Wenn Gott durch Prophetie spricht
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Prophetie oder Hokuspokus? – Warum Gott keine Wahrsagerbude betreibt
Prophetie oder Hokuspokus? – Warum Gott keine Wahrsagerbude betreibt
(Schaut euch das mal an. Ich halte hier eine Glaskugel in der Hand.)
Kennt ihr das? Man sieht so eine Kugel und sofort hat man bestimmte Bilder im Kopf. Eine geheimnisvolle Frau mit wallendem Gewand, viel zu vielen Goldketten, vielleicht einem Tuch über dem Kopf. Die Augen halb geschlossen, die Hände über der Kugel. Und dann kommt der Satz: „Ich sehe … deine Zukunft!“
Na, wer hat so eine Szene schon mal in einem Film gesehen? Oder vielleicht auf einem Jahrmarkt?
Oder noch besser: Diese Leute, die aus der Hand lesen. „Oh, oh …“ (Pause) „Diese Linie hier … du wirst ein langes Leben haben!“ – oder: „Oh je, du solltest in nächster Zeit keine großen Anschaffungen machen, ich sehe dunkle Wolken!“
Ich sag euch was: Wenn’s nach solchen Prophetien gehen würde, dann habe ich nach den Glückskeksen, die ich in meinem Leben geöffnet habe, bereits fünfmal meine große Liebe gefunden, dreimal das große Geld gemacht und wäre mindestens zweimal ins Ausland ausgewandert – nur ist nichts davon eingetreten. Zum Glück ist Prophetie nicht dasselbe wie Wahrsagerei.
Aber genau das ist das Problem: Viele Menschen haben ein völlig falsches Bild davon, was Prophetie in der Bibel eigentlich bedeutet. Sie stellen sich darunter so eine Art religiösen Hellseher vor, jemand, der die Zukunft voraussagt, wie in einem Fantasyfilm.
Aber biblische Prophetie ist etwas ganz anderes. Gott betreibt keine Wahrsagerbude. „Prophetie ist eine göttliche Gabe, durch die ein menschliches Wesen befähigt wird, Worte zu reden, die göttliche Autorität haben.“[1] So lesen wir im Alten Testament, dass Gott durch die Propheten zu den Menschen spricht, aber auch im Neuen Testament, wie Gott Christen durch den Heiligen Geist befähigt, prophetisch zu sprechen. Es geht nicht darum, in eine Glaskugel zu starren und in geheimnisvollen Rätseln zu sprechen. Sondern es geht darum, dass Gott selbst zu uns redet – und zwar mit einer klaren Absicht: um aufzubauen, um zu ermutigen und um uns auf den richtigen Weg zu bringen.
Und genau darüber wollen awir heute sprechen. Was bedeutet es, wenn Gott durch Prophetie spricht? Was hat das mit uns heute zu tun? Und warum ist Prophetie eigentlich viel mehr als nur eine geheimnisvolle Botschaft aus einer anderen Welt?
Gott rüstet seine Gemeinde aus – Prophetie als Teil seines Plans
Gott rüstet seine Gemeinde aus – Prophetie als Teil seines Plans
Unser Ausgangspunkt ist die Gabenlehre im Neuen Testament – und damit auch ein zentraler Gedanke: Gott stattet seine Gemeinde mit allem aus, was sie braucht. Er gibt Gaben – aber nicht zum Selbstzweck, sondern „zum Nutzen aller“, so sagt es Paulus in 1. Korinther 12,7.
Das heißt: Geistliche Gaben sind nicht dafür da, dass sich jemand damit profilieren kann oder sich besonders geistlich fühlt. Sie sind nicht für die einzelne Person, sondern für die Gemeinde. Damit der Leib Christi gebaut wird, damit Menschen ermutigt werden, damit Gottes Wort spürbar, erfahrbar und lebendig wird.
Und in dieser Liste der Gaben taucht auch die Gabe der Prophetie auf. 1. Korinther 12,10 nennt sie ausdrücklich. Genauso finden wir sie in anderen Aufzählungen von Gnadengaben, zum Beispiel in Römer 12,6 oder Epheser 4,11. Sie gehört also ganz selbstverständlich zu dem, womit Gott seine Gemeinde segnet.
