Hellsichtig werden - Die Heiligkeit des Glaubens

Bibelwoche 2024/2025  •  Sermon  •  Submitted   •  Presented
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Hellsichtig werden - Die Heiligkeit des Glaubens

Begrüßung

Herzlich willkommen zum sechsten Abend unserer Bibelwochenreihe!
In den vergangenen Bibelstunden haben wir fünf Zeichen aus dem Johannesevangelium betrachtet – Wunder, die mehr sind als bloße Machtdemonstrationen. Sie haben uns etwas Wesentliches über Jesus gezeigt: Wie er Mangel in Fülle verwandelt, wie er Glauben weckt und stärkt – und wie er uns in Begegnungen verwandelt.
Am ersten Abend standen wir mit Jesus auf der Hochzeit zu Kana. Dort, wo der Wein ausging, verwandelte er Wasser in besten Wein – ein Bild für die Fülle, die dort entsteht, wo er gegenwärtig ist.
Dann hörten wir von dem königlichen Beamten, der zu Jesus kam, weil sein Sohn todkrank war. Ohne sichtbares Zeichen, allein auf Jesu Wort hin, glaubte er – und erlebte Heilung. Glaube, so haben wir gelernt, beginnt oft im Vertrauen, nicht im Sehen.
Am dritten Abend begegneten wir dem Gelähmten am Teich Bethesda. Seit 38 Jahren wartete er auf Veränderung – und Jesus stellte ihm eine einfache, aber tiefgehende Frage: „Willst du gesund werden?“ Wir haben entdeckt, dass Heilung manchmal einen mutigen Schritt ins Ungewisse bedeutet.
Anschließend sahen wir, wie Jesus mit fünf Broten und zwei Fischen fünftausend Menschen speiste. Ein Wunder der Teilung – und der Einladung, das Wenige in Jesu Hände zu legen.
Beim fünften Abend schließlich gerieten die Jünger in einen Sturm auf dem See. Jesus kam zu ihnen auf dem Wasser und sprach: „Ich bin es – fürchtet euch nicht.“ Eine Erinnerung: Auch in dunklen, angstvollen Zeiten ist er gegenwärtig und spricht Frieden.
Und heute? Heute schauen wir auf das sechste Zeichen – die Heilung eines Blindgeborenen. Doch es geht um mehr als körperliches Sehen. Es geht um geistliche Einsicht, um das Licht, das in unser Leben tritt, wenn Jesus uns begegnet. Es geht um die Frage: Wer sieht wirklich? Und was bedeutet es, im Licht des Glaubens zu leben?
„Hellsichtig werden“ – das ist unser Thema heute. Wir wollen gemeinsam entdecken, wie Jesus nicht nur Augen, sondern Herzen öffnet. Wie er uns hilft, die Welt und uns selbst in seinem Licht zu sehen. Und wie aus einem Leben im Dunkel ein Leben im Glauben wird – heilig, weil es aus der Begegnung mit ihm lebt.
Ich freue mich auf unser gemeinsames Nachdenken, Hören, Suchen und Glauben.

