Im Vertrauen auf Gott Neues wagen.

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Im Vertrauen auf Gott Neues wagen.

Liebe Gemeinde,
da steht man an einer Grenze oder an einer Mauer. Es muss nicht eine wirkliche Mauer sein. Manchmal ist es nur eine ideelle oder eine gedachte Mauer. Etwas, was uns hindert, hinüber zu gehen, etwas neue anzufangen. Etwas, was uns im Alten gefangen sein lässt.
Der amerikanische Präsident ist ja gerade dabei eine riesige Mauer zu bauen, damit Menschen gehindert werden, in die USA einzuwandern. Die chinesische Mauer wurde ab dem 7. Jahrhundert vor Christus errichtet, damit nomadische Reitervölker aus dem Norden nicht mehr in das chinesische Kaiserreich eindringen. Ja und bis vor 30 Jahren hatten wir ja auch hier in Deutschland eine ungute Erfahrung mit einer Mauer, die unsere Leben und unsere Lebensgeschichte geprägt hat. Letztere konnte sogar unblutig überwunden werden. Aber sie hat dennoch Einfluss auch heute noch auf unsere Leben.
Solche Mauern und Gräben gibt es an vielen Orten in der Welt und auch zu allen Zeiten. Sie gibt es auch in unserem Leben und in unserem näheren Umfeld. Manchmal wäre es gut, wir könnten Sie überwinden und uns zu neuen Wegen und Zielen aufmachen. Und vielleicht könnten wir es auch im Vertrauen auf Gott.
Heute hören wir eine Geschichte aus dem Alten Testament, wie mit dem Gottvertrauen eines Führers des Volkes Israel auch das Volk Israel mit diesem Vertrauen angesteckt wurde und eben nicht eine Mauer, aber dafür den Graben eines Flusses überwinden konnte. Und in Namen Gottes das ihm von Gott verheißene Land einnehmen konnte.
Jos 3,5–11.17
5 Und Josua sprach zum Volk: Heiligt euch, denn morgen wird der HERR Wunder unter euch tun.
6 Und Josua sprach zu den Priestern: Hebt die Bundeslade auf und geht vor dem Volk her! Da hoben sie die Bundeslade auf und gingen vor dem Volk her.
7 Und der HERR sprach zu Josua: Heute will ich anfangen, dich groß zu machen vor ganz Israel, damit sie wissen: Wie ich mit Mose gewesen bin, so werde ich auch mit dir sein.
8 Und du gebiete den Priestern, die die Bundeslade tragen, und sprich: Wenn ihr an das Wasser des Jordans herankommt, so bleibt im Jordan stehen.
9 Und Josua sprach zu den Israeliten: Herzu! Hört die Worte des HERRN, eures Gottes!
10 Daran sollt ihr merken, dass ein lebendiger Gott unter euch ist und dass er vor euch vertreiben wird die Kanaaniter, Hetiter, Hiwiter, Perisiter, Girgaschiter, Amoriter und Jebusiter:
11 Siehe, die Lade des Bundes des Herrn der ganzen Erde wird vor euch hergehen in den Jordan.
17 Und die Priester, die die Lade des Bundes des HERRN trugen, standen still im Trockenen mitten im Jordan. Und ganz Israel ging auf trockenem Boden hindurch, bis das ganze Volk über den Jordan gekommen war.
Es war ein langer Weg und auch eine lange Zeit. Nach vielen Irr und Umwegen war das Volk Israel endlich nach seiner 40 jährigen Wüstenwanderung am Ziel angekommen. Das es solange gedauert hat, hat es seinem Unglauben und Ungehorsam Gott gegenüber zu verdanken. Nun stand es vor der sogenannten Landnahme von Kanaan. Dieser Besitznahme des Landes geht auch einer gleichzeitigen Enteignung der Bevölkerung von Kanaan parallel. Das das nicht immer friedlich war kann man sich gut vorstellen. Aber die Bibel gibt genau mit dieser Erzählung Zeugnis davon, dass der Gott Israels der Gott der Schöpfung und der Geschichte ist, dem alle Nationen, damals und auch heute ihr Leben und Wohlergehen zu verdanke haben.
Genau das wird auch mit den Worten: „Siehe, die Lade des Bundes des Herrn der ganzen Erde wird vor euch hergehen in den Jordan.“ ausgedrückt.
So wir die Teilung des Wassers im Jordan eine Demonstration vor den Nationen, dass der Gott Israels und die anderen Götter der Herr aller Herren ist.
Mose der alte Führer des Volkes Israel war gestorben. Josua, der neue Führer war noch von Mose eingesetzt worden und auch von Gott bestätigt, aber noch lange nicht von allen im Volk Israel anerkannt. Alles war für den neuen Schritt der Landnahme vorbereit, den neuen Schritt hinein in das Land Kanaan – in das Land, das ihnen verheißen war, in das Land, wo Milch und Honig fließt.
Man hat sich innerlich und äußerlich darauf vorbereitet, Vorräte angeschafft. Man spricht sich Zuversicht zu. Die Kundschafter waren unterwegs um die Stärke der Feinde zu erkunden.
Und dann lesen wir auch noch von der geistlichen Vorbereitung des Volkes: Von der Heiligung - in der Kürze der Zeit werden es keine großen Waschungen mehr sein. Es ist nur eine kurze Zeit der Enthaltsamkeit, aber ganz besonders wichtig ist die innere Heiligung. Buße und geistliche Besinnung. Wir erleben hier wie Josua in Glaubensgehorsam handelt und wie er auch sein Volk mit auf diesen Glaubensweg nimmt. Es gibt auf diesen Weg noch eine Glaubensprobe von drei Tagen an den Ufern des Jordans, aber sie halten alle im Glauben durch. Josua weist den Weg und gibt klare Anweisungen an die Hauptleute. Seine Autorität als Führer des Volkes wächst immer mehr. Und durch Gott erfährt er eine ganz persönliche Bestärkung. Und Gott stärkt auch seine Autorität gegenüber dem Volk. Er bestätigt so seinen Führungsanspruch.