Der Sinn der neutestamentlichen Gemeindeprophetie ist nach 1. Korinther 14,3-4 das, was wie Seelsorge nennen würden:
„Wer aber prophetisch redet, der redet zu Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung. Wer in Zungen redet, der erbaut sich selbst; wer aber prophetisch redet, der erbaut die Gemeinde.“ (1. Kor 14,3-4 LU17)
Diese drei Begriffe – Erbauung, Ermahnung und Tröstung – sind keine zufällige Wortwahl. Sie zeigen uns, was Gottes Absicht mit der Prophetie ist. Schauen wir uns das einmal genauer an.
1. Erbauen – Wenn Prophetie uns aufbaut
1. Erbauen – Wenn Prophetie uns aufbaut
(Ich nehme einen Karton und stelle ihn sichtbar hin.)
Das griechische Wort für „erbauen“ ist oikodomein – und das bedeutet wörtlich: ein Haus bauen. Und genau das ist das Bild, das Paulus hier benutzt. Es geht nicht um ein nettes Gefühl, nicht um eine warme Atmosphäre, in der man sich einfach wohlfühlt. Es geht um Aufbau, um Konstruktion, um etwas Handfestes.
Wir kennen das alle: Ein Haus entsteht nicht von allein. Es braucht Baumaterial, einen Plan und vor allem Zeit. Und genau so ist es auch mit unserem Glauben. Prophetie hat die Aufgabe, uns aufzubauen – nicht nur in unserer persönlichen Beziehung zu Gott, sondern auch als Gemeinde.
(Ich stelle einen zweiten Karton dazu.)
Leider wird „Erbauung“ oft mit Stimmung verwechselt. Aber Paulus meint hier keine rein emotionale Ermutigung, sondern eine echte Stärkung. Ein Haus wird nicht durch schöne Worte stabil, sondern durch tragfähige Mauern. Und genauso geht es bei Prophetie nicht darum, einfach nette Dinge zu sagen, damit wir uns gut fühlen. Wahre Prophetie legt eine Grundlage, auf die man bauen kann. Sie stärkt unseren Glauben, sie gibt uns Richtung, sie hilft uns, geistlich zu wachsen.
(Ich baue die Mauer weiter – einige Kartons mit Lücken dazwischen.)
Und manchmal zeigt uns Gott durch Prophetie genau die Stellen, wo in unserem Leben noch Lücken sind. Vielleicht eine fehlende Überzeugung, eine Wahrheit, die wir noch nicht ergriffen haben, oder eine Ermutigung, die uns noch gefehlt hat. Gott will, dass unser Leben ein stabiles Bauwerk wird, kein zusammengewürfelter Schuppen. Und deshalb gibt er uns Prophetie – nicht, um uns nur für den Moment gut fühlen zu lassen, sondern um uns dauerhaft aufzubauen.
2. Ermahnen – Wenn Prophetie uns zuspricht
2. Ermahnen – Wenn Prophetie uns zuspricht
(Ich stelle einen weiteren Karton auf die Mauer.)
Das Wort „ermahnen“ klingt im Deutschen oft unangenehm. Wir denken an erhobene Zeigefinger, an Strenge, an Korrektur. Doch das griechische Wort, das Paulus hier verwendet, Paraklesis, hat einen völlig anderen Klang. Es bedeutet Beistehen, Zusprechen, Ermutigen. Es ist die Art von Ermahnung, die nicht kleinmacht, sondern aufrichtet. Eine Ermahnung, die nicht nur sagt, was falsch läuft, sondern auch den Ausweg zeigt.
Das ist das große Prinzip des Evangeliums: Gott bleibt nie im Negativen stehen. Selbst wenn er uns auf unser Versagen hinweist, tut er das nie, um uns zu entmutigen oder bloßzustellen, sondern um uns herauszurufen – hin zu ihm. Er zeigt uns immer den Weg der Gnade.
