Mut – Los!

Sermon  •  Submitted   •  Presented
0 ratings
· 22 views
Notes
Transcript
Vorbemerkung: In diesem JuGo wird eine Jugendmitarbeiterin verabschiedet. Vor der Predigt muss sie ihren Mut beweisen und sich von der Kirchenempore abseilen lassen.
an Jugend-MA: War ok, oder? 1. Empore ist eigentlich ziemlich läppisch, das geht fast ohne Seil. Deswegen hab ich mir gleich noch eine zweite Mutprobe für dich ausgedacht. Immerhin kriegst du einen Joker: Du darfst dir eine starke Person aussuchen, der du vertraust! – Falls dir grad zu sehr die Düse geht, darfst du dir auch zwei Leute aussuchen…
… Leute aussuchen …
Diese völlig überdimensionierten Boxen – ich habe mir sagen lassen, das man sie Subwoofer nennt; die Dinger, wo der Bass rauskommt – stehen nicht etwa nur hier, damit es unser DJ zur After-Show-Party völlig übertreiben kann, sondern auch, um deinen Mut gleich noch einmal auf die Probe zu stellen…
oben drauf stellen – Augen schließen – nach hinten(!) fallen lassen
… war gut, oder?
Es gibt Momente im Leben, da brauchen wir echt Mut! Ich habe es früher gehasst, mich vor die Klasse zu stellen und einen Vortrag zu halten, vor allem diesen einen Vortrag in Physik, bei dem ich das Thema selber absolut nicht verstanden hatte. Das war echt grausam.
Oder Lieder vor der Klasse vorsingen… – Wer denkt sich denn sowas aus?! Das ist doch das Schlimmste, oder? 25 Leute gucken dich erwartungsvoll an, zum Teil mit ängstlichen Blicken, weil sie als nächstes dran sind. Der Musik-Lehrer hat am besten noch ein grimmiges Gesicht aufgesetzt. Und du hoffst nur, dass es schnell vorbei ist und dass du am besten noch eine gute Note bekommst. – In Klasse 12 fand ich’s irgendwann ganz nett, aber vorher war das oft ein Krampf.
Manchmal brauchen wir im Leben Mut.
Wir dürfen Mut aber auch nicht mit Dummheit verwechseln! Wenn jemand sagt: „Ich spring jetzt hier von der dritten Empore herunter – und weil’s cool ist – ohne Seil und Klettergurt!“, dann hat das nichts mit Mut zu tun, sondern ist einfach nur dumm. Das Risiko, dass ernsthaft etwas passiert, ist viel zu groß. Zum Mut gehört es eben auch, eine Situation vorher richtig einzuschätzen. Die Frage lautet: Wo ist es noch sinnvoll mutig zu sein und wo wäre es dumm, wo wäre das Risiko viel zu groß?
Manchmal kann Mut aber auch heißen, dass ich bereit bin etwas zu tun, obwohl die Folgen für mich persönlich vielleicht nicht so gut sind. Ich tue es trotzdem, weil ich überzeugt bin, dass es das Richtige ist. Wenn in deiner Klasse jemand gemobbt wird, weißt du genau, dass das nicht in Ordnung ist! Bist du mutig genug, dazwischen zu gehen – auch auf die Gefahr hin, dass du dann selbst gemobbt wirst?
Gerade wenn wir als Christen unseren Alltag leben, kann es bedeuten, dass wir deswegen – weil wir an Jesus glauben – einiges einstecken müssen. Vielleicht werden wir ausgelacht, vielleicht manchmal unfair behandelt, vielleicht gibt uns ein Lehrer sogar eine schlechtere Note. Mut ist es hier, trotzdem Gott treu zu bleiben und seinen Glauben zu leben, auch dazu zu stehen, wenn man darauf von einem Mitschüler oder sogar von einem Lehrer angesprochen wird, der meint, das wäre ja alles Blödsinn.
