Heldinnen des AT: Ester - Heimat geben

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Gott hat einen Plan mit uns in unserem Kontext, der zur Vergrößerung seines Reiches führen soll, indem wir sein Herz für unsere Mitmenschen bekommen.

Notes
Transcript

Der Plan - Was ist Gottes Plan mit uns?

Gott hat einen Plan. Gott hat einen Plan mit dieser Welt. Gott hat einen Plan mit der Menschheit. Gott hat einen Plan mit Deutschland. Gott hat einen Plan mit Brandenburg. Gott hat einen Plan mit Hennigsdorf. Er hat einen Plan mit deiner Familie. Er hat einen Plan mit dir. Sein Plan ist es, sein Reich zu vergrößern, indem sein Herz anfängt in uns zu schlagen. Gottes Plan ist es, dass sein Herz, seine Liebe für uns und unsere Mitmenschen in uns schlägt. Gott möchte Menschen Heimat geben. Das ist sein Plan. Das ist sein Plan mit dir. Heimat geben. Wir sollen Heimatgeber sein. Eine Frau, die das beispielhaft gelebt hat, war Ester. Ester war die Königin Persiens. Sie war die mächtigste Frau im gesamten persischen Reich. Sie lebte in Reichtum, hatte Macht und Einfluss. Sie war ganz oben. Ester wurde eine Heimatgeberin. Ester hat den Menschen geholfen eine Heimat zu finden, aber das ging erst, als sie ihren Reichtum, ihre Macht und ihren Einfluss riskierte, um die Umstände ihrer Mitmenschen zu verändern. Was sie dazu führte, war ein Satz, der ihr gesagt wurde und ihr Dasein hinterfragte:
Ester 4,14 BB
Willst du in dieser Lage wirklich schweigen? Dann kommen Befreiung und Rettung für die Juden eben von anderswo her. Du aber und deine Familie – ihr kommt dann um. Wer weiß, vielleicht bist deswegen gerade du in dieser Zeit Königin geworden.«
Ester hatte Macht. Ester hatte Einfluss. Ester war reich. Sie hatte viele Möglichkeiten zu wirken. Sie konnte viel bewegen. Vielleicht war sie gerade deswegen Königin Persiens. Vielleicht gab es einen Grund, warum sie an der Stelle stand, an der sie sich gerade befand. Vielleicht steckt mehr dahinter. Ob mehr dahinter steckte oder nicht, wird sich erst im Lauf der Geschichte zeigen. Wir können heute sagen: Ja, es gab einen Grund. Ich mein, sie hat es sogar in das meistgelesene Buch der Menschheit geschafft. Also ja, es gab einen bestimmten Grund. Gott hatte einen Plan mit ihr. Vielleicht gibt es einen Grund, warum du gerade an dem Punkt stehst, an dem du stehst. Vielleicht gibt es einen Grund, warum du deine Arbeitsstelle hast. Vielleicht gibt es einen Grund, warum du Teil deiner Familie bist. Vielleicht gibt es einen Grund, warum du in dieser Welt, in diesem Land, in diesem Kontext unterwegs bist. Ich bin mir ganz sicher, dass es dafür einen Grund gibt. Ich bin mir sicher, dass es einen Grund gibt, warum ausgerechnet ich Pastor unserer Gemeinde bin. Ich erlebe, dass ich mit meinen Gaben, meinen Interessen und meiner Verbundenheit zu unserer Stadt, im Moment der richtige Pastor für unsere Gemeinde bin. Gott hatte einen Plan damit, dass wir hier in Hennigsdorf aufgewachsen sind. Er hatte ein Plan mit unserer Familie. Er hatte einen Plan mit meinem Lebensweg, der mich hierher geführt hat und weiterführen wird. Er hat mich gebraucht, um Teil einer Gemeindegründung zu sein. Genauso hat Gott einen Plan mit dir. Er möchte mit dir an deinem Ort, in deinem Kontext an seinem Reich bauen.

Der Kontext - Welchen Einfluss hat das auf meinen Kontext?

