Das Licht, das uns ruft

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Das Licht, das uns ruft

Gottes Liebe offenbart sich im Licht Jesu und fordert uns zu einer Entscheidung auf.
Einleitung: Ein moderner Blick auf Licht
Herr, gib uns ein Wort für unser Herz, und ein Herz für dein Wort. Amen.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen
Liebe Gemeinde,
stellt euch vor, da scrollt ihr abends durch das Handy. Social Media, Nachrichten, Videos – alles leuchtet euch entgegen. Doch plötzlich poppt eine Benachrichtigung auf: „Batterie bei 10 %“. Da sucht ihr panisch nach dem Ladekabel, weil ihr wisst: Ohne Strom wird das Licht des Bildschirms bald erlöschen.
In unserem Alltag sind wir auch auf das Licht angewiesen – nicht nur physisch, sondern auch emotional und spirituell. Was wäre unser Leben ohne Sonnenschein? Doch was passiert, wenn wir vor einem Licht stehen, das uns nicht nur erleuchtet, sondern uns auch herausfordert, uns zu verändern?
Genau davon spricht Jesus in Johannes 3,14-21. Es geht um ein Licht, das die Welt hell macht, es ist Jesus selbst. Und es geht um die Frage, wie wir darauf reagieren.
Johannes 3,14–21 BB
14 Es ist wie damals bei Mose, als er in der Wüste den Pfahl mit der Schlange aufgerichtet hat. So muss auch der Menschensohn erhöht werden, 15 damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat. 16 Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hingab. Jeder, der an ihn glaubt, soll nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. 17 Gott hat den Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er sie verurteilt. Vielmehr soll er die Welt retten. 18 Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt. Wer aber nicht glaubt, ist schon verurteilt. Denn er hat nicht an den geglaubt, der Gottes einziger Sohn ist. 19 So geschieht die Verurteilung: Das Licht ist in die Welt gekommen. Aber die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht. Denn ihr ganzes Tun war böse. 20 Jeder, der Böses tut, hasst das Licht. Er tritt nicht ins Licht, damit seine Taten nicht herauskommen. 21 Wer sich bei dem, was er tut, nach der Wahrheit richtet, tritt ins Licht. Seine Taten sollen bekannt werden, denn Gott selbst bestimmt sein Handeln.«
Nikodemus der Pharisäer, der eigentlich Bescheid weiß
Da ist Nikodemus, ein angesehener Mann, er ist ein Gelehrter, einer, der sich mit Gott auskannte. Denn er wusste, was in den Heiligen Schriften stand. Er kannte die Gebote. Er konnte ganze Abschnitte auswendig. Und als Pharisäer war es sein Beruf, den Menschen zu erklären, wie man richtig vor Gott lebte. Er kam bei Nacht zu Jesus. Vielleicht, weil er Angst hatte, entdeckt zu werden. Vielleicht, weil er nicht gewollt hat, dass seine Kollegen erfuhren, dass er diesen Jesus ernst nahm. Aber in dieser Dunkelheit wurde er mit etwas konfrontiert, das ihn aus dem Gleichgewicht brachte. Denn Jesus wurde ihm gegenüber konkret, als er von seiner Gottes- und Menschensohnschaft und wie er den Willen Gottes erfüllt, sprach.
Die Erhöhung Jesu: Ein Rettungsanker in der Wüste
Und jetzt setzt Jesus sein Gespräch mit Nikodemus mit einer alten Geschichte fort, die vielleicht bisher kaum jemand auf den Schirm hatte, aber bei dieser Geschichte geht es fundamental um die Frage des Glaubens:
„Es ist wie damals bei Mose, als er in der Wüste den Pfahl mit der Schlange aufgerichtet hat. So muss auch der Menschensohn erhöht werden.“
Hier vergleicht Jesus seinen Auftrag und sein Handeln als Messias mit den Geschehnissen zurzeit des Moses, als dieser die bronzene Schlange schuf (4. Mose 21), weil sie wieder einmal nicht auf Gott vertrauten, sondern gegen Gott murrten, damit die Israeliten doch wieder gerettet wurden, wenigsten die, die auf die bronzene Schlange blickten. Wer das tat, starb nicht. Wer es nicht tat, starb als Folge der Schlangenbisse.
Diese bronzene Schlange blieb viele Jahrhunderte als ein Heiligtum stehen. Ja, manche Israeliten verehrten diese dann irgendwie als Gott. Erst der König Hiskia entfernte diese bronzene Schlange als ein heidnisches Heiligtum aus dem Tempel.
