Die Schlüsselfrage Jesu

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Die Schlüsselfrage Jesu

Liebe Gemeinde,
Da habe ich einen Schlüsselbund mit recht unterschiedlichen Schlüsseln, große und auch kleine. Nun ich gebe es zu, ich habe sie extra für diesen Gottesdienst zusammengestellt. Nicht alle Schlüssel, besonders kaum noch die großen brauche ich wirklich. Aber die kleinen Sicherheitsschlüssel werden wirklich noch gebraucht.
Im Normalfall ist so ein Schlüsselbund ein lebenswichtiges Utensil. Damit können wir Türen aufschließen: zu Hause, im Büro, am Auto ...
Und wenn ich ihn verlege, stehe ich hilflos draußen. Dann geht die Katastrophe los. Haben sie es nicht auch schon einmal eilig gehabt, und der Auto-Schlüssel ist verlegt? Bei mir passiert das öfters. Wie gut, dass ich den Reserveschlüssel noch habe.
Ein Leben ohne die richtigen Schlüssel ist eine einzige Katastrophe.
(Nun zeige ich einen aus Karton selbst gemachten großen Schlüssel:)
Dies ist der Himmelsschlüssel. Er passt schon allein der Größe wegen nicht an den Schlüsselbund. Er hat auch eine ganz andere Funktion. Er schließt uns die Tür zur Ewigkeit auf.
Wir lesen Matthäus 16,13–19 (LU)
13 Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei?
14 Sie sprachen: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer, andere, du seist Elia, wieder andere, du seist Jeremia oder einer der Propheten.
15 Er sprach zu ihnen: Wer sagt denn ihr, dass ich sei?
16 Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, des lebendigen Gottes Sohn!
17 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel.
18 Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.
19 Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.
1. Die Schlüsselfrage
Nun gut, dieses Stück Karton ist kein Himmelsschlüssel. Aber er soll Symbol sein für die Schlüsselfrage, die Jesus den Jüngern damals und auch uns heute in Langenleuba-Niederhain / Garbisdorf stellt:
Die Schlüsselfrage die Jesus stellt, lautet: Wer bin ich?
Als erstes lässt Jesus einmal eine Meinungsumfrage der Leute Revue passieren.
Meinungsumfragen sind ja etwas Heute etwas Beliebtes. Jede Woche werden welche durchgeführt. Auch damals zurzeit Jesu waren scheinbar die Meinungsumfragen schon beliebt.
Heute sind die Antworten auf die Frage „Wer denn Jesus ist?“ nach 2.000 Jahren noch vielfältiger aussehen als damals. Doch eigentlich hilft so eine Meinungsumfrage bei Glaubensdingen nicht weiter.
Was nützt es zu wissen, was andere von einer Sache halten?
Jetzt wird Jesus konkret und er stellt nun die Frage an Petrus. Heute stellt er diese Frage auch an mich und sogleich auch an dich. Jesus fragt: „Für wen hältst du mich?“
Es geht heute in diesem Gottesdienst nicht darum, was man heute von Jesus hält, was die anderen über ihn meinen, sondern es geht heute ganz konkret darum, was er mir heute bedeutet, und was er dir heute bedeutet. Jesus fragt dich: „Für wen hältst du mich?“
Ich bin gefragt – ich bin gefordert – ich bin gerufen! Du bist gefragt – du bist gefordert – du bist gerufen. Jeder hier ist gefragt: Jesus Christus stellt uns ganz persönlich in Frage.
Darum wenn es um den Glauben geht, darf ich mich nicht hinter den Worten der anderen verstecken.
Wie oft antworten wir im Leben: Gelerntes, Übernommenes, Angelesenes …?
Doch wenn es um den Glauben geht, helfen letztlich die vorgefertigten Meinungen der anderen nicht weiter. Jetzt geht es um meine persönliche Antwort.
So wie damals an Pfingsten in Jerusalem (Apg 2):
Wie heißt es da als Antwort auf die Predigt des Petrus?
Da steht– »es ging ihnen durch Herz«. Tausende von Zuhören fragen: »Was müssen wir tun?«
Darum die Schlüsselfrage ganz persönlich für mich und für dich: »Was sagst du, wer ist dieser Jesus?«
Diese Frage stellt dein Leben radikal in Frage. Alles andere, mag es bisher noch so wichtig sein, zählt jetzt nicht.
2. Die Schlüsselfigur
Die Antwort des Petrus ist klar: »Du bist der Messias, der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes«.
(Ich drehe den Himmelsschlüssel herum und auf der Rückseite steht in großen Buchstaben »Jesus«.)
Jesus – die Schlüsselfigur der Weltgeschichte. Der Christus – der Messias – der Gesalbte: Der von Gott gesandte Erretter und Befreier.
Der göttliche Heilmacher, verheißen von den Propheten. Der barmherzige Heimbringer, der sich jedem zuwendet, aber keinen lässt wie er war: die Verstoßenen, die Hoffnungslosen, die Armen, die Gebeugten …
Jetzt spricht Petrus spricht Klartext über Jesus, weil Gott ihm durch den Heiligen Geist den Durchblick geschenkt hat.
Bildvergleich: Menschen sehen in Jesus einen imposanten Turm, der in den Himmel ragt. Sie stehen bewundernd davor. Sie staunen, was Jesus damals alles geleistet hat, wie er die Menschen fasziniert hat. Wie so ganz anders er sein konnte, als das die Menschen von ihm selber erwarteten? Jesus war immer für eine Überraschung offen. Das fasziniert und lässt uns staunen.
