Jes 50: In Gottes Dunkelkammer
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· 109 viewsDie eigene Sünde bringt das Volk in die Dunkelheit (Jes 50,1-3) Christus ist (nur) für unsere Schuld in der Dunkelheit, nicht für die eigene (Jes 50,4-9) Wir wollen lernen von Jesus: Unser Glaube entwickelt sich wie ein Film - in der Dunkelheit (Jes 50,10-11)
Notes
Transcript
Stellen wir uns eine Zeit vor, als die Fotografie noch in den Kinderschuhen steckte. Im 19. Jahrhundert war die Dunkelkammer ein Ort voller Geheimnisse und Erwartungen. Fotografen hatten keine Möglichkeit, sofort zu sehen, was sie aufgenommen hatten. Es bedurfte Geduld und Sorgfalt, um die belichtete Platte oder den Film in die Dunkelheit zu bringen und das Bild Stück für Stück sichtbar zu machen.
Als Howard Carter 1922 das Grab des Tutanchamun entdeckte, lag alles im Dunkeln und die wahren Schätze mussten erst behutsam geborgen und sichtbar gemacht werden.
Können wir uns vorstellen, wie er vielleicht schon beim ersten Betreten mit seiner Kamera Bilder schoß, die er später voller Spannung in seiner persönlichen Dunkelkammer entwickelte?
Langsam zeichnet sich ein Bild ab, dessen Farbenpracht er erst erkennen konnte, wenn es aus dem Säurebad herausgenommen werden konnte.
Genauso offenbart uns Jesaja 50 die Dunkelheit im Leid Christi – ein scheinbarer Moment der Verzweiflung, der später zum größten Licht der Hoffnung wurde. Jesaja malt uns Christus vor Augen - und den als den Leidenden und Gekreuzigten. Erst 700 Jahre später wird das Licht viel heller und wir erkennen die Farben.
Wir lesen dazu Jes 50.
Jes 50 lesen
Mein roter Faden heute morgen ist folgender:
Gott sagt: Ich habe mein Volk nicht vergessen, sondern die eigene Schuld bringt das Volk in die Finsternis.
Christus geht für unsere Schuld in die Dunkelkammer des Leidens.
Unser Glaube entwickelt sich oft erst in der Dunkelheit.
Wie die Fotografen damals müssen wir manchmal durch Gottes Dunkelkammer, um das ganze Bild zu sehen. Jesus hat uns das vorgemacht, und das wollen wir uns heute anschauen.
Denn die Dunkelheit erfahren gerade die Menschen, die Gott fürchten wie wir in Jes 50,10 noch sehen werden.
1. Die eigene Sünde bringt das Volk in die Finsternis
1. Die eigene Sünde bringt das Volk in die Finsternis
Der Text fängt ja schon gut an: Das Volk Gottes ist auf Abwegen. Im Kapitel zuvor beschwert sich das Volk:
Zion aber sprach: Der Herr hat mich verlassen, der Herr hat meiner vergessen.
In unserem Text heute stellt der Herr klar, dass er sein Volk nicht verlassen hat, sondern das Volk selbst nicht zu ihm kommen mag. Der Herr benutzt in diesem Zusammenhang mehrere Bilder, um zu beschreiben, wie er mit Israel umgeht: Zunächst geht es um Scheidung und um Schulden.
Gott hält an seinem Volk fest
Gott hält an seinem Volk fest
Bild von der Scheidung
So spricht der Herr: Wo ist der Scheidebrief eurer Mutter, mit dem ich sie entlassen hätte?…
Wenn Mann und Frau sich nach Jahren der Ehe nicht mehr riechen können, kommt es oft zur Scheidung: Trennung, koste es was es wolle.
Ich las diese Tage einen Artikel von einem Scheidungsanwalt, der skizzierte
in welchem Rosenkrieg das endet, wenn das Ex-Paar reich war, und
in welchem Elend, wenn die Haushaltskasse nicht für zwei Haushalte reicht.
Das gleiche Problem hat Gott mit seinem Volk, das ihm nicht folgen will. Aber: Gott hasst Scheidungen (Mal 2,16).
