Altes oder neues Ich

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Notes
Transcript
Meine Identität in Christus: Einleitung
Was ist, wenn du gar nicht der bist für den du dich hältst?
Kol. 1,13 Gott hat uns gerettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes.
Oder Römer 8,9 Wir sind nicht fleischlich, sondern Geistlich
Eph. 5,8; Denn ihr wart früher Finsternis, nun aber seid ihr Licht in dem Herrn.
2. Kor. 5,17; Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden..
Wenn wir glauben, dass wir teils Licht und teils Finsternis, teils Heilige und Teils Sünder sind, dann werden wir ziemlich mittelmäßig unser Christ sein erleben. Wir werden unsere sündigen Neigungen bekennen und uns bemühen uns zu Bessern. 
Wir werden uns als armer Sünder betrachten, der aus Gnade gerettet wurde und nun bis zur Entrückung sein Leben fristet.
Ich glaube, Satan weiß, dass er gegen unsere Identität nichts machen kann, aber wenn er uns glauben lassen kann, dass wir nicht anderes sind als bloß natürliche Menschen, dann werden wir uns auch so verhalten.
Warum kommt uns das alles so bekannt vor? Weil Gott es so will?
Nein, weil der „Durcheinanderbringer“ uns hindert, die wahre Bestimmung in Jesus Christus zu kennen.
Gottes größte Errungenschaft auf der Erde ist sein Versöhnungswerk, indem er Sünder zu Heilige macht.
Der innere Wandel, die Rechtfertigung, geschieht in dem Moment der Errettung.
Die äußere Verwandlung im Alltagsleben der Gläubigen, die Heiligung, dauert ein ganzes Leben lang.
Diese fortwährende Arbeit an der Heiligung ist jedoch nur dann voll wirksam, wenn der radikale innere Wandel durch die Rechtfertigung im Glauben in Anspruch genommen wurde.
Das alles sind bekannte Wahrheiten die wir Tag ein Tag aus gehört haben. Eigentlich müsste es ja klappen, das Christsein mit allen Verheissungen zu leben und auch zu erleben. Doch die Praxis lehrt uns etwas anderes. Ich will nun im folgenden auf mögliche Gründe eingehen, Gründe die uns hindern das Erbe anzutreten das uns verheissen ist.
1. Unsere Natur.
Im neuen Testament kommt das Wort Natur nur zweimal vor.
Eph. 2,1-3 wird die Natur beschrieben, die wir alle vor unserer Bekehrung hatten.
Wir waren Kinder des Zorns von Natur tot in unserer Sünde, Untertanen von Satans Macht und lebten nur zur Erfüllung unserer eigenen Wünsche und Triebe.
2. Petr. 1,3+4 wird der Begriff unsere Natur, aus dem Blick nach unserer Bekehrung beschrieben.
Das heißt doch:
Als wir durch Neugeburt geistliche Gemeinschaft mit Gott fanden, haben wir zu unseren alten sündhaften Natur nicht noch eine zweite göttliche Natur dazubekommen. Nein wir haben die alte Natur gegen die neue Natur getauscht.
Errettung heißt nicht, dass Gott uns die Sünden vergibt und für den Fall des Ablebens einen Berechtigungsschein für den Himmel ausstellt.
Nein, Errettung bedeutet Erneuerung. Wir haben Anteil bekommen an der göttlichen Natur, das ist Grundlegend für unser Christsein.
Als gerade wiedergeborener Christ sind wir wie ein Stück Steinkohle: unschön, nicht sehr stabil, die Finger verschmutzend. Mit der Zeit und genügend Druck wird die Kohle jedoch hart und schön. Und obwohl so ein Stück Kohle kein Diamant ist, besteht es doch aus der richtigen Substanz, um ein Diamant zu werden: 100% Kohle.
2. Entweder Oder
In Eph. 5,8 wird die entscheidende Veränderung unserer Natur durch das Heilsgeschehen beschrieben: „Denn ihr wart früher Finsternis, nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Lebt als Kinder des Lichts.
Dieser Vers sagt nicht, dass wir uns in der Finsternis aufgehalten haben. Nein wir waren Finsternis. Finsternis war unsere Natur, unser eigentliches Wesen als Nichtchrist.
Und genauso wenig sagt dieser Vers, dass wir nun im Licht sind, nein wir sind Licht.
Gott verwandelte unsere grundlegende Natur von Finsternis ins Licht. Also keine Verbesserung unserer Natur, es gibt eine neue Natur. Nun geht es darum zu lernen, wie man im Einklang mit seiner neuen Natur lebt. Und damit sind wir beim nächsten Punkt.
