Die drei Weisen aus dem Morgenland

Sermon  •  Submitted   •  Presented
0 ratings
· 20 views
Notes
Transcript
Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn und Heiland Jesus Christus! Amen!
Die drei Weisen aus dem Morgenland
Matthäus 2,1–12 LU17
1 Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: 2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten. 3 Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, 4 und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. 5 Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten : 6 »Und du, Bethlehem im Lande Juda, bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.« 7 Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, 8 und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr’s findet, so sagt mir’s wieder, dass auch ich komme und es anbete. 9 Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. 10 Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut 11 und gingen in das Haus und sahen das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. 12 Und da ihnen im Traum befohlen wurde, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem andern Weg wieder in ihr Land.
Liebe Gemeinde,
wissen Sie vielleicht noch um die Sternstunden ihres Lebens - Momente im Leben, die so einschneidend waren, dass sie ihr ganzes Leben verändert haben. Oder ihr Leben bis heute geprägt haben. Denken Sie einmal an diese Momente! Was haben Sie da getan? Wozu waren sie in solchen Momenten bereit?
Vielleicht waren sie sogar bereit, ein unwägbares Risiko einzugehen? Sie waren bereit zu Veränderungen in ihrem Leben.
Ich kann mich selber noch gut an ein Ereignis in meinem Leben erinnern, dass unter anderen Einfluss bis an den heutigen Tag hat. Dabei liegt das Ereignis über 45 Jahre zurück. Das war der Tag, an dem ich meine Lehrstelle als Fachinformatiker bekommen habe.
Ich hatte mich aus ganz anderen Gründen bei Zeiss in Jena auf einen Beruf beworben, der eigentlich meine letzte Wahl war, den ich aber auch dann aus gesundheitlichen Gründen nicht hätte ausüben können. So habe ich als Jugendlicher gemeinsam mit meinen Eltern und anderen Christen Gott um einen richtigen Weg in der Berufswahl gebeten. Dennoch bin ich recht hoffnungslos in die Firma gegangen und wollte meine Unterlagen wieder abholen. Da hatte dann ein Ausbilder meine Unterlagen gesehen und hat mir dann die Lehrstelle als Fachinformatiker besorgt, richtig Facharbeiter für Datenverarbeitung. Die hatte nämlich am gleichen Tag wieder jemand zurückgegeben.
Trotz dass ich nicht in der FDJ war und keine Jugendweihe hatte, bekam ich genau diese Lehrstelle. Das war für mich so eine Sternstunde, die eben für mich bis heute auch auf meinen Pfarrberuf Einfluss hatte.
Heute begegnen uns drei Menschen, die sozusagen ihre Sternstunde hatten. Ein Stern zeigt ihnen den Weg zum Kind in der Krippe.
Unser Krippenspiel am Heiligen Abend hat uns ja das Suchen der Weisen richtig deutlich gemacht. Als sie noch gar nicht so richtig diesem Stern trauen wollten. Die drei Weisen erlebten hier die Erfüllung der biblischen Zusage aus der Verheißung 4. Mose (Numeri) 24,17:
„Ich sehe ihn, aber nicht jetzt; ich schaue ihn, aber nicht von Nahem. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen und wird zerschmettern die Schläfen der Moabiter und den Scheitel aller Söhne Sets.“
Natürlich suchten Sie zuerst den neuen König der Juden an dem Ort, wo halt ein König zur Welt kommt – in einem Palast in Jerusalem. Doch wider erwarten erlebten sie etwas ganz anderes. Niemand wusste etwas von der Geburt eines neuen Königs. Ja niemand erwartete so eine Geburt. Ja man war regelrecht erschrocken, dass so etwas geschehen sollte. Einmal war es der amtierende Herrscher - Herodes – selber, dem so etwas nicht passte, dass da jemand am Stuhl seiner Macht rüttelte. Hatte er ihn doch gerade gegenüber den Römern und den Juden gesichert. Er - ein Fremder konnte mit einigermaßen Ruhe in Jerusalem und in Israel herrschen. Er wird sozusagen als Gegenspieler des Königskind benannt. Aber auch in Jerusalem war man nicht begeistert. Selbst wenn Herodes nicht beliebt war, so bedeutete jemand der einen Machtanspruch erhebt, doch wieder Unruhe und Krieg im Land. Man hatte sich doch irgendwie arrangiert.
Dennoch nahm man die Anfrage der drei Weisen sehr ernst und man ließ die Wissenschaftler des Landes zusammenkommen.
Gab es da nicht irgendwelche Verheißungen in den Schriften, von dem, was da die drei Wissenschaftler aus dem Osten sagen. Denn sonst hätten sie nicht die weite Reise gemacht.
Nun man findet die Antwort: Nicht Jerusalem ist der Ort, wo dieser König zur Welt kommt, sondern das kleine Kuhdorf Bethlehem. Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist so.
Herodes befragte die drei noch einmal nach dem Stern und der Zeit. Dann schickte er die drei Weisen weiter. Aber für ihn und die Leute in Jerusalem ist die Sache erst einmal wieder abgehakt. Man geht dem weiteren Tagesgeschäft nach. Nun ein wenig Spitzel können die drei ja doch noch sein und hinterher berichten, was da in Bethlehem abgeht und sie so dort vorgefunden haben: Ist es wert dieses Kind anzubeten – was eigentlich heißt: Muss ich mir Sorgen machen, dass er an meinem Thron rüttelt?