So fragt Gott hier nach dem Scheidebrief. Wo ist er? Es gibt ihn nicht. Gott scheidet sich nicht von seinem Volk; er betrachtet den Ungehorsam eher als Ehekrise.
Seine Türe zur Versöhnung steht offen. Die Menschen laufen vor Gott weg, aber
Die Geschichte der Bibel ist die Geschichte eines Gottes, der die Menschen sucht, die sich vor ihm verstecken.
Das zweite Bild geht in die gleiche Richtung:
Bild vom Schuldner
… Oder wer ist mein Gläubiger, dem ich euch verkauft hätte? Siehe, ihr seid um eurer Sünden willen verkauft, und eure Mutter ist um eurer Abtrünnigkeit willen entlassen.
Die Schuld drückt, der Gläubiger will sein Geld. Dann wurden die Kinder in die Sklaverei verkauft. Das Bild vom Schuldner hat eine lange Tradition im Volk Israel: Denken wir an die Sklavenzeit in Ägypten.
Aber auch hier sagt der Konjunktiv “dem ich euch verkauft hätte”, das Gott diesen Weg eben nicht gegangen ist.
Gott streckt seine Hand aus, aber:
Israel nimmt das Friedensangebot nicht an
Israel nimmt das Friedensangebot nicht an
Glaubt Israel, Gott könne nicht helfen?
In der Schöpfung zeigt Gott, dass er Macht hat, alles zu tun, was er verspricht (Jes 50,2).
Israel hatte erlebt, wie Gott mächtig in die Naturgesetze eingriff (Jes 50,2):
Er ließ das Schilfmeer austrocknen (2Mo 14);
er verwandelte den Nil in Blut, und seine Fische stanken (2Mo 7,17-18);
er suchte Ägypten mit greifbarer Finsternis heim (2Mo 10,21), gab seinem Volk aber Licht (2Mo 10,23).
All dies zeigt Gottes souveräne Macht.
Gott kann helfen, aber:
Warum kam ich und niemand war da? Warum rief ich und niemand antwortete? …
Gottes Stimme der Liebe ruft den verlorenen Sünder. Er rief schon im Paradies (1Mo 3,8).
Die eigentliche Schuld der Menschen ist die Verwerfung des Retters!
Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt!
Gott verdunkelt den Himmel
Gott verdunkelt den Himmel
Ich kleide den Himmel mit Dunkel und hülle ihn in Trauer.
Gott trauert über Israels und unsere Schuld, noch mehr aber, dass sie damit nicht zu ihm kommen, so dass er förmlich die Sonne mit einem Sacktuch verhängt.
Mir läuft es jetzt noch kalt den Rücken runter, wenn ich daran denke, wie es langsam immer dunkler wurde als Jesus am Kreuz hing.
Der erste Punkt lautet also: Gott verstößt sein Volk nicht, sondern Israel stellt sich selbst ins Abseits.
Deshalb steckt es tief in der Finsternis.
Aber wie in Jes 50,2 schon gesagt: Gottes Arm ist nicht zu kurz. Er kann erlösen. Er will erlösen. Er tut es auch - in Christus.
2. Christus geht für unsere Schuld in die Dunkelkammer
2. Christus geht für unsere Schuld in die Dunkelkammer
Der Knecht, der uns in Jes 50,4-9 vorgestellt wird, ist das genaue Gegenteil des Volkes Israel:
Israel hört nicht auf den Ruf des Herrn (Jes 50,2), der Gottesknecht hört immer zu (Jes 50,4);
Israel ist nicht überzeugt von der Liebe (Jes 49,14), der Diener vertraut auf die Hilfe des Herrn (Jes 50,7.9);
Israel leidet wegen der eigenen Ungerechtigkeit (Jes 50,1), der Diener leidet, weil er gehorsam ist (Jes 50,5f);
Israel wird wegen Vergehen angeklagt (Jes 50,1), der Diener weiß, dass keine Anklage gegen ihn vor Gericht Bestand haben kann (Jes 50,8-9). Er ruht in seinem souveränen Gott.