Doch ganz anders ist an dieser Stelle Petrus. Er erkennt in Jesus die Brücke, die uns mit dem Himmel verbindet. Er geht entschlossen darüber. Er hat nur dieses eine Ziel.
Was würde ich sagen, wenn ich jetzt an der Stelle des Petrus hätte antworten müssen?
3. Das Schlüsselwort
Wie reagiert nun Jesus auf die Antwort des Petrus?
Jesus bekennt sich zum dem Bekenner. Er zeigt dem Petrus einmal seine Aufgabe in der Gemeinde.
Man kann es sich kaum vorstellen, dass dieser Versager und Angsthase einmal selber zur Schlüsselfigur der christlichen Gemeinde halten. Mag man vom Papsttum halten was man will, aber in der kirchlichen Tradition wird darin doch die Stellung des Petrus deutlich. Und in der kirchlichen Kunst wird Petrus immer mit einem Schlüssel dargestellt.
Aber Jesus will nicht nur den Petrus verändern und erneuern, sondern auch dich und mich.
Sein Wort offenbart uns, wer wir sind, und auch was er, der Herr, aus uns machen will. Es ist der Schlüssel zu aller wahren Erkenntnis.
Jesu Zusage macht uns fest – stellt uns auf einen Felsen. Vielleicht werden wir durch unser Ja zu Jesus und zu unserem Bekenntnis zu ihm zu Aufgaben fähig, die uns keiner zugetraut hätte.
Die Festigkeit im Glauben kommt nicht aus uns heraus. Das musste Petrus bald nur zu gut spüren. Er wird bald die Tiefen der Verleugnung erleben (Mt 26,69ff.) Hier hatte er sich nicht an Jesu Wort, sondern an sich selbst, ich möchte sagen an seine Angst gehalten).
Doch dann erfährt Petrus auch die Weite der Vergebung und Erneuerung (nach Ostern wird er durch Jesu Auftrag gehalten; Joh 21,15ff.). Und sein Auftrag wird noch einmal bestätigt. Man kann sagen aus dem Versager wird ein Kämpfer für Gott. Da ist aber Petrus nicht der Einzige, sondern es gibt noch mehr Beispiele in der Bibel.
Auch uns heute gilt Jesu Zusage Es macht uns frei zum wirkungsvollen Handeln und Reden in Jesu Namen.
Wer den Schlüssel hat, der hat auch Verantwortung. Petrus hat die Verantwortung, das Wort Gottes weiterzutragen. Und allein dieses Wort baut die Gemeinde. Nur das Wort Gottes und das Wirken des Heiligen Geistes ist es, was die Gemeinde baut. Auch hier in Langenleuba-Niederhain und Göpfersdorf. Alles andere ist sicher wichtig, aber nicht entscheidend.
Eine Gemeinde beginnt dort zu wachsen, wo Schuld bekannt und vergeben wird.
Was sagt Petrus auf die Frage der Menschen nach seiner Pfingstpredigt?
»Was sollen wir jetzt tun, liebe Brüder?«, fragten sie ihn und die anderen Apostel.
38 »Kehrt um«, erwiderte Petrus, »und jeder von euch lasse sich auf den Namen
37 von Jesus Christus taufen! Dann wird Gott euch eure Sünden vergeben, und ihr werdet seine Gabe, den Heiligen Geist, bekommen.
- Jesu Zusage macht uns froh in der Bedrängnis Keine Macht kann die Jesusgemeinde überwinden. Selbst die stärkste Gegenkraft nicht. V. 18b: Ist das nicht ein gewaltig kühnes und zugleich tröstliches Wort, das Jesus hier sagt?
Gerade für eine kleine Schar, für eine schwache Gemeinde, für die Kirche heute in der postmodernen Minderheit, im sogenannten nachchristlichen Zeitalter?
Dazu noch folgendes:
In der Nähe des Tower of London steht eine alte Pfarrkirche namens "All Hallows". Direkt innerhalb der Mauer, die den Friedhof in All Hallows umgibt, befindet sich ein großes Schild, auf dem Touristen, die den Turm verlassen, es lesen können. Das Schild bei "All Hallows" zitiert ein Stück Geschichte und wirft dann eine gezielte Frage auf: "Jesus Christus wird in diesem Gebäude seit 600 Jahren verehrt, an diesem Ort seit 1100 Jahren und in Großbritannien seit 1300 Jahren. Nicht wahr? Glaubst du, es ist Zeit, dass du anfängst? "
Darum gilt auch die Zusage Jesu ganz besonders für meinen eigenen, kleinen und angefochtenen Glauben. Ein Wort wider allen Zweifel – die gute Nachricht – das ist das Evangelium pur.
Schluss
(Nochmals Rückgriff auf den Schlüsselbund vom Einstieg.) Der Schlüsselbund – er eröffnet uns den Zugang zu einer Vielzahl von Türen. Aber der entscheidende Schlüssel hängt hier nicht dran. Ohne ihn bleibt uns die wichtigste Tür verschlossen – das wahre Leben in Gott.
Machen wir es wie Petrus: Nehmen wir diesen Himmelsschlüssel so fest in die Hand und halten uns daran. (Jesusschlüssel zeigen) Nur so sind wir gehalten für Zeit und Ewigkeit.
Amen.
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