Jesus selbst will hier schon deutlich machen, wie sein Tod aussehen wird und dass seine „Erhöhung“ am Kreuz kein Zeichen einer Niederlage ist, sondern der Sieg über die Macht der Sünde und des Todes.
Ich weiß nicht, ob ihr alle wisst, was ein Escape-Room ist. Das ist ein Raum, der bei so modernen Selbstfindungskursen genutzt wird. Da lassen sich die Leute einsperren und müssen dann mit irgendwelchen Rätseln gemeinsam den Schlüssel und die richtige Tür finden, um aus diesem Raum herauszukommen. Das soll das Teamwork fördern. Oft geht das sogar nach Zeit, ehe nicht irgendwelche andere Ereignisse geschehen. Dann bekommen sie eine kalte Dusche ab oder etwas ähnliches. Manchmal ist der entscheidende Hinweis an der Decke unerreichbar hoch. Und da hebt jemand eine Leiter rein. Da musst du nur zugreifen, um zur Lösung zu kommen und dem Raum zu entfliehen. Genauso ist es mit Jesus am Kreuz. Er ist wie diese Leiter: Er wird „erhöht“, damit wir ihn sehen und um gerettet zu werden.
Wir müssen nur daran glauben. Genau an diese Worte, die auch Nikolaus Graf von Zinzendorf zum Glauben geführt haben: “Das tat ich für dich, was tust du für mich?”
Wo finden wir uns in unserem Leben verloren oder „gebissen“ von unseren Problemen, Sorgen und Nöten? Es klingt banal, aber auch wir können auf Jesus als unserem Rettungsanker schauen, wie es damals die Juden tun sollten und auf die eherne Schlange schauen. So wird unsere Leben verändert.
Denn Jesus will der Retter sein, weil Gott uns liebt, das hat er uns zugesagt:
Gottes Liebe: Der größte Liebesbrief der Welt
Johannes 3,16–17 BB
16 Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hingab. Jeder, der an ihn glaubt, soll nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. 17 Gott hat den Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er sie verurteilt. Vielmehr soll er die Welt retten.
Das sind wohl mit die bekanntesten Worte der Bibel. Sie sind wie ein Leuchtfeuer, das uns Gottes Liebe klar und unmissverständlich aufzeigt. Sie beschreiben eben nicht nur irgendeine menschliche Zuneigung, sondern genau diese eine Liebe, die bereit ist, das Kostbarste zu geben – seinen eigenen Sohn. Nicht, um uns zu richten, sondern um uns zu retten, gibt Gott seinen eigenen Sohn.
Diese Liebe erweist sich in der Vergebung. Es ist diese Zusage Gottes: „Dir sind deine Sünden vergeben!“ Wie oft hat Jesus auch schon zu seinen Lebzeiten diese Worte gesagt. Wie oft haben sich die Pharisäer und Schriftgelehrten darüber aufgeregt, weil sie nicht begreifen konnten, dass Jesus die Vollmacht hatte, das wirklich zu sagen. Aber Jesus konnte nicht nur von dieser Liebe reden – er hat sie auch wirklich gelebt.
Er ist das Licht, das in diese Welt gekommen ist. Ein Licht, das uns den Weg zu Gott zeigt. Jesus hat diesen Weg beschritten – als Mensch, mitten unter uns. Er hat gelitten, wurde verspottet, verlacht und schließlich gekreuzigt. Doch das Licht ist nicht erloschen. Schon jetzt in der Passionszeit können wir auf Ostern sehen: Er ist auferstanden!
Genau in dieser Liebe – in diesem Licht – wendet sich Gott auch heute noch jedem Einzelnen von uns zu. Zu dir. Zu mir.
Darum wenn wir dieses Licht annehmen, wenn wir „Ja“ sagen zu dieser einzigartigen Liebe Gottes, dann verändert sich unser Leben. Es wird nicht einfach nur ein bisschen besser oder angenehmer – es wird total verwandelt.
Aus einem verzweifelten und deprimierten Lebenswürmchen wird ein von Gott geliebtes und aufgerichtetes Menschenkind. Ein Mensch, der durch den Glauben von neuem geboren wird.
Doch Gottes Liebe ist nicht nur für die, die sich verloren und verzweifelt fühlen. Sie ist auch für diejenigen, die stolz und selbstbezogen durchs Leben gehen. Denn wenn ein solcher Mensch die Liebe Gottes annimmt, dann geschieht etwas Wunderbares: Aus Stolz wird Demut. Aus Herrschsucht wird Liebe.