Losung

Psalm 23

Gebet

Herr unser Gott, du bist das Licht der Welt, und in deinem Licht sehen wir das Leben in seiner Tiefe.
Heute Abend kommen wir mit offenen Fragen, mit dem Wunsch zu verstehen, was wir oft nicht begreifen, und mit der Sehnsucht, klarer zu sehen – dich, unser Leben, und unseren Glauben.
Du hast den Blindgeborenen sehend gemacht – nicht nur äußerlich, sondern innerlich. Mach auch uns hellsichtig. Öffne unsere Augen für das, was wirklich zählt. Hilf uns, dich zu erkennen – in deinem Wort, in der Stille, in der Gemeinschaft, die wir heute Abend miteinander teilen.
Lass uns spüren, dass du mitten unter uns bist, dass du siehst, was in uns verborgen ist, und dass du uns mit deinem Licht berührst.
Schenke uns ein offenes Herz, ein waches Ohr, und ein Gespür für deine Gegenwart.
Amen.
Lied Herr öffne mir die Augen
Gemeinsames Essen
Lied: Herr ich komme zu dir
Bibelarbeit
Visualisierung / Einstieg (ca. 5 Minuten):
„Stellt euch vor, ihr wacht an einem Sommermorgen auf, zieht die Vorhänge zur Seite und werdet vom warmen Sonnenlicht geblendet. Erst blinzelt ihr, dann gewöhnt sich euer Blick – und auf einmal erkennt ihr alles klar: den Himmel, das Grün draußen, die Farben eures Zimmers.“
Kurze Interaktion mit der Gruppe:
Frage in die Runde: „Habt ihr so einen Moment schon mal erlebt – wo Licht plötzlich alles verändert hat? Wo ihr etwas mit neuen Augen sehen konntet?“
Überleitung: „Genau darum geht es im 9. Kapitel des Johannesevangeliums: Ein Mensch wird nicht nur körperlich sehend – er gewinnt eine völlig neue Sicht auf die Welt, auf sich selbst und auf Jesus. Diese Geschichte ist mehr als ein Wunderbericht. Sie ist eine Einladung an uns alle: hellsichtig zu werden – im Licht des Glaubens.“
Wir lesen den Text:
Johannes 9,1–41 BB
1 Jesus ging an einem Mann vorbei und sah, dass der von Geburt an blind war. 2 Da fragten ihn seine Jünger: »Rabbi, wer war ein Sünder, sodass er blind geboren wurde – dieser Mann oder seine Eltern?« 3 Jesus antwortete: »Weder war er selbst ein Sünder, noch waren es seine Eltern. Vielmehr sollen die Taten Gottes an ihm sichtbar werden. 4 Wir müssen die Taten vollbringen, mit denen Gott mich beauftragt hat, solange es noch Tag ist. Es kommt eine Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann. 5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.« 6 Nachdem er das gesagt hatte, spuckte er auf den Boden. Aus der Erde und dem Speichel machte er eine Paste und strich sie dem Blinden auf die Augen. 7 Dann sagte er ihm: »Geh und wasch dich im Teich von Schiloach!« – Schiloach heißt übersetzt »der Gesandte«. – Der Mann ging dorthin und wusch sich. Als er zurückkam, konnte er sehen. 8 Da sagten seine Nachbarn und die Leute, die ihn vorher als Bettler gekannt hatten: »Ist das nicht der Mann, der immer dasaß und bettelte?« 9 Die einen sagten: »Das ist er!« Die anderen sagten: »Nein, er sieht ihm nur ähnlich!« Er selbst aber sagte: »Ich bin es wirklich!« 10 Da fragten sie ihn: »Wieso kannst du auf einmal sehen?« 11 Er antwortete: »Der Mann, der Jesus heißt, machte eine Paste und strich sie mir auf die Augen. Dann sagte er zu mir: ›Geh zum Teich von Schiloach und wasch dich.‹ Ich ging dorthin, wusch mich und konnte sehen.« 12 Sie fragten ihn: »Wo ist er jetzt?« Er antwortete: »Ich weiß es nicht.« 13 Sie brachten den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. 14 Der Tag, an dem Jesus die Paste gemacht und dem Blinden die Augen geöffnet hatte, war ein Sabbat. 