Und vielleicht sagst du jetzt: Ja, als Gemeindepastor ist das was anderes. Du musst an Gottes Reich bauen. Deine Arbeit ist es, dass die Gemeinde wächst und sich entwickelt. Wenn du das nicht machst, hast du deinen Job verfehlt. Ich bin aber an einem ganz anderen Ort unterwegs. Da gibt es gar kein Platz für Gott. Da kann ich Gott nicht erwähnen. Mein Kontext ist soweit weg von Gemeinde und Glaube, dass dort das Reich Gottes keinen Platz hat. Vielleicht ist es nicht dein Kontext, der dir sorgen macht, sondern du selbst. Lukas, der perfekte Christ und Pastor, das Vorbild. Frau, Kinder, Haus, Theologiestudium. Da kann man gut von Gott reden. Ich habe so viele Probleme. Ich mache so viel falsch. Ich habe ganz andere Herausforderungen. Ich habe eine ganz andere Geschichte. Ich weiß so wenig. Zum einen schmeichelt mir das Bild, was du von mir hast. Zum anderen wirst du allerdings mit der Zeit mitbekommen, wie wenig von dem wahr ist. Das einzige Buch in der Bibel, in dem Gott kein einziges mal erwähnt wird, ist das Buch von Ester. In der ganzen Geschichte von Ester wird Gott nicht einmal erwähnt und trotzdem wirkt er. Der ganze Kontext von Ester hat nichts mit Gott zu tun. Und trotzdem ist Gott am Wirken. Gott ist da, auch wenn er vielleicht nicht direkt thematisiert wird. Gott geht mit den Menschen seines Volkes, seiner Gemeinde, seiner Familie mit, auch wenn das Umfeld nichts mit ihm zu tun hat. Das Volk Israel soll durch ein Gesetz ausgerottet werden. Das Volk zu dem Gott sich gestellt hat, von dem er sagt: Das ist mein Volk. Und ausgerechnet in diesem Moment ist eine israelische Frau Königin von Persien, kann das Zufall sein? Gott ist kein Thema, aber er wirkt. Gott muss kein Thema in deinem Umfeld sein, aber er kann trotzdem wirken. Er kann durch dich wirken. Wie ist Ester an die Macht gekommen? Wie wurde sie Königin?
Ester 2,2–4 BB
Die jungen Diener des Königs sagten: »Man sollte für den König junge Mädchen suchen – Jungfrauen, die gut aussehen. In allen Provinzen seines Reiches könnte der König Beauftragte einsetzen. Die sollen schöne Mädchen, die noch Jungfrauen sind, hierher in die befestigte Stadt Susa bringen. Sie sollen dann in den Harem geführt werden, den der königliche Eunuch Hegai beaufsichtigt. Man soll für ihre Schönheitspflege sorgen. Das Mädchen, das dem König dann am besten gefällt, soll an Waschtis Stelle Königin werden.« Der König fand den Vorschlag gut und machte es so.
Ester geht als Siegerin aus diesem Wettbewerb hervor. Ester gewinnt einen Schönheits- und Sexwettbewerb. Das ist die Realität, das Leben in dem Ester sich befindet. Sie lebt eine Beziehung zu einem Mann, der kein Jude ist, was nach jüdischer Vorstellung falsch ist. Sie ist keine Frau Gottes. Sie ist bei weitem nicht perfekt, aber das muss sie auch nicht sein. Sie muss nicht perfekt sein für den Plan Gottes. Selbst ihr Hintergrund und ihre Geschichte, die eigentlich gegen Gott sprechen, sind kein Grund dafür, dass Ester Teil des Plans Gottes mit seinem Volk sein kann. Egal wie dein Kontext aussieht, in dem du dich gerade bewegst. Egal wie verboten, uncool oder unwichtig es ist, ob du Christ bist, egal wie dein Leben bisher aussah: Du bist ein Teil von Gottes Plan für diese Welt. Du bist Teil von Gottes Plan für deine Umfeld. Er möchte dich gebrauchen, um an seinem Reich zu bauen.

Das Reich - Was ist sein Reich?