Aus Selbstsucht wird Bereitschaft, für andere da zu sein und sich für sie einzusetzen. Es wird deutlich, dass es um mehr geht als nur um schöne Worte oder Lebensberatung. Es geht um das echte Leben. Und dieses Leben hat Gott unendlich viel gekostet – das Leben seines Sohnes Jesus Christus.
Vielleicht kennt ihr auch eine Situation, in der jemand ein großes Opfer für euch gebracht hat. Ein Freund, der stundenlang zugehört hat, obwohl er selbst kaum Zeit hatte. Oder ein Elternteil, das auf etwas verzichtet hat, damit ihr das bekommst, was ihr gebraucht habt.
Doch Gottes Liebe ist unendlich größer. Sie hat sich am Kreuz gezeigt – dort, wo Jesus für dich und für mich starb.
Die Frage, die bleibt, ist: Wie reagierst du auf dieses Licht der Liebe Gott, das dich ruft? Wie reagierst du auf den Heiland Jesus Christus? Lässt du ihn in dein Leben hinein? Oder hältst du Abstand, weil er dich herausfordert, dich verändert, dich zur Entscheidung ruft? Er ist als das Licht Gottes hier. Er wartet auf deine Antwort.
Das Licht und unsere Entscheidung: Leben im Rampenlicht
Doch was bedeutet es nun diesem Licht zu begegnen? Da offenbart uns Jesus als das Licht, wer wir wirklich sind. Und genau hier liegt die Herausforderung. Manche Menschen fliehen nun vor diesem Licht, weil sie genau ihre Schwächen nicht sehen wollen. Weil sie Angst haben, dass ihre Fehler aufgedeckt werden. Weil sie lieber im Dunkeln bleiben, wo sie ihre Masken tragen können, ohne hinterfragt zu werden. Ihr kennt ja diese Redewendung “Im Dunkeln ist “gut” munkeln”. Wobei das gut in Anführungsstrichen steht. Das gilt auch hier.
Vielleicht habt ihr schon einmal mit dem Smartphone ganz nahe ein Selfie gemacht und dabei gemerkt, dass plötzlich jeder kleine Makel sichtbar wird – jedes Haar, das nicht richtig liegt, jede Falte, jeder Pickel. Da war dann der erste Impuls, das Foto sofort zu löschen oder es so zu bearbeiten, dass nichts Unschönes mehr zu sehen ist.
Aber Jesus ist nicht gekommen, um uns einfach bloßzustellen. Er ist auch nicht gekommen, um uns zu verurteilen oder zu beschämen. Jesus ist wie so ein Selfie, das uns zeigt, wie wir wirklich sind – aber mit dem Angebot, uns nicht zu löschen, sondern zu heilen.
Die Entscheidung, die Jesus uns hier vor Augen führt, ist klar:
Willst du im Dunkeln bleiben, wo alles Verborgene sicher scheint?
Oder wagst du es, mit deinem ganzen Leben ins Licht zu kommen?
Was gibt es in deinem Leben, das du lieber im Dunkeln lassen möchtest?
Was gibt es, wovor du dich fürchtest, es zu Jesus zu bringen?
Das Licht, das uns ruft, ist nicht dazu da, uns zu zerstören. Es ist da, um uns zu retten, uns zu verwandeln, uns zu heilen.
Ein Schritt ins Licht
Unser Predigttext heute zeigt uns den ganzen Bogen der Liebe Gottes: Jesus wurde erhöht – am Kreuz – um uns zu retten. Gottes Liebe gibt uns nicht auf, sondern lädt uns ein, ins Licht zu treten. Und wir stehen vor einer Entscheidung: Finsternis oder Licht.
Ob sich Nikodemus für Jesus und das Licht entschieden hat, wissen wir nicht. Wir wissen nur, dass er immer später positiv im Hohen Rat für Jesus gesprochen hat.
Aber für uns ist heute diese Einladung da. Sie steht im Raum, hier und jetzt. Vielleicht bedeutet dieser Schritt für dich, Jesus zum ersten Mal wirklich anzuschauen und ihm zu vertrauen. Vielleicht bedeutet er, etwas Verstecktes ans Licht zu bringen – sei es im Gebet oder im Gespräch mit jemandem, dem du vertraust.
Gott hat seinen Sohn gegeben, damit du lebst. Wie wirst du antworten?
Amen.
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus unserem Herrn. Amen.
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