So sind die drei nun unterwegs nach Bethlehem „Sie zogen hin“ – steht im Bibelwort. Was haben sie jetzt für Erwartungen, nachdem sie in Jerusalem so eine Pleite erlebt haben? Welche Erwartungen hat man ein einen Messias, an einen Retter, der fernab irgendwo in der Prärie, fern von allem Zentralen zur Welt kommt?
Die drei Weisen lassen sich dennoch darauf ein. Sie lassen sich von allen Rückschlägen nicht abschrecken. Auch nicht von der ärmlichen Lebenssituation des Messias. Sie sahen in dem kleinen Kind schon das Größere als das, was ihnen die Sterne geben können. So machten sie die Erfahrung, dass Gott kommt, aber er kommt oft anders, als wir denken. Von Anfang an wendet sich dieser Gott in seinem Sohn Jesus Christus allen Menschen zu, Juden und Heiden – und durch Jesus Christus richtet er seine Königsherrschaft auf. Das galt damals und gilt auch noch heute 2000 Jahre später.
Darum wird Jesus Christus auch zum Licht der Heiden. So kommen eben von Anfang an die Vertreter fremder Völker, Menschen, die wegen ihrer Weisheit berühmt waren (→Weise), von fern her, um dem Neugeborenen als König zu huldigen. Und andererseits erschrickt der politische Machthaber in Jerusalem und mit ihm die ganze Stadt.
Die drei Vertreter fremder Völker wurden mit Freude erfüllt als der Stern über dem Haus stand, in dem das Jesus-Kind lag. Diese Freude führte sie zur Anbetung.
Eben, nach den Hirten sind die drei Weisen aus dem Osten die ersten, die Jesus ihre Huldigung und Anbetung darbringen. Gott redet also von Anfang an auch zu Heiden. Er ruft sie durch einen Stern und führt sie zu seinem Sohn und das gerade zur Zeit des Königs Herodes. Dieser Name weckte ja bei allen Juden die Erinnerung an eine abgrundtiefe Grausamkeit.
Kluge und reiche Männer machen einen weiten Weg und fragen in Jerusalem nach dem König der Judäer. Diese Gelehrten achten auf die Zeichen Gottes, sie scheuen keine Mühe.
Jetzt stellen sich an uns heute die Fragen: Wie ist es bei uns heute? Was ist dieses Jesus-Kind uns wert? Oder was ist Jesus Christus uns wert? Wie sieht denn unsere Begegnung mit Gott aus?
Was bedeutet Weihnachten für uns? Nur ein Fest in der Familie, ein Fest der Liebe oder ist es das Fest der Menschwerdung Gottes, wo es heißt: Gott kommt zu uns.
Wird es darum zu unserer Sternstunde – zur Sternstunde mit Gott?
Vielleicht hatten sie aber auch in ihrem Leben andere Sternstunden mit Gott? Moment, wo sie erlebt haben, dass Gott ihnen besonders nahe ist, dass er sie geführt und geleitet hat, dass sie getragen wurden? Vielleicht auch durch schwere Lebenssituationen? Machen sie sich die ruhig immer wieder bewusst. Das ist wichtig.
Denn das brauchen wir, damit sich auch unser Glaube im Alltag bewährt. Genauso wie die Hirten zu ihren Schafen, sind auch die drei Weisen wieder nach Hause gegangen. Die Sache wurde ihnen so wichtig, dass sie nicht zum Spitzel des Herodes wurden. Aber sie blieben auch nicht beim Kind, um vielleicht dort einen Ort der Anbetung zu bauen. Nein, sie gingen wieder zurück hinein in den Alltag. Denn dort muss sich die Botschaft, muss sich der Glaube bewähren. Auch heute und auch bei uns.
Nun noch etwas dazu, warum wir uns zu Weihnachten Geschenke machen? Die drei Weisen bringen Gold, Weihrauch und Myrre mit. Nach alttestamentlichem Verständnis sind es Huldigungsgeschenke für einen neugeborenen König und ganz besonders für den Messias. In dem wir uns heute gegenseitig Geschenke machen, erinnern wir uns daran, dass mit Jesus Christus an Weihnachten, der Messias, der König aller Könige geboren ist.
Zum Schluss noch eine Sterngeschichte:
Christrose
Eine alte Weihnachtslegende erzählt, dass der Stern von Bethlehem nicht nur den Weisen aus dem Orient den Weg zur Krippe gezeigt hat, sondern dass da, wo seine 116 Strahlen die Erde berührt haben, eine wunderschöne Blume mit weißer Blüte und kräftig grünen Blättern wuchs, die allen Menschen den Weg zu Christus zeigen soll: die Christrose. Mitten im Winter und tief im Schnee leuchtet die Christrose und erinnert an den Retter der Welt. (nach Axel Kühner)
So lassen auch Sie sich im Alltag vom Stern des Glaubens leiten und vertrauen sie auf Jesus Christus, dem hellen Morgenstern, der uns beistehen will in den Sternstunden unseres Lebens aber auch im Alltag, da wo sich unser Glaube bewähren muss.
Amen!
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle eure Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn!
Amen!
Related Media
See more
Related Sermons
See more
Earn an accredited degree from Redemption Seminary with Logos.