Es werden auch die Ordnungen eingehalten. So müssen Volk und Bundeslade, als Bild der Gegenwart Gottes einen Kilometer Abstand halten. Dennoch sind auch die Priester bereit zu einem Wagnis im Glauben und machen den Schritt in die Fluten des Jordan. Im Vertrauen auf das wirken Gottes machen sie ihre Füße nass und steigen in den Jordan. Erst dann beginnt er sich zu trennen.
Bei Mose war es der Stab, der das Meer spalte. Hier ist es die Bundeslade, als Zeichen der Gegenwart Gottes. Gott selber wird so der Handelnde. Gott macht damit mit seinem Volk den Neuanfang.
Die Parallele zum Durchzug durch das Schilfmeer ist unverkennbar und auch bewusst.
Interessanterweise beginnt die vierzigjährige Wüstenwanderung mit dem Durchzug durch ein Wassergebilde – dem Schilfmeer und sie endet auch mit dem Durchzug durch ein Wassergebilde, dem Jordanfluss.
Hier wird deutlich dass nach Mose die Geschichte Gottes mit seinem Volk weitergeht. Gott hört nicht auf zu handeln. Jetzt geht es mit Josua weiter. Auch heute geht die Geschichte Gottes weiter mit jedem Einzelnen von uns hier und auch mit unserer Gemeinde. Gott handelte nicht nur damals, sondern er lebt und wirkt weiter. Was Gott mit Mose getan hatte, das konnte und wollte er bei Josua tun, und er tat es. So wie Mose vor dem Dornbusch seine Schuhe ausziehen sollte, so auch Josua, als ihm der Heerführer der Armee der unsichtbaren Seite entgegentrat. Und wie Mose den Durchzug durch das rote Meer erlebt hat, so erlebt es eben Israel mit Josua es ähnlich. Die einen am Anfang und die anderen am Ende der Wüstenwanderung. Sie ziehen durch den Jordan trockenen Fußes. Derselbe Gott, der mit Mose war, handelte auch in der nachfolgenden Generation. Gottes Ziel damals war Israel das Land zu geben. Dieses Land hatte er Abraham verheißen.
Die Orientierung, um das umzusetzen, war nun in dem Wort der Heiligen Schrift – der Thora gegeben. Sie war der Maßstab. Das Wort war der Kompass und die Landkarte zur Orientierung im Labyrinth des Lebens und dem Labyrinth des Dienstes. Die Schrift enthält für das Leben im Glauben alle Vitamine, die wichtigen Spurenelemente, Ballaststoffe, die Kohlehydrate und alles, was man zum Leben braucht. Alles war da. Für Josua war es darum es stetig zu studieren. Es so verinnerlichen, dass er nicht anders als in den Denkmustern des Wortes Gottes das Volk Israel leitete.
Uns gelten heute die gleichen Grundlagen. Du hast die Zusage, dass Jesus Christus bei uns ist.
Mit der Verheißung, dass wir Kraft empfangen seine Zeugen zu sein, da wo wir leben, in unserer Familie, in unserem Dorf, in unserer Arbeit, in unserem Verein und in unserer Gemeinde, sind auch wir ausgerüstet. Denn Jesus hat mit dir sein Werk vor.
Jesus hat seine Jünger auf das Wort der Bibel gewiesen, von dem er selbstverständlich ausging als dem Wort, »das nicht gebrochen werden kann« (Joh 10,35).
Heute gibt es zu viele, die meinen, man kann doch die Aussagen der Bibel nicht immer ernst nehmen. Sie finden sich darin toll und halten es für modern, sich über das geschriebene Wort hinwegzusetzen, als wäre es egal, was Gottes Wort sagt. Es lohnt sich nicht, vor solchen Ansichten Respekt zu haben. Wer die Orientierung durch das Wort Gottes verliert, verliert mehr, als man vordergründig meint:
Man erblindet, man wird blind für die geistlichen und biblischen Zusammenhänge.
Man weiß schnell nicht mehr, was vor Gott wirklich zählt. Und man kann letztlich Gottes Wort von der menschlichen Meinung nicht mehr unterscheiden. Man verliert das Maß für die ethischen Entscheidungen.
Und schließlich verliert man dann auch Gott selbst. Die Verlässlichkeit des Wortes der Bibel und die Verlässlichkeit Gottes selbst sind nicht voneinander zu trennen. Es gibt keine Möglichkeit, sich auf Gott zu verlassen, ohne gleichzeitig sein Wort für vertrauenswürdig zu halten und umgekehrt. Wer die Bibel verliert, verliert bald auch Gott. Deshalb wurde Josua so eindringlich auf die Tora verpflichtet, weil er sonst leicht alles verloren hätte.
Josua wagte in dem er die Bundeslade, als Zeichen der Gegenwart Gottes, mitten in den Jordan stellte und so den Fluss teilte, deine Neuanfang für sein Volk Israel. Die Priester mussten sich erst einmal die Füße nass machen als sie in den Jordan stiegen.
Auch wir können im Vertrauen auf Gott und im Glauben an Jesus Christus, im Gebet mit Brüdern und Schwestern Neuanfänge des Glauben wagen – in unserem persönlichen Leben, aber auch als Gemeinde. Und wir dürfen wissen, tun wir es im Vertrauen auf sein Wort, will Gott uns beistehen.
Amen.
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