Ein gutes Beispiel dafür ist das Wort an die Gemeinde in Laodizea: Jesus hält ihr den Spiegel vor, zeigt ihr ihren Zustand – „lau“ und selbstzufrieden –, aber er bleibt nicht dabei. Er ruft sie zur Umkehr, er lädt ein: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an.“ (Offb 3,20) Seine Ermahnung ist immer mit einer ausgestreckten Hand verbunden.
(Ich stelle einen weiteren Karton auf die Mauer.)
Genau das ist die Kraft prophetischen Zuspruchs: Paraklesis deckt das Verborgene im Herzen auf – aber nicht nur im Sinne von Sünde oder Verfehlung. Es geht oft um tief verborgene Sehnsüchte, Nöte, ungeklärte Fragen, die wir selbst nicht einmal richtig benennen können. Wir alle sind geprägt durch Erfahrungen, Verletzungen, vielleicht sogar durch Traumata, die uns unbewusst steuern. Und dann kommt Gott durch Prophetie und spricht genau da hinein. Nicht, um bloßzustellen, sondern um zu befreien.
(Ich stelle einen weiteren Karton hin.)
Wir sehen das in 1. Korinther 14,25: Wenn prophetische Rede das „Verborgene des Herzens“ ans Licht bringt, dann fällt der Mensch vor Gott nieder und erkennt: Gott ist wirklich hier! Es geht nicht darum, Menschen vorzuführen, sondern darum, dass sie sich erkannt und geliebt wissen.
(Ich baue die Mauer weiter und lasse eine Lücke.)
Wir alle brauchen solche Momente des Zuspruchs. Manche von uns sind so sehr in Fragen, Problemen oder Schuld verstrickt, dass sie selbst keinen Ausweg finden. Für sie ist ein prophetisches Wort oft wie ein Lichtstrahl in dunkler Nacht. Ungläubige brauchen Hilfe zum Glauben, Zweifelnde brauchen Zuspruch zur Heilung. Und auch wir, die schon lange mit Jesus unterwegs sind, brauchen es. Ich kann für mich sagen: Wäre ich in bestimmten Krisenzeiten nicht durch ein prophetisches Wort gestärkt worden, weiß ich nicht, ob ich heute noch hier stehen würde.
Das ist das Wesen von Paraklesis: Prophetie spricht nicht nur Wahrheit, sondern bringt Menschen weiter. Sie deckt auf – aber nie, um zu zerstören, sondern um wieder aufzubauen.
3. Trösten – Wenn Prophetie Hoffnung schenkt
3. Trösten – Wenn Prophetie Hoffnung schenkt
Das dritte Wort, das Paulus nennt, ist „Tröstung“. Hier verwendet er Paramythia – ein anderes griechisches Wort, das eine besondere Nuance mitbringt. Es geht nicht nur um Trost im Sinne von Mitgefühl, sondern um eine tiefe, beruhigende Zusprache. Es ist ein Wort, das dem aufgewühlten Herzen Frieden bringt.
Und das ist der Kern dessen, was prophetischer Trost bewirkt: Er nimmt nicht einfach nur Anteil, sondern spricht in die Unruhe der Seele hinein. Prophetie, die tröstet, gibt Halt, wenn Menschen durch Leid oder Entmutigung ins Wanken geraten. Sie zeigt: Gott ist nicht fern, sondern nahe. Sein Trost ist kein bloßes „Alles wird gut“, sondern ein Wort, das trägt, weil es von ihm kommt.
Daran sehen wir: Prophetie ist nicht nur eine Gabe für besondere Situationen oder außergewöhnliche Menschen. Sie gehört mitten in den Alltag unserer Gemeinde. Denn wer kennt es nicht, sich in Sorgen zu verlieren, durch Zweifel zu gehen oder unter Lasten zu stehen? Gerade dann braucht es Worte, die wieder Orientierung geben – Worte, die nicht nur analysieren, sondern auch aufrichten.