3. Leben im Glauben und im Geist.
Wir haben das Wesen Jesu Christi in uns. Wir können jetzt wie Jesus sein. Gott hat uns Anteil an seiner Natur gegeben, so dass wir tatsächlich sein können wie er.
a) Was ist mit dem alten Menschen.
Man sagt ganz allgemein, dass alle Nichtchristen Teilhaber an der alten Natur sind, die von Sünde bestimmt ist. Wir waren Sünder, weil die Sünde zu unserem Lebensstil gehörte. Dieses besondere Individuum, das sich von jedem anderen Teilhaber an der alten Natur unterschied, war das alte Ich. Es hat uns ausgemacht, ganz und gar. Niemand musste uns sagen, so jetzt geh und sündige, weil es zu unserer Natur gehörte.
Das ist wie mit dem Schwein: Man muss dem Schwein nicht sagen, das es sich im Dreck wälzen soll, das macht es ganz allein ohne Aufforderung. Und so ist es mit der alten Natur oder dem alten Adam.
b) Was geschieht bei der Wiedergeburt mit dem alten Ich.
Wir sagen, wir sind gestorben, nicht körperlich, sondern das alte innere Ich, dass aus der Kraft der von Adam geerbten Natur lebte. (Röm 6,2-6; Kol. 3,3) Die Hinrichtung erfolgte am Kreuz auf Golgatha. Röm 6,6; Siehe auch Gal. 2,19; 6,14; Das bedeutet doch, das die alte Natur wirklich tot ist, und somit auch weg ist oder?  Man könnte nun noch fragen:
c) Warum musste das alte Ich sterben?
Antwort gibt uns Römer 6,6.Dort heißt es, dass das alte Ich losgelöst von Gott ist  und Ungehorsam war. Es musste sterben, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen
Der Tod ist das Ende einer Beziehung, jedoch nicht einer Existenz.
Es starb nicht etwas die Sünde, sie ist immer noch mächtig und verlockend. Doch als das altes Ich bei deiner Bekehrung am Kreuz mit Christus starb, hörte die Beziehung zur Sünde ein für allemal auf. Röm. 8,1So beendet der Tod unseres alten Ichs, formal unsere Beziehung zur Sünde, doch beendet er nicht die Existenz der Sünde. Satan und die Sünde sind immer noch gegenwärtig, mächtig und verlockend. Aber weil dein altes Ich gekreuzigt wurde, hat die Sünde keine Macht mehr über dich. So brachst du nicht mehr der Sünde dienen, ihr gehorchen oder positiv auf sie eingehen.
d) Einmal tot, immer tot.
Ein Pastor besuchte einmal einen anderen Pastor der ziemlich fertig war. Im Gespräch kamen sie auf das Thema Nachfolge. Er sagte „Zwanzig Jahre lang habe ich mich bemüht ein siegreiches christliches Leben zu führen. Ich weiss nun mein Problem. In Kol 3,3 steht. „Denn ihr seid gestorben, und eure Leben ist verborgen mit Christus in Gott.“ Alle meine Lebensjahre habe ich gekämpft. Nun weiss ich mein Problem. Ich bin nicht gestorben.“
Wer Abschnitte aus der Bibel wie z.B.  Kol. 3,3 genau liest, wird den Denkfehler dieses Pastors gleich entdecken.
Wie fängt der Vers an „Ihr seid gestorben“. Das steht in Vergangenheit. Wann bist du gestorben? Bei deiner Bekehrung.  Das alte Ich ist ersetzt mit dem neuen Ich. Viele Christen quälen sich aber. Weil sie sich um etwas bemühen, das bereits längst getan worden ist. Sie kämpfen gegen nicht existierende Feinde und das ermüdet.
e) Welche Rolle spielt das Fleisch?
Wir haben alle einem grausamen Herrn gedient, einem Sklaventreiber von Anfang an. Der Sklaventreiber war unsere alte sündige Natur, das alte fette ICH. Der oberste Heeresführer war Satan selbst, der Fürst der Finsternis.
Kol. 1,13 „Aber aus Gottes Gnade sind wir errettet von der Macht der Finsternis und versetzt in das Reich seines lieben Sohnes“ so heißt es in der Bibel. War haben nun einen neuen Herrn, das neue Ich, das von der göttlichen Natur Jesus Christi erfüllt ist und Jesus ist nun der oberste Heeresführer. Als so geliebtes Kind, hat der frühere Herr nichts mehr zu sagen. Er ist ot, begrabe, erledigt.