Während des 2. Weltkrieges hat der Pfarrer Dietrich Bonhoeffer gelebt. Er war schon in die USA ausgereist, wo alles für ihn sicher war, aber hat sich dann entschieden, nach Deutschland zurückzukommen, um die Christen hier unterstützen zu können. 1943 wurde er deswegen festgenommen und kam ins Konzentrationslager. Aber selbst dort war es ihm wichtig, seinen Glauben zu leben. Trotz aller furchtbaren Umstände strahlte er eine Freundlichkeit aus, die sogar manchen Wärter beeindruckte. Außerdem heißt es, dass er sich am Ostermorgen an den Gefängnisstäben seines Fensters hochzog und über den ganzen Hof rief, dass Jesus Christus auferstanden ist und lebt, um den anderen Gefangenen Mut zu machen! – In dem Wissen, dass er dafür Schläge bekommen wird. Später wurde er sogar wegen seines Glaubens an Jesus umgebracht.
Immer wieder brauchen wir im Leben Mut! Mal reicht ein kleines bisschen, mal brauchen wir sehr viel. Mut, um unsere Ängste zu überwinden, Mut, um zu unserem Glauben an Gott zu stehen, Mut, um für unsere Überzeugungen einzutreten. – Mut, um große Aufgaben zu bestehen.
Die entscheidende Frage ist: Wo bekommen wir diesen Mut her?
Woher hat Jugend-MA vorhin den Mut genommen, sich von diesen beiden Subwoofer fallen zu lassen? Es hätte ja alles mögliche passieren können. Wenn N.N. plötzlich eine Nachricht aufs Handy bekommt und dann erstmal nachschauen muss, wer da schreibt zum Beispiel… Dann kann so ein Fußboden in der Kirche auch ganz schön hart sein…
Jugend-MA hat vertraut. Sie hat vertraut, dass sie aufgefangen wird. Sie selbst konnte dazu nichts beitragen, dass sie aufgefangen wird; sie musste darauf vertrauen, dass das geschieht, sie musste jemand anderem vertrauen. Sie musste darauf vertrauen, dass N.N. es gut mit ihr meint und ihr nichts schlechtes will; dass seine/ihre Kraft ausreicht, um sie aufzufangen; dass er/sie dafür bereit ist.
Mut hat etwas mit Vertrauen zu tun!
Das Überragende für uns Christen ist: Wir müssen nicht nur uns selbst vertrauen, dass wir gut genug sind, dass wir es hinkriegen, dass wir keine Fehler machen … – Da merken wir schnell, dass wird schwierig. – Wir müssen die Dinge nicht allein auf die Reihe kriegen! Wir können auf Jesus vertrauen. Er hat uns versprochen, dass Er bei uns ist! Er hat uns Menschen gezeigt, wie groß Seine Kraft ist, wie stark Er ist! Er hat bewiesen, wie unendlich Er uns liebt – jeden von uns – so wie wir sind!
Deswegen können wir Jesus vertrauen! Und deswegen können wir mutig sein. Nicht weil wir wissen, dass jetzt alles gelingt – das wird es nicht, wir machen immer noch Fehler –, sondern weil wir wissen, dass wir niemals allein sind: Jesus ist bei uns, in jeder Sekunde unseres Lebens!
Was für ein mega Vorteil im Vergleich zu allen Menschen, die nicht an Jesus glauben und ohne Ihn durchs Leben gehen!
Mit Jesus können wir jede noch so große und herausfordernde Aufgabe meistern! Sogar irgendwelche blöden Liedvorträge…
In der Bibel gibt es andauernd Menschen, die vor großen Aufgaben stehen und damit irgendwie klar kommen müssen. Immer wieder lesen wir, wie Gott ihnen hilft und sie durch trägt.