Vielleicht denken wir an Jesus selbst. Wie oft hat er Menschen in ihrer Not nicht nur geholfen, sondern sie auch mit seinen Worten in die Freiheit geführt! Ob bei der Sünderin, die alle verurteilen wollten, oder bei den Jüngern, die in Angst vor dem Sturm waren – seine Worte haben nicht nur Trost gespendet, sondern auch Zuversicht geweckt.
So wirkt auch prophetische Tröstung. Sie zeigt nicht nur das Problem auf, sondern sie weist über das Problem hinaus. Sie bleibt nicht beim Leid stehen, sondern öffnet eine Tür zur Hoffnung. Denn das ist der Charakter Gottes: Er bleibt nicht im Negativen, sondern führt heraus. Und genau das macht Prophetie so wertvoll – weil sie uns erinnert, dass Gottes Geschichte mit uns nicht zu Ende ist.
Wie Prophetie konkret wird – Formen und Prüfung
Wie Prophetie konkret wird – Formen und Prüfung
Aber viele stellen sich wahrscheinlich jetzt die Frage: Wie äußert Prophetie sich eigentlich? Prophetische Rede ist nicht auf eine bestimmte Form beschränkt, sondern kann ganz unterschiedlich in Erscheinung treten. In der Bibel und in der Geschichte der Gemeinde sehen wir verschiedene Ausdrucksformen:
Inspirierte Gedanken und Rede (charismatische Prophetie) – Menschen empfangen Eindrücke, die sie weitergeben, oft ohne ein spektakuläres Erlebnis. Sie merken einfach: „Das soll ich jetzt sagen.“
Visionen in Tag- oder Nachtgesichten (visionäre Prophetie) – Manche Menschen bekommen innere Bilder oder Szenen vor Augen, die eine Botschaft transportieren.
Hören einer Stimme (auditionäre Prophetie) – Selten, aber biblisch bezeugt: Menschen nehmen Gottes Reden als hörbare Stimme wahr.
Auslegung der Zungenrede (glossalische Prophetie) – Eine Gabe, die darin besteht, gesprochene Zungenrede für die Gemeinde verständlich auszulegen.
Zeichenhandlungen – Prophetie kann sich auch durch symbolische Handlungen ausdrücken, wie es oft bei den alttestamentlichen Propheten zu sehen ist.
Diese Vielfalt zeigt: Prophetie ist nicht auf eine bestimmte Erfahrung festgelegt. Gott spricht in unterschiedlicher Weise – aber immer mit einem Ziel: Seine Gemeinde zu erbauen.
Wie prüfen wir Prophetie?
Wie prüfen wir Prophetie?
Doch nicht jede als „prophetisch“ bezeichnete Äußerung kommt tatsächlich von Gott. Deshalb ist es entscheidend, Prophetie zu prüfen. Paulus schreibt in 1. Thessalonicher 5,19-21 – der Jahreslosung: „Den Geist dämpft nicht. Prophetische Rede verachtet nicht. Prüft aber alles und das Gute behaltet.“
Das bedeutet: Wir sollen Offenheit für Prophetie bewahren, aber nicht unkritisch alles annehmen. Die entscheidende Frage ist: Was ist das Gute? Und wie können wir das erkennen?
Am Wort Gottes – Eine Prophetie, die Gottes Wesen oder sein geoffenbartes Wort widerspricht, ist nicht von ihm.
An der Qualität und Klarheit der Botschaft – Ist sie hilfreich, aufbauend, mit Liebe gesprochen? Oder verwirrend und destruktiv?
An ihrem Auftrag – Dient sie dem Leib Christi, oder geht es um persönliche Selbstdarstellung?
Wenn Prophetie in einer ungeistlichen, lieblosen oder hochmütigen Weise geschieht, dann muss sie korrigiert werden. Sie soll immer Gottes Herz widerspiegeln – und das bedeutet: Sie richtet auf, statt niederzudrücken.