15 Nun fragten ihn auch die Pharisäer, wie er sehend geworden war. Da erzählte er es noch einmal: »Der Mann strich eine Paste auf meine Augen. Dann wusch ich mich und konnte sehen.« 16 Einige von den Pharisäern sagten: »Dieser Mensch kommt nicht von Gott, denn er hält den Sabbat nicht ein.« Andere meinten aber: »Wie kann jemand solche Zeichen tun, wenn er selbst ein Sünder ist?« So kam es zu Meinungsverschiedenheiten unter ihnen. 17 Da fragten sie den Blinden noch einmal: »Und du, was sagst du über ihn? Schließlich hat er dir die Augen geöffnet!« Er antwortete: »Der Mann ist ein Prophet.« 18 Nun glaubten die jüdischen Behörden nicht, dass er blind gewesen war und jetzt sehen konnte. Deshalb ließen sie die Eltern des Geheilten rufen 19 und fragten sie: »Ist das euer Sohn? Ihr sagt, dass er von Geburt an blind war. Wieso kann er jetzt sehen?« 20 Die Eltern antworteten: »Wir wissen, dass er unser Sohn ist und blind geboren wurde. 21 Wir wissen nicht, wieso er jetzt sehen kann. Wir wissen auch nicht, wer ihm die Augen geöffnet hat. Fragt ihn selbst. Er ist alt genug, um für sich selbst zu sprechen.« 22 Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den jüdischen Behörden fürchteten. Die hatten nämlich schon beschlossen: Wer bekennt, dass Jesus der Christus ist, wird aus der jüdischen Gemeinde ausgeschlossen. 23 Deswegen sagten seine Eltern: »Er ist alt genug! Fragt ihn selbst!« 24 Die Pharisäer ließen den Mann, der blind gewesen war, noch einmal zu sich rufen. Sie forderten ihn auf: »Bei der Ehre Gottes: Sag die Wahrheit! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist!« 25 Der Mann antwortete: »Ich weiß nicht, ob er ein Sünder ist. Aber ich weiß eins: Ich war blind, und jetzt kann ich sehen.« 26 Sie fragten ihn weiter: »Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er dir die Augen geöffnet?« 27 Er antwortete ihnen: »Das habe ich euch schon gesagt, und ihr habt es nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt ihr etwa auch Jünger von ihm werden?« 28 Da beschimpften sie ihn und sagten: »Du bist ein Jünger von ihm! Aber wir sind Jünger von Mose. 29 Wir wissen, dass Gott mit Mose gesprochen hat. Aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt.« 30 Der Mann gab ihnen zur Antwort: »Das ist doch erstaunlich: Ihr wisst nicht, woher er kommt. Aber mir hat er die Augen geöffnet! 31 Wir wissen doch: Gott erhört nicht die Sünder. Gott hört auf die, die ihn ehren und seinen Willen tun. 32 Seit die Welt besteht, hat man das noch nie gehört: Jemand hat einem Menschen die Augen geöffnet, der von Geburt an blind war. 33 Dieser Mann könnte nichts vollbringen, wenn er nicht von Gott käme.« 34 Sie gaben ihm zur Antwort: »Von Geburt an bist du ganz und gar ein Sünder! Ausgerechnet du willst uns belehren?« Und sie warfen ihn hinaus aus der jüdischen Gemeinde. 35 Jesus hörte, dass sie den Mann hinausgeworfen hatten. Als er ihn dann fand, fragte er ihn: »Glaubst du an den Menschensohn?« 36 Der Mann antwortete: »Herr, sag mir, wer ist es, damit ich an ihn glauben kann.« 37 Jesus sagte: »Du hast ihn gesehen. Es ist der, der mit dir redet.« 38 Da sagte der Mann: »Ich glaube, Herr!« Und er fiel vor ihm auf die Knie. 39 Jesus sprach: »Ich bin in diese Welt gekommen, um Gericht zu halten: Die nicht sehen können, sollen sehend werden. Und die sehen können, sollen blind werden.« 40 Das hörten einige von den Pharisäern, die bei ihm waren. Sie fragten ihn: »Sind wir etwa auch blind?« 41 Jesus antwortete: »Wenn ihr blind wärt, wäret ihr keine Sünder. Aber jetzt behauptet ihr: ›Wir sehen!‹ Darum bleibt eure Sünde bestehen!«