Lasst uns das genauer anschauen: Jesus - denn der ist dieser Knecht - unterstellt seinen Verstand, seinen Willen und seinen Körper seinem Adonai Jahwe, wie er hier vier mal genannt wird.
Adonai heißt mein + Herr (= Unterstellung und Zugehörigkeit)
Zunächst geht es darum, wie der Knecht vorbereitet und ausgerüstet wird:
a) Auf Gottes Wort hören wie ein Jünger (Verstand)
a) Auf Gottes Wort hören wie ein Jünger (Verstand)
Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören.
Wie sollen wir reden? aufbauend, ermunternd, zur rechten Zeit.
Zu wem? Zu den Müden (vgl. geknicktes Rohr, glimmender Dort Predigt zu Jes 42).
Was sollen wir reden? Das, was uns Gott morgens mitgibt.
Jesus hörte auf den Vater. Er wurde vom Vater gelehrt. Jesus zitierte 24 Bücher des AT. Er kannte jedes Wort. Er vertraute jedem Jota. Mt 5,18. Er sagte selbst:
Meine Lehre ist nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat.
Aber: Die morgendliche Verabredung mit Gott ist keine besonderer Auftrag für Jesus als den vollkommenen Diener, sondern ist der Standardlehrplan für alle Jünger.
Wir können hier viel von Jesus lernen: Wir wollen den Verstand unter Gottes Wort stellen. In dem wir uns alle Morgen von Gott wecken lassen, auf ihn hören.
Sind wir bereit, morgens auf die Stimme unseres Herrn zu hören?
Was prägt unser Denken?
Was unser Reden mit den Geschwistern aber auch mit Menschen, die unseren Herrn noch nicht kennen?
„Hören wie Jünger hören” spricht hier nicht von der Predigt am Sonntag, sondern von jedem einzelnen Morgen.
Gott hat sein Leben in das Wort “gehaucht” (2Tim 3,16) und damit nicht nur das Schreiben der Bibel inspiriert. Gott selbst hat sein Leben, sein Wesen, seine Macht, seine Kraft in dieses Wort gehaucht.
Denkt darüber nach: Die Bibel, die in deinem Regal steht oder in deiner Schreibtischschublade liegt, enthält das Leben von Gott selbst! Wenn Du Dich nach “mehr” von Gott sehnst, wachsen willst, dann zapfe diese Energiequelle Gottes an und höre wie Jünger hören!
b) Seinem Wort gehorchen (Wille)
b) Seinem Wort gehorchen (Wille)
Gott weckt nicht nur das Ohr, er öffnet es auch. Nicht nur auf GW hören, sondern es auch tun.
Jesus ist gehorsam, unbeugsam, aber auch fürsorglich. Bei uns gibt es eher ein entweder oder:
Liebevoll oder gehorsam.
Nachgebend oder gerecht.
Aber nicht beides zusammen. Das kann nur der Geist Gottes schenken.
Jesus wendet die Schrift konsequent in seinem Leben an. Wenn er verraten, geschlagen, verurteilt wurde: immer genauso, wie es in der Schrift steht.
Das Lesen und Gehorchen der Schriften war das Geheimnis seiner Kraft. Er vertraute ihren Buchstaben, ja, jedem Jota der Schrift. Er erfüllte, was in der Schrift von ihm geschrieben stand.
Wie können wir dann meinen, wir kämen ohne die Bibel aus?
Sind wir wirklich bereit, die Bibel Autorität in unserem Leben sein zu lassen?
Entscheidest du über das Wort Gottes, oder entscheidet das Wort Gottes über dein Leben?
Was war die erste Sünde? Kein Mord kein Totschlag kein Ehebruch, sondern die eigenständige Entscheidung darüber, ob das wirklich stimmt, was Gott gesagt hat.
Die ersten zwei Strophen (jeweils mit Jahwe Adonai gekennzeichnet) beschreiben die Vorbereitung Jesu:
Ohr wecken, also verstehen wie Gott denkt
Ohr öffnen, also tun wollen, was er sagt.