Mit diesem Begriff Reich verbinden wir Deutschen ja nicht unbedingt etwas positives. Wir denken gleich an das dritte Reich. Es geht um Unterdrückung, Zerstörung, Gewalt, Leid. In einem Reich regieren die Mächtigen. Die Reichen blicken auf die Armen herab. Wer am meisten Einfluss hat, bestimmt wo es lang geht. Im Reich Gottes soll es anders sein. Im Reich Gottes ist der Schwache mächtig. Im Reich Gottes ist derjenige groß, der sich nicht bedienen lässt, sondern den anderen dient. Im Reich Gottes ist derjenige reich, der seinen Reichtum abgibt. Im Reich Gottes hat der Einfluss, der nicht nach Einfluss sucht. Im Reich Gottes sind die Mächtigen die Dummen und die Sklaven und Diener die Weisen.
Ester 7,3–7 BB
Da antwortete Königin Ester: »Habe ich Gnade gefunden bei dir, König? Und gefällt es dem König? Dann lass mich am Leben – das ist meine Bitte. Und lass mir mein Volk – das ist mein Wunsch. Denn man hat uns verkauft, mich und mein Volk. Man will uns ausrotten, töten, vernichten. Wenn wir als Sklaven und Sklavinnen verkauft würden, dann würde ich schweigen. Dann wäre die Not nicht so groß, dass es recht wäre, den König damit zu belästigen.« Da sagte König Xerxes zu Königin Ester: »Aber wer hat vor, so etwas zu tun? Wer ist das und wo ist er?« Ester antwortete: »Der Gegner und Feind ist Haman, dieser Verbrecher!« Haman bekam Angst vor dem König und der Königin. Voll Zorn stand der König auf. Er verließ das Festessen und ging in den Garten des Palastes. Haman blieb und flehte Königin Ester um sein Leben an. Denn er musste erkennen, dass der König seinen Tod beschlossen hatte.
Haman, der mächtigste Mann nach dem König, ist am Ende der Dumme. Er ist am Ende der Dumme, der das Volk der Königin vernichten wollte. Er hat den König überredet das Gesetz zu erlassen, weil ein Jude ihn beleidigt hatte, indem er gegenüber Haman ungehorsam war. Aber ehrlicherweise ist auch der König der Dumme, der das Volk seiner eigenen Frau auslöschen wollte, ohne es zu wissen. Die Mächtigen sind die Dummen. Die Weisen sind die Sklaven und Diener. Ester und Mordechai gehen als Sieger heraus. Haman wird hingerichtet und Mordechai, der Ziehvater von Ester, wird der zweitwichtigste Mann des persischen Reiches. Eigentlich sollte Mordechai durch Haman hingerichtet werden. Am Ende ist es aber Haman, der die Strafe für sein Verhalten bekommt. Das Reich Gottes legt keinen Wert auf die Strukturen dieser Welt. Wer du hier bist und was du hier zählst, hat keinen Einfluss auf den Wert, den du bei Gott hast. Es hat keinen Einfluss darauf, wie Gott dich sieht. Es geht nicht darum, dass die Reichtum, Macht und Einfluss in dieser Welt gewinnst. Es geht nicht darum, dass du besonders erfolgreich bist. Es geht vielmehr darum, dass du deine Schwäche erkennst und dir eingestehst, dass du einen Retter brauchst. Die Schwachen sind bei Gott stark, denn Gott hat ein Herz für die Schwachen. Er möchte die Schwachen aus ihrer Not befreien. Diejenigen, die verstehen, dass sie Gott brauchen, werden Gott auch erleben und Teil seines Reiches sein. Ich brauche Gott. Ich bin schwach. Ich versage. Ich mache viele Fehler. Ich bin launisch, zornig, stur. Ich möchte es nicht sein. Jeden morgen nehme ich mir vor super geduldig mit meinen Kindern zu sein. Wenn sie aber morgens um 5 weinend aufwachen, dann ist die Geduld sehr schnell weg. Ich bin schwach und das ist kein Problem, denn Gott wird mich stärken. Gott wird mich stärken, indem er mich sehen lässt, wie er mich sieht. Indem ich Veränderung in mir erlebe und sein Herz anfängt in mir zu schlagen.

Die Mitmenschen - Wie bekomme ich Gottes Herz für meine Mitmenschen?