Und jetzt wieder als Sprechmotette
Sprechmotette zu Johannes 9,1–41
„Ich war blind – jetzt sehe ich“ für 5 Sprecher:innen
Rollen:
Erzähler:in
Jesus
Der Blinde / Geheilte Mann
Pharisäer:innen / Nachbarn
Jünger:innen / Eltern / Kommentarstimme
SPRECHMOTETTE
Erzähler:in: Und Jesus sah einen Menschen, blind von Geburt.
Jünger:innen: Rabbi, wer hat gesündigt? Er? Oder seine Eltern? Warum ist er blind?
Jesus: Nicht er hat gesündigt, auch nicht seine Eltern. Sondern: An ihm sollen Gottes Werke offenbar werden.
Jesus (ruhig): Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
Erzähler:in: Jesus spuckte auf die Erde, machte einen Brei und strich ihn dem Blinden auf die Augen.
Jesus: Geh zum Teich Schiloach und wasch dich.
Der Blinde: (leise, staunend) Ich ging – ich wusch mich – und ich konnte sehen.
Nachbarn: Ist das nicht der, der immer bettelte?
Pharisäer:innen: Er ist’s! – Nein, er sieht ihm nur ähnlich!
Der Blinde: Ich bin es. Ich bin derselbe.
Nachbarn: Wie sind dir die Augen aufgetan?
Der Blinde: Ein Mann – Jesus – machte einen Brei, strich ihn mir auf die Augen und sagte: Geh und wasch dich. Und ich sah.
Pharisäer:innen: Dieser Mensch ist nicht von Gott! Er hält den Sabbat nicht!
Kommentarstimme: Und sie stritten. Ob Jesus gut sei. Ob das überhaupt sein könne.
Pharisäer:innen: Was sagst du über ihn?
Der Blinde: Er ist ein Prophet.
Erzähler:in: Doch sie glaubten ihm nicht. Also riefen sie die Eltern.
Pharisäer:innen: Ist das euer Sohn? War er blind? Wie kann er nun sehen?
Eltern: Er ist unser Sohn. Er war blind. Aber wie er sehend wurde – das wissen wir nicht. Fragt ihn selbst.
Kommentarstimme: Sie hatten Angst. Denn wer Jesus bekannte, sollte ausgestoßen werden.
Pharisäer:innen: Gib Gott die Ehre! Wir wissen: Dieser Mensch ist ein Sünder.
Der Blinde: Ob er ein Sünder ist – weiß ich nicht. Eins aber weiß ich: Ich war blind – jetzt sehe ich.
Pharisäer:innen: Was hat er mit dir getan? Wie öffnete er deine Augen?
Der Blinde: Ich hab’s euch gesagt, doch ihr hört nicht zu! Warum fragt ihr immer wieder? Wollt ihr etwa auch seine Jünger werden?
Pharisäer:innen (empört): Du bist sein Jünger – wir sind Jünger des Mose! Wir wissen, dass Gott mit Mose redete. Aber mit diesem…?
Der Blinde: Das ist doch erstaunlich: Ihr wisst nicht, woher er ist – und doch hat er meine Augen geöffnet! Noch nie hat jemand so etwas getan!
Pharisäer:innen (hart): Du bist ganz in Sünde geboren! Willst du uns belehren?
Erzähler:in: Und sie stießen ihn hinaus.
Jesus (sanft): Glaubst du an den Menschensohn?
Der Blinde: Herr, wer ist das? Ich möchte glauben.
Jesus: Du hast ihn gesehen. Der mit dir redet – er ist es.
Der Blinde (leise): Ich glaube, Herr. (beat) (laut) Ich glaube!
Erzähler:in: Und er betete Jesus an.
Jesus: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen: Damit die Blinden sehen und die Sehenden blind werden.
Pharisäer:innen: Sind wir etwa auch blind?
Jesus: Wärt ihr blind – so hättet ihr keine Schuld. Doch ihr sagt: „Wir sehen.“ Darum bleibt eure Schuld.
Kommentarstimme (abschließend): Wer sehen will, muss loslassen. Wer glaubt, wird hell. Und wer Jesus begegnet – sieht mehr als die Welt.
Alle gemeinsam (klar, ruhig, einstimmig): Ich war blind – jetzt sehe ich.
Einführung