Der dritte Teil beschreibt den Körper.
Für Gott leiden (Körper)
Für Gott leiden (Körper)
Spätestens ab Jes 50,6 wird klar, dass der Knecht kein allgemeines Bild eines Jüngers ist, obgleich wir viel von ihm lernen können, sondern eine Person beschreibt, die entschlossen ist, sich für sein Volk - auch uns - hinzugeben: Jesus.
Er leidet nicht für sein eigenes Fehlverhalten, sondern akzeptiert sein Leiden stellvertretend für uns.
er ließ seinen Rücken verunstalten
auf die Wange schlagen
ins Gesicht spucken
Hat dir schon mal jemand ins Gesicht gespuckt? Das ist Reizen bis zum Letzten. Jesus haben sie vor dem Rat alle ins Gesicht gespuckt.
Und Jesus machte sein Gesicht hart wie einen Kieselstein.
Wie hielt Jesus das aus? Wie halten wir das aus?
Aber Gott der Herr hilft mir, …
Wie geht das?
1. Schau auf den Vater!
1. Schau auf den Vater!
Er gibt ihm eine Perspektive
Aber Gott der Herr hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiß, dass ich nicht zuschanden werde.
Gott sagt Jesus zu: Du wirst nicht zuschanden werden. Was heißt das? Sein Vertrauen auf Gott wird nicht enttäuscht werden.
Habt ihr schon mal erlebt, dass das Vertrauen, das ihr in eine andere Person gesetzt habt, enttäuscht wurde?
Bei Gott wird uns das nicht passieren. Der Vater wird den Sohn gerecht sprechen.
“Rechtfertigen" ist ein juristischer Begriff und bedeutet "ein Unschuldsurteil fällen". Man trifft sich mit den Anklägern vor Gericht und Gott spricht das Urteil.
Das Gegenteil von rechtfertigen ist verdammen also schuldig sprechen.
Der Vater rechtfertigt den Sohn durch die Auferstehung. Im Glauben und Vertrauen darauf geht Jesus seinen Weg, mit einem Gesicht hart wie ein Kieselstein:
und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.
Schauen wir auf die drei Fragen in Jes 50,7-8:
Wer will mit mir rechten?
Wer will mein Recht anfechten?
Wer will verdammen?
Paulus spielt sehr deutlich auf diese Fragen an:
Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht.
Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und für uns eintritt.
Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? …
Die gleiche Gerichtsszene: Lasst uns zusammen vortreten (Jes 50,8). Gott wird schon ein gerechtes Urteil über uns fällen.
Mit einem Unterschied: Jesus war selber unschuldig. Wir sind unschuldig in ihm.
Schau auf den Vater, der dich rechtfertigt!
Schau auf das Ende deiner Peiniger!
Schau auf das Ende deiner Peiniger!
Siehe, Gott der Herr hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie ein Kleid zerfallen, Motten werden sie fressen.
Wer schon mal einen Mottenschwarm gesehen hat, der sich über ein Kleidungsstück hergemacht hat, weiß was hier gemeint ist:
Ein Kleidungsstück ist den Motten hilflos ausgeliefert.
Die Kleidung, die mich so sehr schmückte, ist vergänglich, wird zerfressen, ist vorbei.
Jesus hält sein Leid nur aus, weil er auf das Ende sehen kann: Das seiner Feinde, aber auch das eigene.
2. Punkt “Christus ist für unsere Schuld gestorben”. Das Fazit dessen ist,
1) diese wunderbare Tatsache an sich, die wir an Karfreitag feiern: dass Jesus stellvertretend für uns starb, aber auch
2) Dass Jesus uns vorgelebt hat, wie wir mit den dunkelsten Stunden unseres Lebens umgehen können.
Er hat sein Ohr wecken lassen von Gottes Wort,
er hat es sich öffnen lassen, um ihm gehorsam zu sein.
Das gab ihm das nötige Gott-Vertrauen, um den üblen Angriffen seiner Feinde zu widerstehen und
im Glauben nach vorne zu schauen.
