Erinnere Dich an den Geist

Sermon  •  Submitted   •  Presented
0 ratings
· 7 views
Notes
Transcript

Erinnere Dich an den Geist

Ich weiß nicht, wie es euch geht Geschwister, aber ich benötige doch immer häufiger Erinnerungen. Ich muss immer wieder an Dinge erinnert werden, die ich eigentlich weiß aber trotzdem nicht vor Augen habe. Häufig geht es dabei um Termine. Und ich bin einfach unglaublich froh, dass es so etwas wie einen digitalen Kalender gibt, der mir automatisch aufs Handy Erinnerungsbenachrichtigungen gibt. Früher konnte ich mir noch alles gut merken, aber diese Zeit ist vorbei.
Aber das ist gar nicht nur auf Termine zu beschränken.
Ich kenne das zum Beispiel von der Arbeit. Hin und wieder arbeite ich, wie einige von euch auch mit Excel. Da kann man die unterschiedlichsten Dinge mit Daten aus Tabellen machen. Und eigentlich kenne ich so einige Formeln und Funktionen. Formeln sind dazu da, um die Arbeit zu erleichtern. Wenn ich zum Beispiel eine Tabelle vor mir habe und alle doppelten Werte haben möchte, kann ich das ohne Probleme mit Excel automatisch machen. Zum Beispiel, wenn ich sehen möchte, ob eine E-Mailadresse doppelt angegeben wurde.
Und trotzdem ertappe ich mich manchmal dabei, Datensätze ohne Hilfe abzusuchen. So, dass ich manchmal eine Erinnerung benötige, dass es doch auch einfacher geht.
Woran liegt das? Häufig werden wir vom Alltag überrannt und versuchen uns noch über Wasser zu halten - bildlich gesprochen. Wir fokussieren uns häufig genau auf das, was uns gerade beschäftigt und vergessen die Welt um uns herum. Wir sehen, es gibt unterschiedliche Bereiche, in denen wir Erinnerungen benötigen können.
Und auch ich möchte uns heute mit dem Wort Gottes an etwas erinnern. Ich möchte euch nämlich erinnern, wie Paulus Timotheus erinnert hat.
Dazu lesen wir
2 Timothy 1:6–7 SLT
Aus diesem Grund erinnere ich dich daran, die Gnadengabe Gottes wieder anzufachen, die durch Auflegung meiner Hände in dir ist; denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht.
Es ist eine sehr faszinierende Bibelstelle, die hier zu uns spricht.
Timotheus ist ein Diener Gottes, der eine Gnadengabe erhalten hat. Welche Gabe er erhalten hat, wird hier nicht genannt. Aber mit der Gnadengabe ist eine Fähigkeit oder Gabe gemeint. Es könnte sich hier zum Beispiel um die Gabe des Hirten oder der Lehre handeln. Vielleicht auch eine Kombination aus beidem. Fakt ist jedoch, dass Timotheus seine Gabe, die er erhalten hat, schleifen lassen hat und nicht in dieser Form einsetzt wie er es sollte. In diesem Fall ist der Grund wahrscheinlich seine Furcht vor anderen Menschen. So zeigt es die Argumentation von Paulus. Vielleicht spielt dabei sein junges Alter eine Rolle - aber der Grund ist hier auch gar nicht so wichtig.
Denn Gott befähigt Timotheus und Timotheus setzt diese Befähigung nicht so ein, wie er sollte. Er vergisst sie gewissermaßen. Deswegen muss Paulus ihn hier daran erinnern.
Und ich möchte dich und mich auch daran erinnern. Gott hat dich befähigt. Er hat dir Gaben und Fähigkeiten geschenkt. Nicht durch Handauflegung wie wir es hier von Timotheus lesen. Das ist nicht der Standard und keine Voraussetzung dafür, Gaben von Gott zu empfangen. Und Gott gibt uns die unterschiedlichsten Aufgaben - und dementsprechend auch unterschiedliche Gaben und Fähigkeiten.
Vielleicht hast du die Aufgabe von Gott bekommen zu Lehren, vielleicht hier für ihn zu singen.
Aber es gibt nicht nur Gaben die wir hier im Gottesdienst ausüben. Sondern auch als Hausfrau und Mutter Gott zu dienen, durch deine Gastfreundschaft Menschen zu ermutigen und aufzubauen, als Vater zu Hause das Wort Gottes weiterzugeben. Wir könnten hier eine sehr lange Liste machen.