Theologische Grundlage: Die Heilung des Blinden ist ein Beispiel für ein „Zeichen“ im Johannesevangelium. Johannes benutzt „Zeichen“, um auf Jesu göttliche Autorität und Identität hinzuweisen (vgl. Joh 20,30–31). In diesem Zeichen geht es nicht nur um physische Heilung, sondern auch um die geistliche Erleuchtung, die Jesus als Licht der Welt bringt.
Symbolik von Licht und Dunkelheit: Im biblischen Kontext steht Licht für Erkenntnis, Wahrheit und das Heil Gottes, während Dunkelheit Blindheit, Sünde und Trennung von Gott symbolisiert.
Frage an die Gruppe: Welche Rolle spielt Licht in eurem Leben? Wann war Licht für euch ein Bild für Hoffnung, Klarheit oder Führung?
CHRISTUS HEILT KÖRPERLICH UND GEISTLICH (Joh 9,1–7)
Referat & Hintergrund:
Im Alten Orient galten Krankheit und Behinderung oft als Folge von Schuld oder auch göttliche Strafe. Auch die Jünger fragen: Wer hat gesündigt?
Jesus verneint: Nicht Schuld ist entscheidend, sondern dass Gottes Werke sichtbar werden. - Die Heilung des Blinden zeigt Gottes Macht und Barmherzigkeit und lenkt den Blick weg von Schuld hin zu Gottes Wirken.
Jesus heilt mit Erde und Speichel – erinnert an die Schöpfung (1. Mose 2,7). Ein Zeichen: neue Schöpfung, neues Leben beginnt hier.
Der Blinde wird durch das „Augenöffnen“ in die Gemeinschaft und ins Licht geführt – ein Bild für das neue Leben in Christus.
Jesus gebraucht Erde und Speichel, um die Heilung zu vollziehen. Das erinnert an die Schöpfung des Menschen aus Staub (1. Mose 2,7). 
Dialogfragen:
Warum denken wir heute manchmal immer noch in Kategorien von Schuld bei Krankheit oder Unglück?
Welche „blinden Flecken“ gibt es in unserem Leben, wo wir Gottes Wirken übersehen oder gar ausschließen?
Impulse für die Gruppe:
Wo wünsche ich mir, dass Jesus meine Augen – körperlich oder geistlich – heilt?
SKEPSIS BEGEGNET JESU WUNDER (Joh 9,8–12)
Impuls:
Die Nachbarn erkennen den Geheilten nicht. „Ist er es?“ – „Nein, er sieht nur so aus.“
Trotz des offensichtlichen Wunders erkennen die Nachbarn den Geheilten nicht als denselben Mann. Dies zeigt, wie schwer es uns fällt, Veränderungen zu akzeptieren – selbst wenn sie vor unseren Augen geschehen.
Ein Hinweis auf psychologische Blindheit: Wir haben Mühe, Veränderungen zu glauben – besonders bei Menschen. Menschen neigen dazu, ihr Weltbild zu schützen, selbst wenn neue Beweise dieses infrage stellen. Das ist oft auch bei Glaubensfragen so.
Kurze Gruppenaktivität:
Erstelle eine Liste (still oder gemeinsam): Wo übersehen wir Gottes Wirken im Alltag, weil es nicht in unser Bild passt?
Gespräch:
Wo erleben wir in unserem Glaubensleben ähnliche Skepsis – bei uns selbst oder bei anderen? 
Was hilft uns, für Gottes Wirken offen zu bleiben?
Warum fällt es uns schwer, Wunder (Veränderungen) bei anderen zu glauben?
Wie können wir achtsamer und offener für Gottes Handeln sein?
PHARISÄISCHE BLINDHEIT HINTERFRAGEN (Joh 9,13–23)
Hintergrundinfo:
Die Pharisäer sind nicht per se „die Bösen“ – sie stehen für eine fromme, aber starre Religiosität. Sie waren ursprünglich Reformbewegungen, die Gesetzestreue betonten.
Ihr Konflikt mit Jesus entstand, weil er die menschlichen Traditionen hinter den Gesetzen infrage stellte. 
Der Sabbat wird zum Prüfstein: Jesus bricht das Gesetz, um einem Menschen zu helfen. Für die Pharisäer ist das ein Skandal.
Der Sabbatkonflikt: 
Die Heilung am Sabbat war ein bewusster Affront gegen die strikte Sabbatruhe. Jesus macht deutlich, dass der Mensch wichtiger ist als religiöse Regeln. 
Die Reaktion der Pharisäer zeigt, wie religiöser Eifer blind machen kann – selbst für offensichtliche Wunder. 