Und diese Veränderung passiert durch den zweiten Schritt: Ich gestehe mir ein, dass ich schwach bin und ich mein Leben Gott zur Verfügung.
Ester 5,1–2 BB
Drei Tage später legte Ester königliche Gewänder an. So betrat sie den inneren Hof des Palasts, gegenüber des königlichen Saales. Der König saß auf dem Thron seines Königreichs, der im Saal stand, dem Palasteingang gegenüber. Als der König die Königin Ester auf dem Hof stehen sah, fand sie Gnade bei ihm. Da hielt er ihr seinen goldenen Herrscherstab entgegen. Ester kam näher und berührte die Spitze des Stabs.
Ester tritt in den Hof des Palastes. Das passiert noch bevor sie mit dem König und Haman spricht. Kurz nachdem ihr Ziehvater Mordechai ihr sagt: Vielleicht bist du deswegen Königin geworden. Wird sie sich ihrer Rolle und Verantwortung bewusst, und genauso wird sie sich ihrer Identität bewusst. Sie ist Jüdin. Sie gehört zum Volk Israel. Sie ist Teil des Volkes Gottes und kann deshalb nicht einfach zusehen. Sie kann nicht einfach daneben stehen, wenn ihr Volk am Abgrund steht. Sie identifiziert sich mit ihrem Volk und riskiert ihre Macht, ihr Ansehen, ihren Einfluss für ihre Leute. Sie geht aufs Ganze für ihre Mitmenschen. Den Schritt vor den königlichen Saal hätte sie alles kosten können. Sie tut es aber, weil sie weiß: Es geht um mehr als mich. Es geht um Gottes Volk. Es geht um meine Mitmenschen. Jemand der noch weiter ging ist Jesus. Jesus riskiert es nicht nur seine Macht, seine Ansehen, seinen Einfluss zu verlieren, sondern er verliert ihn. Er verliert ihn, damit er sich ganz mit uns identifizieren kann. Jesus stand nicht nur vor dem Thronsaal, sondern er saß zur Rechten des Königs. Er saß an der Seite Gottes im Himmel. Er hat gemeinsam mit Gott regiert. Er war dort, wo wir alle eines Tages hin wollen. Er war an dem Ort, von dem wir uns wünschen, dass er auf die Erde kommt: im Himmel. Er gibt es auf, um so zu sein wie wir. Er gibt es auf, um so zu leben, wie wir leben sollten. Er gibt es auf, um uns den Weg in den Himmel zu bereiten, den wir selbst nicht gefunden hätten. Er gibt es auf, um die Strafe zu empfangen, für ein fehlerhaftes Leben, dass er nicht gelebt hat, damit die Liebe, das Reich Gottes in dieser Welt sichtbar, spürbar und erlebbar für uns wird. Das ist der Herzschlag Gottes. Gott selbst ist bereit seine Macht zu verlieren, damit er uns nahe sein kann. Das passiert, wenn das Herz Gottes anfängt in uns zu schlagen: Wir sind bereit etwas zu verlieren und aufzugeben um seinetwillen. Wir sind bereit etwas zu verlieren und aufzugeben für unsere Mitmenschen. Wir suchen nicht mehr nach dem, was die Welt uns verspricht, sondern nach dem, was Gott uns verspricht. Es geht nicht mehr um uns. Es geht um ihn. Das ist sein Plan. Dazu lädt er dich ein. Dazu fordert er dich heraus. Das ist es, was er für uns getan hat. Bist du dazu bereit? Bist du bereit deine Schwäche einzugestehen? Bist du bereit deine Macht an Gott abzugeben? Er wird dein Leben gebrauchen. Er wird dein Leben nutzen. Du wirst Frieden finden. Du wirst Freude finden. Du wirst Halt finden. Wenn du dazu bereit bist, dann schließe jetzt deine Augen, hebe deine Hand und bete gemeinsam mit mir:
Gott, ich danke dir für das, was du für mich getan hast. Du hast alles für mich aufgegeben, damit ich dich sehen kann. Damit ich dich spüren kann. Damit ich dich erfahren kann. Du hast mir deine Liebe durch Jesus Christus gezeigt und dafür danke ich dir. Ich brauche deine Liebe, denn ich bin schwach. Ich mache Fehler. Ich bitte dich: Nutze du meine Schwäche. Gebrauche mich. Erfülle mich. Ich möchte eine Beziehung mit dir führen und mein Leben von ihr bestimmen lassen. Komme mit deinem Heiligen Geist und segne mich. Amen.
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