das ist Dienst.“ Die entscheidende Frage ist daher: „Für wen tue ich das, was ich tue?“ Ich möchte dich fragen, wenn du Aufgaben in der Gemeinde übernommen hast, wenn du mit deiner Gabe dienst: Dienst du Gott - oder dir selbst. Diese Frage muß ich mir selber oft stellen. Wenn ich predige, lehre oder Klavier spiele. Tue ich das für mich selbst, damit andere darüber staunen, wie toll ich das mache? Oder tue ich es für Gott. Nur dann ist es Gottesdienst, nur dann hat es Bedeutung für Gott!
Dann aber, wenn ich wirklich Gott diene, dann ist es nicht mehr wichtig, dass man die Ergebnisse meines Dienstes sehen kann! Ich tue es ja nicht für mich, sondern für Gott! Dann ist nur wichtig, daß ich es von ganzem Herzen für ihn tue. Auch wenn mein Dienst dann vielleicht nicht den Anklang und Beifall anderer findet. Auch wenn vielleicht niemand dadurch zum Glauben kommt. Auch wenn das, was ich tue, noch sehr unvollkommen und fehlerhaft ist. Alles das spielt dann keine Rolle, denn es geht ja um Gott. Um seinetwillen bringe ich mich ein mit dem, was er mir an Gaben geschenkt hat.
Noch einmal: Welche Gaben hat Gott dir gegeben, und wo und wie bringst du diese Gaben hier in der Gemeinde ein? Es gibt keine Christen, die nur konsumieren! Christen sind immer dienende Christen. Je mehr Gemeindeglieder dies begreifen, um so weniger wird es so sein, wie leider heute oft. Einzelne mühen sich ab und sind ständig überfordert, weil sie die viele Arbeit in der Gemeinde sehen und nicht daran vorüber gehen wollen. Also überlasten sie sich selbst. Das ist nicht im Sinne Gottes. Gott möchte, daß wir alle miteinander Gott und auch einander dienen.
Denn darum geht es in der Gemeinde immer zu allererst und zu allerletzt: das Gott geehrt wird! Dass, wie Petrus es hier sagt, “in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesus Christus. Sein ist die Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit.”
Amen
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