Die Blindheit der Pharisäer: Sie sehen das Wunder, aber wollen es nicht wahrhaben.
Kleingruppengespräch (3er oder 4er-Gruppen):
Gibt es in unserer Kirche/Gemeinde „heilige Regeln“, die uns den Blick auf Gottes Gegenwart verstellen?
Gibt es heute „moderne Pharisäer“ in unseren Gemeinden? 
Wie kann man zwischen hilfreichen Traditionen und lähmender Starrheit unterscheiden?
Wie bewahren wir das Gleichgewicht zwischen der Achtung von Traditionen und Offenheit für Gottes Handeln?
ZEUGNIS VERLANGT INNERE STÄRKE (Joh 9,24–34)
Textbetrachtung:
Der ehemals Blinde wird verhört – mehrfach. Er verteidigt seine Erfahrung mit Nachdruck, obwohl er sozial und religiös isoliert wird. Sein einfaches Zeugnis – „Ich war blind, und jetzt sehe ich“ – ist kraftvoll und unbestreitbar. Und er bleibt dabei: „Ich war blind – jetzt sehe ich.“
Er hat keine theologische Ausbildung, keine Argumente – aber eine Erfahrung. Und diese verteidigt er.
Zeugnis im Neuen Testament: Zeugnis ablegen ist ein zentraler Bestandteil des christlichen Glaubens (vgl. Apostelgeschichte 1,8). Es geht nicht um theologisches Wissen, sondern um die persönliche Begegnung mit Jesus. 
Diskussion:
Wann hast du zuletzt Zeugnis von deinem Glauben gegeben?
Wie könnte ein einfaches Zeugnis, wie das des Geheilten, auch in deinem Leben aussehen? 
Welche Hindernisse erlebst du, wenn du von deinem Glauben erzählst?
Was hindert dich daran – was stärkt dich?
Impuls: Es braucht nicht viele Worte. Nur Mut, ehrlich zu sein: „Ich habe erlebt, dass Jesus wirkt.“
ENTHÜLLUNG BRINGT WAHRE EINSICHT (Joh 9,35–41) – ca. 10 Minuten
Reflexion:
Jesus sucht den Geheilten. Er offenbart sich: „Du hast ihn gesehen – es ist der, der mit dir redet.“
Im Dialog mit dem Geheilten offenbart sich Jesus als „Menschensohn“ – ein Titel, der seine göttliche Autorität und seine Messiasrolle betont. Der Geheilte reagiert mit Glaube und Anbetung.
Der Mann erkennt Jesus als den Menschensohn – und betet ihn an.
Gericht durch Licht: 
Licht bringt Wahrheit ans Licht, aber nicht alle nehmen es an. Die Pharisäer bleiben in ihrer Blindheit, obwohl sie die Beweise sehen. 
Jesu Worte in V. 41 zeigen, dass bewusste Ablehnung des Lichts Schuld verstärkt.
Gespräch:
Was bedeutet es, Jesus wirklich zu sehen – über religiöses Wissen hinaus?
Wo bist du eingeladen, deine Augen neu zu öffnen – für Wahrheit, für Veränderung, für Christus?
Wo kannst du in deinem Leben mutiger die Wahrheit Gottes annehmen, auch wenn sie unbequem ist? 
Was bedeutet es für dich persönlich, Jesus als „Licht der Welt“ zu erkennen?
ZUSAMMENFASSUNG & ABSCHLUSS
Zusammenfassung durch die Leitung (frei formuliert):
Diese Geschichte fordert uns auf, unseren Glauben als eine lebendige, dynamische Beziehung zu Jesus zu verstehen. Es geht nicht nur um Wissen, sondern darum, durch Jesus eine neue Perspektive auf die Welt zu gewinnen. 
Der Glaube an Jesus ist nicht nur ein Geschenk, sondern auch ein Auftrag: Licht in die Dunkelheit zu bringen und unser Leben durch seine Wahrheit verändern zu lassen. 
„Der Weg des Geheilten ist auch unser Weg: vom Dunkel ins Licht, vom Zweifel zur Anbetung, von der Abhängigkeit zur Freiheit. Jesus lädt uns ein, hellsichtig zu werden – nicht nur mit den Augen, sondern mit dem Herzen.“
Abschlussaktion (symbolisch und praktisch):
Aktion:
Verteile kleine Zettel und Stifte. Frage:
„Wo bin ich innerlich noch blind? Welchen Bereich meines Lebens soll Jesus erleuchten?“
Wer möchte, kann seinen Zettel in die Mitte legen – symbolisch als Bitte um Heilung.