Einer war zum Beispiel Josua, der hatte fast eine so große Herausforderung wie ihr, wenn ihr in der Schule ein Lied vorsingen müsst. Josua sollte der Anführer vom ganzen Volk Israel sein, nachdem Mose gestorben war. Und Mose war schon ein echt krasser Typ, der hat verrückte Sachen mit Gott erlebt. Die Fußstapfen, in die Josua treten sollte, waren also enorm groß. Zumal das mit dem Volk Israel auch keine leichte Geschichte war: Die waren grad 40 Jahre(!) durch die Wüste gelatscht und hatten eigentlich keinen Bock mehr. Immerzu gab es Knatsch und Ärger. Dieses Volk sollte Josua anführen – und mit ihnen sollte er ein ganzes Land erobern. Er hatte also sowohl die Herausforderung, dass die Israeliten nicht so ganz einfache Menschen waren – so wie das bei uns auch oft ist … – und zum anderen die Herausforderung, dass er bald gegen echt gute Soldaten kämpfen sollte. – Vielleicht wäre ihm ein Liedvortrag dann doch lieber gewesen…
Aber Gott hat gesagt: „Das ist deine Aufgabe! Dafür habe ich dich ausgewählt.“ Und Er gibt Josua mit auf den Weg: „Ich habe dir doch gesagt, dass du stark und mutig sein sollst! Fürchte dich nicht und schrecke vor nichts zurück!“ – Anscheinend musste Er Josua daran erinnern: „Sei stark und mutig! Hab keine Angst!“ Doch ganz wichtig ist die Begründung, die jetzt noch kommt: „Denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst!“ Jos 1,9
Gott sagt zu Josua: „Hey, das wird nicht leicht, das wird ganz schön herausfordernd. Aber ich verspreche dir, dass du das hinbekommst – weil ich bei dir bin! Ich halte zu Dir, was auch passiert. Du kannst mir vertrauen!! – Sei stark und mutig, denn ich bin bei dir!“
Das können wir auch für uns nehmen! Wenn wir vor einer Herausforderung stehen oder wenn wir einen neuen Lebensabschnitt beginnen – Ausbildung, Studium, Umzug in eine andere Stadt, … –, was eine ganz schöne Herausforderung sein kann, dann spricht Gott auch uns zu: „Sei stark und mutig! Fürchte Dich nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, an jedem Tag deines Lebens!“
Werden deswegen die Aufgaben kleiner – für Josua und für uns? Eigentlich nicht; das sind immer noch dieselben. Aber wir dürfen uns bewusst machen: Unser Gott ist größer!
Ich habe euch zur Verdeutlichung eine hoch professionell angefertigte Grafik mitgebracht… 
Bild 1 (“ich” sehr klein, “Problem” als sehr großer schraffierter Kreis) Hier sehen wir, wie groß ein Problem sein kann – und wie klein wir uns dabei manchmal fühlen. Aber wenn wir Gott mit reinnehmen, verändert sich die Perspektive und die Relation völlig: Bild 2 (Bild 1 ist nur noch klein in der unteren linken Ecke zu sehen, dafür Gott seeehr groß daneben) Auf einmal ist das Problem ganz klein, weil unser Gott riesengroß ist. Weil Er so stark ist, weil Er uns so sehr liebt, weil wir mit Ihm alles schaffen können!
Deswegen können wir losgehen – auch wenn Unbekanntes vor uns liegt, vor dem wir Bammel haben – in einen neuen Lebensabschnitt. Deswegen können wir aber auch losgehen in das, was wir kennen, in den Alltag, der jede Woche auf uns wartet, in die Schule mit ihren Herausforderungen und Aufgaben an uns – sogar wenn wieder ein Liedvortrag ansteht. Weil Gott bei uns ist, können wir mutig losgehen und uns sogar auf Herausforderungen freuen, weil wir wissen: Es wird vielleicht nicht einfach, aber Gott ist bei mir. Er hilft mir durch!
Das wünsche ich euch, dass ihr das erleben dürft: Jugend-MA dir, wenn jetzt ein ganz neuer Lebensabschnitt für dich beginnt! Euch allen, die ihr jetzt Abi oder Realschulabschluss macht und dann mit Studium oder Ausbildung anfangt! Und auch euch allen, die ihr keine Veränderung vor euch habt, sondern den ganz normalen Alltag bestehen müsst. – Gott verspricht dir: „Sei stark und mutig! Fürchte Dich nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin mit bei dir, an jedem Tag deines Lebens!“
Und das zu erleben wünsche ich euch auch, wenn ihr noch gar nicht mit Gott unterwegs seid, dass ihr euch darauf einlasst und Ihn in euer Leben hineinlasst. Auch zu euch möchte Er sagen: „Sei stark und mutig und hab keine Angst! Denn ich bin bei Dir, an jedem Tag deines Lebens!“ – Sei mutig und geh den Schritt auf Gott zu!
Amen.
Related Media
See more
Related Sermons
See more
Earn an accredited degree from Redemption Seminary with Logos.