Und vielleicht hast du es vergessen und brauchst eine Erinnerung. Der Alltag jagt uns. Auf der Arbeit gibt es viel zu tun und wir sind davon eingenommen.
Voll bist du wie Timotheus und Sorgen hindern dich daran.
Gesundheit, Familie Arbeit.
Wenn wir nach Hause kommen warten so viele Aufgaben auf uns. Wir haben Angst unsere Gaben vor anderen Menschen einzusetzen weil wir nicht perfekt sind. Wir haben Angst, dass wir nicht akzeptiert werden, dass wir ausgelacht werden. Wir kommen zu Hause unseren To-Do´s kaum hinterher und fühlen uns mutlos.
Es gibt so viele Umstände, die uns dazu bringen unsere Gaben zu vergessen. So, dass wir uns zurückziehen und kraftlos sind.
Aber wir dürfen uns daran erinnern und positiv auf unsere Aufgaben schauen: Denn Paulus argumentiert, dass wir Christen keinen Geist der Furchtsamkeit erhalten haben.
Er sagt, Timotheus erinnere dich an das, was Gott dir für Fähigkeiten und Gaben gegeben hat und hab keine Angst. Denn der Geist den Gott dir gegeben hat, hat die Eigenschaften der Kraft, der Liebe und der Zucht oder Besonnenheit wie es auch gerne übersetzt wird.
Das sind Eigenschaften, die nicht mit Angst oder Furcht zusammenpassen.
Und diese Eigenschaften haben wir Christen in uns. Die hast du in dir, wenn du ein Kind Gottes bist.
Und genau das darf uns so viel Mut machen. Denn wie wollen wir das alles aus uns heraus bewältigen? Ich kann es nicht.
Aber durch den Geist, den Gott uns gegeben hat, ist es möglich. Wir haben die Eigenschaft der Kraft:
Durch den Geist haben wir die Kraft die Aufgaben zu bewältigen die Gott uns gibt. Aus ihm dürfen wir diese Kraft schöpfen. Was nicht bedeutet, dass wir nicht erschöpft sein können, aber gerade dann können wir Kraft im geistlichen Sinne bei Gott auftanken durch seinen Geist.
Durch den Geist haben wir die Liebe. Ohne die Liebe funktioniert nichts. Ob wir in der Familie dienen oder hier in der Gemeinde oder bei unseren Mitmenschen. Nur mit der Kraft ohne die Liebe ist es nur ein abarbeiten von To-Do´s ohne die Menschen und Gott zu sehen. Von uns aus können wir aber nur sehr wenig Liebe weitergeben, wenn es uns gut geht. Aber durch den Geist können wir lieben.
Und die letzte Eigenschaft, die hier genannt wird ist die der Zucht oder Besonnenheit. Es meint, dass wir überlegt Handeln. In jeder Hinsicht. Diese Eigenschaften des Geistes sagen nicht aus, dass wir alles ohne Probleme machen können. Besonnen zu handeln bedeutet, dass wir tun was dran ist, dass wir es einschätzen können - dass wir uns nicht überladen. Aber auch gleichzeitig, dass wir eine Selbstzucht erleben können - keine physische Zucht wohlgemerkt. Aber der Geist kann uns zum Beispiel Gewohnheiten aufzeigen, die nicht gut für uns sind und uns daran hindern unser Leben zu Ehre Gottes zu Leben. Es ist aber unglaublich schwer sich selbst zu ändern. Aber mit der Hilfe des Heiligen Geistes können wir uns hin zu Christus verändern.
So einen Geist dürfen wir in uns haben.
Und wir dürfen gemeinsam beten. Wir dürfen ihn darum bitten, dass wir uns daran Erinnern welche Gaben Gott uns gegeben hat, um diese für ihn einzusetzen. Wir dürfen Gott dafür danken, dass er uns einen Geist gegeben hat, der uns beisteht unsere Aufgaben im Leben zu seiner Ehre zu bewältigen. Dass er uns aufbaut, wenn wir müde sind. Wenn wir aus uns keine Liebe übrig haben, baut er uns wieder auf und befähigt uns.
So dass wir voller Mut auch in die nächste Woche gehen dürfen.
Lasst uns aufstehen zum Gebet.
Related Media
See more
Related Sermons
See more
Earn an accredited degree from Redemption Seminary with Logos.