Lied: Komm jetzt ist die Zeit

Gebetsgemeinschaft

🙏 Gebetsimpulse

1. Dank für geistliches Sehen
Herr Jesus Christus, wir danken dir, dass du das Licht der Welt bist. Du hast dem Blindgeborenen nicht nur das Augenlicht, sondern den Glauben geschenkt. Auch uns willst du die Augen öffnen für deine Gegenwart, deine Wahrheit, deine Liebe. Danke, dass du uns nicht in der Dunkelheit lässt.
2. Bitte um Offenheit für Gottes Wirken
Öffne unsere Augen für das, was du in unserem Leben tust – auch dann, wenn es unscheinbar oder überraschend geschieht. Lass uns nicht wie die Pharisäer an dem festhalten, was wir zu wissen glauben, sondern mache uns hellsichtig für das Neue, das du uns zeigen willst.
3. Fürbitte für Menschen in Dunkelheit
Wir bitten dich für alle, die heute in Dunkelheit leben – in Krankheit, Trauer, Einsamkeit oder Zweifel. Schenke ihnen Hoffnung, Klarheit und Führung. Sei ihr Licht, das die Finsternis vertreibt.
4. Bitte um Mut zum Zeugnis
Wie der geheilte Mann wollen auch wir von deiner heilenden Kraft erzählen. Gib uns den Mut, zu unserem Glauben zu stehen – auch wenn wir dafür belächelt oder kritisiert werden. Mach unser Leben zu einem lebendigen Zeugnis deiner Wahrheit.
5. Stille Gebetszeit
Lasst uns in der Stille unsere „blinden Flecken“ vor Gott bringen – und ihn bitten, sie zu heilen.
(ca. 1 Minute Stille)
Abschlussgebet (gemeinsam gesprochen)
Herr, wir danken dir für dein Wort und für das Licht, das du in unser Leben bringst. Hilf uns, hellsichtig zu werden – in unserem Glauben, in unserem Alltag, in unserer Welt. Lass uns dein Licht weitertragen und anderen damit Orientierung und Hoffnung schenken. Amen.

Vaterunser

Lied: Allein deine Gnade genügt

Segen

Der Herr segne dich mit Augen, die sehen, wo andere wegschauen – für das Unscheinbare, das Kostbare, das Göttliche im Alltag.
Er segne dich mit einem Herzen, das offen ist für sein Licht – für das, was heilt, verwandelt und trägt.
Er segne dich mit einem Glauben, der nicht alles verstehen muss, aber Jesus vertraut – auch im Dunkeln.
So segne und behüte dich der dreieinige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Ich will dich anbeten - Licht dieser Welt

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