Warum aber reagieren wir immer noch so, als ob das Alte, die Macht über unser Verhalten hat?
Die Antwort ist die, weil das frühere Ich unser gesamtes Tun, unsere Gefühle, unsere Denkweise, unsere Erinnerungen und Gewohnheiten in der Vergangenheit bestimmt und geprägt hat. Wir haben uns an diesen alten Herrn gewöhnt, es hat sich in unserem Gehirn eingeprägt. Die Verhaltenstherapeuten sprechen diesbezüglich von „neuronalen Verbindungen“ das sind Gedanken, die wie Nervenbahnen in unserem Gehirn angelegt wurden. Die Bibel nennt das ganz einfach „Fleisch“. Das Fleisch ist die Neigung in jedem Menschen, unabhängig von Gott zu fungieren und seine Interessen auf sich selbst zu richten. Wer nicht durch Jesu Blut gerettet ist, lebt völlig im Fleisch (Röm 8,7-8) und verehrt das Geschöpf statt den Schöpfer (Röm. 1,25) auch wenn viele seiner Aktivitäten aus Selbstlosigkeit und Fürsorge heraus motiviert erscheinen. Mit der Wiedergeburt haben wir Anteil an Jesu göttlicher Natur bekommen. Es wurde ein neues Ich und das alte Ich starb. Das Fleisch jedoch blieb. Wir merken also, dass die Verhaltensmuster aus unserem Alten Leben wie Nervenbahnen geblieben sind, alte Gewohnheiten, Denkmuster, Erinnerungen, Verhaltensmuster die Gott fremd sind. Wir sind ja von Geburt an Gottlos und haben seit dem auch gottlos gelebt. Diese gelernte Unabhängigkeit oder Gleichgültigkeit Gott gegenüber macht das Fleisch Gott zum Feind. So ist in uns eine Stimme die uns immer wieder in Opposition Gott gegenüber bringen will.
f) Auf den neuen Herrn hören lernen.
Als Christen müssen wir nun lernen eine andere Beziehung zum Fleisch zu entwickeln. Die Bibel unterscheidet erstmal „im Fleisch sein“ und „nach dem Fleisch wandeln“.
Als Christen sind wir nicht mehr im Fleisch. Das sind Menschen die geistlich tot und unabhängig von Gott leben (Römer 8,8)
Christen sind nicht im Fleisch, sondern in Christus. D.h. wir sind gott gegenüber nicht mehr unabhängig, sondern erklären uns abhängig von seiner Liebe durch den Glauben an Jesus Christus.
Doch, auch wenn wir nicht mehr „IM FLESCH SIND“ können wir „NACH DEM FLEISCH WANDELN“ (Röm. 8,12-13) D.h. wir leben so, wie wir es früher getan haben, wir geben der eingeübten Denkweise, den vertrauten Gewohnheiten nach. Wie unsinnig das ist, merken wir, wenn wir einfach mal das so uns vorstellen: „Wir sind nicht mehr Sklaven des alten Ichs, wir sind frei, der Sklaventreiber ist tot. Trotzdem leben wir genauso weiter, stehen morgens um 5.00 Uhr auf und gehen aufs Feld und arbeiten so wie der Sklaventreiber uns das beigebracht hat. Wie dumm ist das doch oder? Paulus musste die Christen in Korinth als „fleischlich“ tadeln, sie lebten so, in dem sie eifersüchtig waren, Zwietracht säten und durch fehlgeleitete Identitäten Spaltungen hervorriefen (1.Kor. 3,1-3)  Eine genaue Auflistungen der fleischlichen Verhaltensweisen finden wir in Gal. 5,19-20.
Wir können also abschliessend sagen: Es war Gottes Sache das alte Ich loszuwerden, aber es ist deine Sache, das Fleisch und seine Auswirkungen außer Kraft zu setzen (Röm 8,12) Gott hat deine Natur verändert, doch du kannst nun entscheiden ob du „durch den Geist, die Taten des Fleisches tötes“ (Röm 8,13) oder ob du in deinen alten Gewohnheiten bleibst.
g) Wie lebt man nun im Geist?
Zum Sieg über das Fleisch gehören zwei Dinge.
Ersten, Paulus macht klar: „Lebt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen.“ Gal 5,19
Zweitens: „Lasst euch verwandeln durch Erneuerung eurer Sinne“ Röm 12,2
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