Ein Wort an die Menschen, in der Dunkelkammer:
Zweifle nie im Dunkeln an dem, was Gott dir im Licht gesagt hat. Bob Jones Senior.
Das Licht, dass du morgens mit den ersten Sonnenstrahlen aus deiner Bibel aufnimmst, ist die Grundlage für Zeiten in der Dunkelkammer.
Wenn du diese Zeit bisher nicht nutzt, dann fange morgen früh damit an!
Was können wir noch von Jesu Vorbild lernen? Im Anschluss an das dritte Knechtslied bringt Jesaja 50,10-11 selbst die Anwendung.
10 Wer ist unter euch, der den Herrn fürchtet, der auf die Stimme seines Knechts hört? Wer im Finstern wandelt und wem kein Licht scheint, der hoffe auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott!
11 Siehe, ihr alle, die ihr ein Feuer entfacht und Brandpfeile entzündet, geht hin in die Glut eures Feuers und in die Brandpfeile, die ihr angezündet habt! Das widerfährt euch von meiner Hand; in Schmerzen sollt ihr liegen.
3. Unser Glaube entwickelt sich wie ein Film: in der Dunkelheit
3. Unser Glaube entwickelt sich wie ein Film: in der Dunkelheit
Jesaja stellt zwei Lebensentwürfe gegenüber:
sich den Gottesknecht zum Vorbild nehmen (Jes 50,10),
auf sich selbst vertrauen (Jes 50,11)
Schauen wir auf die erste Gruppe, dann stellen wir fest:
Selbst die Jünger Jesu mit der größten Hingabe können die tiefste Dunkelheit kennen
Selbst die Jünger Jesu mit der größten Hingabe können die tiefste Dunkelheit kennen
Wer wahrhaft gläubig ist, möchte im Glauben wachsen. Aber wann wachsen wir? Wenn es uns gut geht? Nein, sondern wenn wir uns in Gottes Dunkelkammer befinden!
Der Glaube entwickelt sich, wie ein Film, in der Dunkelheit. Adrian Rogers
Gott führt sogar die Gottesfürchtigsten in diese Dunkelkammer - oder besser: gerade die! Jes 50,10
Hiob beschreibt diesen Gedanken sehr eindrücklich:
Er hat meinen Weg vermauert, dass ich nicht hinüberkann, und hat Finsternis auf meine Steige gelegt.
Der Weg ist vermauert. Das Licht ist weg. Die Sonne mit Sacktuch verhangen. Auch in deinem Leben?
Wenn wir mit erfahrenen Christen sprechen, die lange genug mit Jesus gelebt haben,
Höhen und Tiefen,
Versagen,
Schwächen und Chaos
durchgemacht zu haben, dann werden dir die meisten sagen, dass sie die größten Fortschritte im Glaubensleben nicht in den hellen Zeiten erlebten, sondern in den dunklen, in Nöten und Angst.
Ein Prediger sagte einmal:
Die Kraft Gottes, die uns weitermachen und wachsen lässt, … erleben wir nicht, wenn die Kapelle spielt und alle marschieren. Wir erleben sie, wenn die Musik verklungen ist und wir nur noch mühsam vorwärts kriechen.
Was lernen wir in Gottes Dunkelkammer?
Gottesfurcht. Und Furcht ist Liebe auf den Knien.
Wenn wir unsere Hoffnung auf den Herrn zu setzen und uns ganz auf ihn verlassen und stützen.
Glaube im Licht geboren entwickelt sich (meist erst) in der Dunkelheit
Glaube im Licht geboren entwickelt sich (meist erst) in der Dunkelheit
Der bekannte Ausleger Warren Wiersbe schrieb in einem seiner Kommentare:
Unser Glaube wird erst dann wirklich auf die Probe gestellt, wenn Gott uns auffordert,
das Unerträgliche zu ertragen,
das Unvernünftige zu tun und
das Unmögliche zu erwarten.