Herausforderung für uns als Gemeinde
Herausforderung für uns als Gemeinde
Das bedeutet für uns als Gemeinde: Wir sind eingeladen, sensibel für Gottes Reden zu sein. Vielleicht haben wir prophetische Eindrücke schon erlebt, ohne sie als solche wahrzunehmen. Vielleicht gibt es in unserer Mitte Menschen, die Gott auf diese Weise gebraucht – aber sich bisher nicht getraut haben, das weiterzugeben. Die Herausforderung ist, mutig und zugleich verantwortungsvoll mit Prophetie umzugehen: Offen für das Wirken des Heiligen Geistes, aber mit der nötigen geistlichen Reife, alles zu prüfen.
Am Anfang stand die Glaskugel – das trügerische Bild einer Prophetie, die in Wahrheit keine ist. Doch während wir gemeinsam nachgedacht haben, ist etwas anderes entstanden: Stein für Stein wurde eine Mauer aufgebaut. Nicht als Abgrenzung, sondern als ein Bild für das, was echte Prophetie tut – sie erbaut, ermutigt und tröstet.
Stell dir vor, wie diese Mauer weiterwächst. Wie jeder von uns mit dem, was Gott ihm gibt, daran mitbaut. Eine Gemeinde, in der Prophetie nicht Spekulation ist, sondern Gottes lebendige Stimme. Eine Gemeinde, die nicht stehen bleibt, sondern wächst – weil Gott selbst der Baumeister ist. Amen.
Fragen zur persönlichen Reflexion und für die Kleingruppe/Hauskreis
Fragen zur persönlichen Reflexion und für die Kleingruppe/Hauskreis
Einstiegsfrage:
Einstiegsfrage:
Hast du schon einmal einen guten Rat bekommen, der dir in einer wichtigen Situation geholfen hat? Wie hast du erkannt, dass dieser Rat wertvoll war?
Fragen zur Predigt:
Fragen zur Predigt:
o Welche Aspekte des Redens Gottes durch prophetische Worte sind dir aus der Predigt besonders hängengeblieben?
o Welche biblischen Beispiele für Prophetie wurden genannt, und was können wir daraus lernen?
Weiterführende Fragen:
Weiterführende Fragen:
o Welche Kriterien können helfen, zwischen echter und missbräuchlicher Prophetie zu unterscheiden?
o Welche Gefahren entstehen, wenn Prophetie falsch angewandt wird? Hast du dazu eigene Erfahrungen oder Beispiele?
Anwendungsfragen:
Anwendungsfragen:
o Wie kannst du in deinem Alltag sensibler für das Reden Gottes werden?
o Welche Rolle spielt die Bibel dabei, prophetische Eindrücke zu überprüfen?
o Wie kann eine gesunde prophetische Kultur in der Gemeinde gefördert werden?
Weiterführender Impuls: Der verantwortungsvolle Umgang mit Prophetie
Weiterführender Impuls: Der verantwortungsvolle Umgang mit Prophetie
Das Neue Testament betont, dass Prophetie in der Gemeinde zur Ermutigung, Ermahnung und zum Trost dient (1. Kor 14,3). Sie ist eng mit der Seelsorge verbunden und sollte niemals manipulativ eingesetzt werden. Eine falsche Anwendung von Prophetie liegt vor, wenn sie für Zwecke missbraucht wird, die nicht im Einklang mit biblischen Prinzipien stehen. Beispiele dafür sind:
Prophetie als Mittel für geschäftliche Entscheidungen oder Heiratsvermittlung.
Prophetische Worte zur Diagnose von Krankheiten oder als Druckmittel für finanzielle Entscheidungen.
Prophetie als Werkzeug zur Lösung persönlicher Streitigkeiten.
Gottes Reden soll Orientierung und Ermutigung geben, nicht Kontrolle oder Zwang ausüben. Paulus fordert uns auf: "Prüft aber alles und das Gute behaltet" (1. Thess 5,21).
[1] John Frame, „Spezielle Offenbarung durch Prophetie“, in Grundriss der Dogmatik, hg. von Brannon Ellis, Mark Ward, und Jessica Parks (Bellingham, WA: Lexham Press, 2018).