Ob wir nun
Hiob mit seinen Schicksalsschlägen,
Mose und Israel am Schilfmeer oder
Jesus auf Golgatha betrachten,
die Lektion ist dieselbe:
Wir leben nach Verheißungen, nicht nach Erklärungen.
Eine bittere Erkenntnis für einen Lehrer wie mich, aber auch so wahr: In dem Moment, in dem wir uns auf Gottes Verheißungen verlassen, fassen wir Mut.
Jesus selbst hat es uns vorgemacht. Wir haben es im zweiten Punkt zusammen betrachtet.
Brauchst du diese Botschaft gerade nicht? Dann stelle sie in deinen geistlichen Erste-Hilfe-Schrank
Es wird eine Zeit kommen, in der Du feststellen wirst, dass Gott nicht nur not-wendig ist, sondern dass er genug ist. Adrian Rogers
So betrachtet macht Vers 3 wieder einen ganz anderen Sinn:
Ich kleide den Himmel mit Dunkel und hülle ihn in Trauer.
Ich - Gott! - kleide den Himmel mit Dunkel. Er hängt sein Sacktuch über die Sonne.
Warum? Weil einige Dinge nur in der Dunkelheit - nicht im Licht - gesehen werden können.
Lobet ihn, Sonne und Mond, lobet ihn, alle leuchtenden Sterne!
Wann leuchten die Sterne am Hellsten? Wenn es dunkel ist. Erst dann erkennen wir nicht nur, dass er unsere Not wendet, sondern auch, dass er in allem genug ist.
Der zweite Lebensentwurf sieht ganz anders aus. Vielleicht können wir den Grundgedanken für uns so zusammenfassen:
Besser in der Dunkelheit auf Gott stützen
als alleine im selbst gemachten Licht stehen
Besser in der Dunkelheit auf Gott stützen
als alleine im selbst gemachten Licht stehen
Siehe, ihr alle, die ihr ein Feuer entfacht und Brandpfeile entzündet, geht hin in die Glut eures Feuers und in die Brandpfeile, die ihr angezündet habt! Das widerfährt euch von meiner Hand; in Schmerzen sollt ihr liegen.
Jesaja beschreibt hier Menschen, die selber ein Feuer anmachen, um Licht in der Dunkelheit zu haben.
Menschen, die selber Brandpfeile anzünden, um sich gegen die Feinde zu wehren.
So wie
Abraham, der mit Hagar Ismael zeugt, weil er nicht mehr glauben kann, dass Gott seine Verheißung erfüllt. Er zündet ein eigenes Feuer an.
Oder Petrus, der im Garten Getsemane nicht glauben mag, dass Jesus sich kampflos der Legion von Soldaten ergibt. Er zündet Brandpfeile an.
Oder du, wenn du in der Dunkelheit deines Lebens, die gerade die Gottesfürchtigen manches mal umgibt, deine eigenen Bordmittel verwendest.
Der Erfolg dieses Unterfangens ist endlich. Jesaja deutet hier sogar recht unverblümt die Hölle an.
Lerne stattdessen von Jesus :
Er hilft dir.
Er lässt dich nicht zuschanden werden.
Und das sogar als Schuldner und / oder Braut mit Jesus in einer Ehekrise.
… Wer im Finstern wandelt und wem kein Licht scheint, der hoffe auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott!
Jesaja stellt zwei Lebensentwürfe gegenüber:
sich den Gottesknecht zum Vorbild nehmen (Jes 50,10) ,
gerade weil wir wissen, dass wir im Finstern unterwegs sind
fürchten wir Gott
stützen/verlassen uns auf unseren Adonai Jahwe (meinen + Herr)
Wir bewundert und bestaunen denGottesknecht nicht nur, sondern gehorchen ihm (Jes 50,10).
auf sich selbst vertrauen (Jes 50,11)
zündet eigenes Licht an, packt die eigenen Brandpfeile aus
legt sich in Qualen nieder
Nach jedem Karfreitag kommt Ostern!
Vertraue auf Jesus, dem Licht der Welt! Damit du in Gottes Dunkelkammer wachsen kannst.
Amen.
